Kompressionsstrümpfe

Eine Person zieht sich Kompressionsstruempfe an

Schwere, schmerzende Beine – viele ältere oder pflegebedürftige Menschen kennen das Problem. Die Ursache: Ein schwächer werdendes Venensystem tut sich schwer, das Blut aus den Beinen gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen zu pumpen. Hilfe kommt von Kompressionsstrümpfen: Sie unterstützen die Venen mit gezieltem Druck von außen.

pflege.de beschreibt, wie Kompressionsstrümpfe funktionieren, wann die Krankenkasse die Kosten übernimmt und was Sie bei der Pflege beachten sollten.

Inhaltsverzeichnis

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Kompressionsstrümpfe: Funktion, Aufbau, Material

Kompressionsstrümpfe sind medizinische Hilfsmittel, die geschwächte Venen dabei unterstützen, das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen zu transportieren. Außerdem kommt die Kompressionstherapie beispielsweise bei Lipödemen und Lymphödemen zum Einsatz, um Einlagerungen von Flüssigkeit im Gewebe zu verhindern.

Die Strümpfe üben von außen kontrolliert Druck auf das Gewebe und das darin liegende Venensystem aus. Die Folge : Der Durchmesser der Venen verringert sich und die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes steigt. Auf diese Weise kann das Blut wieder besser zurück zum Herzen fließen. Auch die Venenklappen, die verhindern, dass das Blut zurückfließt, funktionieren wieder besser, wenn die Venen enger sind. (1)

Oft werden Kompressionsstrümpfe auch als Stützstrümpfe oder Thrombosestrümpfe bezeichnet. Dabei handelt es sich allerdings um unterschiedliche Arten der Kompressionstherapie.

Info
Die Aufgabe der Venen im Blutkreislauf

Ein dichtes Netz aus Adern, das sogenannte Gefäßsystem, versorgt sämtliche Zellen in unserem Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen. Dazu pumpt das Herz sauerstoffreiches Blut in die Arterien und schickt es auf die Reise. Über die Venen wird dann das Blut wieder zurück zum Herzen befördert, um es über einen Umweg über die Lunge wieder mit Sauerstoff anzureichern.

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Die Kompressionsklassen

Medizinische Kompressionsstrümpfe arbeiten mit einem fest definierten Druckverlauf: Am Knöchel ist der Druck am stärksten und nimmt nach oben hin in festgelegten Schritten ab. Auf diese Weise wird der Abstrom des Blutes optimal unterstützt.

Gemessen wird der Druck in „Millimeter Quecksilbersäule“, kurz mmHg. Es ist die gleiche Maßeinheit, die auch für die Messung des Blutdrucks verwendet wird. Bei der Kompressionstherapie beschreibt der Wert den Ruhedruck, den der Strumpf ohne Bewegung auf das Bein ausübt.

Medizinische Kompressionsstrümpfe gibt es in vier Stärken, den sogenannten Kompressionsklassen: (2)

  • Klasse 1 (18 bis 21 mmHg): Kompressionsstrümpfe dieser Klasse kommen beispielsweise bei Krampfadern zum Einsatz.
  • Klasse 2 (23 bis 32 mmHg): Sie ist die am häufigsten verschriebene Kompressionsklasse.
  • Klasse 3 (34 bis 46 mmHg): Diese Klasse sorgt für eine starke Kompression, wie sie etwa bei schweren Lipödemen notwendig ist.
  • Klasse 4 (mehr als 49 mmHg): Diese Klasse wird nicht so oft benutzt, auch weil sie besonders schwer anzuziehen sind. Stattdessen verwenden Betroffene, die eine sehr starke Kompression benötigen, lieber zwei Strümpfe niedriger Klasse, die sie übereinander ziehen.
Info
Ein- und zweiteilige Kompressionssysteme

Neben den einteiligen Kompressionsstrümpfen können Betroffene sich bei Bedarf auch ein zweiteiliges System anpassen lassen. Es gibt zum Beispiel Kombinationen aus Leggins und Kompressionssocken oder Caprihose und Kniestrümpfen. Der Vorteil: Sie lassen sich leichter anziehen.

Materialkunde

Um den notwendigen Druck ausüben zu können, müssen Kompressionsstrümpfe über eine gewisse Steifigkeit verfügen, auch Stiffness genannt: Je höher die Stiffness, desto stärker ist der Andruck. Aber auch die Strickart beeinflusst, wie viel Stützkraft ein Kompressionsstrumpf hat.

Es gibt flachgestrickte und rundgestrickte Varianten. Der Unterschied: Die flachgestrickten Kompressionsstrümpfe sind im Gegensatz zu rundgestrickten sehr stabil und geben kaum nach. Das ist wichtig, um eine gleichmäßige Andruckstärke halten zu können. Darüber hinaus lassen sich flachgestrickte Strümpfe sehr gut maßanfertigen. Am Ende werden sie hinten oder an der Seite zusammengenäht.

Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden in einem Schlauch gestrickt, haben also keine Naht. Sie sind nachgiebiger, weshalb viele Betroffene sie bequemer finden als die flachgestrickte Variante. Sie lassen sich dadurch aber auch nur schwer maßanfertigen. Stattdessen gibt es sie in verschiedenen Konfektionsgrößen.

Tipp
Lassen Sie sich von Fachpersonal beraten

Damit die Kompressionstherapie wirkt, muss die Versorgung perfekt sitzen. Deshalb sollten Sie sich Ihre Kompressionsstrümpfe oder -strumpfhosen stets im Sanitätshaus auf Ihre Maße anpassen lassen. Sie werden dann nur für Sie beim Anbieter angefertigt.

Für wen sind Kompressionsstrümpfe geeignet?

Kompression ist für verschiedene Erkrankungen eine wichtige Säule der Therapie, wie etwa bei

Kompressionsstrümpfe: Varianten

Kompressionsstrümpfe, Thrombosestrümpfe, Stützstrümpfe – oft werden diese Begriffe in einen Topf geworfen. Und in der Tat haben sie alle etwas gemeinsam: Sie unterstützen den Blutrückfluss aus den Beinen zum Herzen.

Doch genauer betrachtet, handelt es sich um völlig unterschiedliche Arten der Kompressionstherapie. Mehr über die drei Varianten von Kompressionsstrümpfen erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Wichtiger Hinweis
Über die Art der Kompressionstherapie entscheidet das Behandlungsteam

Welche Variante und Kompressionsklasse notwendig ist, legt immer das Behandlungsteam fest. Das ist wichtig, weil eine falsch angewendete Kompressionstherapie zu Schwellungen und Durchblutungsstörungen führen kann.

Medizinische Kompressionsstrümpfe

Menschen mit einer Erkrankung der Venen oder des Lymphsystems tragen zur Behandlung medizinische Kompressionsstrümpfe. Sie bestehen aus mehr oder weniger elastischem Gewebe. Es gibt sie in vier verschiedenen Kompressionsklassen, wobei der definierte Druckverlauf mit jeder Klasse zunimmt. (2)

Medizinische Kompressionsstrümpfe sind so konstruiert, dass sie am besten in Bewegung wirken. Sobald Sie damit gehen, wird mithilfe des Druckverlaufs die Wadenmuskelpumpe aktiviert. Dass bedeutet, die tieferen Beinvenen werden durch die umliegenden Muskeln zusammengedrückt und das Blut fließt nach oben.

Info
Kompressionsstrumpfhosen: Durchgehende Kompression

Kompressionsstrumpfhosen bieten im Gegensatz zu den Strümpfen eine durchgehende Kompression von den Zehen bis zum Bauch. Sie kommen oft bei Lymphödemen oder Lipödemen zum Einsatz, weil sie auch den Oberschenkelbereich und die Hüften abdecken. Viele empfinden eine Strumpfhose auch als angenehmer zu tragen, weil sie nicht so schnell verrutscht.

Medizinische Thrombose-Prophylaxe-Strümpfe (MTPS)

Medizinische Thrombose-Prophylaxe-Strümpfe (MTPS) kommen zum Einsatz, um venösen Blutgerinnseln (Thrombosen) vorzubeugen. (3) Sie sind auch unter der Bezeichnung Thrombosestrümpfe oder Antithrombosestrümpfe (ATS) bekannt.

Während medizinische Kompressionsstrümpfe am besten in Bewegung wirken, finden MTPS speziell bei der Thromboseprophylaxe bei Betroffenen Anwendung, die sich nicht bewegen können oder dürfen. Deshalb kennen viele sie aus Krankenhäusern oder Pflegeheimen, wo Patienten sie etwa nach einer Operation tragen oder weil sie bettlägerig sind. Die Größe richtet sich nach Beinlänge und Beinumfang.

MTPS sind immer weiß und haben an der Fußspitze oder am Ballen eine Öffnung. Sie üben einen gleichmäßigen Druck von außen aus, der nach oben hin schwächer wird, und unterstützen so den Blutfluss im Ruhezustand.

Aufgrund des eher niedrigen Drucks von maximal 21 mmHg eignen sich MTPS nicht für mobile Patienten mit Venenleiden. Sie benötigen meist einen stärkeren Druck. Hier raten Fachleute dann zu medizinischen Kompressionsstrümpfen.

Stützstrümpfe

Stützstrümpfe sind ausschließlich für Menschen mit gesunden Venen vorgesehen. Sie sollen venöse Beschwerden vorbeugen. Ein sanfter Druck fördert die Blutzirkulation und soll so müde und schwere Beine verhindern, insbesondere wenn Sie lange Stehen oder Sitzen müssen.

Der Druck entspricht ungefähr der Kompressionsklasse 1 (maximal 21 mmHg). Stützstrümpfe bieten aber nicht den für medizinische Kompressionsstrümpfe typischen Druckverlauf von unten nach oben.

Die rundgestrickten Stützstrümpfe passen sich dem Bein sehr gut an. Deshalb sind sie weitaus angenehmer zu tragen als flachgestrickte Kompressionsstrümpfe, die viel fester sind. Die Größe orientiert sich an den Konfektionsgrößen. Es gibt sie in vielen modische Farben und Mustern.

Weil bei längeren Reisen mit Auto, Bus oder Flugzeug das Risiko für müde, schwere Beine steigt, greifen viele Menschen gern zu Reise-Stützstrümpfen, um dem entgegenzuwirken.

Info
Stützstrümpfe sind keine medizinischen Hilfsmittel

Frei verkäufliche Stützstrümpfe sind keine medizinischen Kompressionsstrümpfe. Sie üben zwar ebenfalls einen leichten Druck aus, unterstützen aber nicht die Muskelpumpe in den Waden in dem Maße, wie es medizinische Kompressionsstrümpfe tun. Stützstrümpfe sind ausschließlich dafür da, Beine bei hoher Belastung zu unterstützen.

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Kompressionsstrümpfe auf Rezept: Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Kompressionsstrümpfe werden ebenso wie MTPS von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert, wenn sie von einem Arzt verordnet wurden. (4) Auf dem Rezept müssen dann neben dem Häkchen bei „Hilfsmittel“ folgende Informationen stehen: (2)

  • Diagnose
  • Länge des Kompressionsstrumpfes oder des MTPS
  • Gegebenenfalls Kompressionsklasse

Achten Sie darauf, dass Ihr Arzt Ihnen immer auch mindestens ein zweites Paar Kompressionsstrümpfe zum Wechseln verschreibt.

Bonus
Checkliste: Hilfsmittel-Verordnung
  • Worauf es bei der Verordnung ankommt
  • Vollständigkeit selbst prüfen: So geht`s
  • Ohne Umwege zur Kostenübernahme

Versorgung mit Kompressionsstrümpfen

Sie müssen Ihr Rezept innerhalb von vier Wochen bei Ihrer Krankenkasse einreichen, sonst verfällt es. Informieren Sie sich vorher, ob Sie Ihre Kompressionsstrümpfe bei bestimmten Versorgern anpassen lassen müssen. Manchmal haben die Krankenkassen Exklusivverträge mit bestimmten Anbietern.

Beachten Sie außerdem, dass Sie zehn Prozent der Kosten, maximal aber zehn Euro pro Monat zuzahlen müssen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. (5) Unter bestimmten Umständen können Sie sich von der Zuzahlung befreien lassen. Informieren Sie sich in unserem Ratgeber Zuzahlungsbefreiung.

Info
Bezahlt wird nur das Basismodell

Es gibt viele verschiedene Anbieter, die sich immer häufiger auch um etwas modischere Ausführungen des medizinischen Hilfsmittels bemühen. Krankenkassen bezahlen allerdings in der Regel nur bestimmte Basismodelle. Wenn Sie sich für ein teureres Produkt entscheiden, tragen Sie den zusätzlichen Aufpreis selbst (Aufzahlung).

Tipps für den Pflegealltag

Wenn Sie Kompressionsstrümpfe tragen müssen, gibt es einiges, worauf Sie achten sollten, zum Beispiel, dass Sie sie korrekt anlegen. Je höher die Kompressionsklasse, desto schwerer sind sie anzuziehen. Zum Glück gibt es auch hier Hilfsmittel, die Ihnen dabei helfen können.

Oder die Strümpfe rutschen. Was kann man dagegen tun? Hinzu kommt, dass Kompressionsstrümpfe eine besondere Materialpflege brauchen.

Anziehhilfen für Kompressionsstümpfe

Bevor Sie sich zu sehr mit Ihren Kompressionsstrümpfen abmühen, sollten Sie zu einer Anziehhilfe greifen. (3) Es gibt folgende Hilfsmittel, die Ihnen helfen können:

  • Handschuhe mit gummierter Innenseite: Damit rutschen Sie beim Anziehen nicht so leicht ab. Gartenhandschuhe mit Gumminoppen gehen übrigens auch.
  • Gleitsocken: Darüber lässt sich der Kompressionsstrumpf leichter anziehen. Es muss aber ein Exemplar mit offener Spitze sein, weil sie darüber dann die Gleitsocke wieder entfernen.
  • Anziehbutler: Das ist eine Greifhilfe aus leichtem Metall, über den Sie den Strumpf stülpen, um dann in das aufgespannte Fußteil zu schlüpfen und an den Haltegriffen das Gestell samt Strumpf Stück für Stück bis auf Kniehöhe zu ziehen.

Hautpflege

Bei nasser Haut sind Kompressionsstrümpfe nur schwer anzuziehen, bei zu trockener, schuppiger Haut rutschen sie. Die richtige Hautpflege ist also wichtig.

Dazu gehört es vor allem, sich nach der Dusche oder einem Bad gründlich abzutrocknen. Ist die Haut trotz allem nicht richtig trocken zu kriegen, etwa bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit oder weil Sie stark schwitzen, können Sie es mit Talkum- oder Babypuder versuchen.

Bei sehr trockener Haut hilft es, sich mit einer weichen Körperbürste abzubürsten, bevor Sie die Kompression anlegen. Darüber hinaus sollten Sie Ihre Haut vor dem Zubettgehen mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen.

Pflege der Kompressionsstümpfe

Es ist wichtig, Die Kompressionsstrümpfe jedes Mal nach dem Tragen zu reinigen, um Schweiß und Schmutz aus dem Gewebe zu entfernen. (3) Das schont Ihre Haut und das Gewebe der Strümpfe gleichermaßen.

Sie können Ihre Kompressionsstrümpfe ohne Bedenken in der Waschmaschine waschen. Ziehen Sie sie allerdings vorher auf links, damit die Innenseiten garantiert sauber werden. Meist empfehlen die Hersteller einen Fein- oder Schonwaschgang.

Um das Material zu schonen, verwenden Sie möglichst mildes Waschmittel. Es gibt extra Kompressionswaschmittel im Sanitätshaus, aber ein normales Feinwaschmittel reicht auch.

Wenn Sie Ihre Strümpfe mit der Hand waschen, beachten Sie bitte Folgendes: (6)

  • Nicht auswringen
  • Nicht auf die Heizung legen
  • Pralle Sonne meiden
  • Nicht bügeln

Das richtige Trocknen nach der Handwäsche:

  1. Wickeln Sie die Kompressionsware in ein trockenes Handtuch.
  2. Drücken Sie damit das Wasser heraus.
  3. Hängen Sie sie schließlich über Nacht locker auf.

Vor- und Nachteile von Kompressionsstrümpfen

Wenn Sie an einer Venenerkrankung leiden, ist die Kompression ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Die Frage, ob Sie Kompressionsstrümpfe tragen oder nicht, stellt sich also gar nicht erst. Doch Sie können mit dem Ärzteteam die Vor- und Nachteile abwägen, um die Kompressionsklasse, also die Stärke des Kompressionsdruckes, sowie die Tragedauer zu bestimmen.

  • Verbessern den Rückfluss des Blutes
  • Lindern Schweregefühl, Schmerzen und Müdigkeit in den Beinen
  • Verringern das Thromboserisiko
  • Beugen Venenerkrankungen vor
  • Hautprobleme können auftreten
  • Falsche Passform kann die Durchblutung behindern, Druckstellen verursachen und zu Nervenreizungen führen
  • Schwer anzuziehen
  • Unangenehm bei Hitze
Wichtiger Hinweis
Risikofaktoren minimieren

Eine Kompressionstherapie ist eine von mehreren Stellschrauben, um eine Thrombosegefahr zu reduzieren oder eine Venenerkrankung zu behandeln. Gleichzeitig sollten sie aber auch andere Risikofaktoren abstellen, wie beispielsweise das Rauchen, zu viel Alkohol, zu wenig Bewegung oder eine nicht ausgewogene Ernährung.

 

Häufig gestellte Fragen

Wofür sind Kompressionsstrümpfe gut?

Kompressionsstrümpfe werden getragen, um den Blutfluss in den Beinen zu verbessern, Schwellungen (Ödeme) zu reduzieren, müde und schwere Beine zu lindern und Venenerkrankungen wie Krampfadern oder Thrombosen vorzubeugen beziehungsweise zu behandeln.

Warum muss man Kompressionsstrümpfe tragen?

Indem Sie Ihre Kompressionsstrümpfe konsequent tragen, helfen Sie Ihrem geschwächten Venensystem, das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen zu transportieren. Außerdem verhindern Sie Wassereinlagerungen im Gewebe und beugen der Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombose) vor.

Wie hoch sollten Kompressionsstrümpfe am Oberschenkel reichen?

Oberschenkel-Kompressionsstrümpfe sollten so hoch reichen, dass der obere Abschluss knapp unterhalb der Falte zwischen Po und Oberschenkel liegt. Nur so gewährleisten Sie eine vollständige Kompression und vermeiden darüber hinaus unangenehme Einschnürungen.

Wieviel mmHg haben Kompressionsstrümpfe?

Thrombosestrümfe und Stützstrümpfe üben in der Regel nicht mehr als 21 Millimeter Quecksilbersäule, kurz mmHg, Druck aus.

Medizinische Kompressionsstrümpfe gibt es dagegen in vier Klassen mit zunehmendem Druck:

  • Klasse 1 (18 bis 21 mmHg): Leichte Kompression
  • Klasse 2 (23 bis 32 mmHg): Mittlere Kompression
  • Klasse 3 (34 bis 46 mmHg): Starke Kompression
  • Klasse 4 (mehr als 49 mmHg): Sehr starke Kompression

Wie lange sollte man eine Kompressionsstrumpfhose tragen?

Kompressionsstrumpfhosen trägt man normalerweise täglich von morgens bis abends. Sie sollen ja die Muskelpumpe im Alltag unterstützen. Nachts zieht man sie aus. Die genaue Tragedauer hängt vom medizinischen Grund ab.

Nach Operationen sind es oft mehrere Wochen bis Monate, bei chronischen Beschwerden wie etwa Veneninsuffizienz, Lipödem oder Lymphödem sowie nach Thrombosen manchmal auch langfristig.

Wo kann man Kompressionsstrümpfe kaufen?

Sie können Kompressionsstrümpfe in Sanitätshäusern, Apotheken und in Online-Shops kaufen. Stützstrümpfe bekommen Sie auch in Drogeriemärkten. Beachten Sie aber, dass medizinische Kompressionsstrümpfe stets individuell angepasst werden müssen.

Wieviel kosten Kompressionsstrümpfe?

Die Kosten für Kompressionsware variieren stark. Stützstrümpfe gibt es schon für unter 20 Euro pro Paar, während medizinische Kompressionsstrümpfe bis zu 150 Euro für einen einzelnen Strumpf kosten können. Sind sie ärztlich verordnet übernimmt die Krankenkasse die Kosten bis auf die gesetzliche Zuzahlung von höchstens 10 Euro pro Monat.

Gibt es Kompressionsstrümpfe ohne Fuß?

Ja, es gibt Kompressionsstrümpfe ohne Fuß. Diese Varianten werden auch als Waden-Kompressionsstrümpfe bezeichnet. Außerdem gibt es Kompressionsleggins und -radlerhosen.

Wofür sind Thrombosestrümpfe?

Thrombosestrümpfe, auch als medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) bezeichnet, dienen in erster Linie der Vorbeugung von Thrombosen und venösen Embolien.

Wo kann man Thrombosestrümpfe kaufen?

Thrombosestrümpfe erhalten Sie in Sanitätshäusern, Apotheken oder im Online-Fachhandel. Oder direkt im Krankenhaus oder im Pflegeheim, wenn Sie dort stationär aufgenommen sind.

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Erstelldatum: 6202.10.6|Zuletzt geändert: 6202.10.6
(1)
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie e.V. (ohne Jahr): Kompressionstherapie
https://www.phlebology.de/patienten/behandlung/kompressionstherapie/ (letzter Abruf am 06.01.2026)
(2)
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie e.V. (ohne Jahr): Kompressionsstrümpfe
https://www.phlebology.de/patienten/tipps/kompressionsstruempfe/ (letzter Abruf am 06.01.2026)
(3)
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) (2015). S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE) 2. komplett überarbeitete Auflage (in Überarbeitung).
https://register.awmf.org/assets/guidelines/003-001l_S3_VTE-Prophylaxe_2015-10-abgelaufen_01.pdf (letzter Abruf am 06.01.2026)
(4)
Bundesministerium der Justiz (o. J.): Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) - § 33 Hilfsmittel
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html (letzter Abruf am 06.01.2026)
(5)
Bundesministerium der Justiz (o. J.): Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) - § 61 Zuzahlungen
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html (letzter Abruf am 06.01.2026)
(6)
Lymphselbsthilfe e.V. (2022).
Selbstmanagement des Lipödems. Broschüre. 2. Auflage.
(7)
Bildquelle
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