Schwarzer Hautkrebs: Symptome, Stadien & Behandlung

Schwarzer Hautkrebs

Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) galt früher zu den seltenen Krebsarten. Im Vergleich zu den 1970er-Jahren wird der schwarze Hautkrebs heutzutage siebenmal so oft diagnostiziert und belegt inzwischen Platz 4 der häufigsten Tumorarten (s. Quellen 1, 2 und 3). Seitdem gebräunte Haut Trend geworden ist und südliche Länder beliebte Urlaubsziele sind, kommen bösartige schwarze Hauttumore immer häufiger vor. Intensive UV-Belastung gilt hierbei als vermeidbarer Risikofaktor Nummer 1. Besonders gefährdet sind außerdem Personen mit vielen bzw. großen Pigmentflecken. Wird der schwarze Hautkrebs jedoch frühzeitig erkannt und behandelt, stehen die Überlebenschancen gut.

pflege.de erklärt Ihnen, was schwarzer Hautkrebs ist und fasst seine Risikofaktoren zusammen. Lesen Sie außerdem, wie ein malignes Melanom aussehen kann, in welchen Stadien die Erkrankung verläuft und welche Therapiemöglichkeiten es gibt.

Inhaltsverzeichnis

Schwarzer Hautkrebs: Definition

Schwarzer Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, ist ein bösartiger Tumor, der sich aus den Pigmentzellen (sog. Melanozyten) der Haut oder Schleimhaut entwickelt. Kennzeichnend für diese Krebserkrankung ist, dass die Krebszellen bereits sehr früh über die Lymphbahnen und Blutgefäße streuen. Deshalb ist die Erkrankung aggressiver als der weiße Hautkrebs.

Info

Welche Aufgabe haben die Pigmentzellen?

Die Pigmentzellen heißen Melanozyten und bilden den Hautfarbstoff Melanin, wenn UV-B-Strahlen in die Haut bis zu den Melanozyten gelangen. Dabei geben die Pigmentzellen das Melanin an die umgebenden Hautzellen ab. Diesen Prozess kann man beobachten, wenn sich die Haut bräunt. Dort schützt das Melanin die Hautzellen vor tief eindringender UV-A-Strahlung. Bei übermäßiger UV-Bestrahlung allerdings können die Pigmentzellen selbst Schaden nehmen und sich zu Tumorzellen entwickeln.

Aussehen und Typen des schwarzen Hautkrebses

Wie sieht schwarzer Hautkrebs aus? Tumore des schwarzen Hautkrebses können ganz unterschiedlich aussehen. In der Regel haben sie eine dunkle bis schwarze Farbe. Sie können aber auch in unterschiedlichen Grautönen oder rötlich in Erscheinung treten.

Eine seltene Form des malignen Melanoms, das sog. amelanotische Melanom, weicht von der klassischen dunklen Farbe ab. Hierbei sind die pigmentbildenden Zellen der Haut durch die Krebszellen so befallen, dass sie kein Pigment mehr bilden können. Deshalb erscheinen diese Hauttumore meist hautfarben bis hellbraun. Das macht es schwieriger, die veränderte Hautstelle als schwarzen Hautkrebs zu erkennen.

Der schwarze Hautkrebs wird in verschiedene Typen unterschieden, die sich in ihrem Wachstum voneinander unterscheiden:

  • Oberflächlich ausbreitendes Melanom: Dieser Melanom-Typ kommt am häufigsten vor. Das Melanom breitet sich zunächst über einen längeren Zeitraum oberflächlich auf der Haut aus, bevor es weiter in die Tiefe der Haut wächst. Dieser Typ wird auch oberflächlich spreitendes Melanom genannt.
  • Knotiges Melanom: Das Melanom vom knotigen Typ wächst schneller auf der Haut und in die Tiefe der Haut als das oberflächlich spreitende Melanom. Der Knoten kann glatt, warzenartig oder aufgebrochen sein und leicht bluten.
  • Lentigo-maligna-Melanom: Dieses Melanom entsteht häufig aus seiner Krebsvorstufe, dem Lentigo maligna. Daraus kann sich über Jahre hinweg das bösartige Lentigo-maligna-Melanom entwickeln. Dieser Typ erscheint meist unscharf begrenzt, asymmetrisch, hell- bis dunkelbraun mit unregelmäßiger Pigmentierung.
  • Akrolentiginöses Melanom: Diese Form des malignen Melanoms tritt häufig bei dunkelhäutigen Menschen auf. In Deutschland ist es die seltenste Form des bösartigen schwarzen Hautkrebses und tritt i. d. R. an Armen, Beinen, Fingern und Zehen auf.
  • Sonderformen: Dazu zählen sehr seltene Typen wie das amelanotische Melanom. Dieses ist schwarzer Hautkrebs, der optisch untypisch ist und nicht dunkel pigmentiert erscheint. Weitere Sonderformen sind das Schleimhaut-Melanom, das Aderhaut-Melanom und das Melanom der Hirnhäute (s. Quelle 4).

Welche Symptome treten bei schwarzem Hautkrebs auf?

Auf den ersten Blick ähnelt der schwarze Hautkrebs oft einem Muttermal. Der Unterschied ist, dass sich bei schwarzem Hautkrebs Farbe, Größe und Form im Laufe der Zeit verändern (s. Quelle 5). Manchmal können Pigmentflecke auch anfangen zu jucken oder zu bluten, was Anzeichen für eine bösartige Veränderung sein können. Maligne Melanome der Schleimhaut können ebenfalls anfangen zu bluten: Ist die Nasenschleimhaut betroffen, kann Nasenbluten ein erstes Anzeichen dafür sein. Erst im späteren Krankheitsverlauf, wenn bereits viel Gewebe vom Tumor befallen wurde, können Schmerzen auftreten (s. Quelle 4).

Erkennen von schwarzem Hautkrebs

Seit 2008 haben Männer und Frauen ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Untersuchung zur Hautkrebsvorsorge bei einem Dermatologen (Hautarzt) oder einem Hausarzt mit entsprechender Fortbildung (s. Quelle 6).

Darüber hinaus sollten Sie Ihre Haut bzw. die Ihres pflegebedürftigen Angehörigen regelmäßig auf Auffälligkeiten untersuchen. Die sog. Sonnenterrassen des Körpers sind i. d. R. besonders betroffen – also die Stellen, auf die die Sonne besonders viel scheint. Diese anfälligen Körperstellen für Hautkrebs sollten Sie besonders gründlich beobachten. Für die Selbstuntersuchung ist es hilfreich, die sog. ABCDE-Regel zu kennen. Achten Sie v. a. auf Pigmentflecke wie Muttermale: Weil sich dort besonders viele Pigmentzellen an einer Stelle befinden, ist hier das Risiko höher, dass sie sich zu schwarzem Hautkrebs entwickeln.

Wichtiger Hinweis Gehen Sie bei Auffälligkeiten zum Arzt

Wenn ein Pigmentfleck seine Farbe, Form oder Größe verändert, zu jucken oder bluten anfängt, sollten Sie die Fachmeinung eines Dermatologen einholen.

Wie wird die Diagnose bei schwarzem Hautkrebs gestellt?

Haben Sie bei der Selbstuntersuchung oder bei Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen eine auffällige Stelle entdeckt oder äußert Ihr Arzt beim Hautkrebsscreening den Verdacht auf ein malignes Melanom, werden i. d. R. folgende Schritte eingeleitet:

Beachten Sie, dass ein auffälliger Befund nicht gleichbedeutend ist mit der finalen Diagnose Hautkrebs.

Schritt 1: Laut aktueller S3-Leitlinie soll der gesamte Hauttumor, wenn möglich, operativ entfernt werden. Dabei wird i. d. R. ein seitlicher Sicherheitsabstand von 1 bis 2 cm und die Entfernung in die Tiefe bis zur Fettschicht der Haut empfohlen, damit auch möglichst alle Tumorzellen entfernt werden können.

Schritt 2: Das Gewebe wird dann im Labor auf verschiedene Faktoren, z. B. die Tumordicke untersucht und unter dem Mikroskop betrachtet. Erst mit dieser Laborprüfung kann die Diagnose schwarzer Hautkrebs bestätigt oder verworfen und ggf. andere Hautkrebserkrankungen ausgeschlossen oder bestätigt werden (s. Quelle 3).

Schritt 3: Nachdem die Gewebeprobe untersucht wurde, werden Sie über den Befund informiert. Sollte es sich um die Diagnose schwarzer Hautkrebs handeln, wird Ihr Arzt Ihnen die Diagnose in einem persönlichen Gespräch übermitteln und Ihnen passende Optionen der Krebstherapie erklären und empfehlen.

Ursachen und Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs

Im Jahr 2016 erkrankten in Deutschland rund 23.000 Menschen am schwarzen Hautkrebs und rund 3.000 Menschen sind daran verstorben (s. Quelle 7). Mit Blick auf den Altersdurchschnitt erkranken Frauen im Mittel mit 60 Jahren und Männer mit 68 Jahren (s. Quelle 1). Damit zählt der schwarze Hautkrebs zu einer Erkrankung, die v. a. im mittleren und höheren Lebensalter auftritt.

Welche Faktoren begünstigen die Entstehung von schwarzem Hautkrebs? Die Risikofaktoren werden unterteilt in innere und äußere Risikofaktoren.

Innere Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs

Die inneren Risikofaktoren sind im Erbgut des Menschen veranlagt und können von einem selbst nicht beeinflusst werden:

  • Pigmentflecke: Das größte Risiko für schwarzen Hautkrebs geht von Pigmentflecken aus. Laut S3-Leitlinie „Prävention von Hautkrebs“ ist das Risiko für schwarzen Hautkrebs erhöht, wenn mehr als 100 Pigmentflecke oder angeborene Pigmentflecke mit einem Durchmesser von mind. 10 bis 20 cm vorhanden sind (s. Quelle 8).
  • Heller Hauttyp (Hauttyp I und II): Ein heller Hauttyp birgt ein höheres Risiko für Hautkrebs, weil in den Pigmentzellen weniger UV-schützendes Melanin vorhanden ist. Zu Hauttyp I und II zählen Menschen mit hellen Haaren und einer hellen Augenfarbe sowie empfindlicher Haut, die nicht bis wenig bräunt (s. Quelle 9).
  • Schwarzer Hautkrebs in der Verwandtschaft ersten Grades: Eine genetische Veranlagung liegt ggf. vor, wenn die eigenen Eltern von schwarzem Hautkrebs betroffen waren.
  • Schwarzer Hautkrebs in der eigenen Vorgeschichte: Es besteht ein erhöhtes Risiko für eine erneute Erkrankung (sog. Rezidiv) v. a. innerhalb der ersten fünf Jahre nach erfolgreicher Behandlung (s. Quelle 4).
Info

Warum entsteht schwarzer Hautkrebs vor allem aus Pigmentflecken?

Die Pigmentzellen der Haut (sog. Melanozyten) bilden das Pigment Melanin, wenn UV-Strahlen in die Haut gelangen. Das Melanin legt sich schützend über die Zellkerne der Hautzellen und bewahrt so das Erbgut vor Schädigungen.

Bei übermäßiger UV-Bestrahlung können die Melanozyten allerdings selbst Schaden nehmen, sich verändern und sich zu Tumorzellen entwickeln. Da in Pigmentflecken wie Leberflecke besonders viele Pigmentzellen an einer Stelle gebündelt sind, ist hier das Risiko höher, dass sie sich zu schwarzem Hautkrebs entwickeln. Das bedeutet nicht, dass Leberflecke automatisch eine Vorstufe von schwarzem Hautkrebs sind – denn nicht jeder Leberfleck entwickelt sich zu schwarzem Hautkrebs. Das Risiko für schwarzen Hautkrebs erhöht sich jedoch mit der Anzahl und der Größe der Pigmentflecke.

Äußere Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs

Äußere Risikofaktoren werden durch den eigenen Lebensstil bestimmt und sind deshalb vermeidbar. In Bezug auf den schwarzen Hautkrebs gilt die UV-Strahlung durch wiederkehrendes intensives Sonnenbaden, Solarium oder andere UV-Quellen als wichtigster äußerer Risikofaktor, den Sie vermeiden können (s. Quelle 1). Sonnenbrände in jedem Lebensalter erhöhen das Risiko für die Krebsentstehung (s. Quelle 7).

Körperstellen, an denen schwarzer Hautkrebs häufig auftritt

Grundsätzlich können maligne Melanome am ganzen Körper entstehen. Je nachdem, um welchen Typ des schwarzen Hautkrebses es sich handelt, treten die Hauttumore an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich häufig auf:

  • Das oberflächlich ausbreitende Melanom wächst häufig an Rücken, Brust, Armen und Beinen.
  • Das knotige Melanom wächst ebenfalls häufig an Rücken, Brust, Armen und Beinen.
  • Das Lentigo-maligna-Melanom wächst meist an Körperstellen, die der UV-Strahlung besonders ausgesetzt sind – wie die sog. Sonnenterrassen der Haut.
  • Das akrolentiginöse Melanom betrifft besonders Finger, Handflächen, Nagelbett, Zehen und Fußsohlen (s. Quelle 4).

Es zeigt sich auch ein Unterschied zwischen Männern und Frauen: Bei Frauen wird das maligne Melanom häufiger an der Hüfte und den Beinen festgestellt, während bei Männern der Rumpf häufiger betroffen ist (s. Quelle 10).

Verlauf und Stadien von schwarzem Hautkrebs

Insgesamt verläuft der schwarze Hautkrebs aggressiver als der weiße Hautkrebs. Das liegt u. a. daran, dass die Krebszellen beim schwarzen Hautkrebs schneller die Lymphbahnen und Blutgefäße erreichen. Auf diese Weise streut der aggressive Krebs seine Zellen in andere Bereiche des Körpers.

Dank des Hautkrebsscreenings werden zwei Drittel aller malignen Melanome im Frühstadium entdeckt. Dann beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate 100 Prozent. Je weiter der schwarze Hautkrebs bei der Diagnosestellung fortgeschritten ist, desto niedriger fällt die 5-Jahres-Überlebensrate.

Zum Vergleich: Wird der schwarze Hautkrebs erst im Stadium 4 festgestellt, wenn der schwarze Hautkrebs bereits gestreut hat, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate bei Frauen nur noch 23 Prozent und bei Männern 15 Prozent (s. Quelle 1).

Die vier Krebsstadien von malignen Melanomen

Das Stadium sagt aus, wie groß und ausgedehnt der Tumor im Körper ist und ob sich bereits Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet haben. Ausgehend von der Beurteilung des Tumors mit der sog. TNM-Krebsklassifikation wird die Krebserkrankung anschließend in ein sog. UICC-Stadium von I bis IV eingeteilt. Die Abkürzung „UICC“ steht für die Übersetzung aus dem Französischen „Internationale Vereinigung gegen Krebs“ (frz.: „Union Internationale contre le Cancer“). Mit der Einteilung in eines der vier UICC-Stadien können Ärzte gezieltere Aussagen über den weiteren Krankheitsverlauf sowie über passende Therapieoptionen treffen (s. Quelle 4).

Stadium Kriterien für schwarzen Hautkrebs
I
  • Der Tumor ist bis zu 2 mm dick, die Tumoroberfläche ist intakt.
  • Es sind keine Metastasen vorhanden.
II
  • Der Tumor ist bis 2 mm dick, die Tumoroberfläche ist nicht intakt.

oder

  • Der Tumor ist mehr als 2 mm dick.
  • Es sind keine Metastasen vorhanden.
III
  • Jede Tumordicke
  • Metastasen sind in umliegenden Hautregionen und Lymphknoten vorhanden.
IV
  • Jede Tumordicke
  • Metastasen sind in fernen Hautregionen, Lymphknoten oder Organen vorhanden (z. B. Leber, Lunge, Gehirn) (s. Quelle 4).

Metastasen bei schwarzem Hautkrebs

Die Krebszellen des malignen Melanoms können sowohl über die Blutbahn als auch über die Lymphbahn weiter in den Körper streuen. In der Folge siedeln sich die Krebszellen in nahen oder ferneren Organen an und bilden dort Tochtergeschwüre. Die S3-Leitlinie empfiehlt, den sog. Wächterlymphknoten zu entfernen, wenn das Melanom dicker als 1 mm ist. Der Wächterlymphknoten ist der nächstgelegene Lymphknoten am schwarzen Hauttumor. Wenn im Wächterlymphknoten keine Krebszellen gefunden werden, ist die Chance höher, dass der schwarze Hautkrebs nicht weiter im Körper gestreut hat.

Um mögliche Metastasen im Körper zu finden bzw. mit großer Wahrscheinlichkeit auszuschließen, gibt es je nach Stadium noch weitere Untersuchungen, wie z. B. den Lymphknoten-Ultraschall oder die Bestimmung spezieller Blutwerte, die sog. Tumormarker (s. Quelle 3).

Schwarzer Hautkrebs: Lebenserwartung und Prognose

Je früher der schwarze Hautkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser die Prognose für den weiteren Verlauf der Erkrankung.

Die relative 5-Jahres-Überlebensrate berücksichtigt, dass Menschen nicht nur an Krebs sterben. Die Rate wird also ins Verhältnis mit der Gesamtbevölkerung gesetzt. Eine relative 5-Jahres-Überlebensrate von 79 Prozent bedeutet, dass fünf Jahre nach Krebsdiagnose der Anteil der Überlebenden 79 Prozent des Anteils beträgt, der in der Gesamtbevölkerung gleichen Alters und Geschlechts im selben Zeitraum beobachtet wird.

Die folgende Tabelle zeigt die relative 5-Jahres-Überlebensrate. Dabei werden das Krebsstadium und das Geschlecht berücksichtigt (s. Quelle 1):

Frauen Männer
UICC-Stadium I 102 % 104 %
UICC-Stadium II 79 % 76 %
UICC-Stadium III 72 % 62 %
UICC-Stadium IV 23 % 15 %

Im ungünstigsten Fall bedeutet das: Hat der behandelnde Arzt festgestellt, dass der Tumor bereits im Körper gestreut hat und sich Metastasen z. B. im Kopf, in der Leber oder in den Knochen gebildet haben, wird dem Patienten das UICC-Stadium IV zugeordnet. In diesem letzten Stadium sinkt die Chance, 5 Jahre nach der Diagnose noch zu leben, bei Männern auf 15 Prozent. Konkret heißt das, dass von 100 erkrankten Männern mit schwarzem Hautkrebs in Stadium IV nur 15 dieser Männer die nächsten 5 Jahre nach der Diagnosestellung überleben werden (s. Quelle 4). Es lohnt sich also, die Möglichkeit der kostenlosen Hautkrebsvorsorge in Anspruch zu nehmen.

Info

Wann gilt schwarzer Hautkrebs als geheilt?

Schwarzer Hautkrebs kann nach erfolgter Behandlung erneut auftreten. In diesem Fall ist die Rede von einem Rezidiv (Rückfall). Das Risiko für ein Rezidiv ist bei allen Krebserkrankungen in den ersten fünf Jahren nach abgeschlossener Behandlung am höchsten. Aus diesem Grund werden die Krebsnachsorgeuntersuchungen für zehn Jahre empfohlen (s. Quelle 4). Der Hautkrebs gilt als geheilt, wenn innerhalb von fünf Jahren nach der Behandlung kein Rezidiv auftritt. 

Behandlung und Therapie von schwarzem Hautkrebs

Nach der Diagnose schwarzer Hautkrebs steht an erster Stelle, dass alle Krebszellen entfernt werden. Eine Operation ist hierbei die klassische Krebstherapie . Manchmal kann es auch sinnvoll sein, nahegelegene Lymphknoten vorsorglich operativ mit zu entfernen. Im Anschluss an die Operation kann eine Strahlentherapie erforderlich sein, um das Risiko für eine Streuung oder einen Rückfall zu verringern.

Die weitere Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und insbesondere danach, ob Metastasen vorhanden sind. Mit der sog. Immuntherapie soll in einem fortgeschrittenen Tumorstadium (III oder IV) das Wachstum der Krebszellen verlangsamt werden. Mögliche Nebenwirkungen der Immuntherapie sind Symptome, die einer Grippe ähneln, wie Abgeschlagenheit, Fieber, Schwitzen und Muskelschmerzen (s. Quelle 4). Weitere Optionen sind die zielgerichtete Krebstherapie und die Chemotherapie.

Praxistipp: So vermeiden Sie Mangelernährung bei schwarzem Hautkrebs

Vor allem im fortgeschrittenen Stadium kann schwarzer Hautkrebs den Allgemeinzustand des Patienten beeinträchtigen. Aber auch dann, wenn der Patient zusätzlich durch das Alter oder seine Pflegebedürftigkeit geschwächt ist, ist es wichtig, ihn bei Kräften zu halten.

Durch die Krebserkrankung ist möglicherweise der Appetit nicht mehr so ausgeprägt, wie es einmal war. Mangelnder Appetit einerseits, ein zunehmend früher eintretendes Sättigungsgefühl andererseits und weitere Gründe können zu einer krebsbedingten Mangelernährung führen. Dann ist von der sog. Tumorkachexie die Rede. Diese wirkt sich im Umkehrschluss negativ auf den Allgemeinzustand aus. Dieser Kreislauf lässt sich mit spezieller Ernährung bei Krebs durchbrechen. Welche Möglichkeiten denkbar sind, hängt immer vom Patienten und seinen Wünschen ab:

  • Eine Option kann bspw. die künstliche Ernährung per Magensonde (sog. enterale Ernährung) oder über die Venen (sog. parenterale Ernährung) sein. Eine künstliche Ernährung muss die Pflege zuhause nicht ausschließen. Pflegende Angehörige können sich für die besondere Pflege in Pflegekursen schulen lassen.
  • Dem Kreislauf können Sie auch mit einer professionellen Ernährungsberatung begegnen. Menschen, die an Krebs leiden, steht hierfür eine anteilige Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse zu.
Tipp
Ernährungsberatung bei Krebs auf per Verordnung

Lassen Sie sich eine Verordnung für Ernährungsberatung vom behandelnden Arzt ausstellen. Die Verordnung wird auch „ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung“ genannt. Wie hoch der Zuschuss ist, hängt von der Krankenkasse des Krebspatienten ab.

Ausführlichere Tipps und Informationen zu diesem Thema lesen Sie auch im Ratgeber Ernährung bei Krebs.

Schwerbehindertenausweis bei schwarzem Hautkrebs?

Ein Schwerbehindertenausweis soll Beeinträchtigungen ausgleichen, die durch eine Erkrankung zustande kommen. Die sog. versorgungsmedizinischen Grundsätze der Versorgungs-Medizin-Verordnung (VersMedV) enthalten die Kriterien, mit denen der Grad der Behinderung (kurz: GdB) bestimmt wird. Wird Ihnen oder Ihrem Angehörigen ein malignes Melanom entfernt, steht Ihnen je nach Krebsstadium ein Grad der Behinderung zwischen 50 und 80 zu (s. Quelle 11).

Den Antrag auf Anerkennung können Sie jederzeit während der Krebserkrankung beim zuständigen Versorgungsamt stellen. Die meisten Versorgungsämter stellen die Anträge auch online zum Ausdrucken zur Verfügung.

Tipp
Legen Sie dem Antrag auf Schwerbehinderung Ihre Arztberichte bei

Günstig auf den Ablauf der Begutachtung wirkt sich die vollständige Zugabe aller Arztberichte und Befunde aus.

Pflegegrad bei schwarzem Hautkrebs?

Wenn die Hautkrebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium ist und eine langwierige Therapie erfordert, kann es sein, dass der Betroffene auf Hilfe oder Pflege angewiesen ist. Das kann v. a. Patienten betreffen, die schon vor der Krebserkrankung im Alltag unterstützt wurden. Dann kann sich der Unterstützungsbedarf auf weitere Lebensbereiche ausweiten.

Auch die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder die Krebsbehandlung an sich verlangt den Betroffenen viele Kräfte ab – körperlich wie psychisch. Dann erfolgen meist viele Ruhephasen im Bett. Über einen längeren Zeitraum kann dies in eine (vorübergehende) Bettlägerigkeit übergehen, die ein besondere Pflege erfordert.

In solchen Fällen sollten Sie bei Ihrer zuständigen Pflegekasse einen Pflegegrad beantragen. Das muss nicht die betroffene Person selbst tun. Auch Angehörige, Nachbarn oder gute Bekannte können den Anruf bei der Pflegekasse übernehmen.

Lag vor der Hautkrebserkrankung bereits ein Pflegegrad vor, der nun aber nicht mehr dem tatsächlichen Pflegebedarf entspricht, können Sie bei der zuständigen Pflegekasse einen Antrag auf Höherstufung stellen.

Tipp
Berechnen Sie Ihren Pflegegrad

Ob Erstantrag oder Höherstufung: Mit dem kostenlosen Pflegegradrechner von pflege.de können Sie überprüfen, ob Aussicht auf Erfolg bei Ihrem Antrag besteht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist schwarzer Hautkrebs?

Schwarzer Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, ist ein bösartiger Tumor der Haut, der sich aus den Pigmentzellen (sog. Melanozyten) der Haut oder Schleimhaut entwickelt.

Wie sieht schwarzer Hautkrebs aus?

Tumore des schwarzen Hautkrebses können sehr unterschiedlich aussehen: Es gibt Hauttumore, die sich eher oberflächlich ausbreiten und es gibt Hauttumore, die knotenartig wachsen. Meistens haben sie eine dunkle bis schwarze Farbe. Sie können aber auch in unterschiedlichen Grautönen oder rötlich in Erscheinung treten. Eine seltene Form des malignen Melanoms, das sog. amelanotische Melanom weicht von den der klassischen dunklen Farbe ab. Hierbei sind die pigmentbildenden Zellen der Haut durch die Krebszellen so befallen, dass sie kein Pigment mehr bilden. Deshalb erscheinen diese Hauttumore meist hautfarben bis hellbraun.

Wie schnell wächst schwarzer Hautkrebs?

Wie schnell schwarzer Hautkrebs wächst, ist abhängig von seiner Art:

  • Das oberflächlich ausbreitende Melanom wächst meist über einen längeren Zeitraum oberflächlich auf der Haut, bevor es in die Tiefe der Haut wächst.
  • Das Melanom vom knotigen Typ wächst schneller auf der Haut und in die Tiefe der Haut.
  • Das Lentigo-maligna-Melanom entsteht häufig aus seiner Krebsvorstufe, dem Lentigo maligna. Daraus kann sich über Jahre hinweg das bösartige Lentigo-maligna-Melanom entwickeln.

Wie schnell streut schwarzer Hautkrebs?

Der schwarze Hautkrebs ist gekennzeichnet durch eine frühe Streuung der Krebszellen über die Lymphbahnen und Blutgefäße und verläuft deshalb aggressiver als der weiße Hautkrebs.

Wohin streut schwarzer Hautkrebs?

Ausgehend vom schwarzen Hautkrebs können sich Metastasen u. a. im Gehirn, in der Lunge, in der Leber und in den Knochen bilden.

Wie gefährlich ist schwarzer Hautkrebs?

Insgesamt verläuft der schwarze Hautkrebs aggressiver als der weiße Hautkrebs. Das liegt daran, dass der schwarze Hautkrebs früher über die Lymphbahnen und Blutgefäße streut. Wird das maligne Melanom in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate 100 Prozent. Je weiter der schwarze Hautkrebs bei Diagnosestellung fortgeschritten ist, desto niedriger liegt die 5-Jahres-Überlebensrate.

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Erstelldatum: 0202.21.81|Zuletzt geändert: 1202.10.22
(1)
Quelle 1: Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD), Robert Koch-Institut (RKI) (2019)
www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/kid_2019_c43_melanom.pdf?__blob=publicationFile (letzter Abruf am 16.12.2020)
(2)
Quelle 2: Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD), Robert Koch-Institut (RKI) (2019)
www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/kid_2019_c00_97_krebs_gesamt.pdf?__blob=publicationFile (letzter Abruf am 16.12.2020)
(3)
Quelle 3: Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) (2020)
www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-024OLl_S3_Melanom-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2020-08.pdf (letzter Abruf am 16.12.2020)
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Quelle 4: Deutsche Krebsgesellschaft (2020)
www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs.html (letzter Abruf am 16.12.2020)
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Quelle 5: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2018)
www.gesundheitsinformation.de/schwarzer-hautkrebs.2096.de.html (letzter Abruf am 16.12.2020)
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Quelle 6: Zentrum für Krebsregisterdaten, Robert Koch Institut (2019)
www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/kid_2019_c44_nicht-melanotischer-hautkrebs.pdf?__blob=publicationFile (letzter Abruf am 16.12.2020)
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Quelle 7: Zentrum für Krebsregisterdaten, Robert Koch Institut (2019)
www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_node.html (letzter Abruf am 16.12.2020)
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Quelle 8: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG), Deutsche Krebshilfe e. V. (DKH) (2014)
www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-052OLk_Pr%C3%A4vention_von_Hautkrebs_2014-04.pdf) (letzter Abruf am 16.12.2020)
(9)
Quelle 9: Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) (o. J.)
www.hautkrebs-screening.de/de/praevention/hauttypen.php (letzter Abruf am 16.12.2020)
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Quelle 10: Zentrum für Krebsregisterdaten, Robert Koch Institut (2019)
www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_inhalt.html (letzter Abruf am 16.12.2020)
(11)
Quelle 11: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (2020)
www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/k710-versorgungsmed-verordnung.pdf;jsessionid=5AB861159B543C67C74426686FA0AEE9.delivery2-replication?__blob=publicationFile&v=2 (letzter Abruf am 16.12.2020)
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