Barrierefreie Dusche: sicher, ebenerdig und gefördert umbauen

Barrierefreie Dusche

Der hohe Einstieg in die Dusche, rutschige Fliesen oder zu wenig Platz: Für Senioren oder Menschen mit Bewegungseinschränkungen wird das Bad schnell zur Gefahrenzone. Eine barrierefreie, ebenerdige Dusche senkt das Sturzrisiko und ermöglicht pflegebedürftigen Menschen, allein oder mit Unterstützung sicher zu duschen.

pflege.de erklärt, was eine barrierefreie Dusche ausmacht, wie sie sich von barrierearmen Lösungen unterscheidet und welche Varianten sich für unterschiedliche Pflege- und Wohnsituationen eignen. Außerdem lesen Sie, worauf Sie bei Planung und Einbau achten sollten, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie Sie Zuschüsse erhalten.

Inhaltsverzeichnis

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Was bedeutet „barrierefrei“ beim Duschen?

Viele Menschen suchen nach einer „barrierefreien Dusche“, wenn sie eigentlich vor allem eines wollen: eine Dusche ohne Hindernisse.

Gemeint sind meist Lösungen mit niedrigem Einstieg, rutschfestem Boden und ausreichend Platz – also begehbare, ebenerdige oder barrierearme Duschen. Solche Lösungen werden umgangssprachlich auch behindertengerercht, altersgerecht oder seniorengerecht genannt, Anbieter bezeichnen sie auch als Walk-In-Dusche (englisch für begehbar).

Oft hat eine begehbare Dusche noch eine kleine Einstiegsschwelle. Dann entspricht sie allerdings nicht den Vorgaben der Barrierefreiheit.

Info
Was ist eine barrierefreie Dusche?

Laut DIN 18040-2 ist eine Dusche nur dann barrierefrei, wenn sie schwellenlos, bodengleich und mit ausreichenden Bewegungsflächen ausgestattet ist. Für die Nutzung mit Rollstuhl gelten zusätzliche Anforderungen.(1) Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Barrierefreiheit.

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Für wen ist der barrierearme Duschumbau sinnvoll?

Ein barrierefreier oder barrierearmer Duschumbau kann in vielen Lebenssituationen eine große Entlastung sein. Besonders profitieren:

  • Pflegebedürftige Menschen, die sicherer duschen möchten oder Unterstützung beim Duschen benötigen.
  • Senioren mit eingeschränkter Mobilität, etwa bei beginnender Gangunsicherheit oder Sturzgefahr.
  • Menschen mit Bewegungseinschränkungen oder Rollstuhlfahrer, die größere Bewegungsflächen oder spezielle Ausstattung brauchen.
  • Menschen, die ihr Bad vorausschauend altersgerecht gestalten wollen.
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Varianten barrierefreier Duschen

Ob bodengleich, begehbar oder rollstuhlgerecht – für jede Wohn- und Pflegesituation gibt es die passende Dusche. Welche Variante die beste für Sie ist, hängt von den baulichen Gegebenheiten, dem Pflegebedarf und Ihren individuellen Bedürfnissen ab.

Die unterschiedlichen Varianten barrierefreier Duschen unterscheiden sich vor allem in ihrer Bauweise und darin, wie hindernisfrei sie nutzbar sind:

  • Ebenerdige beziehungsweise bodengleiche Dusche: Der Duschbereich geht ohne Schwelle in den Badezimmerboden über. Diese Dusche lässt sich in vielen Bädern nachrüsten. Wichtig sind ein rutschhemmender Bodenbelag und ausreichend Bewegungsfläche.
  • Begehbare (Walk-in-) Dusche: Eine offene Dusche ohne Tür, meist mit einer festen Glaswand als Spritzschutz. Achtung: Nicht jede Walk-in-Dusche ist automatisch barrierefrei – bleibt eine kleine Schwelle bestehen, gilt sie lediglich als barrierearm.
  • Rollstuhlgerechte Dusche: Für die Nutzung mit dem Rollstuhl braucht es mehr Platz. Dazu gehören eine größere Duschfläche, ausreichende Bewegungsflächen davor sowie höhenangepasste Ausstattung. Diese Variante ist ideal, wenn ein Rollstuhl dauerhaft genutzt wird oder viel Unterstützung im Bad nötig ist.

Je nach Bedarf können diese Varianten barrierefrei nach DIN oder barrierearm gestaltet werden.

Tipp
Achten Sie auf ausreichende Bewegungsfläche

Großzügige Bewegungsflächen in Bad und Dusche erhöhen die Sicherheit und erleichtern den Ein- und Ausstieg. Für Rollstuhlfahrer sind sie besonders wichtig – und auch Pflegepersonen profitieren von mehr Platz bei der Unterstützung im Bad.

Barrierefreie Dusche nach DIN 18040-2: Ausstattung, Maße und Vorgaben

Für eine barrierefreie Dusche gelten nach DIN 18040-2 besondere Vorgaben:(2)

Maße und Vorgaben
Bewegungsflächen vor der Dusche Mindestens 120 x 120 cm, für rollstuhlgerechte Duschen 150 x 150 cm
Duschzugang  Bodenbündig, Absenkung von maximal 2 cm, vorzugsweise geneigt
Bodenbelag  Rutschhemmend, muss mit einem Rollstuhl nutzbar sein
Sitz und Haltegriffe  Mindestens 45 cm tiefer Dusch-Klappsitz (Sitzhöhe von 46 cm bis 48 cm) – auch ein mobiler und stabiler Duschsitz ist möglich – sowie waagerechte Haltegriffe in einer Höhe von 85 cm über Boden, zusätzlich auch senkrechte Haltegriffe
Armatur in der Dusche  Einhebel-Duscharmatur mit Handbrause, aus Sitzposition in 85 cm Höhe seitlich erreichbar

Sicherheitselemente für die barrierefreie Dusche

Die richtige Ausstattung macht eine Dusche nicht nur komfortabler, sondern vor allem sicherer. Viele Elemente lassen sich auch später nachrüsten, wenn sich der Pflegebedarf verändert.

Sicherheit und Sturzschutz für die begehbare Dusche

Damit die Dusche sicher zu betreten und zu nutzen ist, gehören verschiedene Schutzmaßnahmen zur Grundausstattung.

  • Halte- und Stützgriffe: Geben sicheren Halt beim Stehen, Hinsetzen oder Aufstehen. Sie unterstützen auch Pflegepersonen bei der Körperpflege.
  • Rutschhemmender Untergrund: Damit Sie nicht leicht ausrutschen, sollte Ihre barrierefreie Dusche einen rutschfesten Untergrund haben. Dafür können Sie die Duschfläche mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung ausstatten lassen. Alternativ gibt es rutschfeste Fliesen, spezielle Anti-Rutsch-Matten oder Anti-Rutsch-Streifen zum Aufkleben.
  • Schwellenloser Zugang: Eine barrierefreie Dusche hat keine Einstiegskante. Falls aus baulichen Gründen eine geringe Schwelle bleibt, sollte sie gut sichtbar sein.
  • Sitzmöglichkeiten: Sitzen entlastet und erhöht die Stabilität während des Duschens. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: einen Duschstuhl mit Armlehnen und Rückenstütze, einen Duschrollstuhl speziell für Rollstuhlfahrer oder einen Duschhocker. Diesen gibt es auch als hochklappbare Variante, die an der Wand befestigt ist.
  • Notrufsysteme: Für die Dusche gibt es kleine tragbare Geräte mit Notfallknopf, die wasserdicht oder zumindest spritzwassergeschützt sind. Eine Alternative sind spezielle Zugtaster für die Dusche, die mit dem Hausnotrufgerät verbunden sind. Der Zugtaster wird an der Wand installiert und kann durch das Ziehen einer roten Schnur ausgelöst werden.
Info
Fliesen in einer barrierefreien Dusche

Die Duschfläche der barrierefreien Dusche wird meist vollständig gefliest. So entsteht ein einheitlicher Boden im ganzen Bad und Stolperfallen werden beseitig. Beim Fliesen muss ausreichend Gefälle eingebaut werden, damit das Duschwasser in den Abfluss und nicht in den Raum fliest.

Komfort und Bedienbarkeit für die begehbare Dusche

Verschiedene Elemente erleichtern Ihnen die Nutzung der Dusche – vor allem, wenn Kraft, Beweglichkeit oder Balance eingeschränkt sind:

  • Thermostat-Armaturen: Halten die eingestellte Wassertemperatur konstant und verhindern Verbrühungen. Viele Modelle besitzen einen Sicherheitsstopp bei 38 Grad Celsius. Das erleichtert die Bedienung im Sitzen und schafft Sicherheit.
  • Flexible Handbrausen: Sind höhenverstellbar und leicht zu greifen – ideal für Personen, die im Sitzen duschen oder Unterstützung benötigen.
  • Leicht erreichbare Armaturen und Ablagen: Gut positionierte Armaturen und Ablageflächen verringern unnötige Bewegungen.

Unterstützung bei der Pflege: Duschpflegetüren

Wenn eine weitere Person beim Duschen unterstützt, braucht es spezielle Lösungen, die gleichzeitig Sicherheit und Bewegungsfreiheit ermöglichen. (Halbhohe) Duschpflegetüren erleichtern die Arbeit und schützen vor Spritzwasser.

Es gibt sie als fest installierte Schiebe- oder Falttüren oder auch als transportable Varianten.

Planung und Umsetzung des Duschumbaus

Damit der Umbau reibungslos gelingt, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Dazu gehört,

  • die baulichen Voraussetzungen in Ihrem Badezimmers zu prüfen,
  • passende Entwässerungslösungen auszuwählen und
  • mögliche Besonderheiten – etwa im Altbau – frühzeitig zu berücksichtigen.

Die folgenden Schritte zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Voraussetzungen im Bad für eine barrierefreie Dusche

Bevor eine Dusche umgebaut werden kann, müssen einige bauliche Voraussetzungen erfüllt sein. Diese entscheiden darüber, welche Lösung überhaupt möglich ist:

  • Aufbauhöhe des Bodens: Für eine bodengleiche Dusche müssen Ablauf und Leitungen im Boden untergebracht werden können. Ist der Boden nicht hoch genug, sind alternative Lösungen nötig, beispielsweise eine flache Duschtasse oder ein Pumpsystem.
  • Platz für Bewegungsflächen: Sitzen Sie beim Duschen oder nutzen Sie einen Rollstuhl, muss genügend Bewegungsraum vorhanden sein. Das gleiche gilt, wenn Angehörige beim Duschen unterstützen.
  • Lage der Wasserleitungen: Der (neue) Duschbereich sollte möglichst nah am vorhandenen Abfluss liegen. Das erleichtert den Umbau und reduziert den baulichen Aufwand. Abdichtung und Wasserführung: Der Boden muss so vorbereitet sein, dass Wasser zuverlässig zum Ablauf läuft und nicht in Wände oder den Estrich eindringt. Das schützt die Bausubstanz und verhindert Feuchteschäden.
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Fachbetriebe prüfen die Voraussetzungen für Sie

Welche Lösung in Ihrem Bad umgesetzt werden kann, klären Sanitärfachbetriebe bei einer Vor-Ort-Besichtigung. Dabei zeigt sich, ob eine bodengleiche Dusche bei Ihnen eingebaut werden kann oder ob Alternativen sinnvoller sind.

Entwässerung und Ablauftechnik bei der barrierefreien Dusche

Damit eine barrierefreie Dusche sicher funktioniert, muss das Wasser zuverlässig abfließen können.

Es gibt verschiedene Arten der Entwässerung:

  • Bodenablauf (auch Punktablauf): Klassischer Ablauf in der Mitte der Dusche. Er benötigt ein leichtes Gefälle aus allen Richtungen.
  • Linien- oder Rinnenablauf: Der Ablauf liegt seitlich oder am Übergang zwischen Dusche und Bad. Diese Lösung erleichtert die Gefälleführung und eignet sich gut für große Duschen und moderne Gestaltungen.
  • Wandablauf: Der Ablauf wird in die Wand verlegt. Dadurch bleibt der Boden besonders eben und leicht zu reinigen. Diese Lösung ist optisch dezent, aber technisch anspruchsvoller.
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Gefälle und Abdichtung – warum sie wichtig sind

Damit sich das Wasser nicht staut oder in die Bausubstanz eindringt, braucht der Boden ein leichtes Gefälle zum Ablauf und eine fachgerechte Abdichtung. Das notwendige Gefälle lässt sich nicht in jedes Bad einbauen. Besonders in Altbauten oder bei geringer Aufbauhöhe sind deshalb spezielle Lösungen gefragt.

Besonderheiten bei schwierigen baulichen Bedingungen

Nicht jedes Badezimmer erfüllt die Voraussetzungen für eine barrierefreie Dusche. Besonders in Altbauten oder Gebäuden mit geringer Bodenhöhe stößt besonders die Entwässerung schnell an Grenzen.

Aber auch wenn eine komplett ebenerdige Lösung nicht umsetzbar ist, gibt es mehrere Wege zu einer sicheren, barrierearmen Dusche:

  • Fußboden anheben: Damit Gefälle und Ablauf installiert werden können, wird der gesamte Badboden um einige Zentimeter erhöht. Das funktioniert gut bei hohen Räumen, reduziert aber die Raumhöhe.
  • Abwasserleitungen in den darunterliegenden Raum verlegen: Die Leitungen werden an der Decke des Raumes unter dem Bad geführt. Das funktioniert gut, wenn unter Ihrem Bad der Keller ist. Befindet sich unter Ihrem Bad eine andere Wohnung, ist die Lösung wahrscheinlich keine Möglichkeit.
  • Einbau eines Pumpsystems: Eine eingebaute und mit Fliesen verkleidete Pumpe befördert das Wasser zu einem höher gelegenen Ablauf. Das Gerät verursacht beim Pumpen Geräusche. Zur Verringerung des Schalls ist es empfehlenswert, die Pumpe in eine sogenannte Dämmwanne zu stellen.

Wenn keine der genannten Lösungen bei Ihnen in Frage kommt, können Sie auch auf eine komplette Bodengleichheit verzichten.

Bauen Sie stattdessen beispielsweise eine flache Duschwanne, auch Duschtasse genannt, ein. Diese hat dann eine Restschwelle am Duscheinstieg. Mit einer Rollstuhlrampe versehen, ist der Ein- und Ausstieg aber auch für Rollstuhlfahrer leicht möglich.

Begehbare Dusche einbauen: Ablauf eines Duschumbaus

Ein barrierefreier oder barrierearmer Duschumbau lässt sich in den meisten Badezimmern in wenigen Tagen umsetzen. Der genaue Ablauf hängt vom Zustand des Bades und der gewählten Lösung ab, folgt aber immer ähnlichen Schritten:

  1. Vor-Ort-Termin & Planung: Der Fachbetrieb prüft Aufbauhöhe, Leitungsführung und die mögliche Duschposition. Dann wird geklärt, ob eine bodengleiche Dusche realisiert werden kann oder ob eine Alternative nötig ist. Schließlich können Sie die Ausstattung sowie Fliesen, Armaturen und Sicherheitselemente bestimmen.
  2. Erstellung eines detaillierten Angebots: Der Fachbetrieb erstellt Ihnen ein Angebot.
  3. Vorbereitung des Badezimmers: Wichtig für den Umbau ist, dass Möbel und Böden abgesichert sowie Wasser- und Stromleitungen abgestellt sind. Der Fachbetrieb wird dann zunächst die alte Dusche oder Badewanne demontieren. Er kümmert sich später auch um die Entsorgung der alten Bauteile.
  4. Rückbau und Aufbau des Untergrunds: Nach dem Öffnen des Bodenbereichs wird die Ablauftechnik eingebaut. Dafür wird ein Gefälle hergestellt beziehungsweise ein Duschbodenelement eingesetzt. Anschließend wird die gesamte Nasszone abgedichtet.
  5. Installation der neuen Dusche: Die Duschfläche oder die flachen Duschtasse wird eingebaut. Die Leitungen werden angeschlossen. Zum Schluss werden Armaturen, Duschstange, Sitz und Haltegriffe sowie Glasabtrennungen montiert – je nachdem, für welche Ausstattung Sie sich entschieden haben.
  6. Abschlussarbeiten: Den Abschluss bilden Fliesenarbeiten oder Verkleidungen sowie die finale Abdichtung und das Setzen von Silikonfugen. Der Fachbetrieb führt eine Funktionsprüfung durch und testet Ablauf, Armaturen und Dichtigkeit. Anschließend bekommen Sie die Dusche gereinigt übergeben.

Wie lange dauert der Umbau?

Die Dauer hängt stark von den baulichen Voraussetzungen ab:

  • 1 bis 2 Tage für klassischeWanne raus – Dusche rein“-Umbauten mit standardisiertem System.
  • 2 bis 4 Tage für individuell geflieste, bodengleiche Duschen oder komplexere Anschlusssituationen.
  • 4 bis 7 Tage bei schwierigen baulichen Bedingungen, wie Altbauten, knapper Aufbauhöhe, Leitungsanpassungen oder Pumpensystemen.
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Barrierefreie, begehbare & ebenerdige Dusche: Kosten, Zuschüsse & Förderungen

Die Kosten für den Umbau zu einer barrierefreien oder ebenerdigen Dusche können je nach Badezimmer, gewünschter Ausstattung und baulicher Situation stark variieren. Grundsätzlich setzen sie sich zusammen aus:

  • Materialkosten für Duschfläche, Armaturen, Fliesen, Glaswand und Haltegriffe
  • Arbeitskosten für Rückbau, Installation, Abdichtung und Fliesenarbeiten
  • Zusätzlichen Leistungen, wie Leitungserneuerung, Gefälleaufbau oder Wandverstärkung

Im Durchschnitt sollten Sie mit 5.000 bis 8.000 Euro für einen vollständigen Umbau rechnen – inklusive Material, Montage und Entsorgung. Einfachere Lösungen können günstiger sein, umfangreichere Sanierungen auch teurer.

Info
Wanne zur Dusche als Alternative

Haben Sie aktuell eine Badewanne im Bad, die zur barrierearmen Dusche umgebaut werden soll? Dafür gibt es Komplettsystem-Lösungen, bei denen ein Fachbetrieb meist innerhalb eines Tages die Wanne zur Dusche umfunktioniert. Die Kosten hierfür liegen zwischen 4.000 Euro bis 6.000 Euro.

Kosten einer barrierefreien Dusche: Preisfaktoren im Überblick

Der Preis für den Einbau einer barrierefreien Dusche hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:

  • Größe des Badezimmers und des Duschbereichs
  • Bodenaufbau und notwendige Entwässerungslösung
  • Art der Dusche (bodengleich, rollstuhlgerecht, Walk-in, gefliest oder Fertigelement)
  • Ausstattung (beispielsweise Thermostat-Armatur, Sitz, Haltegriffe, Glaswand)
  • Aufwand für Fliesen- und Abdichtungsarbeiten
Tipp
Holen Sie sich mehrere Angebote ein

Lassen Sie sich am besten Angebote von mehreren Handwerksunternehmen erstellen – Kostenvoranschläge für einen Duschumbau sind in der Regel kostenlos. Die darin enthaltenen Posten sollten so genau wie möglich aufgeführt sein. Manche Fachbetriebe bieten Komplettpreise an – das erleichtert den Vergleich.

Zuschuss der Pflegekasse für den barrierearmen Duschumbau

Die Pflegekassen unterstützen sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, die den Alltag pflegebedürftiger Menschen erleichtern. Dazu gehört auch der Umbau zu einer barrierefreien oder barrierearmen Dusche. Pro Person gewährt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro Zuschuss.

Die Pflegekasse beteiligt sich am Umbau, wenn:

  • ein Pflegegrad vorliegt,
  • die Pflege zuhause stattfindet und
  • der Umbau die Pflegesituation verbessert.
Info
Zuschuss von der Krankenkasse

Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten für bauliche Anpassungen wie einen Duschumbau. Sie zahlt lediglich Pflegehilfsmittel wie Duschhocker, Haltegriffe oder rutschhemmende Matten.(2) Für Umbauten ist immer die Pflegekasse zuständig.

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Weitere Förderprogramme für den barrierefreien Duschumbau

Neben dem Zuschuss der Pflegekasse gibt es weitere Fördermöglichkeiten. Welche infrage kommt, hängt vom Wohnort, Ihrer persönlichen Situation und den Voraussetzungen im Bad ab:

  • Kommunale Förderprogramme: Manche Städte und Gemeinden unterstützen altersgerechte Umbauten mit eigenen Zuschüssen. Infos gibt es beim zuständigen Wohnungs- oder Sozialamt.
  • Steuerliche Vergünstigungen: Handwerkerleistungen können Sie unter Umständen von der Steuer absetzen.
  • KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: Ein zinsgünstiger Kredit für barrierereduzierende Maßnahmen, der auch für den Duschumbau geeignet ist. Der KfW- Zuschuss wurde wiederum zum 1. Januar 2025 eingestellt.

Barrierefreie Dusche einbauen lassen: Anbieter finden

Bevor Sie Ihre Dusche umbauen lassen, lohnt sich eine sorgfältige Planung. Wichtig ist, dass die neue Dusche sowohl zu Ihren persönlichen Bedürfnissen als auch zu den baulichen Voraussetzungen Ihres Badezimmers passt.

Fachbetriebe prüfen bei einem Vor-Ort-Termin, welche Lösungen technisch möglich sind, und beraten dazu, welche Variante – barrierefrei oder barrierearm – in Ihrer Situation sinnvoll ist.

Checkliste für die Planung

Diese Punkte sollten Sie vor dem Umbau berücksichtigen:

  • Eigenen Bedarf klären: Welche Unterstützung brauchen Sie beim Duschen? Reicht eine barrierearme Lösung oder benötigen Sie vollständige Barrierefreiheit nach DIN?
  • Sinnvolle Umbauvariante auswählen: Bodengleich, barrierearm, rollstuhlgerecht – welche Lösung entspricht Ihrer Wohnsituation und Mobilität?
  • Zustimmung des Eigentümers/Vermieters einholen: Bei Mietwohnungen muss der Umbau vorab genehmigt werden. Lassen Sie sich die Zustimmung unbedingt schriftlich bestätigen.
  • Fachbetrieb auswählen: Vor-Ort-Termin vereinbaren, bauliche Voraussetzungen prüfen lassen und ein detailliertes Angebot einholen.
  • Materialien und Ausstattung festlegen: Duschfläche, Armaturen, Sitz, Haltegriffe, Glaslösung – je klarer die Auswahl, desto genauer die Kostenplanung.
  • Mehrere Angebote vergleichen: Das hilft, Preisunterschiede und Leistungsumfang besser zu bewerten.
  • Pflegegrad prüfen und Zuschuss beantragen: Mit anerkanntem Pflegegrad können Sie einen Zuschuss von der Pflegekasse erhalten. Der Antrag muss immer vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Kostenvoranschlag nicht vergessen.
  • Termine planen: Umbauten dauern meist 1–3 Tage. Klären Sie, ob das Bad währenddessen nutzbar bleibt.

Vorteile und mögliche Nachteile einer barrierefreien oder begehbaren Dusche

Der Umbau zu einer barrierefreien oder bodenlosen Dusche hat Vor- und Nachteile:

  • Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit
  • Pflegeerleichterung für Angehörige
  • Mögliche Wertsteigerung der Immobilie
  • Zukunftssichere Lösung
  • Umbaukosten und Genehmigungen
  • Eingeschränkter Platz im Altbau
  • Kurzzeitige Nutzungseinschränkung während des Umbaus

Eine barrierefreie oder barrierearme Dusche macht den Alltag sicherer und komfortabler. Gerade bei eingeschränkter Mobilität oder beginnender Pflegebedürftigkeit kann sie Stürzen vorbeugen, Angehörige entlasten und das Bad für viele Jahre nutzbar halten. Auch wenn Planung und Kosten zunächst groß wirken: Der Aufwand zahlt sich langfristig aus.

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Häufig gestellte Fragen

Kann man in jedem Bad eine ebenerdige Dusche einbauen?

Ob eine ebenerdige Dusche möglich ist, hängt vor allem von der Aufbauhöhe des Bodens, der Lage der Abwasserleitung und dem Platz für Bewegungsflächen ab. Fachbetriebe prüfen vor Ort, ob der Boden genug Tiefe für Gefälle und Ablauf bietet oder ob alternative Lösungen sinnvoller sind.

Wann ist eine ebenerdige Dusche nicht möglich?

Wenn der Bodenaufbau zu flach ist, der Abfluss ungünstig liegt oder es zu wenig Platz für die nötige Bewegungsfläche gibt, ist eine vollständig bodengleiche Dusche nicht machbar. In solchen Fällen kommen beispielsweise flache Duschtassen oder Pumpsysteme infrage.

Was kostet eine ebenerdige Dusche mit Einbau?

Für den kompletten Umbau einer barrierefreien Dusche sollten Sie in der Regel mit 5.000 bis 8.000 Euro rechnen – inklusive Material, Rückbau, Einbau, Abdichtung und Fliesenarbeiten. Bei komplizierten Altbausituationen kann es teurer werden. Für ein Wanne-zur-Dusche-System, bei dem eine Badewanne durch eine Dusche ersetzt wird, liegen die Kosten meist bei 4.000 bis 6.000 Euro.

Wer bekommt Zuschüsse für den barrierefreien Duschumbau – und wie hoch sind sie?

Mit einem anerkannten Pflegegrad können Pflegebedürftige bei der Pflegekasse einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen erhalten – bis zu 4.180 Euro pro Person. Der Antrag muss vor Beginn des Umbaus gestellt werden.

Welche Maße muss eine barrierefreie Dusche mindestens haben?

Die DIN 18040-2 empfiehlt für eine barrierefreie Dusche eine Bewegungsfläche von mindestens 120 × 120 cm. Dieser Platz gilt als Standardmaß für eine Dusche, die ohne Tür und ohne Schwelle genutzt werden soll. Für eine rollstuhlgerechte Dusche gibt die Norm größere Mindestmaße vor: 150 × 150 cm freie Bewegungsfläche – damit ein Rollstuhl sicher drehen und anfahren kann.
Zusätzlich wichtig:

  • Die Dusche muss ebenerdig erreichbar sein – also ohne Stufe oder Kante.
  • Es muss genügend Platz zum Anfahren, Umsetzen und Unterstützen (z. B. durch Angehörige) vorhanden sein.
  • Eine rutschhemmende Oberfläche wird empfohlen.

Diese Maße und Vorgaben sind keine Pflicht, aber der maßgebliche Orientierungswert, wenn ein Umbau wirklich barrierefrei geplant werden soll.

Wie viel Platz braucht man für eine begehbare oder ebenerdige Dusche?

Eine komfortable Lösung beginnt ab etwa einem Quadratmeter Duschfläche. Je nach Mobilität kann jedoch deutlich mehr Platz notwendig sein, besonders wenn Angehörige beim Duschen unterstützen oder ein Rollstuhl genutzt wird.

Welche Voraussetzungen braucht man für eine ebenerdige bzw. bodengleiche Dusche?

Wichtig sind:

  • Ausreichende Bodenaufbauhöhe für Gefälle und Ablauf
  • Günstige Lage der Zu- und Abwasserleitungen
  • Bewegungsflächen vor und in der Dusche
  • Fachgerechte Abdichtung gegen Feuchtigkeit

Ein Fachbetrieb prüft diese Punkte bei einem Vor-Ort-Termin.

Kann ich eine bodengleiche Dusche im Altbau einbauen?

Im Prinzip ja. Allerdings kann die Barrierefreiheit nach DIN-Norm nicht immer eingehalten werden, da Altbau-Badezimmer oft nicht genügend Platz bieten. Informieren Sie sich nach den verschiedenen Möglichkeiten der Entwässerung.

Braucht eine ebenerdige Dusche eine Tür oder Glaswand – oder reicht ein Vorhang?

Eine ebenerdige Dusche kann offen, mit Glaswand oder mit Duschvorhang genutzt werden. Wichtig ist, dass Spritzwasser gut kontrolliert wird. Glas bietet den besten Schutz, ein Vorhang ist die flexibelste und günstigste Lösung.

Welche Nachteile hat eine begehbare oder bodengleiche Dusche?

Mögliche Nachteile sind Umbaukosten und baulicher Aufwand sowie kurzfristige Einschränkungen während des Umbaus. Insgesamt überwiegen jedoch meist die Vorteile wie Sicherheit, Komfort und Zukunftstauglichkeit.

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Erstelldatum: 6102.30.92|Zuletzt geändert: 5202.21.3
(1)
Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr (2011): DIN 18040-1 und DIN 18040-2 – Planungsgrundlagen des barrierefreien Bauens
www.stmb.bayern.de/assets/stmi/buw/baurechtundtechnik/planungsgrundlagen_barrierefreies_bauen.pdf (letzter Abruf am 18.11.2025)
(2)
Sozialgesetzbuch (SGB V) Fünftes Buch - Gesetzliche Krankenversicherung - § 33 SGB V Hilfsmittel
www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/33.html (letzter Abruf am 18.11.2025)
(3)
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (2025): Altersgerecht Umbauen - Kredit 159
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ (letzter Abruf am 18.11.2025)
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