Was ist der Mini-Mental-Status-Test?
Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ist ein sogenannter Screening-Test: Er kann Hinweise auf eine Einschränkung von Gedächtnis und Denkvermögen liefern, ohne weitere Untersuchungen jedoch keine Demenz feststellen.
Der MMST wird oft auch verwendet, um den Verlauf einer Demenz zu messen. Dafür wird der Test in regelmäßigen Abständen wiederholt. So kann ein Arzt nachverfolgen, wie stark die geistige Leistungsfähigkeit der Testperson im Lauf der Zeit nachlässt.(1)(2)
Für wen ist der MMST geeignet?
Der MMST ist für ältere Menschen gedacht, bei denen Veränderungen von Gedächtnis, Orientierung oder Denkvermögen auffallen. Sinnvoll ist er zum Beispiel, wenn jemand über mehrere Wochen häufiger Termine vergisst, sich in vertrauter Umgebung unsicher fühlt oder Gesprächen schwerer folgen kann.
Weniger aussagekräftig ist das Ergebnis, wenn die getestete Person:
- akut krank, stark erschöpft oder plötzlich verwirrt ist,
- schlecht sieht oder hört,
- nicht gut Deutsch spricht, liest oder schreibt,
- niedergeschlagen ist oder unter einer Depression leidet.
Auch die Schulbildung beeinflusst das Ergebnis: Menschen mit wenigen Schuljahren erreichen oft weniger Punkte, Menschen mit hoher Bildung können beginnende Einschränkungen lange ausgleichen. Ärzte berücksichtigen das bei der Einordnung.(2)
Was prüft der MMST?
Der Test besteht aus Fragen und kleinen Aufgaben aus fünf Bereichen.(2)
Wie wird der MMST durchgeführt?
Der MMST gehört in die Hände von Fachleuten. In der Regel führen ihn Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen oder geschultes Fachpersonal durch, zum Beispiel in der Hausarztpraxis, in einer Fachpraxis für Neurologie oder Psychiatrie oder in einer Gedächtnisambulanz (Memory Clinic).
Das hat gute Gründe: Wie eine Aufgabe gewertet wird, hängt oft von Details ab. Fachleute achten außerdem darauf, wie jemand eine Aufgabe löst, wo er zögert oder unsicher wird. Und sie ordnen das Ergebnis gemeinsam mit anderen Befunden ein.(2)
Wie läuft der Test ab?
Der MMST findet als Gespräch statt und dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Eine qualifizierte Fachperson stellt nacheinander Fragen und gibt kleine Aufgaben, die die getestete Person mündlich oder schriftlich beantwortet. Wichtig sind eine ruhige Umgebung und ausreichend Zeit. Brille und Hörgerät sollten getragen werden. Der Test ist schmerzfrei und für die meisten Menschen gut zu bewältigen.
Der Test lässt sich mit wenigen Hilfsmitteln durchführen, etwa Papier und Stift. Die genauen Aufgaben und Bewertungsregeln sind nicht frei veröffentlicht: Damit das Ergebnis aussagekräftig bleibt, sollte die getestete Person die Aufgaben vorher nicht kennen.(2)
Wie wird der MMST ausgewertet?
Für jede richtig gelöste Aufgabe gibt es einen Punkt, die Punkte werden einfach zusammengezählt. Das Ergebnis liegt zwischen 0 und 30 Punkten. Je weniger Punkte, desto stärker sind Gedächtnis und Denkvermögen zum Zeitpunkt des Tests eingeschränkt.(2)
Wurde bereits eine Demenz festgestellt, nutzen Ärzte die Punktzahl auch, um den Schweregrad einzuschätzen. Die S3-Leitlinie Demenzen nennt dafür eine Einteilung, die ausdrücklich nur zur Orientierung dient:(3)
Als unauffällig gelten in der Regel 27 bis 30 Punkte. Eine niedrigere Punktzahl bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Demenz vorliegt und eine hohe Punktzahl schließt sie nicht sicher aus. Ob eine Demenz besteht, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.(2)
Was der MMST nicht leisten kann
Der MMST liefert eine Momentaufnahme. Müdigkeit, Aufregung oder ein schlechter Tag können das Ergebnis beeinflussen. Außerdem hat der Test einige bekannte Grenzen:
- Leichte Veränderungen fallen oft nicht auf. Bei einer beginnenden Demenz oder einer leichten kognitiven Störung erreichen viele Menschen noch eine unauffällige Punktzahl.
- Andere Ursachen sind möglich. Auch Depressionen, Flüssigkeitsmangel, Nebenwirkungen von Medikamenten, Vitaminmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung können Gedächtnis und Konzentration beeinträchtigen. Viele dieser Ursachen lassen sich gut behandeln.
- Gewöhnungseffekt. Wird der Test in kurzen Abständen wiederholt, kennt die Person die Aufgaben und schneidet besser ab.
Deshalb ist der MMST immer nur ein Baustein. Erst zusammen mit Gespräch, körperlicher Untersuchung und gegebenenfalls weiteren Tests ergibt sich ein verlässliches Bild.(2)
Was passiert nach dem MMST? Die nächsten Schritte
Der MMST ist meist der Anfang einer Abklärung, nicht ihr Ende. Wie es weitergeht, hängt vom Ergebnis und vom Gesamtbild ab.
- Ergebnis besprechen: Lassen Sie sich das Ergebnis erklären und fragen Sie nach, was es für Ihre Situation bedeutet. Schildern Sie dabei auch Ihre Beobachtungen aus dem Alltag.
- Ursachen abklären: Der Arzt untersucht körperlich und veranlasst bei Bedarf Blutuntersuchungen. So lassen sich behandelbare Ursachen für Gedächtnisprobleme erkennen oder ausschließen.
- Weitere Untersuchungen: Bei Verdacht auf eine Demenz überweist die Hausarztpraxis an eine Fachpraxis für Neurologie oder Psychiatrie oder an eine Gedächtnisambulanz. Dort folgen ausführlichere Tests und oft eine Bildgebung des Gehirns.
- Unterstützung organisieren: Wird eine Demenz festgestellt, helfen Beratungsstellen, Pflegestützpunkte und Selbsthilfegruppen weiter. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen haben außerdem Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet MMST?
MMST steht für Mini-Mental-Status-Test und ist ein psychometrisches Testverfahren, mit dem kognitive Beeinträchtigungen festgestellt werden können. Der MMST wird vor allem als Demenz-Test verwendet.
Was testet der MMST?
Der MMST ist ein Testverfahren, das überprüft, ob eine Person kognitive Beeinträchtigungen oder sogar Anzeichen einer Demenz aufweist.
Wie viele Fragen hat der Mini Mental Status Test?
Der MMST umfasst 30 Fragen und Aufgaben und dauert etwa 10 bis 15 Minuten.
Wer darf den MMST durchführen?
Der MMST gehört in die Hände von Fachleuten. In der Regel führen ihn Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen oder geschultes Fachpersonal durch.




