Oberflächliche Venenthrombose (OVT) / Thrombophlebitis / Armthrombose

Oberflaechliche Venenthrombose

Die Entzündung einer oberflächlichen Vene, die durch einen Thrombus ausgelöst wird, bezeichnen Mediziner als oberflächliche Venenthrombose (kurz: OVT). Die typischen Symptome einer oberflächlichen Venenthrombose sind ein gespanntes Hautgefühl an der betroffenen Stelle oder eine zunächst unauffällige Krampfader, die sich bald als harter Strang auf der Haut abzeichnet. Eine oberflächliche Venenthrombose kann bei geeigneter Therapie folgenlos abheilen, allerdings in seltenen Fällen auch zu Geschwüren führen.

pflege.de erklärt, wie die oberflächliche Venenthrombose entsteht, welche Symptome sie verursacht und wie sie behandelt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Definition

Als Thrombophlebitis bezeichnen Mediziner die Entzündung einer oberflächlichen Vene, die durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) im betroffenen Blutgefäß verursacht wird. Daher ist die Erkrankung auch unter dem Namen „Oberflächliche Venenthrombose“ (kurz: OVT) bekannt. Eine oberflächliche Venenthrombose kann grundsätzlich überall im Venensystem vorkommen, jedoch tritt sie zumeist an den Beinen oder Armen auf.

In vielen Fällen ist die Thrombophlebitis an der Entstehung von Geschwüren wie beispielsweise dem „offenen Bein“ (ulcus cruris) beteiligt.

Info
Unterschied: Phlebothrombose / Thrombophlebitis

Die tiefen Beinvenen sind hauptverantwortlich für den Rückfluss des Blutes aus den Beinen zurück zum Herzen.(1) Eine tiefe Venenthrombose (kurz: TVT) geht zwar ebenfalls mit entzündlichen Veränderungen einher, wird aber klar von der oberflächlichen Thrombose abgegrenzt. Zumal sich Verlauf, Folgen und Behandlung der beiden Thrombose-Formen unterscheiden, werden sie jeweils als eigenständige Krankheitsbilder betrachtet.(2)

Thrombophlebitis im Arm oder Bein: Ursachen

Eine Thrombophlebitis entsteht, wenn eine Venenentzündung mit der Bildung eines Gerinnsels in der betroffenen Vene einhergeht. In dem Fall wird aus der Phlebitis (Venenentzündung) eine Thrombophlebitis, die verschiedene Ursachen haben kann:

  • Krampfadern
    Krampfadern sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Die erweiterten Venen verlangsamen auch den Blutstrom, sodass es leichter zu Entzündungen und Verklumpungen des Blutes (Thromben) kommen kann.
  • Verletzungen
    Das Anlegen einer Infusionsnadel oder andere Venenverletzungen machen den Weg für Keime frei, die zu Entzündungen führen und anschließend oberflächliche Venenthrombosen auslösen können. Vor allem Venenverweilkanülen können für Infektionen sorgen.
  • Einschnürungen
    Langes Sitzen, enge Kleidung oder das Übereinanderschlagen der Beine (über längere Zeit), drücken die Venen zusammen, reizen damit die Gefäßwand und verlangsamen den Blutfluss — das erhöht das Risiko einer oberflächlichen Venenthrombose.
  • Gerinnungsstörungen
    Diese Ursache für Thrombophlebitis ist oft erblich bedingt und wird durch Autoimmun- oder Krebserkrankungen hervorgerufen.(2)

Für eine Thrombophlebitis am Bein sind in den meisten Fällen Krampfadern, also Erweiterungen der oberflächlichen Venen, verantwortlich. Eine Thrombose im Arm wird dagegen zumeist durch Verletzungen verursacht, wie zum Beispiel durch eine Venenpunktion oder eine Verweilkanüle.

Info
Welche Rolle spielt das Bindegewebe?

Unser ganzer Körper steckt voller Bindegewebe. Es füllt die Hohlräume zwischen den Organen, speichert Wasser und gibt unter anderem auch den Blutgefäßen Halt. Wird das Bindegewebe schwächer – was bei Frauen unter anderem an den Hormonen liegt – so lässt auch der Druck auf die Venen nach.(3) Sie können sich erweitern und in Form von Krampfadern äußern.

Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Risikofaktoren

Wie bei einer tiefen Venenthrombose lassen sich auch bei einer oberflächlichen Venenthrombose einige Risikofaktoren klar identifizieren.

Risikofaktoren für eine oberflächliche Venenthrombose können sein:

  • Bereits erlittene Venenentzündungen oder -thrombosen
  • Große (orthopädische) Operationen
  • Krampfadern
  • Flüssigkeitsmangel
  • Lebensalter über 50 Jahre
  • Verletzungen der Venen (etwa durch Verweilkanülen oder durch das Verabreichen von Zytostatika bei Krebserkrankungen)
  • Erkrankungen wie zum Beispiel eine Herzschwäche
  • Infektionskrankheiten (zum Beispiel Lyme-Borreliose)
  • Langes Stehen oder Sitzen, Bewegungsmangel

Diese Risikofaktoren müssen nicht zu einer oberflächlichen oder tiefen Venenthrombose führen. Jedoch ist es sinnvoll, das Risiko selbst einschätzen zu können. So können einigen Risikofaktoren schon vorzeitig entgegengewirkt werden, denn Flüssigkeits- und Bewegungsmangel lassen sich in der Regel vermeiden. Zudem können Betroffene schneller und sicherer reagieren, wenn bei ihnen erste Krankheitsanzeichen einer Thrombose auftauchen.

Tipp
Handeln Sie bei einer Blutvergiftung sofort

In seltenen Fällen kann es durch eine bakterielle Infektion bei einer Thrombophlebitis auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen, die sofortiges ärztliches Handeln erfordert.

Thrombus im Arm oder Bein: Symptome & Anzeichen

Oft entstehen oberflächliche Thrombosen im Arm oder Bein. Typische Thrombophlebitis-Symptome sind:

  • Die betroffene Stelle schwillt an und verfärbt sich rötlich.
  • Der Venenabschnitt wird als geschwollener Strang sichtbar.
  • Die Haut fühlt sich warm oder heiß an.
  • Leichter Druck oder die Anspannung der umliegenden Muskeln verursachen stechende, brennende Schmerzen.

In der Regel verschwinden die Thrombose-Symptome im Arm oder Bein innerhalb weniger Tage, manchmal sogar von ganz allein. Doch bei rund 30 Prozent der Patienten kann aus einer oberflächlichen Venenthrombose auch eine tiefe Venenthrombose entstehen. Eine Sonderform ist die Thrombophlebitis migrans, bei der an unterschiedlichen Stellen des Körpers Venenthrombosen entstehen. Dahinter stehen zumeist Autoimmunerkrankungen (wie zum Beispiel Lupus erythematodes) oder Gefäßerkrankungen.(2)

Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Diagnose

Um die Krankheit zu diagnostizieren, folgt auf das Gespräch mit dem Arzt über die Krankengeschichte und Beschwerden des Patienten, eine körperliche Untersuchung. Ist die Körperstelle gerötet und zeigt sich ein verhärteter Venenstrang, wird die oberflächliche Thrombose schon auf den ersten Blick sichtbar.

Als wichtigste Methode, um eine Thrombophlebitis festzustellen, gilt der Ultraschall. Mit Hilfe der sogenannten farbkodierten Duplex-Sonografie, erkennt der Arzt das Blutgerinnsel und ob eine nicht-infektiöse Entzündung im Gewebe vorliegt. Zudem ermöglicht ihm die Ultraschalluntersuchung, gleichzeitig die tiefen Venen auf Blutgerinnsel zu untersuchen.

Um auszuschließen, dass eine schwerwiegende Erkrankung Auslöser für die oberflächliche Venenthrombose ist, können noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Dann kommt beispielsweise eine Computertomografie oder eine Laboranalyse des Blutes hinzu.(2)

Info
Oberflächliche Venenthrombose: Dauer

Obwohl die OVT / oberflächliche Venenthrombose bei rechtzeitiger Behandlung üblicherweise folgenlos nach wenigen Wochen wieder abheilt, können Betroffene auch lange Zeit nach der Diagnose noch Schmerzen und eine gewisse Empfindlichkeit des betroffenen Körperteils verspüren.

Oberflächliche Thrombose (OVT): Behandlung & Therapie

Oftmals gehen oberflächliche Venenthrombosen (OVT) in tiefe Venenthrombosen (TVT) über.(2) Um diese Art der Thrombose zu verhindern und schwerwiegende Folgen zu vermeiden, ist eine zügige Behandlung wichtig. Grundsätzlich ist die Thrombophlebitis-Therapie von Faktoren wie Form, Ausprägung und Lokalisation der Erkrankung abhängig. Damit die Thrombophlebitis (auch „Oberflächenthrombose“ genannt) wieder abklingt, werden meist folgende Maßnahmen in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen:

  • Kühlen der betroffenen Stelle: Hier können zum Beispiel kühle Kompressen zum Einsatz kommen, die direkt auf das betroffene Hautareal gelegt werden.
  • Medikamentöse Thrombophlebitis-Behandlung: Die Einnahme von schmerzlindernden und antientzündlichen Medikamenten können die Beschwerden lindern.
  • Kompressionstherapie: Kompressionsstümpfe oder -verbände beschleunigen den Heilungsprozess und können gleichzeitig eine tiefe Venenthrombose verhindern.
  • Bewegung: Dem gelegentlichen Hochlagern der betroffenen Extremität spricht nichts entgegen. Jedoch hilft regelmäßige Bewegung dabei, zu vermeiden, dass sich der Thrombus im Arm oder Bein in die tiefen Venen ausdehnt. Außerdem stärkt Bewegung langfristig die Muskulatur, fördert das Herz-Kreislaufsystem und damit auch die Geschwindigkeit des Blutstroms.(4)

Um das Risiko einer erneuten OVT zu senken, empfiehlt es sich, die Krampfadern nach dem Abklingen der Thrombophlebitis behandeln zu lassen.

In einigen Fällen greifen Ärzte auch zu einer intensiveren Thrombophlebitis-Therapie: Unter örtlicher Betäubung wird das Gerinnsel entfernt. Anschließend sorgt ein Kompressionsverband dafür, dass der Rückfluss des Blutes in den Venen angeregt wird. Bei einer sehr großflächigen Thrombophlebitis werden auch Heparin oder andere Blutgerinnungshemmer verordnet, um die Blutgerinnung zu vermindern.

Grundsätzlich gilt: Eine oberflächliche Bein- oder Armvenenthrombose wird nicht durch Ruhe kuriert, sondern durch gezielte und angepasste Bewegung. Personen mit einem erhöhten Thrombose-Risiko sollten sich eingehend mit Maßnahmen der Thromboseprophylaxe auseinandersetzen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Thrombophlebitis?

Als Thrombophlebitis bezeichnen Mediziner die Entzündung einer oberflächlichen Vene, die durch ein Blutgerinnsel in dem betroffenen Blutgefäß ausgelöst wurde. Die Thrombophlebitis ist auch unter dem Begriff Oberflächliche Venenthrombose (kurz: OVT) bekannt und kann grundsätzlich überall im Venensystem auftreten.

Was ist der Unterschied zwischen Phlebothrombose und Thrombophlebitis?

Je nachdem, wo der Thrombus im Venensystem des Körpers sitzt, unterscheiden Mediziner zwischen den folgenden Thrombose-Formen:

  • Thrombophlebitis (auch „Oberflächliche Venenthrombose genannt): Blutgerinnsel im oberflächlichen Venensystem
  • Phlebothrombose (auch „Tiefe Venenthrombose genannt): Blutgerinnsel im tiefen Venensystem

Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Krankheitsbilder in den Ursachen, ihrem Verlauf und in der Behandlung:

Wie erkennt man eine Thrombose im Arm?

Meist erkennt man eine Thrombose im Arm durch Hautveränderungen, Schwellungen und Schmerzen. Entwickelt sich ein roter, geschwollener Strang auf dem Arm, könnte das ein Anzeichen für eine Oberflächenthrombose im Arm sein. Hinzu kommt, dass sich der betroffene Arm bei einer Thrombophlebitis häufig deutlich wärmer anfühlt und insgesamt anschwillt. Schmerzen bei leichtem Druck oder bei Anspannung der Armmuskulatur gehören ebenso zu den Symptomen einer Armthrombose.

Kann eine Thrombose im Arm nach einer Blutabnahme auftreten?

Eine Blutabnahme kann eine mögliche Ursache für eine Thrombose im Unter- oder Oberarm sein, da die Nadel die Vene(nwand) reizt und eine Entzündung auslösen kann.

Ist eine Thrombose im Arm lebensgefährlich?

Eine Venenthrombose im Arm bildet sich in der Regel ohne Komplikationen wieder vollständig zurück, sofern sie frühzeitig behandelt wird. Daher sollten Betroffene bei einem Verdacht zeitnah ihren Arzt aufsuchen. Ein Kompressionsverband unterstützt die Heilung und geeignete Medikamente lindern den Schmerz und die Entzündung. Wird die Thrombose im Arm nicht rechtzeitig behandelt, kann aus einer zunächst oberflächlichen Venenentzündung eine tiefe Venenthrombose entstehen. Eine tiefe Venenthrombose kann lebensgefährlich werden, wenn sie schlimmstenfalls zu einer Lungenembolie führt.

Wie lange ist man bei einer Thrombose im Arm krank?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Heilungsprozess ist abhängig von der Ausprägung, Ursache und Behandlung der Armthrombose. Leichte Fälle von oberflächlichen Venenthrombosen im Arm sind meist nach ein bis zwei Wochen wieder ausgeheilt, vorausgesetzt sie wurden rechtzeitig und konsequent behandelt. Bei einer stärker ausgeprägten oberflächlichen Armthrombose, die sich zum Beispiel in einer Krampfader entwickelt hat, kann die Heilung auch länger dauern. Daher gilt: Lassen Sie sich bei Krampfadern frühzeitig behandeln!

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Erstelldatum: 8102.01.92|Zuletzt geändert: 2202.10.11
(1)
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie e.V. (DGP)
www.phlebology.de/patienten/venenwissen/aufbau/ (letzter Abruf am 30.09.2021)
(2)
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie e.V. (DGP)
www.phlebology.de/patienten/venenkrankheiten/oberflaechliche-venenthrombose/ (letzter Abruf am 06.08.2021)
(3)
Berufsverband der Frauenärzte
www.bvf.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldung/news/zwischen-wunsch-und-wirklichkeit-gesundes-starkes-bindegewebe/ (letzter Abruf am 30.09.2021)
(4)
Aktionsbündnis Thrombose
www.risiko-thrombose.de/files/downloads/Downloads/Venenuebungen.pdf (letzter Abruf am 06.08.2021)
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