Herzinfarkt: Ursachen & Risikofaktoren vorbeugen

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Ein Herzinfarkt tritt immer plötzlich auf? Das stimmt nur bedingt, denn so ganz aus heiterem Himmel kommt er eigentlich nicht. In der Regel lagen vorher schon Risikofaktoren vor und es haben sich vielleicht auch schon Anzeichen angekündigt. Nur wurden sie entweder nicht bemerkt oder sogar bewusst ignoriert. pflege.de hilft Ihnen, typische Risiken und Symptome für einen Herzinfarkt frühzeitig zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzuwirken.

Inhaltsverzeichnis

Jedes Jahr erhalten laut Herzinfarkt-Statistik mehr als 250.000 Menschen in Deutschland allein im stationären Bereich die Diagnose Herzinfarkt. Natürlich ist ein Herzinfarkt ein überraschendes Ereignis. Doch die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt ist ein langsam fortschreitender Prozess in den Arterien, die sog. Arterienverkalkung. Dabei lagern sich sog. Plaques, u. a. bestehend aus Fett (z. B. Cholesterin), an den Gefäßinnenwänden ab (Arteriosklerose).

Aus einst weiten Blutbahnen werden im Lauf der Zeit immer engere Röhrchen. Für die Herzinfarkt-Entstehung sind dann letztlich Blutgerinnsel verantwortlich, die zu groß sind für ein Gefäß. Statt es zu passieren, bleiben sie stecken und bringen den Blutstrom zum Erliegen.

Info

Herzinfarkt auch bei jüngeren Menschen möglich

Auch jüngere Menschen (unter 30 Jahre) können einen Herzinfarkt erleiden. Oft liegen die Ursachen in einer angeborenen Hypercholesterinämie. Dabei findet sich im Blut der Betroffenen ein zu hoher Cholesterinspiegel und das Cholesterin lagert sich an den Gefäßwänden ab.

Wie entsteht ein Herzinfarkt?

Einfach erklärt entsteht ein Herzinfarkt, wenn ein oder mehrere Herzkranzgefäße durch ein Blutgerinnsel verschlossen werden. Dann wird der Herzmuskel nicht mehr mit Blut (und damit Sauerstoff) versorgt und stirbt im letzten Schritt ab. Je länger die Blutversorgung unterbrochen wird, umso massiver sind die Schäden. Mediziner sprechen dann von einem Myokardinfarkt (Myokard = Herzmuskel).

Risikofaktoren Herzinfarkt

Neben einem angeborenen Risiko oder einer Erkrankung wie z. B. Diabetes mellitus oder Bluthochdruck sind die weiteren Herzinfarkt-Risikofaktoren oft hausgemacht, also eine Folge der individuellen Lebensweise:

  • zu wenig Bewegung
  • zu hohes Körpergewicht
  • Nikotin- und Alkoholmissbrauch
  • Stress
  • zu hohe Blutfette
  • einseitige, fettreiche Ernährung

Zu den Herzinfarkten-Risikofaktoren gehören aber auch unvermeidbare Faktoren wie

  • höheres Lebensalter
  • familiäre Vorgeschichte (Herzinfarkte bei Eltern, Geschwistern, Kindern)
  • männliches Geschlecht
Info

Herzinfarkt: Unterschied bei Männern und Frauen

Ein Herzinfarkt läuft bei Frauen oder Männern zwar oft unterschiedlich ab, doch die Sterblichkeit ist gleich hoch.

Stress & psychische Ursachen für einen Herzinfarkt

Stress entsteht nicht nur, wenn einem das Berufs- und Privatleben über den Kopf wächst. Auch psychische Ursachen wie Trauer oder Mobbing sind Stress. Ist die Psyche belastet, verengen sich die Gefäße, was den Blutdruck ansteigen lässt. Der Herzschlag beschleunigt sich, der Herzmuskel arbeitet intensiver. Außerdem werden bei Stress und psychischen Belastungen vermehrt weiße Blutkörperchen aktiviert, die sich mit Blutplättchen verkleben – und so können Gerinnsel entstehen.

Tipp
Tipp für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige sind besonders gefährdet durch körperliche Überlastung und psychischem Stress. Der Gesetzgeber sieht viele entlastende Maßnahmen vor wie bspw. den Entlastungsbetrag von monatlich 125 Euro. Damit können bspw. die Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflegeplätze finanziert werden.

Herzinfarkt-Risikotest

Schauen Sie sich einmal die folgenden fünf Aussagen an. Wenn Sie jede davon bejahen können, ist Ihr Herzinfarkt-Risiko hoch!

  1. Sie sind älter als 50 Jahre.
  2. Sie sind übergewichtig.
  3. Sie rauchen.
  4. Sie trinken jeden Tag Alkohol.
  5. Sie bewegen sich wenig.

Sie haben alle Fragen mit ja beantwortet? Dann ist es wahrscheinlich Zeit, Ihr Herzinfarkt-Risiko mit gezielten Maßnahmen zu senken. Ihr ganz persönliches Herzinfarkt-Risiko erfahren Sie von Ihrem Arzt, der Sie dazu eingehend untersuchen wird.

Tipp
Nutzen Sie den Pflegegradrechner von pflege.de

Menschen mit körperlicher Einschränkung wissen oft nicht, dass sie einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung haben. Dazu benötigen sie einen Pflegegrad. Nutzen Sie den kostenfreien Pflegegradrechner von pflege.de und gelangen Sie in nur wenigen Schritten zu Ihrem persönlichen Ergebnis.

Tipp
Risiko für Herzinfarkt online testen

Es gibt im Internet eine Reihe von Herzinfarkt-Risikotests, die ganz einfach online auszufüllen sind, z. B. https://www.herzstiftung.de/test/herz01.php.

Ganz wichtig: Diese Tests ersetzen nicht den Besuch beim Arzt!

Angst vor einem zweiten/weiteren Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt sind viele Betroffene verunsichert und fragen sich: Was sind die Folgen eines Herzinfarktes? Manch einer reagiert mit einer Depression bzw. in höherem Alter mit einer Altersdepression. Das ist ein so häufiges Phänomen, dass sich sogar ein neuer Expertenzweig, die Psychokardiologie, damit befasst.

Tatsächlich ist eine Depression nach einem Herzinfarkt oft dafür verantwortlich, dass die Betroffenen sich nicht einmal dazu aufraffen können, ihren Lebensstil zu ändern. Sie haben gar nicht mehr die Kraft, sich z. B. zum Seniorensport zu treffen oder auf eine gesunde Ernährung im Alter zu achten. Umso wichtiger ist eine gezielte therapeutische Behandlung.

Mit einem Herzinfarkt sagt Ihnen Ihr Körper, dass Sie etwas ändern müssen

Doch auch wer einen Herzinfarkt gut überstanden und sich langsam wieder ins Leben zurückgetastet hat, verspürt oftmals trotzdem die Angst vor einem weiteren Herzinfarkt. Machen Sie sich klar, dass eine bewusste Umstellung der Lebensweise Ihren Gesundheitszustand erheblich verbessern kann.

Das tut Ihrem Herz-Kreislauf-System gut:

  • Verzicht auf Nikotin
  • regelmäßige Bewegung
  • wenig Stress
  • eine gesunde Ernährung

Zusätzlich hilft es, sich regelmäßig beim Kardiologen vorzustellen, um ein ärztliches „OK“ für den neuen Lebensstil zu bekommen.

Tipp
Ziehen Sie eine Psychotherapie in Betracht

Wenn die Ängste überhandnehmen, können Sie auch eine Psychotherapie in Betracht ziehen. Dort lernen Sie, Ihre Ängste zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Sie erlernen zudem wertvolle Entspannungs- und Atemtechniken, mit denen Sie sich in stressigen Situationen schnell wieder beruhigen.

Herztraining: Nach Herzinfarkt das Herz gezielt trainieren

Auch wenn es eine Herausforderung darstellt: Es ist wichtig, gezielte Bewegungen durchzuführen, damit das Herz auch einmal kräftiger schlagen darf. Denn Schonung ist auf lange Sicht nicht gut fürs Herz! Gezielte, individuell angepasste Bewegungen dagegen halten Herz und Kreislauf „im Training“. Besprechen Sie die Übungen aber mit Ihrem Therapeuten bzw. mit Ihrem Arzt.

Herzinfarkt vorbeugen: Die Herzinfarktprophylaxe

Wenn es um die Herzinfarkt-Prävention geht, steht die Vermeidung der gängigen Risikofaktoren im Vordergrund:

  • Trägheit vermeiden: Bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Idealgewicht halten: Nehmen Sie bei Übergewicht ab.
  • Tabakkonsum einschränken: Reduzieren Sie das Rauchen oder hören Sie am besten ganz damit auf.
  • keine Exzesse: Trinken Sie nur in Maßen Alkohol.
  • Stresslevel reduzieren: Halten Sie Balance zwischen stressigen Zeiten und gezielter Entspannung.
  • regelmäßige Kontrollen: Lassen Sie Ihre Blutfettewerte regelmäßig kontrollieren.
  • ausgewogene Ernährung: Ernähren Sie sich gesund, fettarm und ausgewogen.

Diabetiker mit Herzinfarkt-Risiko

Diabetiker mit Herzinfarkt-Risiko sollten sich regelmäßig vom Arzt untersuchen lassen, um Folgeschäden möglichst gering ausfallen bzw. gar nicht erst auftreten zu lassen. Patienten mit der Diagnose Diabetischer Fuß sollten bspw. einmal im Jahr ihre Nierenwerte (Kreatinin) überprüfen lassen.

Bluthochdruck-Patienten mit Herzinfarkt-Risiko

Auch Bluthochdruck-Patienten mit Herzinfarkt-Risiko brauchen ärztliche Kontrolle sowie evtl. eine medikamentöse Einstellung, um ihren Blutdruck möglichst in einem gesunden Rahmen zu halten.

Herzinfarkt-Prävention – Herzsport

Nicht nur nach einem Herzinfarkt, sondern am besten schon davor, ist sportliche Betätigung auch für ältere Menschen wichtig. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass Sport und Bewegung das Herz kräftigen und es auch vor einem erneuten Infarkt schützen können. Beim Herzsport setzt man vor allem auf zwei Ziele:

  1. Ausdauer trainieren: Durch Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Schwimmen, Radfahren, Rudern
  2. Kraft trainieren: Durch Krafttraining wie bspw. Muskelaufbautraining

Beim Herzsport geht es darum, den Herzmuskel regelmäßig zu beanspruchen und dadurch zu stärken. Zudem wirkt sportliche Aktivität positiv auf den ganzen Körper: Die Durchblutung verbessert sich, die Lungen werden gekräftigt und das Immunsystem gestärkt.

In speziellen Herzsportgruppen können Infarkt-Patienten unter medizinischer Anleitung trainieren. Das gibt vielen Infarkt-Patienten Sicherheit. Eine Studie hat bestätigt, dass Infarkt-Patienten, die in einer Herzsportgruppe trainieren, länger leben und seltener einen weiteren Infarkt erleiden.

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Erstelldatum: 9102.11.81|Zuletzt geändert: 0202.40.1
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