DemTect-Test bei Alzheimer / Demenz

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Demenz-Test / DemTect

Nur acht Minuten Test, eine kleine Auswertung und schon können ein paar Zahlen verraten, ob vielleicht eine Demenz vorliegen könnte oder nicht – so die Funktionsweise des DemTect-Tests ins aller Kürze. Der DemTect-Test dient wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder Uhrentest zur frühzeitigen Erfassung kognitiver Einschränkungen. Diese Form des Demenz-Tests ist ein probates Hilfsmittel zur Erstbeurteilung von Personen, die den Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung haben. Wie funktioniert der DemTect-Test, wie wird er ausgewertet und wie verlässlich ist das Ergebnis?

Inhaltsverzeichnis

Im Jahr 2000 kam ein neuer, recht einfacher Demenz-Test auf den Markt: der DemTect-Demenz-Test (auch „Demenz-Detektions-Test“ oder „Demenz-Detection“ genannt). Auch wenn der Name englisch angehaucht ist, stammt dieser Demenz-Test aus Deutschland und wurde von Experten in Köln und Bochum entwickelt. Seine Bezeichnung beschreibt bereits das Ziel: die Erkennung einer eventuell vorhandenen Demenz, die Demenz-Detektion. Er gehört zur Gruppe der psychometrischen Tests.

 

Der DemTect überzeugt durch drei große Vorteile:
  • Er ist kurz – dauert gerade mal acht Minuten.
  • Er muss nicht unbedingt von Experten durchgeführt werden – geschultes Personal (z. B. Arzthelferin) kann diese Aufgabe ebenso erledigen.
  • Das Alter des Patienten wird berücksichtigt, der Test ist also „alterssensitiv“. Es gibt deshalb eine separate Auswertung für Menschen unter 60 Jahren und für Menschen ab 60 Jahren.

Definition: DemTect-Test auf Demenz/Alzheimer

Der DemTect-Test ist ein systematisches Testverfahren, mit dem eine Reihe kognitiver Funktionen (z. B. Wahrnehmung, Lernen, Erinnerungsvermögen, Denkvermögen) untersucht wird. Er dient als Instrument zur Früherkennung einer Demenz.

Es wird jedoch immer wieder ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der DemTect-Test keine ausführliche psychologische und ärztliche Untersuchung ersetzen kann. Er soll einer ersten Diagnose einer möglichen Demenz dienen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Voraussetzungen für den DemTect-Test

Für den DemTect-Test gelten die gleichen Rahmenbedingungen wie für andere psychometrische Tests: Der Patient muss noch gut hören. Außerdem sollte der Test in einem ruhigen Zimmer durchgeführt werden, wo es keine Störungen durch andere Menschen gibt.

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Mit DemTect-Test kognitive Einschränkungen erkennen

Mit dem DemTect-Test können geistige Beeinträchtigungen eines Patienten erkannt werden. So lassen sich innerhalb weniger Minuten kognitive Einschränkungen, die rein altersbedingt sind, z. B. von einer Demenz unterscheiden.

DemTect-Test: Funktionsweise

Der Demenz-Detektions-Test (DemTect) besteht aus fünf Teilen:

  1. Wortliste wiederholen
  2. Zahlen und Zahlwörter umwandeln
  3. Supermarktaufgabe
  4. Zahlenfolge rückwärts wiederholen
  5. Wortliste aus Aufgabe 1 wiederholen

Für jeden Teil des Tests wird die Anzahl der richtigen Antworten ermittelt und abschließend addiert und gewichtet. Das einfache Testverfahren soll schnell durchführbar sein und die Probanden wenig belasten. Ziel des DemTect-Tests ist es, eine Demenz mit Sicherheit bestätigen oder widerrufen zu können.

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DemTect-Test ersetzt keine ausführliche Diagnose

Die Entwickler des DemTect-Tests sagen klar und eindeutig, dass der Test keine ausführliche Diagnose ersetzt. Wenn aber die Punktwerte im kritischen Bereich liegen, muss eine umfassende neuropsychologische Untersuchung erfolgen und das Testergebnis soll als Anstoß dienen, Fachärzte und Experten für die Diagnose aufzusuchen.

Aufgabe 1: Wortliste wiederholen

Anweisung: „Ich lese Ihnen jetzt eine Liste von 10 Wörtern langsam vor. Bitte wiederholen Sie jene Wörter, die Sie sich gemerkt haben. Die Reihenfolge ist dabei nicht entscheidend.“

Teller – Hund – Lampe – Brief – Apfel – Hose – Tisch – Wiese – Glas – Baum

„Nun lese ich Ihnen die Liste noch ein zweites Mal vor. Bitte wiederholen Sie die Wörter, die Sie sich gemerkt haben. Auch dieses Mal ist die Reihenfolge egal.“

Ergebnis: Es können maximal 20 Punkte erreicht werden. Für jeden richtig erinnerten Begriff aus beiden Durchgängen erhält der Proband einen Punkt.

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Demenz-Tests: zur Früherkennung einer Demenz

Aufgabe 2: Zahlen und Zahlenwörter umwandeln

Anweisung: „Jetzt geht es um eine Aufgabe, die Sie vom Ausfüllen einer Überweisung oder eines Schecks kennen: Das Beispiel zeigt Ihnen, dass man z. B. die Zahl „5“ auch ausschreiben kann: „Fünf“. Auf die Rechtschreibung kommt es nicht an.“

  • Aufgabe 2a: Der Proband soll zwei Zahlen in Zahlwörter umwandeln. Zum Beispiel „5“ in „fünf“ und „219“ in „zweihundertneunzehn“.
  • Aufgabe 2b: Der Proband soll zwei Zahlwörter in Zahlen umwandeln. Zum Beispiel „zweitausendsiebenundzwanzig“ in „2027“ und „sechshunderteinundachtzig“ in „681“.

Ergebnis: Pro richtiger Umwandlung gibt es einen Punkt. Es können bei dieser Aufgabe maximal vier Punkte erreicht werden.

Aufgabe 3: Supermarktaufgabe

Anweisung: „Welche Dinge gibt es in einem Supermarkt? Zählen Sie sie bitte auf. Sie haben genau eine Minute dafür Zeit.“

Ergebnis: Für jeden genannten Begriff gibt es einen Punkt. Es können maximal 30 Punkte erreicht werden.

Aufgabe 4: Zahlenfolge rückwärts wiederholen

Anweisung: „Ich werde Ihnen jetzt eine Zahlenreihe nennen – und Sie sollen Sie in umgekehrter Reihenfolge wiederholen. Wenn ich als z. B. sage: „4-5“, dann sagen Sie: „5-4“.

Hinweis für den Anwender: Es gibt zwei Versuche mit je sechs Zahlenreihen (s. DemTect-Test-Vorlage). Wird die erste Reihenfolge aus dem 1. Versuch richtig genannt, fahren Sie mit der zweiten Reihenfolge des 1. Versuchs fort. Wird die erste Reihenfolge aus dem 1. Versuch nicht richtig genannt, wechseln Sie in den 2. Versuch. Kann der Patient auch diese Reihenfolge nicht richtig wiedergeben, brechen Sie die Aufgabe einfach ab.

Ergebnis: Die längste richtige rückwärts wiederholte Zahlenfolge bestimmt die Gesamtpunktzahl von Aufgabe 4. Es können maximal sechs Punkte erreicht werden.

Aufgabe 5: Wortliste aus Aufgabe 1 wiederholen

Anweisung: „Am Anfang unseres kleinen Tests nannte ich Ihnen eine Liste von 10 Wörtern. An welche Wörter können Sie sich noch erinnern?“

Ergebnis: Für jeden richtig erinnerten Begriff erhält der Proband einen Punkt. Bei dieser Aufgabe gibt es maximal zehn Punkte.

DemTect Auswertung / Umrechnungstabelle

Vor dem Gesamtergebnis beim DemTect-Test werden die erreichten Punkte der Einzelaufgaben addiert und anhand einer Umrechnungstabelle gewichtet.

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Für die Umrechnung der Einzelergebnisse gemäß des Alters des Probanden helfen folgende Umrechnungstabellen:

Auswertung der Aufgabe 1: Wortliste wiederholen

Alter des Probanden: jünger als 60 Jahre

  • 7 oder weniger genannte Begriffe: 0 Punkte
  • 8 bis 10 genannte Begriffe: 1 Punkt
  • 11 bis 12 genannte Begriffe: 2 Punkte
  • 13 oder mehr genannte Begriffe: 3 Punkte

Alter des Probanden: 60 Jahre oder älter

  • 6 oder weniger genannte Begriffe: 0 Punkte
  • 7 bis 8 genannte Begriffe: 1 Punkt
  • 9 bis 10 genannte Begriffe: 2 Punkte
  • 11 oder mehr genannte Begriffe: 3 Punkte

Auswertung der Aufgabe 2: Zahlen umwandeln

Alter des Probanden: jünger als 60 Jahre

  • 0 richtige Umwandlungen: 0 Punkte
  • 1 bis 2 richtige Umwandlungen: 1 Punkt
  • 3 richtige Umwandlungen: 2 Punkte
  • 4 richtige Umwandlungen: 3 Punkte

Alter des Probanden: 60 Jahre oder älter

  • 0 richtige Umwandlungen: 0 Punkte
  • 1 bis 2 richtige Umwandlungen: 1 Punkt
  • 3 richtige Umwandlungen: 2 Punkte
  • 4 richtige Umwandlungen: 3 Punkte

Auswertung der Aufgabe 3: Supermarktaufgabe

Alter des Probanden: jünger als 60 Jahre

  • 0 bis 12 genannte Begriffe: 0 Punkte
  • 13 bis 15 genannte Begriffe: 1 Punkt
  • 16 bis 19 genannte Begriffe: 2 Punkte
  • 20 oder mehr genannte Begriffe: 4 Punkte

Alter des Probanden: 60 Jahre oder älter

  • 0 bis 5 genannte Begriffe: 0 Punkte
  • 6 bis 9 genannte Begriffe: 1 Punkt
  • 10 bis 15 genannte Begriffe: 2 Punkte
  • 16 oder mehr genannte Begriffe: 4 Punkte

Auswertung der Aufgabe 4: Zahlenfolge rückwärts

Alter des Probanden: jünger als 60 Jahre

  • Länge der Zahlenfolge: 0 >> ergibt 0 Punkte
  • Länge der Zahlenfolge: 2 bis 3 >> ergibt 1 Punkt
  • Länge der Zahlenfolge: 4 >> ergibt 2 Punkte
  • Länge der Zahlenfolge: 5 oder mehr  >> ergibt 3 Punkte

Alter des Probanden: 60 Jahre oder älter

  • Länge der Zahlenfolge: 0 >> ergibt 0 Punkte
  • Länge der Zahlenfolge :2 >> ergibt 1 Punkt
  • Länge der Zahlenfolge: 3 >> ergibt 2 Punkte
  • Länge der Zahlenfolge: 4 oder mehr  >> ergibt 3 Punkte

Auswertung der Aufgabe 5: Erneutes Abfragen der Wortliste

Alter des Probanden: jünger als 60 Jahre

  • 0 genannte Begriffe: 0 Punkte
  • 1 bis 3 genannte Begriffe: 1 Punkt
  • 4 bis 5 genannte Begriffe: 2 Punkte
  • 6 oder mehr genannte Begriffe: 5 Punkte

Alter des Probanden: 60 Jahre oder älter

  • 0 genannte Begriffe: 0 Punkte
  • 1 bis 2 genannte Begriffe: 1 Punkt
  • 3 bis 4 genannte Begriffe: 2 Punkte
  • 5 oder mehr genannte Begriffe: 5 Punkte

Die Anzahl der gewichteten Punkte beim DemTect gibt Auskunft über das evtl. Vorhandensein einer Demenz.

Gesamtpunkte Ergebnis
13 bis 18 Punkte: kein Verdacht auf Demenz, altersgemäß kognitive Leistung
9 bis 12 Punkte: leichte kognitive Beeinträchtigung
0 bis 8 Punkte: Verdacht auf Demenz

Wenn die Punkte einen Verdacht auf eine Demenz ergeben, wird eine weitere Untersuchung und Therapie empfohlen. Bei anderen Ergebnissen, also einer höheren Punktzahl, wird ein erneuter DemTect-Test nach zwölf Monaten (bei einer altersgemäß kognitiven Leistung) bzw. nach sechs Monaten (bei einer leichten kognitiven Beeinträchtigung) empfohlen.

Info

DemTect-Test in der Anwendung

Der DemTect-Test ist zwar noch ein relativ junges Testverfahren, aber viele Mediziner wenden ihn bereits an. Er ist einfach, schnell und seine Aussagekraft ist unumstritten.

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Erstelldatum: .9.017102|Zuletzt geändert: .41.809102
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