Oberflächliche Venenthrombose (OVT) / Thrombophlebitis / Armthrombose

Oberflaechliche Venenthrombose

Eine Venenentzündung und ein Verschluss in der Vene werden medizinisch als oberflächliche Venenthrombose bezeichnet. Die typischen Symptome einer oberflächlichen Venenthrombose sind ein gespanntes Hautgefühl an Arm oder Bein oder eine zunächst unauffällige Krampfader, die sich bald als dicker, harter Strang auf der Haut abzeichnet. Die Stelle schmerzt und ist druckempfindlich. Eine oberflächliche Venenthrombose kann zu Geschwüren führen. Betroffene sollten deshalb bei Verdacht einen Arzt aufsuchen. pflege.de erklärt, wie die oberflächliche Venenthrombose entsteht und wie sie behandelt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Definition: Oberflächliche Venenthrombose (OVT)

Als oberflächliche Venenthrombose (OVT) beziehungsweise Thrombophlebitis bezeichnen Mediziner eine Entzündung und den Verschluss einer oberflächlichen Vene. Eine oberflächliche Venenthrombose tritt zumeist an den Beinen oder Armen auf. Im Gegensatz zu einer tiefen Venenthrombose löst eine oberflächliche Venenthrombose aber keine Embolien aus. Dafür ist sie aber an der Entstehung von Geschwüren wie beispielsweise dem „offenen Bein“ (ulcus cruris) beteiligt.

Info

Tiefe oder oberflächliche Thrombose?

Die tiefen Beinvenen sind die wahren Schwerarbeiter: Sie pumpen 90 Prozent des Blutes aus den Beinen zurück zum Herzen. Die restlichen 10 Prozent tragen die oberflächlichen Venen zu diesem Prozess bei.

Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Ursachen

Eine oberflächliche Venenthrombose beziehungsweise Thrombophlebitis tritt an den Beinen und an den Armen auf. Die Ursache ist oft eine Venenentzündung (Phlebitis). Geht eine Venenentzündung mit der Bildung eines Gerinnsels in der betroffenen Vene einher, wird aus der Phlebitis eine Thrombophlebitis. Die Ursachen einer Thrombophlebitis können sein:

  • Krampfadern
    Krampfadern sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Die erweiterten Venen verlangsamen auch den Blutstrom, sodass es leichter zu Entzündungen und Verklumpungen des Blutes (Thromben) kommen kann. Eine Venenentzündung in den Krampfadern wird als Varikophlebitis bezeichnet.
  • Verletzungen
    Das Anlegen einer Infusionsnadel oder andere Venenverletzungen machen den Weg für Keime frei, die zu Entzündungen führen und im letzten Schritt auch zu einer oberflächlichen Venenthrombose führen können. Vor allem Venenverweilkanülen können für Infektionen sorgen.
  • Einschnürungen
    Langes Sitzen, enge Kleidung oder das Übereinanderschlagen der Beine (über längere Zeit), drücken die Venen zusammen, verlangsamen den Blutstrom und können so ein Gerinnsel verursachen — beste Voraussetzungen für die Bildung einer oberflächlichen Venenthrombose.
  • Gerinnungsstörungen
    Diese Ursache für Thrombophlebitis ist oft erblich bedingt und wird durch Autoimmun- oder Krebserkrankungen hervorgerufen.(1)

Generell sind Frauen häufiger von Venenleiden betroffen als Männer. Zum einen durch die körperliche Belastung durch Schwangerschaften, zum anderen aber auch, weil ihr Bindegewebe anders konstruiert ist als das der Männer.

Für eine Thrombophlebitis am Bein sind in den allermeisten Fällen Krampfadern, also Aussackungen beziehungsweise Erweiterungen der oberflächlichen Venen verantwortlich.

Eine Thrombose im Arm oder eine Thrombophlebitis am Arm wird dagegen zumeist durch Verletzungen verursacht, wie zum Beispieldurch eine Venenpunktion oder eine Verweilkanüle.

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Was macht das Bindegewebe?

Unser ganzer Körper steckt voller Bindegewebe. Es füllt die Hohlräume zwischen den Organen, speichert Wasser, unterstützt die Immunabwehr und gibt unter anderem auch den Blutgefäßen Halt. Wird das Bindegewebe schwächer – was bei Frauen unter anderem an den Hormonen liegt – so lässt auch der Druck auf die Venen nach. Sie können sich erweitern (Krampfadern).

 

Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Symptome

Betroffene Stellen einer oberflächlichen Venenthrombose sind oft Beine, manchmal auch die Arme. Typische Symptome einer Thrombophlebitis sind den allgemeinen Symptomen einer Thrombose ähnlich und liegen vor, wenn

  • sich Schwellungen zeigen,
  • sich die Haut rötet,
  • sich die Haut warm oder heiß anfühlt und auf Druck empfindlich reagiert,
  • eine oder mehrere Venen sichtbar hervortreten (wie harte Schnüre),
  • Betroffene Schmerzen verspüren (gelegentlich sogar Fieber, unter anderem bei bakteriellen Infektionen).

In der Regel verschwinden die Beschwerden innerhalb weniger Tage, manchmal sogar von ganz allein. Doch bei rund einem Drittel der Patienten kann aus einer oberflächlichen Venenthrombose auch eine tiefe Venenthrombose entstehen. Eine Sonderform ist die Phlebitis migrans, bei der an unterschiedlichen Stellen des Körpers Venenthrombosen entstehen. Dahinter stehen zumeist Autoimmunerkrankungen (wie zum Beispiel Lupus erythematodes) oder Gefäßerkrankungen.(1)

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Dauer von OVT-Symptomen

Eine OVT / oberflächliche Venenthrombose kann noch lange nach dem ersten Auftreten von Symptomen für Schmerzen und eine gewisse Empfindlichkeit des betroffenen Körperteils sorgen.

Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Behandlung

Im Gegensatz zu einer tiefen Venenthrombose (TVT) wird Ihr Arzt bei einer oberflächlichen Venenthrombose (OVT) zunächst nicht das gesamte Spektrum der Gefäßuntersuchungen (Blutbild, bildgebende Verfahren) zum Einsatz bringen. Aber auch eine oberflächliche Venenthrombose ist kein leichtes Krankheitsbild. Das Wort „oberflächlich“ bedeutet hier nur, dass die oberflächlich liegenden Venen betroffen sind, aber nicht, dass es sich um eine wenig ernstzunehmende Krankheit handelt.

Bei der Behandlung von einer oberflächlichen Venenthrombose steht die Schmerz- und Entzündungslinderung im Vordergrund. Kühle Kompressen, die direkt auf das betroffene Hautareal gelegt werden, werden von vielen Patienten als hilfreich empfunden. Viele Betroffene empfinden Kompressen, die mit heparinhaltigen, kühlenden Cremes oder Gels versehen sind, als sehr angenehm.

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Bei Blutvergiftung sofort handeln!

In seltenen Fällen kann es durch eine bakterielle Infektion bei einer Thrombophlebitis auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen, die sofortiges ärztliches Handeln erfordert.

In einigen Fällen greifen Ärzte auch zu einer intensiveren Therapie: Unter örtlicher Betäubung wird das Gerinnsel entfernt. Anschließend sorgt ein Kompressionsverband dafür, dass der Rückfluss des Blutes in den Venen angeregt wird. Bei einer sehr großflächigen Thrombophlebitis werden auch Heparin oder andere Blutgerinnungshemmer verordnet, um die Blutgerinnung zu vermindern.

Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Risikofaktoren

Wie bei einer tiefen Venenthrombose lassen sich auch bei einer oberflächlichen Venenthrombose einige Risikofaktoren klar identifizieren.

Risikofaktoren für eine oberflächliche Venenthrombose können sein:

  • Bereits erlittene Venenentzündungen oder -thrombosen
  • Große (orthopädische) Operationen
  • Krampfadern
  • Flüssigkeitsmangel
  • Lebensalter über 50
  • Verletzungen der Venen (etwa durch Verweilkanülen oder durch das Verabreichen von Zytostatika bei Krebserkrankungen)
  • Erkrankungen wie zum Beispiel eine Herzschwäche
  • Infektionen (zum Beispiel Lyme-Borreliose)
  • Langes Stehen oder Sitzen, Bewegungsmangel

Wenn Sie einen oder mehrere Risikofaktoren einer oberflächlichen Venenthrombose bei sich feststellen, heißt das noch nicht, dass Sie an einer OVT oder einer tiefen Venenthrombose erkranken müssen. Doch wenn Sie Ihr Risiko kennen, können Sie schneller und sicherer reagieren, wenn bei Ihnen Krankheitsanzeichen einer Thrombose auftauchen.

Oberflächlicher Venenthrombose vorbeugen: Was tun gegen schwache Venen?

Eine Thrombophlebitis wird nicht durch Ruhe kuriert, sondern durch gezielte und angepasste Bewegung. Menschen mit einem Thrombose-Risiko sollten sich eingehend mit Maßnahmen der Thromboseprophylaxe auseinandersetzen.

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3 Bewegungsübungen bei oberflächlicher Venenthrombose

  1. Lassen Sie Ihre Beine und Arme ihre tägliche Pflicht tun.
  2. Bewegungsabläufe lassen sich auch mit einem Kompressionsverband durchführen.
  3. Je mehr und gezielter Sie sich bewegen, desto eher klingt die Entzündung ab.

Bewegung, Bewegung, Bewegung – das ist das beste Mittel gegen schwache Venen. Bewegung stärkt die Muskulatur, fördert das Herz-Kreislaufsystem und damit auch die Geschwindigkeit des Blutstroms.(2)

Viele Patienten entscheiden sich bei einer oberflächlichen Venenthrombose auch dafür, sich die Krampfadern entfernen zu lassen, um das Risiko einer erneuten OVT zu senken.

Es gibt vieles, was Sie für eine gezielte Thrombose-Prophylaxe tun können. Wichtig ist, dass Sie es regelmäßig tun und gerade auch im Alter sofort einen Arzt aufsuchen, wenn Sie einmal Hautveränderungen, Schmerzen oder Schwellungen an Arm oder Beinen bei sich entdecken. Stellen Sie sich nicht auf den Standpunkt: „Was von allein kommt, geht auch von allein.“

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Erstelldatum: 8102.01.92|Zuletzt geändert: 1202.80.6
(1)
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie e.V. (DGP)
www.phlebology.de/patienten/venenkrankheiten/oberflaechliche-venenthrombose/ (letzter Abruf am 06.08.2021)
(2)
Aktionsbündnis Thrombose
www.risiko-thrombose.de/files/downloads/Downloads/Venenuebungen.pdf (letzter Abruf am 06.08.2021)
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