Pflegezusatzversicherung: finanzielle Vorsorge für die Pflegebedürftigkeit

Die soziale Pflegeversicherung wird oft als Teilkasko-Versicherung bezeichnet. Das heißt: Die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung reichen in der Regel bei Weitem nicht aus, um die Kosten für die Pflege und Versorgung vollständig zu decken. Die Folge: Wer später zum Pflegefall wird, muss einen erheblichen Teil der Pflegekosten aus eigener Tasche bezahlen. Um die sog. Versorgungslücke ganz oder teilweise zu schließen, kann der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung sinnvoll sein. pflege.de erklärt, welche Pflegezusatzversicherungen es gibt und worauf Verbraucher vor dem Abschluss achten sollten.

Inhaltsverzeichnis

Pflegezusatzversicherung: Leistungen und Varianten im Überblick

Wer in Deutschland stationär gepflegt wird, muss häufig auf Erspartes zurückgreifen, ist auf die Unterstützung seiner Kinder oder Leistungen des Sozialamtes angewiesen. Die Unterbringung in einem Pflegeheim in Deutschland schlägt im Schnitt mit 3.000 Euro pro Monat zu Buche – der Betrag kann jedoch je Einrichtung und Region stark variieren. Ein grober Richtwert für den Eigenanteil sind ca. 1.500 Euro pro Monat. Auch bei der ambulanten Pflege zu Hause können zusätzliche Kosten für den Pflegebedürftigen anfallen. Zwar zahlt die soziale Pflegeversicherung unterschiedliche Pflegeleistungen für die ambulante Pflege und Betreuung, die sich mit steigendem Pflegegrad erhöhen. Jedoch reichen diese Leistungen nicht immer aus, um den notwendigen Bedarf zu decken.

Wer für den Pflegefall vorsorgen will, kann die mögliche Versorgungslücke mit einer privaten Pflegezusatzversicherung schließen. Dabei unterscheidet man zwischen drei Formen:

  1. Pflegetagegeldversicherung
  2. Pflegekostenversicherung
  3. Pflegerentenversicherung

Grundsätzlich gilt: Die Höhe der fälligen Versicherungsprämie ist abhängig von dem Gesundheitszustand und dem Alter bei Antragsstellung. Je jünger und gesünder der Versicherte zum Zeitpunkt des Abschlusses der Pflegezusatzversicherung ist, desto geringer ist die Prämie, die er einzahlen muss. Einzige Ausnahme: Beim Pflege-Bahr, der geförderten Pflegetagegeldversicherung, darf der Gesundheitszustand des Antragsstellers keine Rolle spielen, das Alter allerdings schon. Experten raten daher, eine Pflegezusatzversicherung bereits in jungen Jahren abzuschließen.

Tipp
Versicherte sollten richtige Angaben machen

Aus Angst vor Risikoaufschlägen verschweigen manche Versicherungsnehmer ihrer Versicherung Krankheiten. Das kann jedoch teuer werden: Kommen die falschen oder fehlenden Angaben nach Versicherungsabschluss ans Licht, zahlt die Pflegezusatzversicherung im Pflegefall keine oder stark reduzierte Leistungen aus.

1. Die Pflegegeldversicherung

Eine Pflegetagegeldversicherung (PTG) kommt für ein festgelegtes Pflegetagegeld auf, das zum Beginn des Versicherungsabschlusses definiert wird. Üblich sind Tagessätze zwischen zehn und 100 Euro, die mit 30 multipliziert den monatlich auszuzahlenden Betrag ergeben. Mit diesem Geld stocken Versicherte die Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung auf, unabhängig davon, ob sie im Pflegeheim oder zu Hause betreut werden. Das Pflegetagegeld ist in der Regel an den Pflegegrad gekoppelt und analog zu den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung gestaffelt: Mit steigendem Pflegegrad erhöht sich auch der von der Versicherung ausgezahlte Betrag.

Wie viel Pflegetagegeld der Versicherte mit Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 erhält, hängt davon ab, welchen Tarif er gewählt hat:

  • Bei einem starren Tarif legt die Versicherung ausgehend vom Maximalbetrag bei Pflegegrad 5 prozentual fest, wie viel die Versicherten in den jeweiligen unteren Pflegegraden erhalten.
  • Bei einem flexiblen Tarif können die Versicherten selbst für jeden Pflegegrad die Höhe des Pflegetagegelds festlegen. Jedoch darf das Tagegeld bei einer höheren Stufe nicht geringer ausfallen als bei einer niedrigeren Stufe. Es ist allerdings möglich, alle Stufen mit dem Maximalbetrag zu versichern. Solch ein nicht gestaffeltes oder anders gestaffeltes Pflegetagegeld hat auch entsprechend höhere Prämien zur Folge.
Info

Beitragspflicht bei Pflegetagegeldversicherung

Bei manchen Pflegetagegeldversicherungen müssen Versicherte auch noch Beiträge zahlen, wenn sie bereits pflegebedürftig sind – auf solche Klauseln gilt es bei der Wahl der Versicherung zu achten.

Vor allem für jüngere Versicherungsnehmer empfiehlt es sich, eine Dynamik sowohl bei den Beiträgen als auch bei den Leistungen einzubauen. Gemeint ist damit eine dynamische, meist jährliche Erhöhung der Beiträge und Leistungen eines Versicherungsvertrages. Ziel dieser Dynamik ist es, die über die Jahre wirkende Geldentwertung auszugleichen sowie eine Änderung des Bedarfs zu berücksichtigen.

Achtung: Versicherte können im Versicherungsfall frei über die Mittel der Pflegetagegeldversicherung verfügen. Manche Versicherer beschränken ihre Tagegeldzahlungen jedoch nur auf die stationäre Pflege. Wer noch nicht sicher ist, welche Form der Pflege die richtige sein wird, sollte lieber eine Pflege-Zusatzversicherung wählen, die auch bei einer ambulanten Pflege von pflegenden Angehörigen oder einem Pflegedienst zu Hause zahlt.

Das Wichtigste in Kürze: Pflegetagegeldversicherung

  • Je nach Tarif wird bei Kriterien-Erfüllung (Erteilung eines bestimmten Pflegegrades) ein vordefinierter Betrag ausbezahlt.
  • Die Höhe des ausgezahlten Tagegelds richtet sich auch nach dem Pflegegrad.
  • Je nach eingezahltem Beitrag kann das ausgezahlte Tagegeld niedriger oder höher als die eigentlichen anfallenden Kosten sein.
  • Eine PTG-Versicherung wird in Form des Pflege-Bahrs staatlich bezuschusst, zudem ist dann ein Abschluss ohne Gesundheitsprüfung des Versicherungsnehmers möglich.
  • Es gibt auch Kombiprodukte, in denen Pflege-Bahr und ungefördertes Pflegetagegeld zusammen angeboten werden.
Pflegetagegeldversicherung
  • Versicherte können die Beitragshöhe je nach gewünschtem Leistungsumfang bestimmen.
  • Die Leistungen sind nicht zweckgebunden, die Art der pflegerischen Versorgung kann der Versicherte (meist) selbst wählen.
  • Die Beitragssätze sind im Vergleich zu anderen Pflegeversicherungen eher günstig.
  • Mit dem Pflege-Bahr gibt es eine Pflegetagegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen, die besonders für Personen mit Vorerkrankungen interessant ist.
  • Bei Tod oder vorzeitiger Kündigung der Versicherung (ohne eingetretenen Leistungsfall) gibt es keine anteilige Beitragsrückzahlung.
  • Es sind Risikomehrbeiträge oder Ausschlüsse bei Vorerkrankung möglich.
  • Die Beitragshöhe ist nicht garantiert und kann vom Versicherungsunternehmen angepasst werden, z.B. bei einem höheren Pflegerisiko durch eine steigende Lebenserwartung.
  • Eine Weiterzahlung der Beiträge auch während der Bezugszeit von Tagegeldzahlungen (bei den meisten Gesellschaften) ist üblich.
  • Die Leistungen des Pflege-Bahr decken die anfallenden Kosten in den meisten Fällen nicht ab.
Tipp
Pflegezusatzversicherung nicht zu früh abschließen

Günstige Tarife für jüngere Versicherungsnehmer sollten nicht zu einem vorschnellen Abschluss einer Pflegezusatzversicherung verleiten! Denn nur die wenigsten Versicherer erlauben eine beitragsfreie Unterbrechung des Vertrags. Wer die Beiträge zwischendurch nicht zahlen kann, riskiert die Kündigung des Vertrags und den Verlust des Geldes.

  • Sonderform: Der Pflege-Bahr als geförderte Pflegetagegeldversicherung

Wer eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung wünscht, z. B. weil ein Anbieter die Versicherung bereits abgelehnt hat, der kann auf eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung ausweichen, dem sog. Pflege-Bahr. Die geförderte Pflegezusatzversicherung soll auch Menschen mit Vorerkrankungen, Personen mit geringerem Einkommen oder höheren Alters die Möglichkeit zur privaten Pflegevorsorge geben. Bei der Absicherung durch einen Pflege-Bahr dürfen die Prämien nicht aufgrund eines schlechten Gesundheitszustandes steigen, sehr wohl jedoch aufgrund eines höheren Eintrittsalters mit Aufschlägen versehen werden. Ein weiterer Vorteil kann die staatliche Förderung sein: Wer mindestens zehn Euro monatlich als Prämie einzahlt, wird vom Staat mit fünf Euro pro Monat bezuschusst. Beim Pflege-Bahr besteht zwischen dem Zeitpunkt des Abschlusses und der Inanspruchnahme von Leistungen eine Wartezeit von bis zu fünf Jahren.

2. Die Pflegekostenversicherung

Eine Pflegekostenversicherung kann die tatsächlich anfallenden Kosten, die nicht von der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung gedeckt sind, für eine ambulante oder stationäre Pflege nach vorab definierten Kriterien erstatten. Voraussetzung für die Pflegekostenversicherung ist, dass jegliche Kosten rund um die Pflege mit Belegen nachgewiesen und eingereicht werden. Erst dann erhalten Versicherte die Beträge wieder, mit denen sie für angefallene Pflegekosten in Vorleistung gegangen sind. Zwei Varianten sind möglich:

  • Der Versicherer erstattet die Kosten bis zu einem vorher festgelegten jährlichen Höchstbetrag.
  • Der Versicherer erstattet einen vereinbarten Prozentsatz der Kosten für die angefallenen Pflegeleistungen.

Auch hier müssen die Versicherungsnehmer meist die Prämien nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit weiterzahlen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Angefallene Pflegekosten, die nicht durch die gesetzliche Pflegeversicherung gedeckt sind, werden ermittelt und (teil-)erstattet.
  • Alle aufkommenden Kosten müssen deshalb nachgewiesen werden.
  • Der Umfang der Erstattung richtet sich nach den Vereinbarungen: bis zu einem jährlichen Höchstbetrag oder ein Prozentsatz der anfallenden Kosten.
Tipp

Versicherte, die sich zu Hause pflegen lassen wollen, sollten darauf achten, dass im Tarif auch die Leistungen von nicht in Deutschland ausgebildeten Pflege- bzw. Betreuungskräften enthalten sind, sog. Polnischen Pflegekräfen. Voraussetzung ist natürlich auch, dass diese legal beschäftigt werden.

Pflegekostenversicherung
  • Auch wenn die Pflegekosten steigen, sind diese durch die Pflegekostenversicherungen zumindest weitgehend gedeckt.
  • Die Beiträge sind vergleichsweise niedrig.
  • Versicherungsnehmer müssen die Kosten anhand von Rechnungen belegen. Erfolgt die Pflege durch Angehörige und Freunde, werden die Kosten nicht oder nur in geringem Maße erstattet.
  • Die sog. Hotelkosten, die aufgrund der Verpflegung und der Unterbringung des Patienten bei der vollstationären Pflege entstehen, werden nicht übernommen.
  • Der Versicherte darf die Zahlungen vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit weder unterbrechen noch einstellen, sonst verfällt jeglicher Anspruch auf Leistungen – selbst wenn er jahrelang in die Versicherung eingezahlt hat.

3. Die Pflegerentenversicherung

Eine Pflegerentenversicherung ist ähnlich einer Lebensversicherung aufgebaut: Versicherungsnehmer sparen Kapital an und erhalten im Pflegefall eine monatliche, lebenslange Pflegerente oder eine Einmalzahlung. Die volle Pflegerente erhalten Versicherte erst mit dem Pflegegrad 5. Versicherten mit einem niedrigeren Pflegegrad zahlt die Versicherung einen niedrigeren Prozentsatz aus, der sich bei steigendem Pflegegrad erhöht. Die tatsächliche Höhe der Pflegerente hängt davon ab, welche Gewinne der Versicherer aus den gezahlten Beiträgen über die Laufzeit erwirtschaftet. Bei erfolgreichen Kapitalanlagen zahlt die Versicherung einen Überschussbetrag aus. Bei schlechten wirtschaftlichen Bedingungen wird ein Mindestbetrag garantiert, unter den die Pflegerente nicht fällt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Kriterien-Erfüllung wird eine vordefinierte monatliche Summe ausbezahlt.
  • Ähnlich wie bei einer Lebensversicherung wird ein Mindestbetrag garantiert, Überschusszahlungen sind möglich, werden aber nicht garantiert.
Pflegerentenversicherung
  • Im Pflegefall muss der Versicherten keine Zahlungen mehr leisten.
  • Beitragszahlungen können für eine bestimmte Zeit ausgesetzt werden.
  • Über die Verwendung der Pflegerente entscheidet der Pflegebedürftige selbst, so können auch Service- oder Sachleistungen damit bezahlt werden.
  • Der Versicherte ist nicht auf die Zuerkennung eines Pflegegrades angewiesen, sondern kann sich nach einer Liste der Aktivitäten des täglichen Lebens einstufen lassen.
  • Die zu zahlenden Beiträge bleiben in der Regel stabil.
  • Versicherte erhalten durch das Bilden eines Rückkaufswerts einen Teil ihrer gezahlten Prämien zurück, sollten sie den Vertrag vorzeitig kündigen.
  • Die Höhe der im Pflegefall zu erwartenden Leistungen ist nicht garantiert und kann durch die Bindung an die Kapitalentwicklung des Unternehmens stark schwanken.
  • Pflegerentenversicherungen sind vergleichsweise teuer.

Ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll oder nicht?

Nicht jede Art von Pflegezusatzversicherung ist für jeden Versicherungsnehmer gleich gut geeignet. Deshalb sollten Interessenten prüfen und vergleichen, welche Pflegezusatzversicherung am besten geeignet ist. Ein Gesamtüberblick über die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Varianten kann dabei helfen:

Pflegetagegeldversicherung
Vorteile Nachteile Geeignet für …
  • PTG zahlt vereinbarte Tagespauschale unabhängig vom Ort der Pflege.
  • Der Pflegebedürftige kann frei nach seinem Willen über Gelder verfügen.
  • Kein Nachweis der tatsächlichen Kosten nötig.
  • Vergleichsweise günstige Beiträge.
  • Freie und bedarfsgerechte Vertragsgestaltung.
  • Teilweise Weiterzahlung der Prämien nach Eintritt des Pflegefalls.
  • Beiträge können sich erhöhen.
  • Gesundheitszustand und Alter bei Antragsstellung haben Einfluss auf Höhe der Prämie.
  • Keine anteilige Beitragsrückzahlung bei Tod, unterbrochener Beitragszahlung oder vorzeitiger Kündigung (ohne eingetretenem Leistungsfall).
  • Risikomehrbeiträge oder Ausschlüsse bei Vorerkrankung möglich.
  • Die Beitragshöhe kann vom Versicherungsunternehmen angepasst werden.
  • Häufig Weiterzahlung der Beiträge auch während der Bezugszeit.
Menschen ohne gesundheitliche Probleme, die schon in jüngeren Jahren für den Pflegefall vorsorgen, jedoch möglichst frei über die Mittel verfügen möchten.

 

Geförderte Pflegetagegeldversicherung (Pflege-Bahr)
Vorteile Nachteile Geeignet für …
  • Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen.
  • Keine Risikozuschläge.
  • Keine Leistungseinschränkungen möglich.
  • Schließt bei Einzahlung der Mindestprämie die Versorgungslücke nicht.
  • Fünf Jahre Wartezeit (entfällt bei unfallbedingten Pflegefällen).
Menschen mit gesundheitlichen Problemen, höherem Eintrittsalter und/oder geringerem Einkommen.
   Pflegekostenversicherung
 Vorteile  Nachteile  Geeignet für …
  • Volle Übernahme der tatsächlichen Pflegekosten möglich.
  • Beiträge sind vergleichsweise niedrig.
  • Rechnungen als Nachweis nötig.
  • Pflege durch Angehörige oder Freunde wird nicht abgedeckt.
  • Teilweise Weiterzahlung der Prämien nach Eintritt des Pflegefalls.
  • Keine Unterbrechung der Beitragszahlungen möglich.
  • Gesundheitszustand und Alter bei Antragsstellung haben Einfluss auf Höhe der Prämie.
  • Die sog. Hotelkosten (für Verpflegung und Unterbringung des Patienten) bei der vollstationären Pflege werden nicht übernommen.
Menschen mit gesundheitlichen Problemen, höherem Eintrittsalter und/oder geringerem Einkommen.
Pflegerentenversicherung
Vorteile Nachteile Geeignet für …
  • Beitragszahlungen können ohne Kündigung der Versicherung einige Jahre lang ausgesetzt werden.
  • Stabile Prämien.
  • Keine Beitragszahlung bei Pflegebedürftigkeit.
  • Auszahlung eines Teils des Kapitals an Angehörige nach dem Tod des Versicherungsnehmers möglich.
  • Über die Verwendung der Pflegerente entscheidet der Pflegebedürftige selbst.
  • Keine Zuerkennung eines Pflegegrades notwendig, Einstufung erfolgt aufgrund von einer Liste der Aktivitäten.
  • Bei vorzeitiger Kündigung: Rückzahlung eines Teils der gezahlten Prämien möglich (Rückkaufwert).
  • Nur die garantierte Rente ist sicher (die Leistungen der Kapitallebensversicherung sind vom Kapitalmarkt abhängig).
  • Sehr teuer.
Menschen, die im späteren Pflegefall möglichst frei über die Mittel verfügen möchten und sicher gehen wollen, dass bei vorzeitiger Kündigung das eingezahlte Geld nicht verloren geht.

Pflegezusatzversicherung: Kosten

Die Frage „Was kostet eine Pflegezusatzversicherung?“ ist pauschal nicht zu beantworten, denn die Beitragssätze aller Varianten sind von mehreren Faktoren abhängig. Grundsätzlich gilt: Die Kosten der privaten Pflegeversicherung steigen, je älter die Versicherten zum Zeitpunkt des Versicherungseintritts sind. Zum Vergleich: Ein 40-jähriger Mann, der heute eine Pflegetagegeldversicherung mit einem vereinbarten Pflegetagegeld von 50 Euro abschließt, zahlt rund 25 Euro im Monat an Prämie. Ein 50-Jähriger muss für die gleiche Pflegezusatzversicherung 38 Euro monatlich ausgeben.

Die günstigste Variante einer Versicherung für die private Pflegevorsorge ist der geförderte Pflege-Bahr. Diesen können Versicherte schon mit einem monatlichen Beitragssatz von zehn Euro abschließen, fünf Euro staatliche Förderung kommen hinzu. Jedoch ist der Leistungsumfang im Pflegefall sehr begrenzt und kann die Pflege-Lücke nicht schließen.
Generell fallen die Beitragssätze auch für das ungeförderte Pflegetagegeld sowie für die Pflegekostenversicherung meist deutlich günstiger aus als die Beiträge für eine Pflegerentenversicherung. Allerdings unterscheiden sich die Versicherungsvarianten erheblich in ihrem Leistungsumfang.

Tipp
Pflegezusatzversicherung von der Steuer absetzen

Die Beiträge für eine freiwillige Pflegezusatzversicherung können Versicherte steuerlich geltend machen. Durch die vergleichsweise geringen steuerlich absetzbaren Höchstbeiträge von 1.900 Euro für Beamte und Angestellte bzw. von 2.800 Euro für Selbstständige bleibt die steuersenkende Wirkung allerdings meist gering. Dennoch sollten Versicherte das Geld nicht verschenken und die Ausgaben für die private Pflegeversicherung bei ihrer Steuererklärung angeben.

Pflegezusatzversicherung: Tarifrechner helfen beim Vergleich

Vor der Auswahl einer privaten Pflegeversicherung sollten Interessierte die Tarife und Leistungsangebote ausführlich vergleichen. Im Internet finden sich einige Pflegezusatzversicherung-Vergleichsrechner, die verschiedene Versicherungen anhand der wichtigsten Faktoren gegenüberstellen. Um einen ersten Überblick über die Leistungen und Beiträge zu erhalten, kann ein solcher Pflegezusatzversicherung-Rechner gute Dienste leisten. Da jedoch für die Höhe des Beitrags auch individuelle Faktoren wie der Gesundheitszustand des Antragsstellers eine Rolle spielen, kann ein reiner Online-Vergleich mit Standarddaten keine verbindlichen Aussagen liefern. So verlangen manche Versicherer etwa Risikoaufschläge bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Inkontinenz, andere verweigern bei schwerwiegenden Erkrankungen den Abschluss gänzlich.

Private Pflegezusatzversicherung: Vergleich/Test

Wer eine Pflegezusatzversicherung abschließen möchte, sollte – nach einer Vorauswahl von in Fragen kommenden Varianten – einige konkrete Angebote einfordern. Es empfiehlt sich, mindestens drei Versicherungen in die engere Wahl zu nehmen, die sich hinsichtlich der Pflegezusatzversicherungs-Leistungen und Beitragszahlungen ungefähr gleichen. Neben der Höhe der Prämien können Interessenten folgende Kriterien für die Entscheidungsfindung heranziehen:

 

  • Leistungsumfang: Zahlt die Versicherung bei allen Pflegegraden sowohl bei Aufenthalt im Pflegeheim als auch bei einer Pflege zu Hause? Wie hoch sind die Leistungen im Pflegefall?
  • Eintritt der Pflegebedürftigkeit: Folgt die Versicherung der Einstufung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK; bei gesetzlich Versicherten) bzw. von MEDICPROOF (bei privat Versicherten) oder legt sie zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit eigene Untersuchungen zugrunde?
  • Wartezeit: Gibt es eine Wartezeit bis zum Beginn der Leistungspflicht der Versicherung oder verzichtet die Versicherung darauf?
  • Beitragsbefreiung: Müssen die Beiträge im Versicherungsfall weitergezahlt werden oder nicht?

Test: Pflegetagegeldversicherungen im Vergleich

Die Stiftung Warentest hat Pflegezusatzversicherungen zuletzt in der Ausgabe 5/2015 der Zeitschrift Finanztest Pflegetagegeldtarife unter die Lupe genommen. Die Tester prüften private Pflegeversicherungen mit und ohne staatliche Förderung sowie Kombinationsangebote anhand von Beiträgen und Leistungen. 2015 galten allerdings noch drei Pflegestufen, die Test­ergeb­nisse sind deshalb nicht auf die seit 2017 geltenden Pflegegrade übertragbar.

Ein Rating von Pflegetagegeld-Tarifen aus dem Jahr 2017 liefert das Institut für Vorsorge und Finanzplanung: Dazu untersuchte das Unternehmen 23 Angebote, die Leistungen für alle fünf Pflegegrade anbieten und nicht staatlich gefördert werden. Verglichen wurden 65 Kriterien in vier Teilbereichen: das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde mit 50 Prozent gewichtet, die Unternehmensqualität mit 25 Prozent, die Flexibilität mit 15 Prozent und der Bereich Service/Transparenz mit zehn Prozent. Kalkulationsgrundlage waren 50 Euro Tagegeld bei Pflegegrad 5, 40 Euro Tagegeld bei Pflegegrad 4, 30 Euro Tagegeld bei Pflegegrad 3, 20 Euro Tagegeld bei Pflegegrad 2 und 10 Euro bei Pflegegrad 1.

Die fünf besten Angebote im Überblick:

Unternehmen/Tarif Gesamtnote
Allianz private Krankenversicherung/
Allianz PflegetagegeldBest
1,1
DKV Deutsche Krankenversicherung/
Pflege Tagegeld PTG
1,4
Hallesche Krankenversicherung/
OLGAflex
1,4
Württembergische Krankenversicherung/
Pflegetagegeld PremiumPlus
1,4
Union Krankenversicherung
PflegePRIVAT Premium Plus
1,4

Das hier angeführte Rating ist ein Beispiel für eine von mehreren Bewertungen. Die Ergebnisse anderer Ratings können durchaus anders ausfallen.

Doch wie schon bei den Pflegezusatzversicherung-Tarifrechnern gilt auch hier: Wer an einer privaten Pflegeversicherung interessiert ist, sollte prüfen, ob die favorisierte Variante überhaupt zur eigenen Lebenssituation – Alter und Erkrankungsgeschichte – passt. Ein solcher Pflegeversicherung-Test kann daher allenfalls einen ersten Eindruck über die üblichen Konditionen verschaffen.

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Erstelldatum: 7102.50.5|Zuletzt geändert: 1202.40.51
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