Dekubitus-Matratzen

Dekubitus-Matratzen

Dekubitus-Matratzen oder „Anti-Dekubitus-Matratzen“ sollen Druckgeschwüren durch langes Liegen vorbeugen und deren Heilung beschleunigen. Sie kommen vor allem bei bettlägerigen Personen zum Einsatz, da hier das Dekubitus-Risiko am größten ist.

pflege.de erklärt, wie die Dekubitus-Matratzen funktionieren, für wen welches Modell geeignet ist und wie die Kostenübernahme funktioniert.

Inhaltsverzeichnis

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Was sind Dekubitus-Matratzen?

Dekubitus-Matratzen sorgen für eine bessere Druckverteilung in der Liegeposition, damit weniger Druck auf empfindliche Körperstellen ausgeübt wird. So verringert sich das Risiko des Wundliegens (Dekubitus) für Personen, die viel Zeit im Bett verbringen müssen.

Das Dekubitus-Risiko steigt erheblich durch länger ausgeübten Druck, aber auch durch stärkeren Druck und geringe Beweglichkeit. Deshalb besteht die Gefahr des Wundliegens vor allem bei Personen, die einen Großteil des Tages im Bett verbringen müssen und sich kaum selbst positionieren können.
Die üblicherweise besonders betroffenen Stellen sehen Sie in der obigen Grafik. Weitere Informationen zum Wundliegen finden Sie in der Themenwelt Dekubitus.

Expertenmeinung

Studien zeigen, dass guter Schlaf entscheidend für eine Dekubitus-Prävention und Dekubitus-Behandlung sind. Eine gute Druckentlastung durch die Matratze im Bett in Kombination mit langen Tiefschlaf-Phasen (und damit weniger Aufwachreaktionen) können die Wundheilung um bis zu 30 Prozent beschleunigen. (1)

Markus  Kamps
Schlafexperte, Schlafcoach und Präventologe mit Fachrichtung Schlaf- und Stressberatung
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Dekubitus-Matratzen: Modelle im Überblick

Grundsätzlich gibt es zwei Funktionsweisen bei Dekubitus-Matratzen: Einmal den regelmäßigen Wechsel der Druckstellen, um keine Stelle dauerhaft zu belasten. Oder alternativ die gleichmäßige Verteilung der Belastung auf eine größere Fläche, damit der Druck an keiner Stelle zu stark wird.

Diese Dekubitus-Matratzen gibt es:

  • Wechseldruckmatratze
  • Weichlagerungsmatratze
  • Hybridmatratze

 

Mikroklima & Dekubitus

Neben der Wahl der richtigen Matratze ist die Luftzirkulation und Temperaturkontrolle bei der Person wichtig. Durch eine zu warme Decke oder nicht atmungsaktive Materialien kann die bettlägerige Person schneller schwitzen. Die dadurch entstandene Feuchtigkeit erweicht das Gewebe sowie die Haut und damit steigt das Risiko für einen Dekubitus.

 

Achten Sie daher auf

  • Leichte, saisonal angepasste Bettdecken
  • Hygienische, atmungsaktive Materialien
  • Regelmäßiges Lüften und Matratzenrotation
Markus  Kamps
Schlafexperte, Schlafcoach und Präventologe mit Fachrichtung Schlaf- und Stressberatung

Wechseldruckmatratze

Eine Wechseldruckmatratze ist eine besondere Luftmatratze mit mehreren ineinander verschachtelten Kammern, die abwechselnd von einer elektrischen Pumpe mit Luft gefüllt werden. Dadurch werden die verschiedenen Hautpartien im Wechsel be- und entlastet.

  • Auch bei höheren Dekubitus-Graden geeignet
  • Mehrfach stündlich wechselnde Druckentlastung
  • Weniger Hitzestau und Schweißbildung
  • Die Bewegung der Matratze kann Schwindelgefühle auslösen, gerade bei Menschen mit Demenz
  • Schwer mit Inkontinenz-Auflagen zu kombinieren
  • Die Pumpen erzeugen Geräusche
  • Erhöhter Stromverbrauch
Info
Eine Matratze ersetzt nicht das Positionieren

Auch wenn Sie sich für eine Dekubitus-Matratze entscheiden, müssen Sie Ihren Pflegebedürftigen weiterhin regelmäßig positionieren. Die Intervalle können aber etwas verlängert werden, was zum Beispiel in der Nacht oder bei Schmerzen eine große Erleichterung sein kann.

Weichlagerungsmatratze

Eine Weichlagerungsmatratze besteht aus einem mehrschichtigen Kaltschaumkern, bei der die liegende Person tiefer einsinken kann. Dadurch wird die Auflagefläche größer und der Druck auf den Körper verteilt sich gleichmäßig. Die verschiedenen Schichten und besondere Schnitte der Weichlagerungsmatratze („Würfelmatratze“) sorgen für eine angenehme und gleichmäßige Druckverteilung.

 

  • Sowohl für Prophylaxe als auch für Therapie von Dekubitus geeignet
  • Viskoelastische Schäume passen sich besonders gut dem Körper an
  • Gut mit Inkontinenz-Auflagen zu kombinieren
  • Gefühl der Umschließung des Körpers kann die Beweglichkeit einschränken
  • Erhöhte Schweißbildung möglich
  • Unterstützung des Rückens nicht immer optimal

 

Neue Entwicklungen in der Matratzen-Technik

Es gibt nicht mehr nur Kaltschaum oder reinen Viscoschaum. Heute setzen sich immer mehr Materialmixe aus Gel, Latex, Kaltschaum und Hybridschaum durch. Diese kombinieren die Druckentlastung mit besserer Klimaregulierung und eignen sich damit hervorragend für die Pflege.

Markus  Kamps
Schlafexperte, Schlafcoach und Präventologe mit Fachrichtung Schlaf- und Stressberatung

 

Hybridmatratze

Eine Hybridmatratze ist eine Art Weichlagerungsmatratze, die zum Teil mit Luftkammern arbeitet. Allerdings werden diese nicht von einer elektrischen Pumpe befüllt, sodass kein Wechseldruck-Effekt entsteht. Insgesamt soll so eine optimale Druckverteilung ohne stärkeres Einsinken entstehen.

 

  • Gute Druckverteilung durch Kombination aus Weichlagerung und Luftzellen
  • Bessere Luftzirkulation als reine Weichlagerungsmatratzen
  • Gut mit Inkontinenz-Auflagen zu kombinieren
  • Höherer Preis im Vergleich zu anderen Dekubitus-Matratzen
  • Aufwändigere Handhabung als andere Modelle

 

Expertenmeinung

Bei Personen, die schnell schwitzen oder überhitzen, empfehle ich Matratzen aus Gelschäumen oder offenporige Hybridmatratzen, da sie die Wärme besser ableiten.

Markus  Kamps
Schlafexperte, Schlafcoach und Präventologe mit Fachrichtung Schlaf- und Stressberatung

Auflagen und Hilfsmittel bei Dekubitus

Als Alternative zur vollständigen Dekubitus-Matratze gibt es auch Matratzenauflagen gegen Dekubitus. Die Auflagen sind günstiger und leichter, sodass sie einfach und schnell zum Einsatz kommen können. Allerdings sind sie auch nicht ganz so effektiv wie vollwertige Dekubitus-Matratzen.

Außerdem gibt es spezielle Positionierungs- und Lagerungshilfen, die ebenfalls bei der Prophylaxe und Therapie von Dekubitus zum Einsatz kommen können. Dazu gehören Kissen für verschiedene Körperpartien oder spezielle Lagerungskeile.

Aber aufgepasst: Kombinieren Sie Hilfsmittel zur Positionierung nicht einfach mit Dekubitus-Matratzen. In vielen Fällen werden die positiven Effekte dadurch nicht verstärkt, sondern aufgehoben. Weiche Auflagen auf einer Wechseldruckmatratze heben zum Beispiel den Wechseldruck-Effekt auf.

Expertenmeinung

Dekubitus-Matratzen sind nicht nur ein Pflegehilfsmittel – sie sind ein wichtiges Element für gesunden Schlaf und bessere Lebensqualität. Wer das Zusammenspiel von Druckentlastung, Mikroklima und Schlafqualität versteht, kann Pflegebedürftigen helfen, länger erholt, sicher und schmerzfrei zu schlafen.

Markus  Kamps
Schlafexperte, Schlafcoach und Präventologe mit Fachrichtung Schlaf- und Stressberatung

Kosten für Dekubitus-Matratzen

Die Kosten hängen vom Hersteller und der Ausführung, aber vor allem von der Art der Dekubitus-Matratze ab. Die folgenden Angaben sollen Ihnen einen Eindruck vom ungefähren Preisrahmen geben. Preise in besonderer Qualität können jedoch auch deutlich über diesen genannten Preisgrenzen liegen.

Kosten nach Art der Matratze:

  • Wechseldruckmatratze: 150 – 800 Euro
  • Weichlagerungsmatratze: 120 – 700 Euro
  • Hybridmatratze: 600 – 1.500 Euro

Die Kosten steigen jedoch deutlich, wenn es sich um Sondermodelle mit besonderen Maßen handelt. Die üblichen Maße orientieren sich an Pflegebetten und liegen bei 90 x 200 cm. Auch Modelle für Personen mit sehr hohem Körpergewicht kosten deutlich mehr.

Dekubitus-Matratzen: Kostenübernahme

Ihre Krankenversicherung kann die Kosten für eine Dekubitus-Matratze übernehmen, denn viele Modelle sind zugelassene Hilfsmittel und im Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog aufgelistet. (2) Sie brauchen dafür eine ärztliche Verordnung, also umgangssprachlich ein „Rezept“.

Die Verordnung stellt Ihnen eine Ärztin oder ein Arzt aus, wenn die Dekubitus-Matratze aufgrund einer Diagnose medizinisch notwendig ist. Also wenn die versicherte Person bereits einen Dekubitus hat oder stark bettlägerig ist und deshalb ein starkes Risiko für ein Wundgeschwür besteht.

Wenn Sie bereits einen Pflegegrad haben, können Sie die Dekubitus-Matratze auch als technisches Pflegehilfsmittel beantragen. Die Kosten übernimmt dann Ihre Pflegeversicherung.

Auch bei der Pflegeversicherung können Sie eine ärztliche Verordnung einreichen. Bei Pflegehilfsmitteln kann aber alternativ auch die schriftliche Empfehlung eines Pflegegutachters oder einer beteiligten Pflegefachkraft ausreichen. Mehr dazu im Ratgeber Technische Pflegehilfsmittel.

Tipp
Prüfen Sie jetzt Ihren Anspruch auf einen Pflegegrad

Dauerhaft bettlägerige Personen haben oft schon einen Pflegegrad, denn eine Pflegebedürftigkeit fängt meistens nicht erst mit Beginn der Bettlägerigkeit an. Ihren derzeitigen Anspruch prüfen Sie jetzt schnell und einfach mit dem kostenlosen Pflegegradrechner von pflege.de.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Dekubitus-Matratze?

Eine Dekubitus-Matratze ist eine Funktionsmatratze für die Prophylaxe und Therapie eines Dekubitus, also eines Geschwürs durch Wundliegen. Die Matratzen arbeiten entweder mit wechselndem Druck, mit der Verteilung von Druck auf eine größere Fläche oder hybrid mit beiden Techniken.

Welche Arten von Dekubitus-Matratzen gibt es?

Zu den Dekubitus-Matratzen gehören vor allem Wechseldruckmatratzen und Weichlagerungsmatratzen. Außerdem gibt es Hybridmatratzen, bei denen die Technik der Weichlagerung mit besonderen Luftkissen verbunden wird.

Was kostet eine Dekubitus-Matratze?

Dekubitus-Matratzen bekommen Sie ab etwa 150 Euro. Besondere Modelle können aber auch weit über 1.000 Euro kosten. In jedem Fall sollten Sie versuchen, die Kosten für die Dekubitus-Matratze über die Krankenversicherung oder die Pflegeversicherung erstattet zu bekommen.

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Erstelldatum: 1202.60.12|Zuletzt geändert: 5202.11.52
(1)
Gefen A, Brienza DM, Cuddigan J, Haesler E, Kottner J.: Our contemporary understanding of the aetiology of pressure ulcers/pressure injuries. (2022)
https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/36736/2021_Gefen_etal.pdf?isAllowed=y&sequence=1 (letzter Abruf am 19.11.2025)
(2)
GKV-Hilfsmittelverzeichnis (o. J.): Produktgruppe: 11 - Hilfsmittel gegen Dekubitus
https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home/verzeichnis/6b532eb4-72b1-4107-8e20-d1b5239bc1b0 (letzter Abruf am 11.06.2024)
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Markus Kamps
 
Markus Kamps
Schlafexperte, Schlafcoach und Präventologe mit Fachrichtung Schlaf- und Stressberatung

Seit drei Jahrzehnten beschäftigt sich Markus Kamps mit Schlaf- und Rückengesundheit: Er ist Schlafexperte, Schlafcoach und Präventologe mit Fachrichtung Schlaf- und Stressberatung. Markus Kamps hält als Buchautor und Keynote Speaker viele Vorträge, Seminare und Workshops in Unternehmen, bietet individuelle Coachings für Führungskräfte, Sportler und VIP-Kunden an und schult Fachkräfte der Betten- und Matratzenbranche. Als Gründer von Schlafkampagne.de und Mitinitiator des „Kompetenz-Zentrums gesunder Schlaf“ sowie Schlafschicht.de engagiert sich Markus Kamps für Aufklärung und Prävention. Seine Expertise ist regelmäßig in Printmedien und im Fernsehen gefragt.

Es ist ein leiser Anfang. Ein Mensch muss plötzlich mehr Zeit im Bett verbringen, die Bewegungen werden langsamer, das Aufstehen fällt schwerer. Noch ist die Haut der Person intakt, noch sind keine Wunden sichtbar – aber das Risiko von Druckgeschwüren wächst still und unbemerkt. Genau hier, in dieser sensiblen Vorstufe, entscheidet sich oft, ob wir es als pflegende Angehörige schaffen, Dekubitus bei unseren Familienmitgliedern zu verhindern oder später mit aufwendigen Pflegesystemen wie Weichlagerungs-, Wechseldruck- oder Hybridmatratzen arbeiten müssen.

Mein Leitsatz „Prävention first“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Setzen Sie früh an, beginnen Sie mit der Prävention eines Dekubitus im Kleinen – damit können Sie im Verlauf viel Leid verhindern. Ich möchte Ihnen im Folgenden eine persönliche Empfehlung geben.

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Erstelldatum: 5202.11.52|Zuletzt geändert: 5202.11.52
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