Das Coronavirus und seine Auswirkungen auf die Pflege: Fragen & Antworten

FAQ zu Coronavirus und Pflege

In Deutschland steigen die offiziell gemeldeten Fallzahlen des neuartigen Coronavirus täglich weiter an. Bund und Länder haben sich auf ein umfangreiches Kontaktverbot geeinigt, das bundesweit für mind. 14 Tage gilt (Quelle 5: Tagesschau, Stand 22.03.2020).

COVID-19 stellt den Pflegebereich vor besondere Herausforderungen: Wie gestaltet sich der Alltag in den kommenden Wochen für Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Pflegekräfte? Wie kann ich den Kontakt zu Oma oder Opa aufrechterhalten? Wie bleibt mein Kühlschrank voll, wenn ich zu einer Risikogruppe gehöre? Was für besondere Hygienemaßnahmen sollte ich bei der Pflege zuhause beachten? In dieser Ausnahmesituation liefert pflege.de Betroffenen und Angehörigen der Risikogruppen regelmäßig Antworten auf aktuelle Fragen, die rund um das Coronavirus in der Pflege entstehen.

Inhaltsverzeichnis

In den nächsten Tagen und Wochen ist das oberste Ziel, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Kurve der Infizierten zu strecken. Halten wir uns als Gesellschaft an die empfohlenen Maßnahmen, leisten wir alle unseren Beitrag dazu, dass das deutsche Gesundheitssystem nicht überlastet. Außerdem können wir dazu beitragen, dass die Sterblichkeitsrate niedrig bleibt – indem wir chronisch kranke und ältere Menschen vor einer Infektion schützen. Für sie ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs höher.

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Allgemeines zum Coronavirus
Was mache ich, wenn ich den Verdacht auf COVID-19 habe?

Wer Symptome wie Husten oder Atemnot, Fieber und Gliederschmerzen bemerkt, ruft seinen Arzt und auf Anweisung beim zuständigen Gesundheitsamt an und teilt den Verdacht telefonisch mit. Alternativ können Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 wenden.

Welches Gesundheitsamt für Sie oder Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zuständig ist, erfahren Sie auf der Seite des Robert Koch-Instituts: https://tools.rki.de/PLZTool/

Ansonsten gilt: Bleiben Sie zuhause, beachten Sie die geltenden Hygieneregeln und meiden Sie unnötige soziale Kontakte. (Quelle 1: RKI, Stand: 16.03.2020)

Wie unterscheiden sich Krankheitszeichen des Coronavirus von einer Grippe oder Erkältung?

COVID-19 kann sich durch eine Reihe unspezifischer Symptome bemerkbar machen, die an eine gängige Erkältung oder Grippe erinnern, betrifft aber häufiger die unteren Atemwege.

Typische Erkältungssymptome wie Schnupfen, Halsschmerzen und Niesen treten nach bisherigen Berichten seltener auf, dafür verstärkt trockener Husten, Atemnot und Fieber.

Als Laie ist es kaum möglich, eine Infektion mit dem Coronavirus von einer plötzlich eintretenden Grippe zu unterscheiden. Entscheidend für den Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion ist nach derzeitigem Stand der potenzielle Kontakt mit anderen Erkrankten oder der Aufenthalt in einem COVID-19-Risikogebiet.

Leichter kann man das Coronavirus von einer Erkältung abgrenzen. Sie entwickelt sich meist schleichend: Oft kratzt zunächst nur der Hals, später kommen Husten, erhöhte Temperatur oder andere Symptome dazu. Man fühlt sich zwar krank, aber nicht so kraftlos wie bei einer Grippe.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Diese erfolgt vorrangig über die Schleimhäute oder Atemwege, aber auch durch den Kontakt über die Hände, die das Virus dann zu Mund, Auge und Nase führen. Eine Schmierinfektion ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. (Quelle 1: RKI, Stand: 16.03.2020)

Kann ich mich über Lebensmittel oder die Oberflächen von Gegenständen anstecken?

Eine Übertragung des neuen Coronavirus über kontaminierte Lebensmittel oder andere Gegenstände ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung unwahrscheinlich. Trotzdem sollten beim Umgang mit entsprechenden Produkten die allgemeinen Hygieneregeln wie regelmäßiges, gründliches Händewaschen beachtet werden. Lebensmittel sind vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Die Viren sind hitzeempfindlich, sodass sich das Infektionsrisiko durch eine entsprechende Zubereitung zusätzlich verringern lässt. (Quelle 2: BfR, Stand: 17.03.2020)

Der Hauptübertragungsweg des neuen Coronavirus ist die Tröpfcheninfektion – vorrangig über die Schleimhäute oder Atemwege, aber auch durch den Kontakt über die Hände. Deshalb ist eine gründliche Händehygiene wichtiger Teil der Prävention. (Quelle 1: RKI, Stand: 18.03.2020)

Wie lang ist die Inkubationszeit beim Coronavirus?

Schätzungen zufolge beträgt die Inkubationszeit bis zu 14 Tage. An Durchschnittswerten der WHO gemessen dauert sie 5 bis 6 Tage. (Quelle 1: RKI, Stand: 16.03.2020)

Für welche Personengruppen ist eine Infektion mit dem Virus besonders gefährlich?

Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben folgende Personengruppen (Quelle 1: RKI, Stand: 16.03.2020):

  • ältere Personen ab ca. 50 bis 60 Jahren
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung) oder der Lunge (z. B. Asthma, COPD)
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) mit Begleiterkrankungen
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)
Was bedeutet das Coronavirus für mich, wenn ich zur Risikogruppe gehöre?

Generell sollte jeder, insbesondere aber Personen, die zu einer der Risikogruppen gehören, die empfohlenen Hygieneregeln befolgen und Abstand zu Erkrankten halten, ca. 2 Meter. Sie sollten den Körperkontakt zu anderen Menschen zudem meiden und explizit aufs Händeschütteln und Umarmungen verzichten.

Wie kann ich mich am besten vor einer Ansteckung schützen?

Hust- und Niesregeln helfen vor der Verbreitung des neuartigen Coronavirus. Achten Sie auf eine gründliche Händehygiene und halten Sie Abstand zu Menschen von ca. 1 bis 2 Metern. Verzichten Sie aufs Händeschütteln. Menschen, die Atemwegssymptome aufweisen, wird nahegelegt, zuhause zu bleiben. (Quelle 1: RKI, Stand: 16.03.2020)

Wann sollte ein Arzt einen Test auf das neue Coronavirus veranlassen?

Das Robert Koch-Institut hat Richtlinien herausgegeben, wie Ärzte ermitteln können, bei welchen Patienten eine Laboruntersuchung auf das neue Coronavirus durchgeführt werden sollte. Dies gilt hauptsächlich unter folgenden Faktoren:

  • Der Patient hatte Kontakt zu einem Erkrankten, bei dem im Labor eine COVID-19 Diagnose gestellt wurde.
  • Man war in den in einem Risikogebiet, in dem es bereits zu vielen COVID-19 Erkrankungen gekommen ist.
  • Beim Patienten besteht eine Vorerkrankung oder eine Atemwegserkrankung, die schlimmer wird (Atemnot, hohes Fieber etc.).
  • Man ist bei der Arbeit oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt gekommen, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben (z. B. im Krankenhaus oder der Altenpflege).

Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollten Betroffene zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern meiden und eine gründliche Händehygiene einhalten. (Quelle 1: RKI, Stand: 16.03.2020)

Gibt es einen Impfstoff gegen COVID-19?

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keinen Impfstoff, der vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützt. Weltweit wird intensiv an der Entwicklung gearbeitet. Wann ein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 verfügbar sein wird, ist derzeit noch nicht zu sagen. (Quelle 1: RKI, Stand: 16.03.2020) Besonders aus diesem Grund ist es wichtig, die Anzahl der Neuinfektionen durch sozialen Kontakt zu verringen, um Zeit für einen wirksamen Wirkstoff zu gewinnen.

Kann eine Grippeschutzimpfung gegen das Coronavirus vorbeugen?

Nein, die Grippeimpfung könnte das Risiko einer Grippeerkrankung senken, nicht aber vor einer Infektion mit COVID-19 schützen.

Eine Grippeschutzimpfung könnte zudem eine Abgrenzung zwischen Grippe- und COVID-19-Symptomen erleichtern. Zusätzlich könnte durch eine geringere Anzahl grippekranker Patienten das Gesundheitssystem entlastet werden. Es ist daher sinnvoll, den Impfstatus zu überprüfen und in Rücksprache mit dem Hausarzt ggf. versäumte Impfungen nachzuholen. (Quelle 3: BMG, Stand: 19.03.2020)

Warum verbreitet sich das Coronavirus so schnell?

Das neuartige Coronavirus muss laut Angaben des deutschen Virologen Christian Drosten nicht erst in die Lunge gelangen, um sich vermehren zu können. Dies geschehe bereits im Rachen. Entsprechend kürzer sei auch der Weg der Viren aus dem Körper heraus – ein Grund dafür, dass sich COVID-19 so schnell über Tröpfcheninfektion verbreitet. „Wir konnten selbst bei Patienten, die erst seit ein paar Tagen Erkältungssymptome hatten und sich ab und zu schüttelten, Viren aus einem Rachenabstrich im Labor replizieren“, sagte Drosten in einer Pressekonferenz im Februar 2020. „Das ist bei SARS nie gelungen.“

Wie kann ich mein Immunsystem stärken, um für Viren weniger anfällig zu sein?

Die wichtigsten Schritte, um einer Infektion mit COVID-19 vorzubeugen, sind eine regelmäßige, gründliche Handhygiene und Abstand zu anderen Menschen.

Zusätzlich können Sie Ihr Immunsystem stärken, indem Sie:

  • nicht unterkühlen
  • genügend schlafen (ca. 8 Stunden pro Nacht)
  • ausreichend viel Wasser trinken (mind. 1,5 Liter pro Tag)
  • sich täglich 30 bis 60 Minuten an der frischen Luft bewegen (dabei Menschenmengen unbedingt meiden)
  • Ihre Wohnung regelmäßig lüften sich gesund und ausgewogen ernähren (viel frisches Obst und Gemüse)
  • auf Nikotin und Alkohol verzichten
  • Ruhe bewahren und positiv bleiben
  • ausreichend Nahrung aufnehmen. Bei Menschen mit Schluckstörungen kann Trinknahrung unterstützend helfen.

Diese Schritte sind kein sicherer Schutz vor COVID-19, können einer Infektion aber vorbeugen.

Welche Quellen im Internet liefern vertrauenswürdige Informationen rund um das Coronavirus?

Aktuelle und vertrauenswürdige Informationen finden Sie z. B. beim Robert Koch-Institut und beim Bundesministerium für Gesundheit.

Regeln für den Alltag
An welche Regeln muss ich mich halten? (Stand: 23.03.-06.04.2020)

Bund und Länder einigten sich auf klare Regeln, die für mind. 14 Tage (bis 06.04.2020) gültig sind. Bürger werden aufgerufen, sich an diese Regeln zu halten, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Ein Verstoß wird sanktioniert.

Bundesweit gelten folgende Maßnahmen:

  1. Bürger sind angehalten, den sozialen Kontakt zu Personen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren Es geht darum, physische Distanz zu Menschen zu halten.
  2. Im öffentlichen Raum gilt ein Mindestabstand zu anderen Menschen von mind. 1,5 m, besser noch von 2 m. Das betrifft die Menschen, mit denen Sie nicht in einem Hausstand zusammenleben.
  3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, in Begleitung einer weiteren Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Treffen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen werden verboten.
  4. Weiterhin möglich sind der Weg zur Arbeit oder zur Notbetreuung, die Teilnahme an erforderlichen Terminen, Hilfe für andere, individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft und andere notwendige Tätigkeiten. Es ist also weiterhin möglich, dass pflegende Angehörige die Pflege sicherstellen.
  5. Privat wie öffentlich sind Gruppen feiernder Menschen inakzeptabel.
  6. Gastronomiebetriebe schließen. Nur noch die Lieferung oder Mitnahme von Speisen und Getränken ist gestattet.
  7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege (u. a. Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios) schließen. Ausnahmen gelten für medizinisch notwendige Dienste (bspw. Physiotherapie, medizinische Fußpflege).
  8. In allen Betrieben sind Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter sind umzusetzen.
  9. Die Maßnahmen haben eine Geltungsdauer von mind. zwei Wochen.

Diese Regeln gelten einheitlich für ganz Deutschland. Es wird auf eine bundesweite Ausgangssperre verzichtet. Stattdessen setzen Bund und Länder auf ein umfangreiches Kontaktverbot. (Quelle 5: Tagesschau, Stand 22.03.2020)

Welche generellen Hygienemaßnahmen soll ich zuhause befolgen?

Bereits einfache Hygienemaßnahmen können helfen, sich und andere vor COVID-19 zu schützen. Beachten Sie zuhause folgende Tipps:

  • Händewaschen: Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände (mind. 20 Sekunden) mit Seife unter fließendem Wasser.
  • Niesetiquette: Niesen Sie auch im privaten Umfeld nur in die Armbeuge oder in ein Taschentuch. Entsorgen Sie das Taschentuch umgehend in einem Mülleimer mit Deckel.
  • Hände aus dem Gesicht: Halten Sie die Hände von Ihrem Gesicht fern.
  • Lüften: Lüften Sie regelmäßig alle Räume Ihrer Wohnung.
  • Waschen: Waschen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Textilien (Kleidung, Putztücher, Spüllappen, Handtücher, Bettwäsche etc.) – sofern möglich – bei 60 Grad Celsius.
Ich habe gesundheitliche Beschwerden und möchte mit einem Arzt sprechen. Arztpraxen sind überlastet und der Aufenthalt im Wartezimmer bringt Ansteckungsgefahr mit sich. Was kann ich tun?
  • Beim Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion

Sollten Sie aufgrund Ihrer Symptome einen Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Virus SARS-CoV-2 haben, rufen Sie unbedingt vorher beim Arzt an. Auch eine Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Gesundheitsamt ist möglich. Dieses Vorgehen ermöglicht, dass eine isolierte Untersuchung organisiert und eine Ansteckung im Wartezimmer verhindert werden kann.

  • Bei anderen Symptomatiken

Weisen Sie andere gesundheitliche Beschwerden auf, unabhängig vom Coronavirus, wägen Sie ab, wie notwendig ein Arztbesuch ist. Falls möglich, kontaktieren Sie Ihren Arzt zunächst telefonisch und beschreiben Ihre Symptome. Beschreiben Sie Ihre Symptomatik so detailliert wie möglich. Je nach Beschwerden, kann Ihr Anliegen ggf. am Telefon geklärt werden.

Zur Entlastung der Hausarztpraxen können Krankschreibungen derzeit telefonisch vorgenommen werden. Sollte ein persönliches Erscheinen notwendig sein, sprechen Sie vorher mit dem Arzt ab, ob Sie besondere Sicherheitsvorschriften befolgen sollten.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Service der Videosprechstunde in Anspruch zu nehmen. Die sonst geltende Begrenzung auf jeden fünften Patienten pro Quartal, wurde aufgrund des aktuellen Bedarfs vorerst aufgehoben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ab, ob er die Beratung per Video anbietet. Es ist auch möglich, die Videosprechstunde bei einem Arzt in Anspruch zu nehmen, bei dem Sie vorher noch nicht in Behandlung waren. Telemedizin-Anbieter wie Teleclinic können im Einzelfall sofort per Videosprechstunde helfen.

Ich habe Symptome, kann meinen Hausarzt aber nicht erreichen. Was kann ich tun?

In diesem Fall empfiehlt das Robert Koch-Institut: Wenden Sie sich bitte telefonisch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Ich fühle mich gesund. Warum ist es trotzdem wichtig, Kontakte zu meiden?

Besonders jüngere Menschen neigen zu einem milderen Krankheitsverlauf. Auch wenn sie keine Symptome zeigen, können sie mit dem Virus infiziert sein und zu Überträgern werden.

Physisch Abstand zu anderen Menschen zu halten, ist eine Maßnahme, die Ausbreitung der Infektion zu verlangsamen. Ohne Maßnahmen würden sich die Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit ansteigen und das Gesundheitssystem an seine Grenzen bringen – z. B. im Hinblick auf die Zahl der Krankenhausbetten, Beatmungskapazitäten, verfügbares Personal und medizinische Ausrüstung).

Gelingt es, die Pandemie zu bremsen, gibt es insgesamt eine ähnliche Zahl an Infizierten, allerdings über einen längeren Zeitraum verteilt. Eine Überforderung des Gesundheitssystems lässt sich so vermeiden, was sich in der geringeren Sterblichkeitsrate wiederspiegelt.

Wann muss man in Quarantäne?

Eine Quarantäne wird nach Prüfung des Gesundheitsamts angeordnet, sobald ein hohes Risiko besteht, dass man sich mit COVID-19 infiziert hat. Dies ist i. d. R. der Fall, wenn man

  • innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt (mindestens 15 Minuten, weniger als 2 Meter Abstand) zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte und/oder
  • in einem COVID-19 Risikogebiet war.

Nicht in Quarantäne muss, wer:

  • innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum ohne engen Kontakt (wenig er als 15 Minuten, mehr als 2 Meter Abstand) mit einem Erkrankten mit einer COVID-19-Diagnose und/oder
  • in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 war.

Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson. Im Fall von Krankheitszeichen einer Atemwegserkrankung sollte man sich jedoch an seinen Arzt, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 oder an das zuständige Gesundheitsamt wenden. (Quelle 1: RKI, Stand: 17.03.2020)

Ich bekomme kein Desinfektionsmittel. Kann ich es selbst herstellen?

Ja, es ist möglich, Desinfektionsmittel selber anzumischen. In einer Pressemitteilung vom 05.03.2020 riet die Apothekerkammer Berlin allerdings aus verschiedenen Gründen davon ab:

  • Die Apothekerkammer Berlin warnte davor, mit entzündlichen Chemikalien zu hantieren.
  • Derzeit kommt es zu Engpässen bei den Rohstoffen zur Herstellung von Desinfektionsmittel. Dieses wird in Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen oder Krankenhäusern dringender gebraucht, da das Personal sich ebenso vor anderen Viren schützen muss.
  • Im häuslichen Umfeld ist das gründliche und regelmäßige Händewaschen mit Seife die wichtigste Hygienemaßnahme.

Bei der Pflegehilfsmittelbox „curabox“ zur Infektionsprophylaxe kommt es zeitweise zu Verzögerungen und einzelnen Engpässen. Grundsätzlich ist sie jedoch lieferfähig, was auch das Sterillium (1x Box und Person) anbelangt. Mehr Informationen lesen Sie hier.

Informationen für Pflegebedürftige
Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf Pflegegrad-Begutachtungen?

In einer Pressekonferenz vom 19.03.2020 teilte Gesundheitsminister Jens Spahn mit, dass Pflegegrad-Begutachtungen bis September auf Aktenbasis bzw. ergänzend per Telefon oder Video durchgeführt werden. Vor-Ort-Begutachtungen wird es demnach vorerst nicht mehr geben. Dies gelte laut Spahn sowohl für den MDK als auch für die Begutachtungsdienste der privaten Versicherungen (MEDICPROOF).

Was ist mit verpflichtenden Beratungsgesprächen (§ 37.3) durch Pflegedienste oder Alternativdienste?

In einer Pressekonferenz vom 19.03.2020 verkündete Jens Spahn, dass Beratungsbesuche von ihrer Verpflichtung vorerst befreit werden, um unnötige Kontakte mit Pflegebedürftigen zu vermeiden. Auf Wunsch können sie jedoch weiterhin stattfinden. Wo möglich sollen sie jedoch per Telefon oder Video stattfinden.

Wie kann ich dringend benötigte Medikamente trotz maximaler sozialer Distanz erhalten?

Betroffenen aus Risikogruppen wird dringend geraten, unnötige Kontakte zu vermeiden. Dazu gehören Einkäufe genauso wie Apothekenbesuche. Eine nicht allen bekannte Alternative istsich Medikamente nach Hause liefern zu lassen. Dafür gibt es verschiedene Optionen.

Hinweis: Im Idealfall lassen sich Betroffene aus Risikogruppen die Medikamentenlieferung vor die Haustür abstellen, damit sie den Kontakt zum Zusteller vermeiden. Zum Schutz der Empfänger verzichten die meisten Logistikunternehmen derzeit bei der Paketübergabe auf die eigenhändige Empfangsbestätigung. Auch wenn eine Übertragung über Oberflächen unwahrscheinlich ist, waschen Sie sich gründlich die Hände, nachdem Sie eine Lieferung entgegengenommen haben.

  • Ortsansässige Apotheken: Viele Apotheken bieten einen Lieferservice. Kontaktieren Sie Ihre Apotheke und erkundigen Sie sich nach Liefermöglichkeiten. 
  • Online bestellen, regional beziehenaponow ist ein Anbieter, der mit regionalen Apotheken vor Ort kooperiert. Kunden wählen Ihre regionale Apotheke aus und bekommen per Online-Bestellung Medikamente nach Hause geliefert. 
  • Versand-Apotheke: Sie können sich Medikamente auch online bestellen und per Post liefern lassen. Versand-Apotheken sind beispielsweise die Shop Apotheke, DocMorris oder myCare 
  • Hilfe von Verwandten: Wenn Angehörige und Bekannte in der Nähe wohnen, die nicht zur Risikogruppe gehören, können auch sie unterstützen und Besorgungen für Sie erledigen.
Ein ambulanter Pflegedienst kommt täglich zu mir nach Hause. Auf was muss ich besonders achten, um eine mögliche Virus-Übertragung zu verhindern? Sollte ich ihn überhaupt noch in meine Wohnung lassen?

Auch die Pflegedienste haben ihre Hygienemaßnahmen verschärft. Viele Pfleger tragen nun neben Handschuhen auch Mundschutz. Achten Sie darauf, dass die jeweilige Pflege- und Betreuungskraft die Standards zur Hygiene einhält. Fordern Sie im Zweifel auf, Mundschutz zu nutzen.

Sind Sie auf die Hilfe des Pflegedienstes angewiesen, sollten Sie ihn in jedem Fall weiterhin in Ihr Haus lassen, andernfalls ist es ggf. möglich, dass Sie Ihren Auftrag pausieren lassen. Setzen Sie sich dazu mit Ihrem Pflegedienst in Verbindung.

Ich gehöre zu einer Risikogruppe und befürchte, mich beim Einkaufen anzustecken. Wie schaffe ich es, dass ich weiterhin mit Lebensmitteln versorgt bin?
  • Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach Hilfe

Wenn Sie einer Risikogruppe angehören, fragen Sie in Ihrem Familien- und Freundeskreis, wer den Einkauf für Sie übernehmen könnte. Haben Sie keine Scheu, Ihre Kinder, Enkel, Freunde oder Nachbarn um Hilfe zu bitten. Achtung: Weil sich Ihre Freunde oder Verwandten potenziell angesteckt haben könnten, bleiben Sie bei der Übergabe des Einkaufs unbedingt auf Abstand.

  • Halten Sie Präventionsmaßnahmen ein

Sollten Sie niemanden finden, der den Einkauf für Sie erledigen könnte, gelten die gleichen Empfehlungen wie sonst auch:

  1. Halten Sie 1,5-2 Meter Abstand zu anderen Menschen.
  2. Vermeiden Sie Körperkontakt.
  3. Waschen Sie sich vor und nach dem Einkauf gründlich die Hände.
  4. Vermeiden Sie, sich ins Gesicht zu fassen.
  5. Reduzieren Sie die Anzahl an Einkäufen – wenn möglich – durch größere Einkäufe.
  • Nutzen Sie Lieferservices
  1. Lieferservices durch Supermarktketten (z. B. REWE Lieferservice)
  2. Getränkelieferanten (z. B. Flaschenpost, Durstexpress)
  3. Essen auf Rädern (z. B. Apetito*)
Ist es ratsam, derzeit gesundheitsorientierte Termine (z. B. Physiotherapie, med. Fußpflege) wahrzunehmen?

Damit die Infektionszahlen Die Bevölkerung ist aufgerufen, bis zum 06.04.2020 nur dringend notwendige medizinische Dienste in Anspruch zu nehmen. Nach Möglichkeit sollten Sie also den Termin verschieben.

Ist es nicht besser, selbst als pflegebedürftiger, älterer Mensch Zeit in der Natur zu verbringen, als sich zuhause zu isolieren?

Frische Luft ist wichtig für Ihre Gesundheit und das Immunsystem. Der Aufruf, zuhause zu bleiben, bedeutet nicht zwingend, dass Sie dauerhaft in Ihrem Haus/Ihrer Wohnung bleiben sollen. Machen Sie zwischendurch Spaziergänge, bspw. im Wald. Vermeiden Sie dabei öffentliche Plätze, an denen es zu größeren Menschenmengen kommen kann. (Quelle 4 BMG, Stand 20.03.2020)

Informationen für pflegende Angehörige
Was bedeutet das Kontaktverbot für pflegende Angehörige, die nicht in einem Haushalt mit Pflegebedürftigen wohnen?

Das Kontaktverbot schränkt das öffentliche Leben ein. Untersagt ist bzw. sind u. a.

  • das Betreten von öffentlichen Plätzen wie Parks etc.,
  • die Teilnahme an Veranstaltungen,
  • Sportaktivitäten im Verein oder Fitnessstudio.

Ausnahmen gelten für

  • den Weg zur Betreuung von Hilfs- und Pflegebedürftigen
  • die Fahrt zur Arbeit und zurück (wenn Arbeit im Home Office nicht möglich ist)
  • notwendige Arztbesuche
  • notwendige Einkäufe in Supermärkten, Apotheken, Sanitätshäusern
  • Spaziergänge mit dem Hund (auf Abstand zu anderen Menschen achten)
  • Sportarten an der frischen Luft (alleine oder mit der Person, mit der Sie zusammenleben)

(Quelle 4 BMG, Stand 20.03.2020)

Es wird auf eine bundesweite Ausgangssperre verzichtet. Stattdessen setzen Bund und Länder auf ein umfangreiches Kontaktverbot. (Quelle 5: Tagesschau, Stand 22.03.2020)

Mein Angehöriger befindet sich im Pflegeheim und ich darf ihn nicht besuchen. Wie kann ich trotzdem mit ihm Kontakt halten?

Wie Sie mit Ihrem Angehörigen weiterhin in Kontakt bleiben, hängt von technischen und gesundheitlichen Gegebenheiten ab.

Über Telefon, Handy oder Tablet können Sie natürlich telefonieren, Nachrichten schreiben oder sogar Videotelefonie nutzen. Beispielsweise bietet Media4Care* ein Senioren-Tablet an, mit dem sich Nutzer neben der sehr einfachen Videotelefonie auch mit speziellen Spielen die Zeit vertreiben können. Dies könnte eine Option sein, wenn kein Handy oder Computer vorhanden ist, und Sie eine einfach zu nutzende Lösung wünschen.

Weil das Coronavirus wahrscheinlich nicht über Oberflächen übertragen wird, können Sie Ihrem Angehörigen natürlich auch einen Brief schicken. Legen Sie doch Bilder bei als kleine Überraschung. Ob die Post wie gehabt durchgestellt wird, klären Sie am besten telefonisch mit der Pflegeheimleitung. 

Wie kann sich mein Angehöriger im Pflegeheim beschäftigen, wenn Aktivitäten gestrichen werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dass Ihr Angehöriger sich trotz Besuchsverbot und gestrichener Aktivitäten beschäftigen kann. Inwieweit das möglich ist, hängt von technischen und gesundheitlichen Begebenheiten ab. Unter anderem können Sie über Telefon, Handy oder Tablet Videotelefonieren oder Nachrichten schreiben. Media4Care bietet Senioren Tablets* an, die neben der Videotelefonie auch für Beschäftigung* (wie Spiele) genutzt werden können.

Sie können Ihrem Angehörigen auch ein Päckchen schicken, bspw. mit Zeitschriften, Büchern, Rätsel-Heften und einem persönlichen Brief. Sofern es erlaubt ist, kann Ihr Angehöriger auch mit anderen Pflegeheimbewohnern Gesellschaftsspiele spielen, um so auch weiterhin sozialen Kontakt zu halten.

Wenn ich meinen Angehörigen im Pflegeheim in einer Notsituation dringend sehen muss, was gibt es zu beachten?

Sollte ein dringender Besuch unvermeidbar sein, achten Sie bitte auf überdurchschnittlich hohe Schutzmaßnahmenindem Sie z. B. 

  • frische Klamotten anziehen, 
  • bei Betreten der Einrichtung äußerst gründlich Hände waschen oder desinfizieren und 
  • einen Mund-Nasenschutz tragen. Dieser lässt sich auch aus T-Shirts, Küchentüchern und Ähnlichem herstellen. Praktische Anleitungen finden Sie unter der Initiative „Maskeauf“ (Quelle 6: 10drei e. V.).

Sollten Gegenstände mitgebracht werden, desinfizieren Sie diese mit Flächendesinfektionsmittel oder wahlweise Seifenwasser. 

Mein Unternehmen unternimmt keine Maßnahmen in Hinblick auf die Corona-Pandemie. Ich habe Sorge, meinen vorerkrankten Angehörigen dadurch zu gefährden. Gibt es keine Vorgaben für Arbeitgeber?

Der Katastrophenfall setzt das Weisungsrecht des Arbeitgebers nicht außer Kraft. Arbeitnehmer müssen weiterhin ihrer Arbeit nachkommen, wenn es vom Arbeitgeber angewiesen wurde und mit keiner Gesundheitsgefährdung verbunden ist.

Wenn Sie Rechtsberatung wünschen, können Sie sich an einen Anwalt oder ein Rechtsberatungsportal wie z. B. Advocado* wenden.

Generell ist es ratsam, dass Sie das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen und ihn auf Ihre individuelle Situation und Sorge aufmerksam machen. Gegebenenfalls finden Sie gemeinsam eine Lösung.

Mein pflegebedürftiger Angehöriger ist sehr nachlässig, was Hygieneregeln betrifft und reagiert darauf mit Ignoranz und Gleichgültigkeit. Was kann ich zum Selbstschutz tun?

Sich selbst können Sich am besten durch die allgemeinen Hygienemaßnahmen schützen. Das beinhaltet vor allem Ihre Handhygiene. Waschen Sie sich die Hände gründlich mit Wasser und Seife, insbesondere vor und nach dem Kontakt mit Ihrem Angehörigen und/oder desinfizieren Sie Ihre Hände.

Bevor Sie Ihre Hände gereinigt haben, vermeiden Sie es, sich ins Gesicht zu fassen. Krankheitserreger können leicht von den Händen an die Schleimhäute (Nase und Mund) oder über das Bindegewebe des Auges in den Körper gelangen. Außerdem achten Sie drauf, dass benutzte Taschentücher umgehend in einem Mülleimer entsorgt werden.

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf Pflegegrad-Begutachtungen?

In einer Pressekonferenz vom 19.03.2020 teilte Gesundheitsminister Jens Spahn mit, dass Pflegegrad-Begutachtungen bis September auf Aktenbasis bzw. ergänzend per Telefon oder Video durchgeführt werden. Vor-Ort-Begutachtungen wird es demnach vorerst nicht mehr geben. Dies gelte laut Spahn sowohl für den MDK als auch für die Begutachtungsdienste der privaten Versicherungen (MEDICPROOF).

Finden verpflichtende Beratungsgespräche (§ 37.3) durch Pflegedienste oder Alternativdienste noch statt?

In einer Pressekonferenz vom 19.03.2020 verkündete Jens Spahn, dass Beratungsbesuche von ihrer Verpflichtung vorerst befreit werden, um unnötige Kontakte mit Pflegebedürftigen zu vermeiden. Auf Wunsch können sie jedoch weiterhin stattfinden. Wo möglich sollen sie jedoch per Telefon oder Video stattfinden.

Informationen für professionell Pflegende
Welche Hygienemaßnahmen werden speziell in Pflegeeinrichtungen eingehalten?

Auch wenn die Krankheit eine ernstzunehmende Gefahr für Pflegeheimbewohner darstellt, sollte man nicht in Panik verfallen – weder Angehörige noch Bewohner oder Einrichtungsmitarbeiter. Wenn in der Pflegeeinrichtung bislang also kein Verdachtsfall besteht, wird besonders auf das erweiterte Hygienemanagement geachtet. Es muss in jedem Fall sichergestellt sein, dass in einem Ernstfall noch genügend Schutzmaterial zur Verfügung steht. Außerdem wird durch das Besuchsverbot, auf alle vermeidbaren äußeren Einflüsse verzichtet. Auch die Lieferdienste dürfen die Pflegeeinrichtungen nicht mehr betreten.

Was wird getan, um die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte zu reduzieren?

Gesundheitsminister Jens Spahn hat am 19.03.2020 in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in Deutschland Maßnahmen vorgestellt, die die Pflege ab sofort von jeder nicht unbedingt notwendigen Form der Bürokratie entlasten sollen:

  1. Die indikatorengestützte Qualitätsprüfung von Pflegeeinrichtungen wird bis Ende September ausgesetzt, es sollen nur noch anlassbezogene Prüfungen stattfinden.
  2. Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes (MDK) sollen, wenn möglich, von Krankenhäusern, Pflegeheimen etc. abbestellt werden können.
  3. Mit COVID-19 infizierte Pflegekräfte müssen Pflegekassen gemeldet werden, um Engpässe zu überbrücken. Ersatzpersonal wird aus anderen Einrichtungen organisiert.
  4. Der vereinbarte Personalschlüssel wird befristet ausgesetzt.

Zusätzlich unterstützt der Bund die Länder verstärkt bei der Versorgung mit Schutzausrüstung.

Welche Hygiene- und Schutzmaßnahmen sind vor allem in Pflegeberufen wirksam, um eine Ansteckung zu vermeiden?

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand erfolgt die Übertragung des COVID-19 Virus über Tröpfcheninfektion. Die Krankheitserreger werden über feinste Speichel- oder Schleim Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Deshalb spielt die konsequente Umsetzung der Basishygiene wie Flächendesinfektion, sog. Barrieremaßnahmen (bspw. Einmalhandschuhe und ggf. Mundschutz) und Handhygiene eine besonders große Rolle. Damit wird sichergestellt, dass die Weiterverbreitung der Krankheit so gering wie möglich gehalten wird.

Was passiert, wenn Pflegekräfte oder Pflegeheimbewohner am Coronavirus erkranken?

Die Alten- und Pflegeheime sind gezwungen, auf die hohen Sicherheitsmaßnahmen zu achten. Das bedeutet auch, dass ein Besuchsverbot in den Einrichtungen eingehalten werden sollte, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Sollte es trotz aller Präventionsmaßnahmen dazu kommen, dass sich eine Pflegekraft oder ein Pflegeheimbewohner mit dem Coronavirus infiziert, sind Maßnahmen wie die Quarantäne eines Einzelnen oder die Quarantäne der gesamten Pflegeeinrichtung möglich. Grundsätzlich legt das zuständige Gesundheitsamt im Einzelfall das konkrete Vorgehen fest, in Hinsicht auf Quarantäne- und Hygienemaßnahmen sowie auf die Dauer der Maßnahmen.

Wenn Pflegekräfte erkranken, bleiben sie – je nach Krankheitsverlauf – in häuslicher Quarantäne oder in ärztlicher Behandlung. Aktuell sollen auch Pflegekräfte aus weniger betroffenen Einrichtungen (insbesondere auch aus Tagespflegeeinrichtungen) aushelfen. Bislang geltende Personalschlüssel sollen für gewisse Zeit ausgesetzt werden, sodass etwaige Sanktionen aktuell nicht greifen.

Ich bin vorerkrankt und in der Pflege tätig. Darf ich zum Selbstschutz der Arbeit fernbleiben?

Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt und klären Sie ihn telefonisch über Ihr Problem auf. Vermeiden Sie dabei den persönlichen Kontakt, denn jeder Gang in eine Arztpraxis ist derzeit zu vermeiden. Ihr Hausarzt ist womöglich vertraut mit Ihrer Krankheit und kann Ihnen weiterhelfen.

Außerdem ist es ratsam, sich mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung zu setzen und ihn über Ihr Anliegen aufzuklären bzw. mit ihm an eine Lösung zu gelangen.

Wenn Sie Rechtsberatung zu diesem Thema wünschen, können Sie sich an einen Anwalt oder ein Rechtsberatungsportal wie z. B. Advocado* wenden.

Aktuell hilfreiche Services & Angebote
Medikamente kaufen – sicher von zuhause

Bestellen Sie über ApoNow* bei einer Apotheke in Ihrer Nähe, ganz sicher und einfach aus Ihrem Wohnzimmer. Sie können eine mögliche Ansteckung vermeiden und kriegen die Medikamente zeitnah geliefert. Oder übernehmen Sie die Bestellung für Ihre Angehörigen.

Leckere Menüs – bequem geliefert

Wenn Sie derzeit auf das Einkaufen verzichten möchten, gibt es die Möglichkeit sich fertige Gerichte direkt vor die Haustür zu liefern. Bei Apetito* haben Sie eine Auswahl von über 200 verschiedenen Menüs. Der Versand ist kostenfrei und Ihr Essen wird innerhalb von 48 Stunden tiefkühlfrisch geliefert.

Alltagshelfer vor Ort für Erledigungen außerhalb der Wohnung

Sie benötigen Hilfe im Alltag, möchten den Kontakt zu Außenstehenden aber meiden? Careship bietet derzeit verschiedene „kontaktlose“ Services an: Lassen Sie sich die Einkäufe an die Tür oder einen Wunschort bringen. Auch Erledigungen wie Apothekengänge oder das Gassigehen mit dem Hund können über Careship möglich gemacht werden. Bei Pflegegrad kann ein Teil der Kosten ggf. von der Pflegekasse übernommen werden.

Lebensmittel bequem nach Hause geliefert bekommen

Wenn Sie den Gang zum Supermarkt derzeit lieber meiden möchten, können Sie ganz einfach auf den Lieferservice von REWE, Edeka oder Amazon zurückgreifen: Einfach online eine Liste an gewünschten Lebensmitteln zusammenstellen und einen Liefertermin festlegen. Die Lebensmittel werden Ihnen dann bis an die Haustür gebracht.

Senioren Tablets: digitales Hilfsmittel für soziale Nähe

Trotz örtlicher Distanz können Sie mit den Senioren Tablets von Media4Care* ganz nah bei Ihren Angehörigen sein. Die Tablets dienen der Unterhaltung und einer abwechslungsreichen Betreuung. Neben der Funktion des Videoanrufs finden Sie unter anderem auch viele Spiele, Filme und Bücher, um sich oder Ihren Lieben die Zeit allein unterhaltsamer zu gestalten.

Gegen Einsamkeit von Senioren: Aktion Telefonengel

Der Retla e. V. bietet Senioren unter der Telefonnummer 089/18910026 (keine Zusatzgebühren) die Möglichkeit, freiwillige Helfer zu erreichen, die Gespräche gegen die Einsamkeit führen.

Erreichbar von 8 bis 22 Uhr, sieben Tage die Woche.

Psychologische Unterstützung für pflegende Angehörige

Als pflegender Angehöriger geht man in Zeiten von Corona durch schwere oder überfordernde Situationen. pflegen-und-leben.de berät Sie gern und gibt Ihnen Tipps bei Überforderung in der Pflege. Eine persönliche, anonyme Beratung, durch ein professionell psychologisches Team, steht Ihnen von montags bis freitags zur Verfügung.

Passende Rechtsberatung zu Ihrem persönlichen Anliegen

Die Corona-Krise wirft viele Fragen auf – auch rechtliche. Sie brauchen zu einer rechtlichen Frage einen Expertenrat? Dann können Sie sich an einen Anwalt oder ein Rechtsberatungsportal im Internet wie z. B. Advocado* wenden.

Rechtliche Vorsorge: Begleitet von Experten

Wer sich Gedanken zu seiner Vorsorge oder der eines Angehörigen macht und Dokumente wie die Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Sorgerechtsverfügung erstellen oder erneuern möchte, muss einiges beachten. Mit Prevago* können Sie online und unkompliziert diese Dokumente erstellen: Rechtssicher und mit allen wichtigen Informationen.

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Erstelldatum: 0202.30.71|Zuletzt geändert: 0202.30.72
Bildquelle
© Korn V. - stock.adobe.com
Quelle 1: Robert Koch-Institut (RKI)
www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html (letzter Abruf 19.03.2020)
Quelle 2: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
www.bfr.bund.de/de/kann_das_neuartige_coronavirus_ueber_lebensmittel_und_gegenstaende_uebertragen_werden_-244062.html (letzter Abruf 19.03.2020)
Quelle 3: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
www.zusammengegencorona.de/ (letzter Abruf 19.03.2020)
Quelle 4: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
www.zusammengegencorona.de/informieren/zuhause-bleiben/ (letzter Abruf 20.03.2020)
Quelle 5: Tagesschau
www.tagesschau.de/inland/kontaktverbot-coronavirus-103.html (letzter Abruf 23.03.2020)
Quelle 6: 10drei e. V.
www.maskeauf.de/
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COVID-19: Ein Epidemiologe schätzt die Corona-Krise ein

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Dr. med. Awi Wiesel
Im Interview
Dr. med. Awi Wiesel
Arzt & Epidemiologe

Dr. med. Awi Wiesel (Jahrgang 1969) ist epidemiologischer Leiter des Geburtenregisters Mainzer Modell zur Erforschung angeborener Fehlbildungen in der Universitätsmedizin Mainz.

Bis 1997 wurde er in Mainz und Frankfurt medizinisch ausgebildet. Nach seiner Dissertation im immunologischen Labor arbeitete er am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Mainz. Bis 2012 erfolgte seine epidemiologische Ausbildung mit dem Abschluss „European Master“.

Neuinfektionen, Geheilte, Verstorbene – die Corona-Situation verändert sich sehr dynamisch. Wie sich die Lage mit und ohne Maßnahmen entwickeln könnte, errechnen Epidemiologen in verschiedenen Szenarien. Im Interview mit pflege.de schätzt der Epidemiologe & Arzt Awi Wiesel die Corona-Pandemie ein.

Dr. Awi Wiesel, erklären Sie uns doch bitte einmal, was ein Epidemiologe überhaupt macht?

Erstelldatum: 0202.30.72|Zuletzt geändert: 0202.30.72
Quelle 1: Johns Hopkins University
coronavirus.jhu.edu/map.html (letzter Abruf 26.03.2020)
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