Krebsentstehung: Ursachen, Risikofaktoren & Statistik

Krebsentstehung

Wie entsteht Krebs? Bedeutet ein Tumor schon, dass es Krebs ist? Gehöre ich zur Risikogruppe? Wie häufig kommt Krebs im Alter vor? In diesem Ratgeber finden Sie Antworten auf all diese Fragen, die unweigerlich aufkommen, wenn Sie sich mit dem Thema Krebs beschäftigen. pflege.de informiert Sie über die Entstehung von Krebs, dessen Ursachen und gibt einen Überblick über aktuelle Zahlen.

Inhaltsverzeichnis

Krebsentstehung: Wie entstehen Krebszellen?

Die Frage, wie aus einer gesunden Körperzelle eine Krebszelle werden kann, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Sicher ist aber, dass es bei der Entstehung von Krebs zu einem veränderten Erbgut in der Zelle gekommen ist oder dass bei der Zellteilung ein Fehler beim Ablesen des Erbguts stattgefunden hat.

Um zu verstehen, wie Krebs entsteht, ist also das Verständnis der Zellteilung im Körper wichtig. Die folgende Infografik zeigt die Zellteilung – der obere Zweig veranschaulicht den Ablauf einer erfolgreichen Abwehrreaktion im Körper (= kontrollierte Selbstzerstörung einer geschädigten Zelle). Der untere Zweig zeigt die gescheiterte Abwehr einer geschädigten Zelle (= keine kontrollierte Selbstzerstörung der geschädigten Zelle). In der Folge entstehen hier ungehindert potenzielle Krebszellen.

Das Erbgut enthält alle Informationen, die etwa über Funktion und Aussehen der Zellen entscheiden. Wenn sich eine Zelle teilt, verdoppelt sich die darin enthaltene Erbinformation. Diese wiederum verteilt sich auf zwei Tochterzellen (Punkt 1). Bei der Teilung kann es aber zu Fehlern kommen, woraus eine geschädigte Tochterzelle hervorgeht. Bei Punkt 2 wird die geschädigte Zelle vom körpereigenen Immunsystem kontrolliert selbstzerstört und abtransportiert, damit sie sich nicht weiter teilen kann. Die Vermehrung dieser potenziellen Krebszelle wird somit gestoppt. Bei Punkt 3 wiederum findet diese kontrollierte Selbstzerstörung nicht statt. Die potenziellen Krebszellen können sich ungehindert weiter teilen und vermehren. Mit der Zeit wächst auf diese Weise ein Tumor heran, der entweder gut- oder bösartig sein kann (Punkt 4).

Es gibt eine Reihe an Risikofaktoren für Krebs, die diese krankhaften Veränderungen begünstigen. Aber auch beim normalen, gut funktionierenden Zellstoffwechsel fallen Stoffe an, die dem Erbgut schaden können. Im Laufe des Lebens sammeln sich so immer mehr Fehler und Schäden an. Daher steigt mit zunehmendem Alter auch das Risiko, an Krebs zu erkranken (s. Quelle 1).

Krebszellen: Was ist der Unterschied zu gesunden Körperzellen?

Krebszellen erfüllen keine Aufgaben im Körper. Wenn sie sich z. B. in der Niere gebildet haben, unterstützen sie die Niere nicht bei den dort anfallenden Aufgaben, wie etwa der Urinbildung. Krebszellen verhalten sich also nicht wie normale Körperzellen, sondern…

  • unterscheiden sich in Wachstum und Teilung,
  • weisen ein anderes Verhalten beim Altern und Absterben auf und
  • können ihren ursprünglichen Platz im Körper verlassen, sich in anderem Gewebe ansiedeln und dort weiterwachsen (s. Quelle 1).

Tumor, Metastasen, Zysten, Knoten und mehr: Worin unterscheiden sie sich?

In der Krebsmedizin gibt es sehr viele Begriffe. Vor allem im wichtigen Diagnosegespräch können unbekannte Fremdwörter den Betroffenen schnell überfordern. Damit Sie medizinisches Fachpersonal, Ärzte und Arztbriefe im Fall der Fälle besser verstehen, erklärt pflege.de die wichtigsten Begriffe.

Fachbegriff Erklärung
Krebs Bei einer Krebserkrankung verändern sich einige gesunde Zellen im Körper. Sie fangen an, sich unkontrolliert zu vermehren und dabei Gewebe zu zerstören. Im Gegensatz zu gesunden Zellen übernehmen Krebszellen im Körper keine Funktion.
Krebs entsteht, wenn das Erbgut in den Zellen geschädigt ist. Dann entstehen Geschwülste (bösartige Tumore), die in das umliegende Gewebe einwachsen und es zerstören.
Tumor Das Wort Tumor stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Schwellung. Der Begriff verbildlicht das, was im Körper geschieht: Zellen vermehren sich übermäßig und rufen auf diese Weise eine Schwellung hervor.
Auslöser für einen Tumor im Sinne einer Schwellung kann auch eine Entzündung sein. Ein Tumor ist demnach nicht immer direkt mit Krebs gleichzusetzen, sondern es kommt dabei auf die Art und die Ursache der Schwellung/ der Geschwulst an.
Metastasen Tumorzellen bleiben nicht immer an derselben Stelle im Körper, wo sie sich zuerst gebildet haben. Sie können in die Lymphbahnen oder Blutgefäße gelangen und darüber in andere Organe übergehen. Dort können sie sich festsetzen und sog. Tochtergeschwüre bilden. In diesem Fall spricht man davon, dass der Krebs gestreut hat.
Knoten Ist eine Schwellung oder eine Verhärtung am Körper ertastbar, spricht man umgangssprachlich von einem Knoten. Typische Stellen, an denen Knoten ertastet werden können, sind der seitliche Hals, die Brust und die Leisten. Um welche Art von Schwellung es sich dabei handelt, kann nur ein Arzt feststellen.
Zyste Eine Zyste ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, der von einer Kapsel umgeben ist. Meistens sind Zysten gutartig. Manche Zysten entstehen auch in Folge von Tumoren.
gutartig = benigne Als gutartig werden Tumore bezeichnet, die keine Metastasen bilden und anderes Gewebe nicht zerstören. Ein gutartiger Tumor lässt sich i. d. R. vergleichsweise leicht operativ entfernen.
bösartig = maligne Ein bösartiger Tumor wird auch als „Krebs“ bezeichnet. Er wächst unkontrolliert, schnell und zerstörend in das umliegende Gewebe ein und kann Tochtergeschwülste an anderen Körperstellen bilden.

Was sind Ursachen für Krebs?

Wissenschaft und Forschung haben rund um das Thema Krebs bereits viel Licht ins Dunkel gebracht. Die individuelle Frage nach dem „Warum?“ bleibt in vielen Fällen allerdings ungeklärt. Ein Erkrankungsfall lässt sich also nicht zwangsläufig auf eine genaue Ursache zurückführen. Umgekehrt gilt auch, dass nicht jeder, der zu einer Risikogruppe zählt, auch an Krebs erkranken wird (s. Quelle 1).

Krebsrisiko & Risikofaktoren für Krebs

Es gibt eine ganze Reihe Faktoren, die das Krebsrisiko nachweisbar erhöhen können. Hauptsächlich liegen diese Risikofaktoren in den Bereichen

  • Lebensstil: ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum,
  • Umwelt: mangelhafte Wasser- und Luftverhältnisse,
  • Vireninfektionen: einige Viren können nach einer Infektion das Krebsrisiko für bestimmte Krebsarten erhöhen,
  • Arbeitsumgebung: Kontakt zu Strahlung, Dämpfen, Gasen, Chemikalien und anderen krebserregenden Substanzen (s. Quelle 2).
Tipp
Rechtlich vorsorgen – damit alles geregelt ist

Sie haben ein erhöhtes Krebsrisiko? Sorgen Sie rechtlich für den Ernstfall vor. Es ist nie zu früh, sich um seine eigenen Vorsorgedokumente zu kümmern. Ob Unfall, Krankheit oder Pflegefall: Es gibt viele Situationen, die uns daran hindern können, eigene Entscheidungen mitzuteilen. 

  • In einer Patientenverfügung entscheiden Sie selbst, welche medizinischen Maßnahmen ergriffen werden sollen. Bestimmen Sie selbst, was im Fall der Fälle mit Ihnen geschieht.
  • In einer Vorsorgevollmacht halten Sie fest, wer in Ihrem Sinne handeln soll, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind.

Krebsrisiko: Ist Krebs vererbbar?

Ist Krebs oder Krebsrisiko innerhalb der Familie vererbbar? Diese Frage stellt sich, wenn eine Krebsart innerhalb der Familie vermehrt auftritt. Die Krebserkrankung selbst kann nicht direkt vererbt werden. Wenn aber das Erbmaterial in sämtlichen Körperzellen krankhaft verändert ist, kann dies auf ein familiäres Risiko hindeuten. Die krankhafte Veränderung des Erbmaterials wurde entweder

  1. von den Eltern vererbt oder
  2. hat sich sehr früh im Mutterleib entwickelt.

In beiden Fällen ist das Risiko für eine Krebserkrankung höher. Forschende gehen davon aus, dass 5 bis 10 von 100 Krebserkrankungen aufgrund einer erblichen Veranlagung entstehen (s. Quelle 1).

Krebsrisiko: Was sind krebsauslösende Faktoren?

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer, IARC) gehört zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und erforscht, ob bestimmte Stoffe krebserregend auf den Menschen wirken. Die IARC veröffentlicht dazu regelmäßig ihre aktuelle Liste. Derzeit beinhaltet die Liste 120 Stoffe, die von der IARC als krebserregend eingestuft werden (s. Quelle 3).

IARC-Liste: Die 10 bekanntesten krebserregenden Stoffe

  1. Infektionen mit Viren oder Bakterien, z. B. mit
    – Helicobacter pylori, einem Bakterium, das sich im Magen ansiedeln kann
    – Hepatitis B, C und D, die alle eine chronische Form der Leberentzündung sind
    – Herpesviren – Epstein-Barr-Virus und humanes Herpesvirus Typ 8 (HHV-8)
    – HIV, bei dem die körpereigenen Abwehrkräfte geschädigt werden
    – Humane Papillomviren, die v. a. mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung stehen
  2. alkoholische Getränke
  3. Tabakrauch und Passivrauchen
  4. verbrannte bzw. verkohlte Lebensmittel
  5. Östrogen-Präparate nach den Wechseljahren
  6. Östrogen-Progesteron-Präparate in den Wechseljahren
  7. hormonelle Verhütung mit Östrogen-Progesteron-Präparaten („Anti-Baby-Pille“)
  8. Benzin- und Dieselmotor-Abgase
  9. Ruß und Kohlestaub
  10. radioaktive Strahlung (s. Quelle 4)

Risikofaktoren: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Krebs & Adipositas?

Von Fettleibigkeit bzw. Adipositas ist die Rede, wenn der Body-Mass-Index (BMI) bei 30 oder darüber liegt. Der BMI gibt an, wie das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht ist. Studien zeigen, dass Adipositas als Risikofaktor für bestimmte Krebserkrankungen gilt (s. Quelle 5).

Info

Berechnen Sie Ihren Body-Mass-Index

Der BMI liegt bei 30, wenn Sie z. B. …

  • …1,66 m groß sind und 83 kg wiegen.
  • …1,80 m groß sind und knapp 100 kg wiegen.

Auf der Seite des Bundeszentrums für Ernährung können Sie Ihren eigenen BMI berechnen. Dafür tragen Sie einfach Ihr Körpergewicht und Körpergröße ein.

Beachten Sie, dass der BMI keine Aussage treffen kann über die Zusammensetzung von Muskelmasse zu Fettgewebe. Nutzen Sie ihn zur Orientierung, um Ihr Gewicht besser einzuschätzen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) steigt bei Adipositas nicht nur das Risiko, an Krebs zu erkranken, sondern auch das Risiko, an Krebs zu versterben. Bei adipösen Männern erhöht sich das Sterberisiko bei folgenden Krebsarten:

  • Speiseröhrenkrebs
  • Schilddrüsenkrebs
  • Darmkrebs
  • Nierenkrebs

Bei adipösen Frauen steigt das Sterberisiko bei diesen Krebsarten:

  • Krebs der Gebärmutterschleimhaut
  • Gallenblasenkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Nierenkrebs (s. Quelle 6)

Risikofaktoren Stress & Psyche?

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass psychische Probleme und Stress Tumorerkrankungen auslösen können. Allerdings können belastende Lebensereignisse, dauerhaft negativer Stress und andere psychische Probleme dazu führen, dass sich der Lebensstil hinsichtlich Ernährung, Bewegung, Tabak- und Alkoholkonsum negativ verändert. Dadurch steigt die Anzahl an Risikofaktoren für eine Krebserkrankung.

Tipp
Gesund alt werden

Essen & Trinken

  • Ausgewogene Ernährung im Alter ist wesentlich für starke Abwehrkräfte und ein gutes Körpergefühl. Reduzieren Sie Zutaten wie Fett und Zucker und bauen Sie wichtige Nährstoffe wie Kalzium oder Omega-3-Fettsäuren bewusster in Ihre Mahlzeiten ein.
  • Trinken Sie ausreichend viel Wasser oder ungesüßten Tee, mindestens 1,5 Liter täglich.

Täglich bewegen

  • Bewegen Sie sich regelmäßig und ausreichend, z. B. durch den täglichen Spaziergang nach dem Mittagessen. So halten Sie Ihre Muskulatur fit, bleiben beweglich und tragen aktiv zur Sturzprophylaxe bei. Thai Chi und Yoga fördern Ihren Gleichgewichtssinn und sorgen zusätzlich für Entspannung.

Bewusster leben

  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht. Vermeiden Sie Unter- und Übergewicht.
  • Verzichten Sie auf Nikotin.
  • Beschränken Sie Ihren Alkoholkonsum. Trinken Sie Alkohol nur als Ausnahme.

Angebote wahrnehmen

  • Nehmen Sie Untersuchungen zur Krebsvorsorge wahr, die die Krankenversicherungen tragen.

Risikofaktor Rauchen?

Als bedeutendster Risikofaktor gilt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Rauchen. Rauchen ist für rund 22 % aller Krebstodesfälle verantwortlich (s. Quelle 7). Es kann sowohl die Lebensqualität mindern, u. a. durch Folgeerkrankungen wie COPD und Lungenkrebs, als auch die allgemeine Lebensdauer verkürzen.

Info

Hören Sie mit dem Rauchen auf!

Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, finden unter Rauchfrei.info Unterstützung durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Risikofaktor Alter?

Eine Krebserkrankung kann sich in jedem Lebensalter entwickeln. Dennoch treten im höheren Alter nahezu alle Krebsarten sehr viel häufiger auf als bei jungen Menschen. Das liegt hauptsächlich an der fortgeschrittenen Lebenszeit: Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Schäden im Erbgut der Zellen. Geschädigtes Erbmaterial begünstigt die Entstehung von Krebszellen (s. Quelle 8).

Krebswahrscheinlichkeit im Alter

Bei den meisten Krebserkrankungen steigt das Risiko einer Erkrankung mit dem Alter.
Die häufigsten Krebserkrankungen bei Männern über 65 Jahren sind

  1. Prostatakrebs
  2. Lungenkrebs
  3. Darmkrebs

Die häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen über 65 Jahren sind

  1. Brustkrebs
  2. Darmkrebs
  3. Lungenkrebs (s. Quelle 9)

Krebsregister: Krebsstatistik in Deutschland

In Berlin befindet sich das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD), das zum Robert Koch-Institut (RKI) gehört. Hier werden die Daten aus den Krebsregistern der einzelnen Bundesländer gebündelt und ausgewertet. Die Ergebnisse werden u. a. dazu genutzt, um Maßnahmen zur Vorbeugung, Früherkennung und Krebstherapie zu beurteilen. Außerdem macht das ZfKD die Daten der Krebsforschung öffentlich zugänglich (s. Quelle 10).

Die Zahl der Krebserkrankten in Deutschland

Die Krebsstatistik zeigt, dass im Jahr 2016 rund 1,67 Millionen Menschen mit Krebs in Deutschland lebten (s. Quelle 8). Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 492.000 Menschen an Krebs (s. Quelle 9). Weil sich das Krebsrisiko mit dem Alter erhöht, wächst auch die Zahl der Krebsfälle in einer alternden Gesellschaft und mit steigender Lebenserwartung.

Die häufigsten Krebsarten in Deutschland

Von den Krebsneuerkrankungen im Jahr 2016 machten diese vier Krebsarten allein fast die Hälfte aller Erkrankungsfälle aus:

  1. Brustkrebs: 68.900 Fälle
  2. Prostatakrebs: 58.800 Fälle
  3. Dickdarmkrebs: 58.300 Fälle
  4. Lungenkrebs: 57.500 Fälle (s. Quelle 11)

Krebs im höheren Lebensalter

Diese Aufstellung der Krebsneuerkrankungen aus dem Jahr 2014 zeigt, dass Krebs im Alter sehr viel häufiger auftritt als in jungen Jahren.

Alter Krebsneuerkrankungen
unter 20 Jahre 2.339
20-29 Jahre 4.457
30-44 Jahre 20.635
45-64 Jahre 148.556
ab 65 Jahre 300.135  (s. Quelle 12)

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) verdeutlicht, dass das Krebsrisiko mit dem Alter zunimmt: „Auf einen unter 15-Jährigen, der eine Krebsdiagnose erhält, kommen demnach 200 bis 300 über 80-Jährige.“ (Quelle 8)

Krebs als Todesursache in Deutschland

Ein Blick auf die Todesursachen-Statistik aus dem Jahr 2018 zeigt, dass Krebserkrankungen in Deutschland mit rund 230.000 Todesfällen pro Jahr den zweiten Platz einnehmen. Auf dem ersten Platz stehen Erkrankungen des Kreislaufsystems mit rund 345.000 Todesfällen im Jahr (s. Quelle 13). Psychologische Unterstützung nach der Diagnose und während der Krebserkrankung können sog. Psychoonkologen leisten.

Häufig gestellte Fragen

Wie bekommt man Krebs?

Die Frage, wie aus einer normalen, gesunden Körperzelle eine Krebszelle werden kann, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass es bei der Entstehung von Krebs zu einer Veränderung des Erbguts in der Zelle gekommen ist oder dass bei der Zellteilung ein Fehler beim Ablesen des Erbguts stattgefunden hat. Bestimmte Faktoren des Lebensstils (sog. Risikofaktoren) können das Krebsrisiko jedoch erhöhen.

Wie viele Menschen haben Krebs?

Im Jahr 2016 lebten rund 1,67 Millionen Menschen mit Krebs in Deutschland. Die Zahl an neuen Krebserkrankungen steigt jährlich. Diese Tatsache ist u. a. mit der steigenden Lebenserwartung in Verbindung zu bringen, da ein höheres Alter einen Risikofaktor für die Entstehung von Krebs darstellt.

Wie viele Menschen erkranken pro Jahr an Krebs in Deutschland?

Im Jahr 2016 erkrankten rund 492.000 Menschen neu an Krebs.

Ist ein Tumor Krebs?

Nein. Nicht jeder Tumor ist mit Krebs gleichzusetzen. In der Medizin steht der Begriff „Tumor“ zunächst für eine Geschwulst oder Schwellung. Das heißt, es handelt sich um Zellen, die sich übermäßig vermehren. Grund für einen Tumor, im Sinne einer Schwellung, kann ebenso eine Entzündung sein. Ein Tumor ist demnach nicht immer gleich Krebs, es kommt auf die Art und die Ursache der Schwellung/ der Geschwulst an. Die Heilungschancen bei gutartigen Tumoren stehen i. d. R. gut.

Bei Krebs handelt es sich hingegen um einen bösartigen Tumor, d. h. die Krebszellen wachsen unkontrolliert, schnell sowie aggressiv in das umliegende Gewebe ein und zerstören es. Hier unterscheiden sich die Krebssymptome, der Krebsverlauf, die Behandlungsform sowie die Aussicht auf Behandlungserfolg je nach Krebsart.

Ist Krebs vererbbar?

Die Krebserkrankung selbst kann nicht direkt vererbt werden. Wenn jedoch das Erbmaterial in mehreren Körperzellen krankhaft verändert ist, kann das auf ein familiäres Risiko schließen lassen. Die Veränderung des Erbmaterials wurde entweder von den Eltern vererbt oder hat sich sehr früh im Mutterleib entwickelt. In beiden Fällen ist das Risiko für eine Krebserkrankung höher.

Wie entsteht Krebs?

In Folge einer Schädigung des Erbguts in den Zellen kann Krebs entstehen. Es kommt dann zur Bildung von Geschwülsten (bösartigen Tumoren). Sie dringen in das umliegende Gewebe ein und zerstören es.

Wie schnell wächst Krebs?

Krebszellen vermehren sich und dringen in umliegendes Gewebe ein. Wie schnell dieser Vorgang stattfindet, ist u. a. von der Tumorart und dem Krebsstadium abhängig. Je schneller eine Krebserkrankung diagnostiziert wird, desto besser kann dem Krebswachstum entgegengewirkt werden.

Welche Krebsarten sind vererbbar?

Experten schätzen, dass 5 bis 10 von 100 Krebserkrankungen aufgrund einer erblichen Veranlagung entstehen. Bei den folgenden Krebsarten konnte eine erbliche Veranlagung festgestellt werden:

  • Brust- und Eierstockkrebs: 5 bis 10 Prozent der Diagnose „Brust- oder Eierstockkrebs“ lassen sich auf eine erbliche Veranlagung zurückführen. Auch zwischen Männern, die nahe Verwandte mit Brust- oder Eierstockkrebs haben, steigt das Risiko für eine Erkrankung an Prostatakrebs.
  • Prostatakrebs: Ist ein naher Verwandter an Prostatakrebs erkrankt, steigt das eigene Risiko um ca. das Dreifache.
  • Dickdarm- oder Enddarmkrebs: Bei dieser Diagnose sind 5 bis 10 Prozent der Fälle auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen. Auch ist ein Zusammenhang zum Auftreten von Gebärmutterhalskrebs in betroffenen Familien zu erkennen.
  • Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom): Auch bei schwarzem Hautkrebs lassen sich 5 bis 10 Prozent auf das Erbgut zurückführen. Ebenso treten in betroffenen Familien manche Formen von Hirntumoren oder Bauchspeicheldrüsenkrebs häufiger auf (s. Quelle 14).

Warum bekommt man Krebs?

Krebs kann entstehen, wenn bspw. Schäden im Erbmaterial bestehen und Zellen sich folglich unkontrolliert teilen. Die Entstehung von Krebszellen kann von verschiedenen Faktoren begünstigt werden. Dazu zählen bspw. äußere Einflüsse, wie Strahlung, Luftqualität oder chemische Substanzen. Ebenso kann der Lebensstil einen Einfluss haben, bspw. zählt das Rauchen als erheblicher Risikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs.

Hat jeder Mensch Krebszellen?

Krebszellen sind körpereigene Zellen, die in ihrem Erbgut verändert wurden. Dies passiert im Laufe des Lebens bei den meisten Menschen. Teilweise entstehen gutartige, teilweise bösartige Krebszellen. Es muss jedoch nicht zwangsläufig zu einer Krebserkrankung kommen. Oftmals werden sie durch das körpereigene Immunsystem erkannt und bekämpft.

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Erstelldatum: 0202.80.71|Zuletzt geändert: 1202.50.4
(1)
Quelle 1: Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Krebsinformationsdienst (2018)
www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/krebsentstehung-faq.php (letzter Abruf 17.08.2020)
(2)
Quelle 2: Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Krebsinformationsdienst (o. J.)
www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/index.php (letzter Abruf 17.08.2020)
(3)
Quelle 3: International Agency for Research on Cancer (IARC) (2020)
monographs.iarc.fr/agents-classified-by-the-iarc/ (letzter Abruf 17.08.2020)
(4)
Quelle 4: International Agency for Research on Cancer (IARC) (2020)
monographs.iarc.fr/list-of-classifications (letzter Abruf 17.08.2020)
(5)
Quelle 5: Bundeszentrum für Ernährung, Dorle Grünwald-Funk, Claudia Müller (o. J.)
www.bzfe.de/inhalt/bmi-rechner-5423.php (letzter Abruf 17.08.2020)
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Quelle 6: Weltgesundheitsorganisation (WHO), Regionalbüro für Europa (2011)
www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/cancer/news/news/2011/02/cancer-linked-with-poor-nutrition (letzter Abruf 17.08.2020)
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Quelle 7: Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2018)
www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cancer (letzter Abruf 17.08.2020)
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Quelle 8: Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Krebsinformationsdienst (2019)
www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/krebsstatistiken.php (letzter Abruf 17.08.2020)
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Quelle 9: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (2020)
www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/krebs.html (letzter Abruf 17.08.2020)
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Quelle 10: Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (ZfKD) (2018)
www.krebsdaten.de/Krebs/SharedDocs/Downloads/Flyer.pdf?__blob=publicationFile (letzter Abruf 17.08.2020)
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Quelle 11: Robert Koch-Institut (RKI) (2019)
www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2019/16_2019.html (letzter Abruf 17.08.2020)
(12)
Quelle 12: Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (ZfKD) (2018)
www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Kurzbeitraege/Archiv2018/2018_4_Thema_des_Monats_lebensverlauf.html (letzter Abruf 17.08.2020)
(13)
Quelle 13: Statistisches Bundesamt (Destatis) (2020)
www-genesis.destatis.de/genesis/online?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=2&levelid=1593109424040&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=werteabruf&code=23211-0002&auswahltext=&werteabruf=Werteabruf#abreadcrumb (letzter Abruf 17.08.2020)
(14)
Quelle 14: Krebsliga Schweiz (o. J.)
www.krebsliga.ch/ueber-krebs/genetische-vorbelastung/ (letzter Abruf 17.08.2020)
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