DemTect-Test bei Alzheimer / Demenz

DemTect-Test

Der DemTect-Test dient zur Früherkennung von kognitiven Einschränkungen. Er dauert nur etwa 10 Minuten und erfordert keine Vorkenntnisse. Die Ergebnisse bieten eine vorläufige Erstbeurteilung von Personen, bei denen der Verdacht auf Demenz besteht. Wie funktioniert der DemTect-Test, wie wird er ausgewertet und wie verlässlich ist das Ergebnis?

Inhaltsverzeichnis

Definition: DemTect-Test auf Demenz und Alzheimer

Den DemTect-Demenz-Test (auch „Demenz-Detektions-Test“ oder „Demenz-Detection“ genannt) gibt es seit dem Jahr 2000. Auch wenn der Name englisch angehaucht ist, stammt dieser Demenz-Test aus Deutschland und wurde von Experten in Köln und Bochum entwickelt.

Seine Bezeichnung beschreibt bereits das Ziel: die Erkennung einer eventuell vorhandenen Demenz, die Demenz-Detektion.(1) Er gehört zur Gruppe der psychometrischen Tests.

Der DemTect-Test ist ein systematisches Testverfahren, mit dem eine Reihe kognitiver Funktionen (z. B. Wahrnehmung, Lernen, Erinnerungsvermögen, Denkvermögen) untersucht wird. Er dient als Instrument zur Früherkennung einer Demenz.

Wichtiger Hinweis
DemTect-Test ersetzt keine professionelle Untersuchung

Der DemTect-Test ersetzt keine ausführliche medizinische und psychologische Untersuchung. Er soll der Erkennung einer möglichen Demenz dienen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Voraussetzungen für den DemTect-Test

Für den DemTect-Test gelten die typischen Rahmenbedingungen für psychometrische Tests:

  • Der Patient muss gut hören und sehen können.
  • Der Test muss in einem ruhigen Raum stattfinden, ohne Ablenkung und Störfaktoren.

Das einfache Testverfahren ist schnell durchführbar sein und soll die Testperson nicht belasten.

Tipp
Das richtige Verhalten als Tester

Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, sollten Sie als Tester möglichst ruhig und sachlich, aber freundlich auftreten. Sprechen Sie klar und deutlich, hetzen Sie nicht und machen Sie keine wertenden Bemerkungen zu den Antworten.

DemTect-Test: Funktionsweise & Durchführung

Der Demenz-Detektions-Test (DemTect) besteht aus fünf Teilen:

  1. Wortliste wiederholen
  2. Zahlen und Zahlwörter umwandeln
  3. Supermarkt-Aufgabe
  4. Zahlenfolge rückwärts wiederholen
  5. Wortliste aus Aufgabe 1 wiederholen

Für jeden Teil des Tests wird eine Punktzahl ermittelt, die dann anhand der Umrechnungstabelle in einen Testwert umgewandelt wird. Die Testwerte werden abschließend addiert und anhand einer Skala gewichtet. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt zur Auswertung weiter unten.

Info
DemTect-Test ersetzt keine ärztliche Diagnose

Die Entwickler des DemTect-Tests sagen klar und eindeutig, dass der Test keine ausführliche Diagnose ersetzt. Wenn aber die Punktwerte im kritischen Bereich liegen, sollten Sie anschließend eine ärztliche Diagnose einholen.

Aufgabe 1: Wortliste wiederholen

Anweisung: „Ich lese Ihnen jetzt eine Liste von 10 Wörtern langsam vor. Bitte wiederholen Sie danach die Wörter, die Sie sich gemerkt haben. Die Reihenfolge ist dabei nicht entscheidend.“

Beispiel: Teller – Hund – Lampe – Brief – Apfel – Hose – Tisch – Wiese – Glas – Baum

„Nun lese ich Ihnen die Liste noch ein zweites Mal vor. Bitte wiederholen Sie die Wörter, die Sie sich gemerkt haben. Auch dieses Mal ist die Reihenfolge egal.“

DemTect-Test: Auswertung Aufgabe 1

Für jeden richtig genannten Begriff aus beiden Durchgängen gibt es jeweils einen Punkt. Es können maximal 20 Punkte erreicht werden.

Aufgabe 2: Zahlen und Zahlenwörter umwandeln

Anweisung: „Bei der nächsten Aufgabe schreiben Sie bitte jeweils die Zahl als Wort aus. Und dann schreiben Sie bitte einmal, genau umgekehrt, ein ausgeschriebenes Zahlwort als Zahl auf.“

  • Aufgabe 2a: Die Testperson soll zwei Zahlen in Zahlwörter umwandeln. Zum Beispiel „5“ in „fünf“ und „219“ in „zweihundertneunzehn“.
  • Aufgabe 2b: Die Testperson soll zwei Zahlwörter in Zahlen umwandeln. Zum Beispiel „zweitausendsiebenundzwanzig“ in „2027“ und „sechshunderteinundachtzig“ in „681“.
DemTect-Test: Auswertung Aufgabe 2

Für jede richtige Umwandlung gibt es einen Punkt. Es können bei dieser Aufgabe maximal vier Punkte erreicht werden.

Aufgabe 3: Supermarkt-Aufgabe

Anweisung: „Welche Dinge gibt es in einem Supermarkt? Zählen Sie bitte so viele wie möglich auf. Sie haben dafür eine Minute Zeit.“

DemTect-Test: Auswertung Aufgabe 3

Für jeden richtig genannten Begriff gibt es einen Punkt. Es können maximal 30 Punkte erreicht werden.

Aufgabe 4: Zahlenfolge rückwärts wiederholen

Anweisung: „Ich werde Ihnen jetzt jeweils eine Zahlenreihe nennen. Sie wiederholen diese bitte in umgekehrter Reihenfolge. Wenn ich zum Beispiel sage: „4-5“, dann sagen Sie: „5-4“.“

Beispiel einer Testreihe:

1. Versuch 2. Versuch
4-7

5-4-8

4-5-7-1

3-6-5-8-1

2-1-3-8-5-7

6-8

1-3-9

6-8-2-1

9-5-4-6-7

3-8-4-5-7-2

Wenn die Testperson beim ersten Versuch in einer Zeile richtig antwortet, können Sie den zweiten Versuch überspringen und direkt in die nächste Zeile zu einer längeren Zahlenfolge übergehen.

DemTect-Test: Auswertung Aufgabe 4

Es zählt nur die Länge der längsten richtig rückwärts wiederholten Zahlenfolge. Es können also maximal sechs Punkte erreicht werden.

Aufgabe 5: Wortliste aus Aufgabe 1 wiederholen

Anweisung: „Am Anfang unseres kleinen Tests habe ich Ihnen eine Liste von 10 Wörtern genannt. An welche Wörter können Sie sich noch erinnern?“

DemTect-Test: Auswertung Aufgabe 5

Für jeden richtig erinnerten Begriff gibt es einen Punkt. Bei dieser Aufgabe gibt es maximal zehn Punkte.

DemTect Auswertung und Umrechnungstabelle

Die Auswertung des DemTect Testverfahrens erfolgt in zwei Schritten.

  1. Wandeln Sie die Punkte aus den einzelnen Aufgaben in Testwerte um. Dafür stehen zwei Umrechnungstabellen zur Verfügung: Eine für Testpersonen unter 60 und eine für Testpersonen, die 60 oder älter sind.
  2. Addieren Sie die Testwerte und lesen Sie an der Skala ab, ob es Hinweise auf eine kognitive Einschränkung oder eine Demenz gibt.

Auswertung von Aufgabe 1: Wortliste wiederholen

Lesen Sie in der Umrechnungstabelle ab, welcher Testwert der Punktzahl aus Aufgabe 1 entspricht. Zur Erinnerung: Jeder richtig genannte Begriff aus beiden Durchgängen gibt einen Punkt.

<60 Jahre 60+ Jahre Testwert
0-7 Punkte 0-6 Punkte 0
8-10 Punkte 7-8 Punkte 1
11-12 Punkte 9-10 Punkte 2
13-20 Punkte 11-20 Punkte 3

Auswertung von Aufgabe 2: Zahlen umwandeln

Lesen Sie in der Umrechnungstabelle ab, welcher Testwert der Punktzahl aus Aufgabe 2 entspricht. Zur Erinnerung: Für jede richtige Umwandlung gibt es einen Punkt. Das Alter spielt bei dieser Aufgabe übrigens keine Rolle.

<60 Jahre 60+ Jahre Testwert
0 Punkte 0 Punkte 0
1-2 Punkte 1-2 Punkte 1
3 Punkte 3 Punkte 2
4 Punkte 4 Punkte 3

Auswertung von Aufgabe 3: Supermarktaufgabe

Lesen Sie in der Umrechnungstabelle ab, welcher Testwert der Punktzahl aus Aufgabe 3 entspricht. Zur Erinnerung: Für jeden richtig genannten Begriff gibt es einen Punkt.

<60 Jahre 60+ Jahre Testwert
0-12 Punkte 0-5 Punkte 0
13-15 Punkte 6-9 Punkte 1
16-19 Punkte 10-15 Punkte 2
20-30 Punkte 16-30 Punkte 4

Auswertung von Aufgabe 4: Zahlenfolge rückwärts

Lesen Sie in der Umrechnungstabelle ab, welcher Testwert der Punktzahl aus Aufgabe 4 entspricht. Zur Erinnerung: Es zählt die längste richtige rückwärts wiederholte Zahlenfolge. Die Länge dieser Zahlenfolge bestimmt die Punktzahl.

<60 Jahre 60+ Jahre Testwert
0 Punkte 0 Punkte 0
2-3 Punkte 2 Punkte 1
4 Punkte 3 Punkte 2
5-6 Punkte 4-6 Punkte 3

Auswertung von Aufgabe 5: Erneutes Abfragen der Wortliste

Lesen Sie in der Umrechnungstabelle ab, welcher Testwert der Punktzahl aus Aufgabe 5 entspricht. Zur Erinnerung: Für jeden richtig erinnerten Begriff gibt es einen Punkt.

<60 Jahre 60+ Jahre Testwert
0 Punkte 0 Punkte 0
1-3 Punkte 1-2 Punkte 1
4-5 Punkte 3-4 Punkte 2
6-10 Punkte 5-10 Punkte 5

Endauswertung der Testwerte mit der DemTect Skala

Die Anzahl der gewichteten Testwerte beim DemTect-Test zeigt, ob eine kognitive Beeinträchtigung oder eine Demenz wahrscheinlich sind. Da die Testwerte bereits die unterschiedliche Bewertung nach dem Alter der Testperson enthalten, gilt die Skala für alle Altersgruppen.

Gesamtpunkte Ergebnis
13 bis 18 Punkte: Keine Beeinträchtigung erkennbar
9 bis 12 Punkte: Leichte kognitive Beeinträchtigung
0 bis 8 Punkte: Verdacht auf Demenz

Wenn die Punkte einen Verdacht auf eine Demenz ergeben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und um eine professionelle Diagnose bitten. Bei einer höheren Punktzahl können Sie den Test im Abstand von einem halben oder ganzen Jahr wiederholen, um zu sehen, ob eine Veränderung eingetreten ist.

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DemTect-Test: Vor- und Nachteile

Das DemTect Testverfahren wird in vielen Bereichen angewendet und ist ziemlich zuverlässig. Hier sind die wichtigsten Vor- und Nachteile von DemTect.

  • Er ist kurz: Der DemTect Test dauert nur ungefähr 10 Minuten.
  • Jeder kann ihn durchführen: Der Test muss nicht unbedingt von einem Experten durchgeführt werden, wenn auf ein paar Voraussetzungen geachtet wird.
  • Das Alter des Patienten wird berücksichtigt: Der Test ist „alterssensitiv“, weil die Ergebnisse je nach Altersstufe unterschiedlich gewertet werden.
  • Keine visuell-konstruktive Komponente: Der Test enthält keine Aufgabe, bei der es um das visuelle Vorstellungsvermögen geht. Dafür bietet sich der Uhrentest an, den Sie ergänzend durchführen können.

Das Ergebnis ist da – was nun?

Wenn Sie noch Zweifel an dem Ergebnis haben, können Sie ein weiteres Demenz-Testverfahren anwenden. Neben dem Uhrentest gibt es zum Beispiel den Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder den MoCa-Test. Auch diese Tests bieten keine abschließende Diagnose, aber sie können weitere Hinweise liefern.

Ergibt DemTect oder ein anderes Testverfahren, dass die Testperson vielleicht an Demenz erkrankt ist, sollten Sie eine ärztliche Diagnose einholen. Die erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein oder Sie wenden sich direkt an einen Neurologen, also einen Nervenspezialisten.

Wenn sich der Verdacht erhärtet und die ärztliche Diagnose eine Demenzerkrankung bestätigt, sollten Sie sich Gedanken um die Behandlung, aber auch um die Betreuung und Pflege der erkrankten Person machen. Eine Demenzerkrankung ist eine schwere Diagnose mit weitreichenden Folgen für alle Beteiligten. pflege.de steht Ihnen bei den nächsten Schritten mit Rat und Tat zur Seite.

Weiterführende Informationen zu Demenz

Zunächst einmal können Sie sich mit dem Krankheitsbild Demenz auseinandersetzen, um zu verstehen, was die Diagnose bedeutet und welcher Verlauf zu erwarten ist. Auch die Möglichkeiten der Behandlung und Therapie von Demenz spielen natürlich eine wichtige Rolle.

Wenn ein Mensch nach und nach seine kognitiven Fähigkeiten einbüßt, bringt das auch rechtliche Fragen mit sich. Darf ein Demenzerkrankter Verträge abschließen? Oder Autofahren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Ratgeber zum Thema Rechtliche Fragen bei Demenz.

Oft sind es aber gerade die kleinen Herausforderungen im alltäglichen Umgang mit Demenzerkrankten, die Angehörige und Pflegende vor Probleme stellen. Sie sollten aber nicht den Mut verlieren. Denn all diese Probleme können Sie meistern und weiterhin viele schöne Erlebnisse mit der an Demenz erkrankten Person teilen.

Prüfen Sie Ihren Pflegegrad

Eine Demenzerkrankung bedeutet oft, dass ein Anspruch auf Pflegeleistungen besteht. Die Grundlage für viele Finanzierungs- und Beratungsleistungen ist ein anerkannter Pflegegrad. Mit dem kostenlosen Pflegegradrechner von pflege.de können Sie ganz unkompliziert den voraussichtlichen Pflegegrad in wenigen Schritten errechnen.

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Häufig gestellte Fragen

Wofür steht DemTect?

Die Abkürzung steht für Dementia Detection, also Demenz-Erkennung. DemTect ist ein einfaches und schnelles Testverfahren zur Früherkennung von Demenz und Alzheimer.

Was ist ein DemTect Test?

DemTect ist ein Screening-Verfahren zur Früherkennung von Demenz und Alzheimer. Der Test dauert nicht lange und kann auch von Personen ohne Fachkenntnisse durchgeführt werden. Bei einem entsprechenden Testergebnis wird eine Diagnose durch Fachärzte empfohlen.

Kann jeder einen DemTect Test durchführen?

Ja, der DemTect Test kann von Personen ohne Fachkenntnisse durchgeführt werden. Wichtig ist aber, dass die Testperson gut hören und sehen kann und der Test in einem ruhigen Umfeld ohne Störungen durchgeführt wird. DemTect ersetzt keinesfalls eine Diagnose, sondern ist ein Screening-Verfahren, um einen Verdacht auf Demenz zu erhärten oder zu zerstreuen.

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Erstelldatum: 7102.01.9|Zuletzt geändert: 2202.90.12
(1)
Kalbe, E., Kessler, J., Calabrese, P., Smith, R., Passmore, A. P., Brand, M., & Bullock, R. (2004). DemTect: a new, sensitive cognitive screening test to support the diagnosis of mild cognitive impairment and early dementia. International journal of geriatric psychiatry, 19(2), 136–143.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14758579/
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