Pflegevorsorge für das Alter

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Pflegevorsorge für das Alter

Es kann schnell passieren und viele trifft es unerwartet von einem Tag auf den anderen: Durch einen Unfall oder eine Krankheit können Menschen pflegebedürftig werden und nur selten ist für den Pflegefall vorgesorgt. Es lohnt sich also, sich rechtzeitig zu informieren und sowohl rechtlich mit Vollmachten & Verfügungen als auch finanziell für den Notfall vorzusorgen. Ein Check Ihrer finanziellen Möglichkeiten gehört ebenso dazu wie die Ausfertigung der richtigen Dokumente. Alles, was Sie wissen müssen, erklärt pflege.de im verständlichen Vorsorge-Überblick.

Inhaltsverzeichnis

Regeln Sie alles für den Pflegefall

Fast eine halbe Million Deutsche hat bereits eine Zusatzversicherung für den Pflegefall abgeschlossen. Viele haben zusätzlich Dokumente aufgesetzt, mit denen Sie sich für den Fall absichern, dass Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst vertreten können. Dazu gehören bspw. Dokumente wie die Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung oder ein Testament. Das ist eine gute Idee, denn die Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen. Wenn Sie und Ihre pflegenden Angehörigen dann gewappnet sind, machen Sie es sich und Ihrer Familie leichter.

Finanzielle Vorsorge für das Alter

Es gibt drei gute Gründe, warum Sie die finanzielle Vorsorge für das Alter möglichst frühzeitig angehen sollen:

  1. Die Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten.
  2. Mit einer geförderten Zusatzversicherung (Pflege-Bahr) haben Sie Anspruch auf staatliche Förderung. Aber auch ohne Förderung gilt: Je früher vorgesorgt wird, desto günstiger.
  3. Bei vielen Versicherungen spielt Ihr Gesundheitsstatus eine entscheidende Rolle.
Info

Ein Beispiel

Bei Pflegegrad 2 zahlt die Pflegeversicherung derzeit monatlich 770 Euro zum Platz im Pflegeheim dazu. Doch die Gesamtkosten eines Heimplatzes liegen im deutschlandweiten Schnitt bei ca. 3.000 Euro.

Pflegezusatzversicherung

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, um die Pflegevorsorge im Alter zu gestalten:

  1. ungefördert
  2. gefördert, als sog. Pflege-Bahr (benannt nach dem damaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr).
Der Pflege-Bahr
Ratgeber
Pflege-Bahr – Finanzielle Vorsorge für die Pflege

Der Pflege-Bahr

Der Pflege-Bahr ist ein Zuschuss zu einer Versicherung, die Sie mit einem Versicherungsunternehmen abschließen. Voraussetzung: Die Versicherung erfüllt die Bedingungen, die an den Pflege-Bahr geknüpft werden – z. B. müssen Sie mindestens 10 Euro monatlich als Prämie zahlen. Erst dann gibt es den Pflege-Bahr, einen Zuschuss von 5 Euro monatlich.

Beim Pflege-Bahr gibt es eine Wartezeit von maximal fünf Jahren, ehe Sie diese Leistung in Anspruch nehmen können. Werden Sie jedoch wegen eines Unfalls pflegebedürftig, entfällt die Wartezeit.

Pflege-Bahr
  • auch sinnvoll, wenn der Abschluss einer herkömmlichen Pflegetagegeldversicherung nicht mehr möglich ist (z. B. wegen des Gesundheitszustandes)
  • keine Risikoprüfung des Versicherten bei Abschluss
  • deckt im konkreten Fall die Kosten nicht ab
  • hohe Prämien notwendig (könnten ab 2018 ansteigen, weil dann die fünfjährige Wartezeit für die ersten Klienten ausläuft)
  • Wartezeit bis zur Zahlung: maximal fünf Jahre

Pflegetagegeldversicherung

Private Pflegetagegeldversicherungen agieren ähnlich wie die gesetzliche Pflegeversicherung. Sie zahlen einen Zuschuss je nach  Pflegegrad.

Die Höhe der monatlichen Beiträge zu einer Pflegezusatzversicherung hängt von Ihrem Gesundheitszustand, Ihrem Alter und dem Tarif ab. Eine Pflegetagegeldversicherung sollte im Idealfall spätestens bis zum 55. Lebensjahr abgeschlossen werden.

Ein Beispiel: Ein 45-Jähriger zahlt rund 56 Euro im Monat, ein 55-Jähriger bereits über 80 Euro.

Pflegezusatzversicherung
Ratgeber
Pflegezusatzversicherung
Pflegetagegeldversicherung
  • zahlt vereinbarte Tagespauschale unabhängig vom Ort der Pflege (zu Hause oder im Pflegeheim)
  • kein Nachweis der tatsächlich Kosten notwendig
  • manchmal müssen die Prämien auch im Pflegefall weitergezahlt werden
  • Beitragszahlungen dürfen nicht unterbrochen werden, sonst ist der gesamte eingezahlte Betrag verloren
  • Beiträge können sich erhöhen

Pflegekostenversicherung

Im Gegensatz zum Pflegetagegeld übernimmt eine Pflegekostenversicherung nur jene Kosten, die auch tatsächlich anfallen und nachgewiesen werden können. Es gibt zwei Varianten:

  1. Sie vereinbaren mit der Versicherung, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung um einen bestimmten Prozentbetrag erhöht werden.
  2. Sie vereinbaren eine Obergrenze, bis zu der jährlich anfallende Kosten übernommen werden (komplett oder anteilig).
Pflegekostenversicherung
  • volle Übernahme der tatsächlichen Pflegekosten möglich
  • Rechnungen als Nachweis nötig, also keine Erstattung für die Pflegeleistung der Angehörigen
  • Prämien müssen meist auch bei Pflegebedürftigkeit weitergezahlt werden

Pflegerentenversicherung

Eine Pflegerentenversicherung kombiniert Sparvertrag und Versicherung für die finanzielle Vorsorge im Alter. Einen Teil der Prämien zahlen Sie in eine Kapitallebensversicherung ein, einen weiteren Teil sparen Sie an. Daraus ergibt sich im Pflegefall ein monatlicher Betrag oder aber eine Einmalzahlung, die Pflegerente.

Pflegerentenversicherung
  • stabile Beiträge
  • Zahlungen können ausgesetzt werden, ohne dass das eingezahlte Geld weg ist
  • keine Beitragszahlungen bei einer Pflegebedürftigkeit
  • manchmal erhalten Angehörige nach dem Tod des Versicherungsnehmers einen Teil des Geldes zurück
  • sehr teuer
  • Leistungen der Kapitallebensversicherung sind abhängig vom Kapitalmarkt (Zinsniveau)

Rücklagen für die finanzielle Absicherung im Alter

Vielleicht erscheint es Ihnen sinnvoller, gar keine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, sondern für den Fall einer Pflegebedürftigkeit Geld zurückzulegen. Wie viel müssen Sie sparen? Berechnungen einiger Krankenkassen ergeben, dass ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 3 rund 20.000 Euro pro Jahr selbst aufbringen müssen, um alle Kosten für seine Pflege zu bestreiten.

Pflegekasse Pflegerecht
Ratgeber
Pflegekasse & Pflegerecht – Der große Überblick

Neu: Die Demenzversicherung

Ein deutscher Versicherer bietet seit 2015 sogar eine Demenzversicherung an. Wird die Diagnose „Demenz“ gestellt, so leistet die Versicherung bis zu 600 Euro monatlich. Eine Gesundheitsprüfung ist für die Demenzversicherung nicht nötig. Sie springt aber auch nur bei einer Demenz ein, nicht bei allgemeiner Pflegebedürftigkeit.

Demenzversicherung
  • bis zu 600 Euro/Monat, wenn die Diagnose „Demenz“ gestellt wurde
  • keine Gesundheitsprüfung
  • zahlt nicht bei allgemeiner Pflegebedürftigkeit

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Erstelldatum: .9.606102|Zuletzt geändert: .8.709102
Bildquelle© Bacho Foto / Fotolia.com
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