Grundsicherung im Alter

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Grundsicherung im Alter

Häufig reicht die gesetzliche Rente für das Leben im Alter nicht aus – besonders dann nicht, wenn Menschen pflegebedürftig werden. Welche Kostenträger treten dann für Pflegebedürftige ein? Wenn ältere Menschen keine oder eine nur sehr geringe Rente erhalten oder sie nicht für ihren Lebensunterhalt arbeiten können, haben Sie unter Umständen einen Anspruch auf die sog. Grundsicherung im Alter. pflege.de klärt auf, was die Grundsicherung im Alter ist, wer Anspruch darauf hat und welche Leistungen sie umfasst.

Inhaltsverzeichnis

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung – Definition

Das Sozialgesetzbuch Zwölf (SGB XII) sieht verschiedenste Unterstützungsleistungen für ältere Menschen vor, darunter die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Es handelt sich dabei um eine Form der Sozialhilfe für Personen, deren Einkommen und Vermögen nicht für ihren Lebensunterhalt ausreicht und

  • die eine Altersgrenze überschritten haben oder
  • aus anderen Gründen dauerhaft aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind.

Mit Hilfe der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sollen sie ihren Bedarf decken können. Die Grundsicherung wird nicht als fester Betrag geleistet, sondern ergänzt als eine Aufstockungsleistung das vorhandene Einkommen und Vermögen.

Voraussetzungen und Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sind in Kapitel Vier, § 41 bis § 52, des Zwölften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB XII) geregelt.

Info

Grundsicherung im Alter kommt vor Hilfe zum Lebensunterhalt

Wer Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhält, hat keinen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt – eine Form der Sozialhilfe für Menschen, die nur für einen befristeten Zeitraum nicht erwerbsfähig sind. Im Gesetzestext heißt es deshalb: „Die Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gehen der Hilfe zum Lebensunterhalt (…) vor.“

 

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung: Leistungsberechtigte

Wer hat Anspruch auf die Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung?

Voraussetzungen für eine Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach § 41 SGB XII:

  • Alter von 65 Jahren und mehr
    oder eine dauerhafte Erwerbsminderung (z. B. wegen Behinderung) bei mind. 18 Jahren.
  • Gewöhnlicher Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland.
  • Der Lebensunterhalt kann nicht aus dem vorhandenen Einkommen und Vermögen bestritten werden.
Info

Was heißt „gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland“?

Wer sich nur kurzzeitig, auf Besuch oder zum Urlaub in Deutschland aufhält, hat keinen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Nur wer seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, kann Grundsicherung beziehen. Jedoch sind weder ein fester Wohnsitz noch die deutsche Staatsangehörigkeit Voraussetzung, so dass auch Menschen ohne Wohnung und mit anderer Staatsangehörigkeit als der deutschen einen Anspruch auf Grundsicherung haben können.

Die Altersgrenze, die Voraussetzung für den Bezug von Grundsicherung im Alter ist, hat der Gesetzgeber gestaffelt: Wer vor dem 1. Januar 1947 geboren ist, erreicht die Altersgrenze mit der Vollendung des 65. Lebensjahres. Für alle, die im Jahr 1947 und später geboren sind, erhöht sich die Altersgrenze Schritt für Schritt – ähnlich wie bei der Rentenversicherung, bei der jüngere Generationen länger arbeiten müssen.

Geburtsjahrgang Anhebung um Monate Altersgrenze erreicht mit
1947 1 65 Jahren und 1 Monat
1948 2 65 Jahren und 2 Monaten
1949 3 65 Jahren und 3 Monaten
1950 4 65 Jahren und 4 Monaten
1951 5 65 Jahren und 5 Monaten
1952 6 65 Jahren und 6 Monaten
1953  7  65 Jahren und 7 Monaten
1954  8  65 Jahren und 8 Monaten
1955  9  65 Jahren und 9 Monaten
1956 10 65 Jahren und 10 Monaten
1957 11 65 Jahren und 11 Monaten
1958 12 66 Jahren
1959 14 66 Jahren und 2 Monaten
1960 16 66 Jahren und 4 Monaten
1961 18 66 Jahren und 6 Monaten
1962 20 66 Jahren und 8 Monaten
1963 22 66 Jahren und 10 Monaten
ab 1964 24 67 Jahren

Wer schon mit 63 Jahren eine Rente bezieht und durch diese seinen Lebensunterhalt nicht vollständig bestreiten kann, hat keinen Anspruch auf Grundsicherung im Alter, weil die notwendige Altersgrenze noch nicht erreicht ist. In diesem Fall greifen andere Sozialleistungen, etwa Hilfe zum Lebensunterhalt.

Info

Rente & Grundsicherung im Alter

Der Bezug einer Rente ist nicht Voraussetzung für einen Anspruch auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Auch Menschen, die keine Rentenansprüche haben (z. B. weil sie nie erwerbstätig waren), aber die gesetzliche Altersgrenze erreicht haben, können anspruchsberechtigt sein.

 

Keinen Anspruch auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung hat, wer in den letzten zehn Jahren die Bedürftigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat. Das kann etwa zutreffen, wenn jemand sein Vermögen verspielt oder verschenkt hat, ohne notwendigen Rücklagen zu bilden. Diese Regelung soll einer missbräuchlichen Inanspruchnahme dieser Sozialleistung vorbeugen. Andere Formen der Sozialhilfe, wie etwa Hilfe zum Lebensunterhalt, können ggf. stattdessen greifen.

Info

Bei Grundsicherung im Alter müssen Kinder keinen Elternunterhalt zahlen

Erhält ein älterer Mensch Grundsicherung im Alter, müssen Kinder i. d. R. nicht fürchten, für den Lebensunterhalt der Eltern in Form von Elternunterhalt aufkommen zu müssen. Ausnahme: Wenn eines der Kinder über mehr als 100.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr verfügt, hat es einen Anteil der Lebenshaltungskosten für das Elternteil zu tragen.

Tipp

Informationen und Beratung darüber, ob und wann Anspruch auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung besteht, bieten die jeweiligen Träger der Sozialhilfe, Rentenversicherungsträger oder Sozialverbände.

Wie hoch ist die Grundsicherung im Alter?

Wie hoch die Leistungen der Grundsicherung ausfallen, hängt vom individuellen Bedarf eines Antragstellers ab. Die Leistungen sind jedoch gedeckelt, d. h. die Höhe der Leistungen hat ihre Grenzen. Daher wird die Grundsicherung im Alter auch als bedarfsorientierte Leistung bezeichnet. Die meisten Menschen, die die gesetzlich definierte Altersgrenze erreicht haben, verfügen über ein Einkommen in Form einer Rente. Einige ältere Menschen stocken aber auch im höheren Alter ihre Einkünfte durch Mini-Jobs o. ä. auf. Gelingt es ihnen dennoch nicht, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, können sie auch zusätzlich einen Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben.

SGB xii im Alter
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SGB XII im Alter: Sozialhilfe

Grundsicherung berechnen

Die Höhe der Grundsicherung im Alter berechnet sich durch den gesetzlich definierten Regelbedarf des Bezugsberechtigten zuzüglich Kosten für Unterkunft, Heizung und eventueller Sonderbedarf abzüglich seines Einkommens bzw. Vermögens.

Info

Berechnung der Grundsicherung im Alter

Bedarf (Regelbedarf + Kosten für Unterkunft und Heizung + evtl. weiterer Aufwendungen)

– Einkommen & Vermögen

= Höhe des Grundsicherung

Bei der Berechnung des Bedarfs sind folgende Faktoren entscheidend:

  • der Regelbedarf des Leistungsberechtigten
  • die angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung
  • evtl. Mehrbedarfe, wenn z. B. durch eine Gehbehinderung ein Rollstuhl notwendig ist
  • evtl. zu übernehmende Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Zusatzbeiträge und Vorsorgebeiträge
  • evtl. Hilfe in Sonderfällen
  • das Einkommen und Vermögen
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Nachrangigkeit der Grundsicherung im Alter

Leistungen der Sozialhilfe wie die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sind anderen Sozialleistungen nachrangig: Wenn eine Person Anspruch auf eine Sozialleistung wie etwa Wohngeld hat, durch die sie nicht mehr auf weitere Unterstützung angewiesen ist, muss sie diese Leistung beantragen und beziehen. Nur wenn sie trotz dieser sog. vorgelagerten Sozialleistung weiterhin hilfsbedürftig ist, kann sie zusätzlich die Grundsicherung im Alter beantragen. 

 

Grundsicherung berechnen: Regelbedarf und Regelbedarfsstufen

Der Regelbedarf ist ein gesetzlich definierter notwendiger Lebensunterhalt, mit dem das sog. soziokulturelle Existenzminimum in Deutschland gesichert werden soll. Durch einen per Regelbedarf definierten Leistungssatz sollen Kosten für Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Haushaltsenergie, bestimmte festgelegte persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie eine Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben gedeckt werden. Die Höhe des Regelbedarfs ergibt sich nicht durch Berücksichtigung der individuellen Situation einer Person, sondern wird durch fest definierte Kriterien wie Alter und Familienstand bestimmt. Der Gesetzgeber unterscheidet sechs Regelbedarfsstufen (Stand Januar 2019):

  1. Regelbedarfsstufe 1:
    Alleinstehende und Alleinerziehende, die einen eigenen Haushalt führen, erhalten maximal monatlich 424 Euro. Gleiches gilt für nicht erwerbsfähige Menschen sowie Personen mit Behinderung, die entweder noch zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft leben. Das entspricht Regelbedarfsstufe 1.
  2. Regelbedarfsstufe 2:
    Ehegatten, Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder Personen in einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft erhalten monatlich 382 Euro gemäß Regelbedarfsstufe 2.
  3. Regelbedarfsstufe 3:
    Erwachsene Menschen mit Behinderung, die in einer stationären Einrichtung wie einem Pflegeheim leben, haben Anspruch auf 339 Euro im Monat. Gleiches gilt für nichterwerbstätige Erwachsene, die im Haushalt der Eltern leben. Das entspricht Regelbedarfsstufe 3.
  4. Regelbedarfsstufe 4:
    Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren haben Anspruch auf Regelbedarfsstufe 4 und damit auf 322 Euro pro Monat.
  5. Regelbedarfsstufe 5:
    Kinder von 6 bis unter 14 Jahren haben monatlich Anspruch auf 302 Euro, das entsprich Regelbedarfsstufe 5.
  6. Regelbedarfsstufe 6:
    Kindern unter 6 Jahren ist Regelbedarfsstufe 6 zugeordnet und damit 245 Euro pro Monat.
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  • Grundsicherung berechnen: Kosten für Unterkunft und Heizung

Bei den Leistungen der Grundsicherung für Unterkunft und Heizung werden die tatsächlichen Kosten berücksichtigt, diese müssen jedoch angemessen sein. Berücksichtigt werden die Miete, Heizkosten und weitere Nebenkosten. Ob eine Miete angemessen ist, entscheiden die Sozialhilfeträger unter Berücksichtigung der örtlichen und persönlichen Verhältnisse (z. B. Größe der Wohnung, Anzahl der Räume, Höhe der Miete, örtliches Mietniveau, Zahl der Familienmitglieder, erhöhter Wohnraumbedarf wegen einer Behinderung etc.). Lebt ein Antragsteller in einem Pflegeheim oder Altenheim, legen die Sozialhilfeträger die Warmmiete für einen durchschnittlichen Einpersonenhaushalt zugrunde.

Um die angemessene Größe einer Mietwohnung zu definieren, greifen die Sozialhilfeträger auf folgende Regeln zurück:

  • eine Person: 45 bis 50 m²
  • zwei Personen: 60 m² oder zwei Zimmer
  • drei Personen: 75 m² oder drei Zimmer
  • vier Personen: 85 bis 90 m² oder vier Zimmer
  • für jede weitere Person: zusätzlich 10 bis 15 m² oder ein Zimmer
Info

Sonderregel bei Immobilienbesitzern

Für Personen, die in einem Eigenheim oder in einer Eigentumswohnung leben, gelten bei der Berechnung der Unterkunftskosten andere Maßstäbe. So werden bei der Entscheidung über die Höhe der Grundsicherung z. B. auch noch zu zahlende Kreditzinsen, Steuern oder erforderliche Reparaturen berücksichtigt.

  • Grundsicherung berechnen: Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung

Leistet ein Antragsteller Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung, fließen diese in die Berechnung der Grundsicherung ein. Handelt es sich um private Versicherungen, prüfen die Sozialhilfeträger, ob die Beitragshöhe als angemessen gilt. Als Aufwendungen für Vorsorge gelten z. B. Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen oder zu landwirtschaftlichen Alterskassen. Auch Beiträge für eine kapitalgedeckte Altersvorsorge sowie die Riesterrente werden u. U. bei der Höhe der Grundsicherung berücksichtigt.

Info

Kapitalgedeckte Altersvorsorge

Wer eine kapitalgedeckte Altersvorsorge bei der Berechnung der Grundsicherung geltend machen möchte, muss diese als lebenslange monatliche Leibrente in Anspruch nehmen. Die staatliche Grundsicherung übernimmt die Beiträge auch nur dann, wenn diese monatliche Leibrente nicht vor Erreichen des 60. Lebensjahres in Anspruch genommen wird.

  • Grundsicherung berechnen: Mehrbedarf für bestimmte Personengruppen

Für bestimmte Personengruppen erkennt der Gesetzgeber einen Mehrbedarf an. Dazu zählen z. B. gehbehinderte Personen oder solche, die einer besonderen Ernährung bedürfen. Auch Schwangere haben nach Ablauf der zwölften Schwangerschaftswoche u. U. Anspruch auf zusätzliche Leistungen. Gleiches gilt für Alleinerziehende sowie Menschen mit Behinderung, die eine Eingliederungshilfe erhalten.

  • Grundsicherung berechnen: Hilfe in Sonderfällen

Eine Hilfe in Sonderfällen kann das Amt zusätzlich bewilligen, wenn eine besondere Notlage vorliegt und z. B. wegen Mietrückständen der Verlust der Wohnung droht. Dabei handelt es sich jedoch um eine Leistung, die im Ermessen des Mitarbeiters des Grundsicherungsamtes liegt, es besteht kein Anspruch darauf. Wird Hilfe in Sonderfällen geleistet, kann dies in Form einer Beihilfe oder eines Darlehens geschehen.

  • Grundsicherung berechnen: Einkommen

Bei der Berechnung der Grundsicherung werden das eigene Netto-Einkommen und Vermögen sowie das des Lebenspartners berücksichtigt. Als Lebenspartner gelten neben Ehepartnern oder Partnern einer eingetragenen Lebensgemeinschaft auch Personen, mit denen der Antragsteller in einer vergleichbaren Lebenspartnerschaft zusammenwohnt. Der Regelsatz berechnet sich danach, inwieweit ein Antragsteller aus eigenem Einkommen oder aus Vermögen den Lebensunterhalt bestreiten kann.

Als Einkommen gelten u. a.:

  • Renten und Pensionen (gesetzlich Rentenversicherung oder Privatvorsorge)
  • Krankengeld
  • Einkommen aus Beschäftigung oder Selbstständigkeit, auch Minijobs
  • Entgelte aus Ehrenämtern, die 200 Euro pro Monat übersteigen
  • Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünfte
  • sonstigen Sozialleistungen oder Leistungen aufgrund anderer Gesetze (wenn deren Anrechnung als Einkommen auf die Sozialhilfe nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist)
  • Einnahmen aus Unterhaltsleistungen Angehöriger

Vom Einkommen können folgende Aufwendungen abgezogen werden:

  • Steuern auf das Einkommen
  • Pflichtbeiträge der Sozialversicherung
  • Werbungskosten (bei Einkünften aus einem Gewerbe)
  • angemessene Beiträge zu Versicherungen, die gesetzlich vorgeschrieben sind

Der sich so ergebende Nettobetrag kann als Grundlage für die Berechnung eines Anspruchs auf Grundsicherung herangezogen werden.

 

Info

Unterhaltspflicht der Kinder

Wenn über die Grundsicherung hinaus eine Bedürftigkeit der Eltern entsteht, z. B. weil ein Elternteil ein Pflegeheim bezieht und zusätzlich zu den Leistungen zur Grundsicherung Leistungen in Form von Hilfe zur Pflege notwendig werden, können die Kinder unterhaltpflichtig werden.

Nicht als Einkommen angerechnet werden u. a.:

  • 30 Prozent des Einkommens aus selbstständiger / nichtselbstständiger Tätigkeit
  • Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG)
  • Entschädigungsleistungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG)
  • Leistungen der Pflegversicherung (Pflegegeld und Pflegesachleistungen)
  • Schmerzensgeld nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)
  • Entgelte aus Ehrenämtern bis zu 200 Euro
  • Blindengeld

Hinweis: Diese Aufzählung ist nicht abschließend, es können weitere Einkünfte sowohl als Einkommen angerechnet werden bzw. nicht als solches gewertet werden.

Info

Anrechnungsfreier Betrag seit 2018

Seit dem 1. Januar 2018 bleibt ein Betrag von 100 Euro monatlich von den Auszahlungsbeträgen einer freiwilligen Altersvorsorge anrechnungsfrei. Übersteigt ein Auszahlungsbetrag, z. B. in Form einer Riester Rente, diese 100 Euro, werden zusätzlich 30 Prozent des darüberliegenden Betrages nicht als Einkommen gewertet. Das dürfen ab 2018 aber höchstens 208 Euro (50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1) sein.

  • Grundsicherung berechnen: Vermögen

Wer über Vermögen verfügt, muss dieses zunächst aufbrauchen, bevor er Anspruch auf Grundsicherung hat. Bei der Berechnung von Grundsicherung werden als Vermögen berücksichtigt:

  • Bargeld
  • Wertpapiere
  • Sparguthaben
  • Haus- und Grundvermögen
  • Eigenes Auto

Nicht als Vermögen gewertet werden:

  • kleinere Barbeträge (Schonvermögen)
  • Familienerbstücke, deren ideeller Wert den materiellen Wert übertrifft
  • Hausrat in angemessener Form
  • ein Hausgrundstück von angemessener Größe
Info

Schonvermögen

Wer Grundsicherung erhält, darf über ein kleines Vermögen – das sog. Schonvermögen – verfügen. Dieses wird wie ein Freibetrag behandelt und nicht angerechnet.

  • Ein alleinstehender Empfänger von Grundsicherung hat Anspruch auf ein Schonvermögen von 5.000 Euro.
  • Verheiratete oder Lebenspartner dürfen insgesamt ein Schonvermögen in Höhe von 10.000 Euro für sich behalten.

(Stand: Januar 2019)

 

Grundsicherung berechnen: Beispielrechnung

Eine allein lebende, verwitwete Frau mit Gehbehinderung im Alter von 67 Jahren verfügt nach dem Tod ihres Mannes lediglich über eine kleine Witwenrente, da sie drei Kinder großgezogen hat, aber keiner rentenversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgegangen ist. Um die Höhe ihres Anspruchs auf Grundsicherung im Alter zu errechnen, müssen ihr Bedarf und ihr Einkommen herangezogen werden:

Bedarf an Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung Euro pro Monat
Regelbedarfssatz für alleinstehende Frau (Stand: Jan. 2019) 424,00
Mehrbedarf wg. Gehbehinderung von 17 Prozent 70,72
Kosten der Unterkunft 310,00
Heizkosten 80,00
Summe Bedarf 884,72
Einkommen Euro pro Monat
Witwenrente (nach Abzug der Pflichtversicherungsbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung) 310,00
Summe Einkommen 310,00
Höhe des Leistungsanspruchs Euro pro Monat
Bedarf an Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 884,72
abzuziehendes Einkommen 310,00
monatlich auszuzahlende Leistung 574,72

Antrag auf Grundsicherung im Alter

Wer eine Grundsicherung im Alter beziehen möchte, muss sie beantragen. Beim zuständigen Sozialhilfeträger, meist dem Sozialamt, gibt es ein Amt für Grundsicherung, das für die Anträge zuständig ist. Für den Antrag gibt es offizielle Formulare, die man im Amt selbst, aber auch online zum Download bei der Deutschen Rentenversicherung erhalten kann.

Aber auch wenn der Antrag bei einem anderen Leistungsträger landet, muss dieser den Antrag an die zuständige Stelle weiterleiten. Alternativ kann man einen Antrag auf Grundsicherung auch bei der Deutschen Rentenversicherung einreichen.

Info

Wenn die Rentenversicherung das Formular für die Grundsicherung im Alter schickt

Häufig erhalten Rentner ein entsprechendes Antragsformular unaufgefordert von der Rentenversicherung zusammen mit einem Rentenbescheid, wenn die Leistungen der gesetzlichen Rente niedrig ausfallen. Jedoch ist damit ein Anspruch längst nicht belegt. Auch wer ein entsprechendes Formular von der Rentenversicherung erhält, muss beim zuständigen Sozialhilfeträger den Antrag einreichen und den Anspruch prüfen lassen.

Das Formular können Antragssteller sowohl beim Sozialamt als auch bei der Rentenversicherung einreichen.

Ausschlaggebend für den Beginn der Zahlungen ist das Datum der Antragstellung. Wird die Grundsicherung bewilligt, werden die Zahlungen rückwirkend ab dem 1. Kalendertag des Monats gewährt, an dem der Antrag gestellt wurde. Die Leistungen werden gemeinhin für ein Jahr gewährt. Anschließend muss ein Folgeantrag gestellt werden, dieser ist eine vereinfachte Form des Erstantrags.

Tipp

Wer bereits Grundsicherung bezieht, sollte sich das Ende des Bewilligungszeitraums im Kalender notieren und rechtzeitig einen Folgeantrag stellen.

 

Widerspruch gegen die Ablehnung eines Grundsicherungs-Antrags

Wer meint, dass sein Antrag auf Grundsicherung zu Unrecht abgelehnt oder ein zu niedriger Betrag bewilligt wurde, kann dagegen Widerspruch einlegen. Der Widerspruch muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe schriftlich bei der Stelle eingereicht werden, die den Grundsicherungsbescheid erlassen hat. Wenn auch der Widerspruch abgelehnt wird, erhält der Antragsteller auch darüber einen Bescheid vom zuständigen Amt. Gegen diesen kann innerhalb eines Monats Klage beim Sozialgericht einreichen.

Tipp

Auch wenn kein Anspruch auf Grundsicherung im Alter besteht, lohnt es sich zu prüfen, ob andere Ansprüche auf staatliche Leistungen bestehen, z. B. Hilfe zum Lebensunterhalt, Hilfe zur Pflege oder Arbeitslosengeld. Auch ein Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein kann ggf. bestehen, dieser kann ergänzend zu anderen Leistungen bezogen werden.

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Erstelldatum: .61.308102|Zuletzt geändert: .52.609102
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