Pflegewissen für pflegende Angehörige
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Pflegewissen für die Pflegepraxis zuhause
Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, übernehmen oft Angehörige die Pflege ihres Familienmitglieds – häufig ohne professionelle Ausbildung.
Plötzlich stehen viele einzelne, anspruchsvolle Pflegeaufgaben an, die umfassendes Wissen erfordern.
Pflegewissen umfasst all das, was für eine effektive und einfühlsame Pflege nötig ist: pflegerische Fähigkeiten, medizinische Kenntnisse sowie Kommunikation, Einfühlungsvermögen und Selbstfürsorge.
Pflegewissen befähigt Sie als pflegenden Angehörigen dazu, angemessene Entscheidungen im Pflegealltag zu treffen, Gesundheitszustände zu überwachen, notwendige medizinische Maßnahmen durchzuführen oder zu veranlassen sowie eine unterstützende, respektvolle Beziehung zum Pflegebedürftigen aufrechtzuerhalten.
Praktisches Pflegewissen
Einen großen Teil des Pflegewissens bilden pflegerische Kompetenzen, also ganz praktische Pflegefertigkeiten, wie beispielsweise:
- Körperpflege, wie Waschen und Anziehen
- Wissen um eine gesunde Ernährung und an Ernährungsprobleme angepasste Nahrung
- Unterstützung bei der Mobilität und der Positionierung
- Basale Stimulation
- Der gezielte Einsatz von Hilfsmitteln
Körperpflege und Hautpflege
Körperpflege und Hautpflege sind wichtige Bestandteile des Pflegealltags, die gleichzeitig sehr herausfordernd sein können.
Eine einheitliche Anleitung für die Körperpflege gibt es nicht, vielmehr richten sich die einzelnen Schritte nach den individuellen Bedürfnissen und Herausforderungen der pflegebedürftigen Person: Kann sie die Körperwäsche beispielsweise noch allein oder mit wenig Hilfe am Waschbecken verrichten oder braucht sie mehr bis vollständige Unterstützung, weil sie bettlägerig ist?
Für eine gute Körperpflege sind nicht nur Wasser und Seife wichtig, sondern auch die Wahl der richtigen Utensilien, der konkrete Ablauf sowie praktische Hilfsmittel für das Badezimmer und die Toilette.
Pflegewissen und praktische Tipps helfen dabei, diesen wichtigen Teil der Pflegeroutine leichter und angenehmer zu gestalten. Anleitungen und wertvolle Tipps können Sie in unserem Ratgeber zur Körper- und Hautpflege nachlesen.
Ältere Menschen leiden oft unter empfindlicher und sehr trockener Haut, der sogenannten Altershaut. (1) Pflegen Sie einen älteren pflegebedürftigen Angehörigen, müssen Sie deshalb neben der gründlichen Körperpflege größeren Wert auf eine altersgerechte Hautpflege legen.
In unserem Ratgeber Trockene und juckende Haut im Alter erfahren Sie mehr dazu, wie der Alterungsprozess unsere Haut verändert und was Sie gegen trockene und juckende Haut im Alter tun können.
Intimhygiene
Intimhygiene oder auch Intimpflege genannt, ist ein wichtiger Teil der Körperpflege. Mit fortschreitendem Alter beziehungsweise Pflegebedürftigkeit können viele die Intimpflege jedoch nicht mehr eigenständig durchführen.
Wenn Sie diesen Teil der Körperpflege übernehmen, gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten, beispielsweise
- wie Sie die Selbstständigkeit Ihres pflegebedürftigen Angehörigen fördern können,
- wie Sie mit aufkommender Scham umgehen können,
- welche Reihenfolge der einzelnen Reinigungsschritte Sie einhalten müssen,
- welche Unterschiede es in der Intimpflege von Mann und Frau gibt,
- welche Hygienemaßnahmen Sie beachten müssen und
- wie Sie nützliche Hilfsmittel wie Einmalhandschuhe gezielt einsetzen können.
Anleitungen und Tipps zur Intimhygiene bei Pflegebedürftigen können Sie in unserem Ratgeber nachlesen.
Mundpflege und Zahnpflege
Mundpflege ist ein wichtiger Bestandteil zur Aufrechterhaltung der Mundgesundheit. Besonders ältere Menschen und einige pflegebedürftige Menschen sind aufgrund eines geschwächten Immunsystems zusätzlich anfälliger für Infektionen im Mund. Daher spielt bei ihnen die richtige Mundpflege eine noch größere Rolle. (2)
Mit einer sorgfältigen Mundpflege und Zahnpflege sowie einer gründlichen Reinigung von Zahnprothesen verhindern Sie Entzündungen, die den Pflegealltag beeinträchtigen können.
Sie werden merken: Während Ihnen die eigene Mundpflege fast wie im Schlaf gelingt, verlangt die korrekte und sorgsame Mundpflege eines pflegebedürftigen Angehörigen sowohl Wissen um nützliche Hilfsmittel als auch sehr viel Übung.
pflege.de hat detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Zähneputzen für Sie in einem praktischen PDF zusammengestellt: Ideal zum Herunterladen, Ausdrucken und immer wieder zur Hand nehmen.
Katheterpflege
Hat Ihr pflegebedürftiger Angehöriger einen Katheter, gehört auch die Katheterpflege zum praktischen Pflegewissen. Ein Katheter, sei es zur Ableitung von Urin oder anderen Körperflüssigkeiten, erfordert eine sorgfältige Pflege, um das Risiko von Infektionen und Komplikationen zu minimieren.
Wenn Sie mit der Katheterpflege vertraut sind, können Sie nicht nur potenzielle Gesundheitsprobleme frühzeitig erkennen, sondern auch aktiv dazu beitragen, dass Ihr Angehöriger ein Höchstmaß an Komfort und Würde erfährt.
Hygienemaßnahmen
Mit verschiedenen Hygienemaßnahmen tragen Sie aktiv dazu bei, die Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden – und damit sowohl die Gesundheit Ihres pflegebedürftigen Angehörigen als auch Ihre eigene zu schützen. Zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen gehören
- die gezielte Flächendesinfektion,
- hygienische Handdesinfektion sowie
- die Benutzung von Einmalhandschuhen.
Erfahren Sie in unserem Ratgeber Hygienemaßnahmen in der häuslichen Pflege mehr dazu, wie Sie mit gezielten Maßnahmen die Hygiene in der häuslichen Pflege sicherstellen können.
Mobilisation und Kinästhetik
Mit gezielten Maßnahmen zur Mobilisation fördern Sie die Beweglichkeit Ihres pflegebedürftigen Angehörigen – besonders bei eingeschränkter Mobilität oder Bettlägerigkeit. Gezielte Mobilisationsübungen können ihm dabei helfen.
Damit Sie die Mobilisationsübungen rückenschonend anwenden können, sollten Sie zusätzliche Techniken wie die Kinästhetik erlernen.
Die kinästhetischen Grundsätze helfen Ihnen dabei, Bewegungsabläufe kraftsparend und einfach zu gestalten. (3)
So beugen Sie Immobilitätsfolgen vor, stärken die Selbstständigkeit Ihres Angehörigen und schützen Ihre eigene Gesundheit.
Weitere Informationen und Tipps lesen Sie im Beitrag Mobilisation und Kinästhetik.
Basale Stimulation: Förderung der Wahrnehmung und Kommunikation
Die basale Stimulation ist eine pflegerische Methode, die vor allem bei Menschen mit schweren Beeinträchtigungen der Wahrnehmung oder Bewegung eingesetzt wird.
Durch individuell angepasste Übungen werden Körperwahrnehmung, Kommunikation und Wohlbefinden gefördert und die Beziehung zur pflegenden Person gestärkt.
Im Ratgeber Basale Stimulation in der Pflege zuhause erfahren Sie, wie Sie diese Methoden anwenden und konkrete Übungen umsetzen.
Transfer und Positionierung (veraltet: Lagerung)
Für die Erhaltung der Mobilität Ihres pflegebedürftigen Angehörigen spielen auch die korrekte Positionierung (veraltet: Lagerung) und der sichere Transfer eine entscheidende Rolle.
Die richtige Lagerung, heute als Positionierung bezeichnet, erhöht nicht nur den Komfort Ihres Pflegebedürftigen, sondern beugt auch Wundliegen (Dekubitus) oder Gelenkbeschwerden vor. (4)
Wenn Sie diese Grundlagen beherrschen, können Sie damit die Selbstständigkeit Ihres Angehörigen fördern und seine Beweglichkeit erhalten.
Sturzprophylaxe
Stürze haben oft schwerwiegende Folgen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Pflegebedürftigen. Durch das Verständnis und die Umsetzung von Maßnahmen zur sogenannten Sturzprophylaxe können Sie aktiv dazu beitragen, das Risiko von Stürzen im Pflegealltag zu minimieren.
Welche konkreten Maßnahmen zur Sturzprophylaxe gehören und wie Sie sie anwenden, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Sturzprophylaxe.
Medizinische Kenntnisse
Zum Pflegewissen für pflegende Angehörige gehört neben pflegepraktischen Kenntnissen auch der Einblick in medizinisches Wissen.
Sie müssen nicht Medizin studieren, um Ihren Angehörigen pflegen zu können. Sie sollten aber seinen aktuellen gesundheitlichen Zustand kennen, Veränderungen bemerken und im Rahmen Ihrer Möglichkeiten reagieren können.
Medizinische Kenntnisse im Pflegealltag beruhen unter anderem auf
- dem Wissen über Alterskrankheiten und Krankheiten mit Pflegebezug,
- dem Verständnis von Medikamenten und deren Verabreichung (Medikamentengabe) und
- grundlegenden medizinischen Kompetenzen.
Vitalzeichen messen
Das Erheben der sogenannten Vitalwerte gehört zum Pflegewissen: Kontrollieren Sie regelmäßig Vitalparameter wie Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Atmung und Bewusstsein, können Sie frühzeitig auf Veränderungen reagieren und angemessene medizinische Maßnahmen einleiten.
Mehr Informationen über die verschiedenen Vitalzeichen erhalten Sie in unserem Ratgeber Vitalzeichen messen. Dort erfahren Sie außerdem, wie Sie die Vitalwerte korrekt messen beziehungsweise überprüfen können und worauf Sie jeweils achten müssen.
Wissen über Alterskrankheiten und Krankheiten mit Pflegebezug
Sie müssen nicht alle Alterskrankheiten und Krankheiten mit Pflegebezug kennen, wohl aber wissen, was Ihren pflegebedürftigen Angehörigen betrifft. Möglicherweise hängt davon die Krankenbeobachtung ab: Diese ist wichtig, damit Sie keine Erkrankungen oder gar Schmerzen beim Pflegebedürftigen übersehen.
Medikamentengabe und Medikamentenplan
Als pflegender Angehöriger müssen Sie oft die Medikamentengabe organisieren und verschiedene Verabreichungstechniken beherrschen. Gerade, wenn mehrere Erkrankungen vorliegen, müssen oftmals verschiedene Medikamente gleichzeitig eingenommen werden (sogenannte Multimedikation).
Besonders in diesen Fällen kann Sie ein Medikamentenplan im Pflegealltag dabei unterstützen, den Überblick zu behalten.
Wechselwirkungen von Medikamenten
Dass ältere und pflegebedürftige Menschen täglich mehrere Medikamente einnehmen, birgt Risiken: Werden verschiedene Arzneimittel gleichzeitig eingenommen, können unerwünschte Wechselwirkungen auftreten.
Was Wechselwirkungen von Medikamenten auslösen kann, wie Sie sie erkennen und in der häuslichen Pflege vermeiden können, erfahren Sie in unserem Ratgeber Wechselwirkungen von Medikamenten.
Schmerzmanagement
Die effektive Kontrolle von Schmerzen ist eine grundlegende Voraussetzung für das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Pflegebedürftigen. Das Schmerzmanagement nimmt deshalb einen zentralen Platz im Pflegewissen für pflegende Angehörige ein.
Sie sollten sich mit verschiedenen Schmerzarten, deren Ursachen und geeigneten Maßnahmen vertraut machen. Weiterhin sollten Sie ein Verständnis für die individuelle Schmerzwahrnehmung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen entwickeln: Nur so können Sie angemessene Maßnahmen zur Schmerzlinderung ergreifen.
Schmerztagebuch
Für das Schmerzmanagement kann das sogenannte Schmerztagebuch hilfreich sein. Darin notieren Sie neben der Schmerzstärke, zum Beispiel auch die Schmerzhäufigkeit und mögliche Auslöser.
Wenn Sie diese Daten regelmäßig dokumentieren, können behandelnde Ärzte Muster und Zusammenhänge besser erkennen, die Therapie individuell anpassen und den Behandlungserfolg besser kontrollieren.
Die Informationen aus dem Schmerztagebuch helfen also nicht nur bei der Diagnose, sondern auch bei der Behandlung von Schmerzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber.
Grundlegende medizinische Kompetenzen
Welche medizinischen Kompetenzen Sie benötigen, richtet sich immer nach dem individuellen Zustand Ihres pflegebedürftigen Angehörigen.
Prophylaxen in der Pflege
So können unter anderem spezielle Prophylaxen im Pflegealltag notwendig sein. Sinn und Zweck hiervon ist es, die pflegebedürftige Person mit gezielten Maßnahmen vor bestimmten Erkrankungen und Verletzungen zu schützen. Beispiele hierfür sind die sogenannte Dekubitusprophylaxe, um einem Wundliegen vorzubeugen oder die Thromboseprophylaxe.
Katheterpflege
Darüber hinaus müssen Sie sich gegebenenfalls mit der hygienischen und korrekten Handhabung unterschiedlicher Medizinprodukte auseinandersetzen, beispielsweise mit der Katheterpflege.
Stoma-Versorgung
Das Wissen über die richtige Anwendung verschiedener Medizinprodukte wird auch relevant, wenn Ihr Angehöriger eine künstliche Körperöffnung hat, das sogenannte Stoma. Hier gibt es verschiedene Arten:
- Enterostoma (künstlicher Darmausgang)
- Gastrostoma (künstlicher Magenausgang)
- Urostoma (künstliche Harnableitung)
- Tracheostoma (künstliche Öffnung an der Luftröhre)
Alle Stoma-Arten erfordern verschiedene Handhabungen. Sie müssen sich daher mit der Stoma-Versorgung und Pflege auskennen, sollte Ihr pflegebedürftiger Angehöriger darauf angewiesen sein. Mehr zu den unterschiedlichen Arten von Stomata erfahren Sie in unseren Ratgebern.
Überlassen Sie medizinische Aufgaben wie das Wundmanagement bei chronischen Wunden Fachkräften – diese gehören zur Behandlungspflege und damit in die Hände von Fachkräften.
Kommunikation, Einfühlungsvermögen und Selbstfürsorge
Neben pflegepraktischem Wissen und medizinischen Kompetenzen nehmen persönliche Eigenschaften und zwischenmenschliche Fähigkeiten einen großen Stellenwert im Pflegewissen ein. Dazu gehören:
- Kommunikation und Empathie
- Emotionale Unterstützung
- Selbstfürsorge
Kommunikation und Empathie
Es ist unabdingbar, dass Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen sowohl einfühlsam als auch klar kommunizieren – auch dann, wenn er sich selbst nicht mehr durch Sprache äußern kann.
Beziehen Sie ihn in unterschiedliche Schritte mit ein und erklären Sie ihm, was Sie jeweils vorhaben. Versuchen Sie, sich in Ihren Angehörigen einzufühlen. Denn auch für Ihren Angehörigen können bestimmte Situationen herausfordernd sein. Gerade, wenn es um schambehaftete Themen wie beispielsweise die Intimpflege geht. Hier ist eine vertrauensvolle Kommunikation das A und O.
Emotionale Unterstützung
Als pflegender Angehöriger leisten Sie auch wichtige emotionale Unterstützung für die pflegebedürftige Person. Sie spüren, wenn es Ihrem Angehörigen gut geht, bekommen aber auch direkt mit, wenn er Stress empfindet oder einsam ist.
Die Pflege ist oftmals tagesformabhängig und anspruchsvoll. Trotzdem sollten Sie Wert darauf legen, dass Ihr pflegebedürftiger Angehöriger Gesellschaft hat und am sozialen Leben teilhaben kann. Wenn Sie hierbei Unterstützung benötigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Konzept der Alltagsbegleitung hat sich in der Pflege beispielsweise bewährt, ebenso die stundenweise Seniorenbetreuung.
Selbstfürsorge
Sie können sich nur um Ihren pflegebedürftigen Angehörigen kümmern, wenn es Ihnen selbst gut geht. Gehen Sie deshalb auch verantwortungsbewusst mit sich selbst um: Nehmen Sie sich Pausen vom Pflegealltag, in denen Sie bewusst für sich selbst sorgen.
Darüber hinaus sollten Sie
- das eigene Wohlbefinden und ihre Gesundheit im Blick behalten,
- sich ein gutes Zeitmanagement aneignen,
- Strategien zur Stressbewältigung erlernen sowie
- sich ein unterstützendes Netzwerk aufbauen.
Gewalt in der Pflege
Ein Thema, für das Sie sich weniger informieren, als vielmehr sensibilisieren sollten, ist Gewalt in der Pflege. Einen Angehörigen zu pflegen beziehungsweise von einem Angehörigen gepflegt zu werden, ist nicht immer einfach. Diese Situation ist herausfordernd und teilweise für beide Seiten nervenaufreibend.
Gewalt in der Pflege kann unterschiedliche Dimensionen annehmen und hat sehr verschiedene Ursachen. Einige Menschen würden ihr Verhalten beispielsweise gar nicht als unangemessen oder übergriffig einschätzen. Die Gewaltausübung ist keine boshafte Absicht, die Gründe dafür sind häufig schlicht Unwissenheit oder Überforderung. (5)
Erfahren Sie in unserem Ratgeber mehr dazu, wie sich Gewalt in der Pflege äußern kann und wie Sie ihr entgegenwirken können.
Wissen, was hilft: Beratungsangebote für pflegende Angehörige
Pflegewissen ist umfassend und je nach Ausgangslage sehr individuell. Sie müssen sich dieses sehr spezielle Wissen nicht komplett in Eigenregie beibringen. Denn: Pflegepersonen stehen verschiedene Beratungsmöglichkeiten und Schulungen zur Verfügung, in denen sie mehr lernen können.
Beratung: Pflegeberatung und Beratungseinsatz
Jeder Pflegebedürftige beziehungsweise seine Angehörigen haben nach Paragraf 7a des Elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XI) Anspruch auf eine individuelle Pflegeberatung. (6)
Ein zertifizierter Pflegeberater stellt bei diesem Termin Unterstützungsmöglichkeiten wie Entlastungsangebote, Sozialleistungen und Hilfsangebote vor. Er betrachtet den individuellen Einzelfall und erstellt einen individuellen Versorgungsplan.
Erfahren Sie in unserem Ratgeber mehr dazu, wie eine Pflegeberatung abläuft, was Sie als pflegender Angehöriger hierbei lernen können und wo Sie eine Pflegeberatung finden.
Pflegegeldempfänger ab Pflegegrad 2 müssen sich in regelmäßigen Abständen überprüfen beziehungsweise beraten lassen. (7) Dies geschieht im Rahmen des Beratungseinsatzes.
Wie Sie den Beratungseinsatz nach Paragraf 37.3 auch ab Pflegegrad 1 in Anspruch nehmen können und in welchen Abständen Sie ihn ab Pflegegerad 2 wahrnehmen müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Beratungseinsatz nach Paragraf 37.3 SGB XI.
Weiterbildung: Pflegekurse für pflegende Angehörige
Als pflegender Angehöriger haben Sie das Recht, an kostenlosen Pflegekursen teilzunehmen. (8) Dort erhalten Sie nicht nur Grundkenntnisse zu Pflegethemen wie etwa den Umgang mit dem Pflegebedürftigen oder Pflegetechniken, Sie lernen auch andere pflegende Angehörige kennen.
Der Besuch eines Pflegekurses kostet zwar ein paar Stunden Zeit – diese sollten Sie sich aber unbedingt nehmen. Der Austausch untereinander kann Ihnen mehr Sicherheit und Rückhalt in Ihrer Rolle als pflegender Angehöriger bieten.
Erfahren Sie in unserem Ratgeber Pflegekurse für Angehörige, welche Inhalte in Pflegekursen und Pflegeschulungen vermittelt werden und wie Sie einen Kurs finden können.
Neben Pflegekursen können Sie auch sogenannte Pflegestützpunkte besuchen. Das sind ortsnahe Anlaufstellen für Pflegebedürftige und Angehörige.
Dort beraten Sie professionelle Experten rund um Ihr Anliegen zu Pflegethemen und vermitteln Sie gegebenenfalls an weitere Adressen.




