Uhrentest bei Demenz / Alzheimer

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Demenz-Test / Uhrentest

„Sind das nur kleine Vergesslichkeiten oder ist das schon eine Demenz?“– Mit dieser Frage quälen sich viele ältere Menschen, die feststellen, dass ihre geistige Leistungsfähigkeit nachlässt. Gerade weil es noch keine Heilung für Demenz gibt, ist die Früherkennung der Krankheit so wichtig. Durch die individuell abgestimmte Therapie können im frühen Stadium Behandlungserfolge erzielt und das Fortschreiten der Krankheit hinausgezögert werden. Möglichkeiten zur Diagnose von Demenz sind sog. psychometrische Tests oder Demenz-Tests. Einen ersten Hinweis für eine geistige Einschränkung kann neben dem MMST und dem DemTect-Test der Uhrentest liefern.

Inhaltsverzeichnis

Uhrentest: Definition

Der Uhrentest gehört zur Gruppe der psychometrischen Tests und kann die Früherkennung einer Demenz unterstützen. Der Uhrentest untersucht zwei zentrale Kompetenzen des Probanden, die Gedächtnisleistung und Raumwahrnehmung, und erlaubt dadurch Rückschlüsse auf demenzielle Veränderungen.

Liegt der Verdacht auf Demenz nahe, so ist der Uhrentest ein erstes wichtiges und bekanntes Instrument in der Diagnostik. Er ist einfach, geht schnell und das benötigte Material beschränkt sich auf ein Blatt Papier und einen Stift. Meistens wird der Uhrentest nach Shulman angewandt, der den Uhrentest (englisch: „Clock-drawing“) im Jahr 1993 entwickelt hat. Daneben gibt es noch einen Demenz-Uhrentest nach Sunderland und einen Uhrentest nach Watson.

Uhrentest nach Shulman: Vorteile

Die Ausführung ist einfach: Der Proband muss einen Kreis zeichnen und an der richtigen Stelle 12 Ziffern einfügen. Am Anschluss soll er eine Uhrzeit nach Vorgabe mit dem Stunden- und Minutenzeiger in der skizzierten Uhr eintragen. Diese Aufgabe gelingt nur, wenn der Proband die nötigen geistigen Fähigkeiten (Erinnerung, Merkfähigkeit, visuelle Orientierung etc.) noch ausreichend besitzt. Weitere Vorteile des Demenz-Uhrentests nach Shulman sind:

Das Wichtigste in Kürze

  • Er dauert nur fünf bis zehn Minuten.
  • Er ist fast unabhängig von Sprache oder einer bestimmten Kultur.
  • Das Zeichnen einer Uhr ist eine einfache und neutrale Aufgabe, die die meisten Probanden beherrschen. Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ist beispielsweise wesentlich aufwändiger.
Info

Zum Uhrentest gehört ärztliche Diagnostik

Zu einem Uhrentest gehört – wie auch beim MMST – eine ausführliche ärztliche Diagnostik, vor allem hinsichtlich der Seh- und Hörfähigkeit des Probanden. Auch ein Parkinson-Syndrom, bei dem es zum Händezittern kommen kann, verändert das Testergebnis. Empfohlen wird dieser Test für Menschen zwischen 65 und 85 Jahren.

Bonus
Der Uhrentest – Ihr persönlicher Demenz-Test
  • Schnelle Grundlage für Diagnose und Therapie
  • Weniger als 5 Minuten Testdauer
  • Ideal mit Hilfe eines Angehörigen durchführbar

Uhrentest nach Shulman: Durchführung

Ein Uhrentest gliedert sich in vier Teilbereiche:

  1. Der Proband erhält ein Blatt Papier mit einem Kreis darauf. Der Arzt erklärt kurz, wo oben und unten sein soll.
    Hinweis: Beim Uhrentest nach Sunderland muss der Proband auch den Kreis selbst aufzeichnen.
  2. Der Arzt gibt die Anweisung: „Dieser Kreis soll eine Uhr sein. Ich möchte gerne, dass Sie die fehlenden Ziffern darauf eintragen. Tragen Sie danach mit dem Minuten- und Stundenzeiger bitte die Uhrzeit „10 nach 11“ ein.“
  3. Während der Proband zeichnet, macht sich der Arzt Notizen:
    a) In welcher Reihenfolge geht der Proband vor?
    b) Muss er häufig Korrekturen vornehmen?
    c) Wie viel Zeit braucht er, um die Aufgaben zu erledigen?
    d) Bereitet ihm das Zeichen Schwierigkeiten? Wo zögert er? Etc.
  4. Der Arzt bewertet die Zeichnung des Probanden nach festen Kriterien, notiert dann Punktwert, Namen der Person und das Datum auf dem Blatt.

Dieser Demenz-Uhrentest verrät eine ganze Menge über den Probanden: Er zeigt,

  • ob er Anleitungen („Tragen Sie die Uhrzeit ein“) versteht;
  •  ob er richtig planen kann (zuerst der Kreis, dann die Ziffern, dann die Uhrzeit);
  • ob sein visuelles Gedächtnis noch funktioniert (Wie sieht eine Uhr eigentlich aus?);
  • ob er ein komplexes Muster – Kreis, Zifferblatt, Uhrzeit – erfassen und praktisch ausführen kann (sog. visuokonstruktive Ausführungsleistung).

Uhrentest: Auswertung des Demenz-Uhrentests

Bei der Auswertung des Uhrentests gibt es zwei Skalen:

  • Auswertungsskala nach Shulman: 1 bis 6     (1 = korrekt, 6= keine Uhr erkennbar)
  • Auswertungsskala nach Sunderland: 1 bis 10     (10 = korrekt, 1 = keine Uhr erkennbar)

Im Folgenden beschreibt pflege.de beispielhaft die Auswertung des Uhrentests nach Shulman.

Punkte Beurteilung Auffälligkeiten
1 Perfekt, keine Anzeichen für eine Demenz vorhanden
  • Alle Ziffern sind richtig eingezeichnet
  • Die Uhrzeit „10 nach 11“ ist durch die Zeigerstellung richtig angegeben
2 Leichte visuell-räumliche Fehler
  • Abstände zwischen den Ziffern sind ungleichmäßig
  • Manche Ziffern liegen außerhalb des Kreises
  • Manche Ziffern stehen auf dem Kopf
  • Proband hat Hilfslinien eingezeichnet, um sich besser orientieren zu können
3 Fehlerhafte Uhrzeit trotz richtiger Uhr
  • Nur ein Uhrzeiger ist dargestellt
  • Uhrzeit wird als Text („10 nach 11“) niedergeschrieben
  • Es ist keine Uhrzeit angegeben
4 Mittelgradige visuell-räumliche Orientierungsprobleme
  • Unregelmäßige Abstände zwischen den Ziffern
  • Fehlende Ziffern
  • Mehr Ziffern als 12
  • Ziffern sind entgegen dem Uhrzeigersinn eingetrage
5 Schwere visuell-räumliche Orientierungsprobleme
  • Zusätzlich zu 4 noch weitere bzw. noch ausgeprägtere Auffälligkeiten (zusätzliche Kreise eingezeichnet etc.)
6 Keine Uhr dargestellt
  • Proband zeichnet gar keine Uhr
  • Darstellung hat keinerlei Ähnlichkeit mit einer Uhr
Bonus
der pflege.de Uhrentest – zur Früherkennung von Demenz

Uhrentest: Alzheimer & Demenz richtig erkennen?

Der Demenz-Uhrentest ist einfach und recht schnell erledigt. Seine Aussagekraft hinsichtlich der Früherkennung einer Demenz ist unter Experten unbestritten. Gerade bei Demenz gehören Störungen der räumlichen Wahrnehmung zum Symptomkomplex. Diese visuelle-räumlichen Kompetenzen können mit einer kleinen Uhrenzeichnung gut überprüft werden.

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Alzheimer – Definition, Symptome & Ursachen

 

Dennoch reicht ein Uhrentest allein nicht aus, um wirklich eine qualitative Diagnose über Demenz oder Alzheimer zu treffen. So wird er oft ergänzt mit dem Mini-Mental-Status-Test (MMST) und genau diese Kombination erweist sich in Studien auch als sinnvoll. Die Kombination aus MMST und Uhrentest prüft sozusagen unterschiedliche Merkmale ab und ergibt in der Summe eine gute Ersteinschätzung. Allerdings nur, wenn die Tests wirklich von Experten, z. B. in einer Memory-Klinik, durchgeführt werden.

Info

Uhrentest gibt keine verlässliche Diagnose

Der Uhrentest wird oft in die Hände von Pflege- und/oder Betreuungskräften gelegt. Auch Angehörige wenden ihn an, um ein Familienmitglied zu „testen“. Das ist alles nicht ganz falsch, darf aber immer nur als ein erster Hinweis auf eine mögliche kognitive Einschränkung gelten und nicht als verlässliche Diagnose einer Demenz. Schon eine Austrocknung (wegen zu geringer Trinkmengen) kann zu Verwirrung führen oder ein leichter Schlaganfall kann Symptome erzeugen, aufgrund derer der Betroffene keinen Uhrentest mehr „besteht“.

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Erstelldatum: 7102.90.52|Zuletzt geändert: 9102.60.52
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