Demenzbetreuung: Geeignete Möglichkeiten bei Demenz

Demenzbetreuung

Eine Demenzbetreuung zuhause erfordert von pflegenden Angehörigen ein hohes Maß an Belastbarkeit sowie mentale Stärke. Wer die Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen übernimmt, kann und sollte sich in jedem Fall Unterstützung holen. In diesem Ratgeber zeigt pflege.de Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten und Hilfestellungen, die Ihnen als Angehöriger bei der Betreuung bei Demenz zur Verfügung stehen und wie Sie die Angebote mit Pflegeleistungen finanzieren können.

Inhaltsverzeichnis

Betreuung bei Demenz: Soziale Betreuung

Soziale Demenzbetreuung meint einen demenzgerechten Umgang mit Ihrem erkrankten Angehörigen. Im Vordergrund steht, mit der entsprechenden Betreuung im Alltag auf die sozialen, seelischen und kognitiven Bedürfnisse einzugehen. Ziel ist es, die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten beziehungsweise zu steigern.

Findet die soziale Demenzbetreuung in den eigenen vier Wänden statt, sollten Sie als pflegender Angehöriger ein Beschäftigungs- und Betreuungsangebot bieten, das der betroffenen Person gerecht wird. Eines der wichtigsten Ziele bei der Demenzbetreuung ist, die vorhandenen geistigen und körperlichen Fähigkeiten aufrechtzuerhalten und zu stärken, beispielsweise durch spezielles Gedächtnistraining für Demenzerkrankte.

Info

Unterschied soziale und rechtliche Betreuung für Demenzerkrankte

Bei der sozialen Demenzbetreuung kommt es vor allem darauf an, sich auf die individuellen Bedürfnisse des demenzerkrankten Menschen einzulassen und die körperlichen sowie geistigen Fähigkeiten des Betroffenen zu erhalten und zu fördern. Welche Betreuungsmöglichkeiten auf diese besonderen Bedürfnisse eingehen und pflegende Angehörige in ihrem Pflegealltag entlasten, wird hier als (soziale) Demenzbetreuung verstanden.

Auf der anderen Seite gibt es die rechtliche Demenzbetreuung, also das Betreuungsrecht bei Demenz. Eine rechtliche beziehungsweise gesetzliche Betreuung wird dann relevant, wenn ein Mensch nicht mehr geschäftsfähig ist und Hilfe bei rechtlichen Angelegenheiten benötigt.

Entscheiden Sie sich dazu, die Demenz-Pflege und -Betreuung zuhause für Ihren Angehörigen zu übernehmen, sollten Sie sich stets bewusst machen: Sie werden mit der Pflege und Betreuung nicht alleingelassen. Ihnen stehen Angebote zur Verfügung, die Sie entlasten – nutzen Sie sie! Wer einen Pflegegrad hat, kann durch Pflegeleistungen der Pflegekasse unterstützt werden. Sie reichen von der häuslichen bis zur (teil-)stationären Demenzbetreuung. Aber auch Hilfsangebote wie Pflegeschulungen, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen stehen Ihnen unterstützend zur Verfügung.

Finden Sie die Demenzbetreuung, die am besten zu den Bedürfnissen Ihres Angehörigen und zu Ihrer Situation passt. Sollte sich eine Betreuungsform weniger eignen als erhofft, verlieren Sie nicht den Mut und haben Sie Verständnis. Menschen sind verschieden – was für den einen funktioniert, muss nicht auf andere zutreffen. Es gibt weitere Möglichkeiten, die es sich auszuprobieren lohnt.

Tipp
Unterstützung in der Demenzbetreuung dank Pflegegrad

Um finanzielle Hilfen der Pflegeversicherung beanspruchen zu können, benötigt die demenzerkrankte Person einen Pflegegrad. Mit dem kostenlosen Pflegegradrechner finden Sie heraus, welcher Pflegegrad Ihrem Angehörigen voraussichtlich zusteht. Oder aber Sie haben die Vermutung, dass sich der Pflegebedarf erhöht hat? Dann überprüfen Sie, ob Aussicht auf einen höheren Pflegegrad und somit höhere Pflegeleistungen besteht.

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Demenzbetreuung zuhause

Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft wird von den hierzulande rund 1,6 Millionen dementen Menschen die häusliche Pflege bei Demenz zu mehr als zwei Dritteln von Angehörigen in den eigenen vier Wänden durchgeführt.(1)

Egal, ob eine leichte, mittelschwere oder schwere Demenz vorliegt: Jede Form hält ihre speziellen Herausforderungen bereit und kann Sie als pflegender Angehöriger an Ihre Grenzen bringen. Damit Sie sich nicht überlasten und selbst krank werden, gibt es Entlastungsmöglichkeiten durch externe Hilfestellungen, mit denen Sie unterstützt werden und kurze Pflegeauszeiten nehmen können. Diese Betreuungsformen können Sie mithilfe von Pflegeleistungen der Pflegeversicherung zum Teil finanzieren. Dazu gehören:

  • Ambulante Demenz-Pflegedienste
  • Stundenweise Demenzbetreuung
  • Sogenannte 24-Stunden-Betreuung
  • Ersatzpflege: Kurzzeitpflege (stationär) und Verhinderungspflege (ambulant)
Tipp
Hilfe für Demenz-Angehörige

Nicht nur die an Demenz erkrankte Person hat Hilfestellung nötig, sondern auch diejenigen, die die Demenzbetreuung zuhause übernehmen. Zum einen kann die Demenzbetreuung durch Dienstleister für Entlastung im Pflegealltag sorgen. Aber auch psychische und physische Entlastungsmöglichkeiten können hilfreich sein, um besser mit der Betreuungs- und Pflegesituation zurechtzukommen. Welche Möglichkeiten hierfür zur Verfügung stehen, lesen Sie im Ratgeber Demenz-Hilfe für Angehörige.

Demenz-Pflegedienst

Durch die steigende Zahl der Demenzerkrankungen haben sich auch Pflegeeinrichtungen und mobile Dienste auf die Situation eingestellt. Ein Demenz-Pflegedienst beschäftigt spezialisierte Pflegekräfte, die den hohen Anforderungen der besonderen Betreuungssituation bei Demenzfällen gerecht werden. Für Sie als Angehöriger stellt eine mobile Demenzbegleitung im Zuhause des Betroffenen eine große Entlastungsmöglichkeit dar, die Sie als Pflegesachleistung bei Ihrer Pflegekasse abrechnen können.

Ein ambulanter Demenz-Pflegedienst kann – je nach Bedarf – täglich zum Betroffenen nach Hause kommen. Zu den Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes gehören beispielsweise die Medikamentengabe und Verbandswechsel, Grundpflege wie Hilfe bei der Körperpflege oder beim Essen sowie hauswirtschaftliche Versorgung.

Sie möchten mehr zu den Finanzierungsmöglichkeiten eines ambulanten Demenz-Pflegedienstes erfahren? Im Abschnitt Finanzierungsmöglichkeiten der Demenzbetreuung gibt pflege.de einen Überblick.

Vor- und Nachteile der Demenzbetreuung durch einen ambulanten Demenz-Pflegedienst
  • Der Demenzerkrankte wird zeitweise von einer spezialisierten Demenz-Pflegekraft betreut.
  • Eine individuelle, professionelle Pflege und Betreuung wird dem Demenzerkrankten gerecht.
  • Der Demenz-Pflegedienst kann pflegerische Tätigkeiten übernehmen, die Angehörigen schwerfallen.
  • Pflegende Angehörige werden psychisch und physisch entlastet und können sich zeitweise anderen Dingen widmen.
  • Wechselndes Personal kann gegebenenfalls Stress für den Demenzerkrankten auslösen.
  • Sollte der Pflegedienst zu unterschiedlichen Zeiten ins Haus kommen, kann das den Betroffenen verunsichern. Demenzerkrankte benötigen in der Regel einen klaren Zeitplan und klare Strukturen im Alltag.

Stundenweise Betreuung bei Demenz

Der Tages- beziehungsweise Wochenablauf sollte in der Demenzbetreuung zuhause nach Möglichkeit klar strukturiert sein. Ein regelmäßiger Besuch durch eine stundenweise Betreuung bei Demenz kann eine solche Struktur schaffen und gleichzeitig pflegende Angehörige im Pflegealltag entlasten.

Zu den Leistungen einer stundenweise Seniorenbetreuung gehören beispielsweise gemeinsame Haushaltstätigkeiten. Aber auch Gesellschaft und Unterhaltung wie Vorlesen, Basteln oder Spaziergänge sind Beschäftigungen, die zu einer stundenweise Betreuung zählen.

Sie möchten mehr zu den Finanzierungsmöglichkeiten einer stundenweisen Betreuung erfahren? Im Abschnitt Finanzierungsmöglichkeiten der Demenzbetreuung gibt pflege.de einen Überblick.

Vor- und Nachteile der Demenzbetreuung durch eine stundenweise Betreuung
  • Demenzerkrankte genießen bei der stundenweisen Betreuung intensive Aufmerksamkeit.
  • Stundenweise Betreuung kann zu einer wöchentlichen Routine werden, die Struktur im Wochenplan schafft.
  • Angehörige nutzen die stundenweise Betreuung dafür, sich um sich selbst zu kümmern oder sich auszuruhen.
  • In der Regel sind weitere Formen der Demenzbetreuung notwendig, weil die Betreuung nur wenige Stunden stattfindet.
  • Für pflegende Angehörige reicht die kurze Zeit nicht immer aus, um sich zu erholen.
Tipp
Finden Sie eine passende stundenweise Betreuung

Seniorenbetreuer sorgen für Entlastung, sei es durch Hilfestellungen im Haushalt, als Seniorenbegleitung zum Einkaufen oder als Unterhaltung im Alltag. Lassen Sie sich bei einem Anbieter-Vergleich ganz einfach Vergleichsangebote von Anbietern stundenweiser Seniorenbetreuung in Ihrer Nähe anzeigen.

„24-Stunden-Betreuung“ bei Demenz

Neben kurzzeitigen Unterstützungsangeboten besteht die Möglichkeit, eine sogenannte 24-Stunden-Demenz-Pflege zuhause in Anspruch zu nehmen. Hierbei zieht eine Betreuungskraft beim Betroffenen ein und ist in Vollzeit für einen vereinbarten Zeitraum zuständig. Weil die Betreuungskraft im selben Haushalt wohnt, ist auch der Begriff „Live-in-Betreuung“ geläufig. Eine solche 24-Std-Betreuung bei Demenz kommt oftmals aus dem osteuropäischen Ausland. Ihre Tätigkeit unterliegt dem deutschen Arbeitsgesetz. Eine zeitintensive Betreuung ist oftmals bei fortgeschrittenen Demenzformen notwendig.

Eine sogenannte 24-Stunden-Betreuung bei Demenz übernimmt ähnliche Aufgaben wie eine stundenweise Betreuungskraft. Neben Aktivierung, hauswirtschaftlicher Unterstützung und alltäglichen Aktivitäten unterstützt sie zusätzlich bei der täglichen Grundpflege.

Sie möchten mehr zu den Finanzierungsmöglichkeiten einer sogenannten 24-Stunden-Betreuung erfahren? Im Abschnitt Finanzierungsmöglichkeiten der Demenzbetreuung gibt pflege.de einen Überblick.

Vor- und Nachteile der Demenzbetreuung durch eine sogenannte 24-h-Betreuung
  • Der Demenzerkrankte kann weiterhin zuhause wohnen.
  • Die Demenzbetreuung findet mehrere Stunden am Tag statt, in der Regel zwischen 35 und 40 Stunden in der Woche.
  • Pflegende Angehörige werden entlastet.
  • Die Betreuungsperson begleitet den Betroffenen im Alltag, bei den Hobbys, unterstützt im Haushalt und bei der Grundpflege.
  • Eine „24h-Betreuung“ bei Demenz ist kostenintensiv.
  • Häufig stammt die „24-Stunden“-Betreuungsperson aus einem osteuropäischen Land, daher ist eine gewisse Sprachbarriere möglich.
  • Ein ambulanter Pflegedient muss für medizinische Leistungen erscheinen.
  • Bei einer mittelschweren bis schweren Demenz reicht eine Betreuungskraft meist nicht mehr aus.
  • Für die Betreuungskraft muss ein eigenes Zimmer sowie ein Bad zur Verfügung stehen.
Tipp
Finden Sie eine passende „24-h-Betreuung“

pflege.de gibt Ihnen eine Übersicht vieler geprüfter Anbieter für sogenannte 24-Stunden-Betreuer, die Ihren Wünschen entsprechen. Vergleichen Sie kostenlos seriöse Anbieter und finden Sie die passende Betreuungskraft für Ihren demenzerkrankten Angehörigen.

Möglichkeiten der Ersatzpflege: Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Kurzzeitpflege: Wenn Sie als pflegender Angehöriger bisher einen Demenzerkrankten gepflegt und betreut haben, brauchen Sie auch mal eine Pause. Hierbei kann die Kurzzeitpflege als ersatzweise Demenzbetreuung eine Lösung sein. In der Zeit, in der Sie die Ersatzpflege benötigen, wird Ihr Angehöriger stationär in einer Pflegeeinrichtung untergebracht. Wenn Sie Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie einen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse stellen.

Voraussetzung ist, dass der Betroffene mindestens Pflegegrad 2 erhalten hat. Sie können Kurzzeitpflege für 56 Tage pro Kalenderjahr (acht Wochen) beanspruchen. Ihr Angehöriger wird in der Zeit stationär versorgt und betreut. Als Pflegender haben Sie somit Zeit, sich zu erholen.

Verhinderungspflege: Eine weitere Möglichkeit für eine ersatzweise Betreuung bei Demenz ist die sogenannte Verhinderungspflege, die Sie bei der zuständigen Pflegekasse beantragen. Verhinderungspflege findet im Zuhause Ihres demenzerkrankten Angehörigen statt und wird entweder durch Verwandte oder weitere Pflegepersonen durchgeführt. Als Hauptpflegeperson können Sie sich bis zu 42 Tage pro Kalenderjahr (6 Wochen) vertreten lassen. Mit der Verhinderungspflege können Sie sich stunden-, tage- oder wochenweise vertreten lassen.

Sofern Ihr Angehöriger mindestens Pflegegrad 2 erhalten hat, Sie ihn für mindestens sechs Monaten zuhause gepflegt haben und dafür Pflegegeld erhalten, können Sie Verhinderungspflege beantragen.

Info

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege kombinieren

Wussten Sie, dass Sie die Leistungen von Kurzzeit- beziehungsweise Verhinderungspflege kombinieren können? So können Sie die gewünschte Leistung aufstocken. Eine direkte Gegenüberstellung der Leistungen und ein Rechenbeispiel finden Sie im Abschnitt Unterschied Kurzzeit- und Verhinderungspflege.

Sie möchten mehr zu Finanzierungsmöglichkeiten der Ersatzpflege erfahren? Im Abschnitt Finanzierungsmöglichkeiten der Demenzbetreuung  gibt pflege.de einen Überblick.

Tagesangebote & Gruppenbetreuung für Demenzerkrankte

Es gibt spezielle Tageseinrichtungen, die so ausgestattet sind, sodass eine ideale Demenzbetreuung gewährleistet ist. Solche Institutionen bieten Tagesangebote für Demenzerkrankte sowie eine umfassende Gruppenbetreuung für Demenzerkrankte. Für Demenzerkrankte ist ein strukturierter Tagesablauf elementar wichtig: In Tagespflegeeinrichtungen können immer gleiche Abläufe gewährleistet werden, die den Betroffenen Halt und Sicherheit geben. Darüber hinaus bieten solche Einrichtungen pflegerische und therapeutische Angebote. Dazu gehören etwa Grundpflege, kleine Ausflüge, Spiele und kognitive Übungen.

Wie viele Tage in der Woche eine Tagespflegeeinrichtung von Demenzerkrankten aufgesucht wird, können Sie mit Ihrem Angehörigen entscheiden. Mit Pflegegrad 1 kann der monatliche Entlastungsbetrag zur Finanzierung genutzt werden. Ab Pflegegrad 2 kann eine zusätzliche Leistung für Tagespflege eingesetzt werden. Wie hoch diese Leistungen sind, lesen Sie im Abschnitt Finanzierungsmöglichkeiten der Demenzbetreuung.

Um unter anderem die kognitiven Fähigkeiten zu fördern sowie ein aktivierendes Umfeld vorzufinden, bieten sich Tagespflege bei Demenz an. Nehmen Sie Kontakt zu möglichen Tagespflegeeinrichtungen auf, lassen sich am Telefon beraten und vereinbaren Sie mit dem Betroffenen einen Schnuppertag.

Vor- und Nachteile der Demenzbetreuung durch eine Demenz-Tagespflege
  • Der Demenzerkrankte kann soziale Kontakte aufrechterhalten.
  • Aktivitäten und Pflege sind auf die speziellen Bedürfnisse von Demenzerkrankten ausgerichtet.
  • Pflegende Angehörige können sich ausruhen oder ihren Aufgaben widmen, die während der Betreuung zuhause nicht möglich sind.
  • Ein unbekanntes Umfeld kann bei Demenzerkrankten zu Stress und Unruhe führen.
  • Wechselnde Pflegekräfte wirken oft irritierend für Betroffene.

Nachtbetreuung: Nachtpflege bei Demenz

Um den Demenzerkrankten ein sicheres Leben zu ermöglichen und Ihnen als pflegender Angehöriger den Pflegealltag zu erleichtern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sollte Ihr erkranktes Familienmitglied nachtaktiv sein oder eine Intensivbetreuung benötigen, könnte die professionelle Nachtpflege bei Demenz in einem Pflegeheim eine erhebliche Erleichterung für Sie bedeuten. In der teilstationären Nachtpflege sind die Betroffenen unter ständiger Aufsicht und Sie können beruhigt schlafen, um so Kraft für den nächsten Tag zu schöpfen.

Mit Pflegegrad 1 kann der monatliche Entlastungsbetrag zur Finanzierung genutzt werden. Ab Pflegegrad 2 kann eine zusätzliche Pflegeleistung für Nachtpflege bei Demenz eingesetzt werden. Wie hoch diese Leistungen sind, lesen Sie im Abschnitt Finanzierungsmöglichkeiten der Demenzbetreuung.

Vor- und Nachteile der Demenzbetreuung durch eine Nachtpflege
  • Nachtpflege eignet sich für demente Menschen, die keinen Tag-Nacht-Rhythmus haben und nachts sehr aktiv sind.
  • Die Sicherheit des Betroffenen wird durch die Pflege in der Nacht erhöht. 
  • Angehörige können sich nachts ausruhen und können so Kraft für die Betreuung am Tag schöpfen.
  • Wechselndes Pflegepersonal kann beim Betroffenen Stress verursachen.
  • Der tägliche Transport und Standortwechsel ist mitunter anstrengend und stressig.

Ambulant betreute Demenz-Wohngruppen: Betreutes Wohnen bei Demenz

Betreutes Wohnen bei Demenz kann in Form einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft stattfinden und ist eine Alternative zum Pflegeheim. In einer Wohngemeinschaft leben etwa sechs bis zwölf Demenzerkrankte. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, in das er seine eigenen Möbel mitnehmen kann und so das Gefühl eines vertrauten Umfelds genießt. Küche, Bad und Gemeinschaftsräume werden wie in einer klassischen Wohngemeinschaft geteilt. Eine Demenz-Wohngemeinschaft wird in der Regel ambulant von einem Pflegedienst betreut. Die Bewohner werden in die Aufgaben und Gestaltung des Alltags mit einbezogen und profitieren von demenzgerechten Angeboten.(2)

Vor- und Nachteile der Demenzbetreuung in einer Demenz-Wohngruppe
  • Der Demenzerkrankte ist nicht allein und genießt ein größeres soziales Umfeld.
  • Betroffene werden soweit wie möglich in Aufgaben des Alltags eingebunden und erleben das Gefühl, gebraucht zu werden.
  • In der Regel koordiniert ein ambulanter Pflegedienst den Alltag der Betroffenen.
  • Die Kosten, die für den Miet- und Pflegevertrag anfallen, entsprechen etwa denen eines Pflegeheims.
  • Angehörige beziehungsweise Bevollmächtigte haben einen recht großen Organisationsaufwand, weil Absprachen mit allen Beteiligten stattfinden.
  • Die Gruppendynamik zwischen den Bewohnern ist nicht vorhersehbar.

Demenz-Einrichtungen: Stationäre Demenzbetreuung

Verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen oder wenn Aggressionen bei Demenz auf der Tagesordnung stehen, kann eine speziell ausgerichtete Demenz-Pflegeeinrichtung sowohl für Sie als pflegender Angehöriger als auch für den Demenzerkrankten selbst die beste Entscheidung sein. Denn chronische Überlastung kann beispielsweise zu unbeabsichtigter Gewalt in der Pflege führen. Bevor es dazu kommt, sollten Sie unbedingt den Mut aufbringen, die Pflegesituation neu zu organisieren.

Halten Sie sich vor Augen, dass Sie Ihren Angehörigen nicht im Stich lassen, wenn die Betreuung des Demenzerkrankten zukünftig im Pflegeheim stattfinden soll. Ihre Besuche und die Betreuung sind nach wie vor wichtig und Sie sind dadurch weiterhin für ihn da. Es ist auch durchaus möglich, dass Sie Ihren Angehörigen wieder nach Hause holen, wenn sich die Situation entspannt hat.

Tipp
Worauf Sie bei der Wahl eines Pflegeheims für Demenzerkrankte achten sollten

pflege.de fasst wichtige Fragen zusammen, die Ihnen dabei helfen können, das passende Demenz-Pflegeheim für Ihren Angehörigen zu finden.

Kosten & Finanzierungsmöglichkeiten der Demenzbetreuung

Wie teuer die Demenzbetreuung ist, ist einerseits abhängig vom individuellen Betreuungsbedarf und andererseits richten sich die Kosten nach den Stundenlöhnen der Betreuungs- und Pflegekräfte. Je höher der Pflegegrad, desto höher sind in der Regel die Gesamtpflegekosten.

Aber es gilt auch: Je höher der Pflegegrad, desto höher sind die Pflegeleistungen, die den Demenzerkrankten zustehen. pflege.de gibt Ihnen einen Überblick zu den Pflegeleistungen nach Pflegegrad (PG):

Pflegeleistung PG 1 PG 2 PG 3 PG 4 PG 5
Monatliches Pflegegeld (ambulant) 0 € 316 € 545 € 728 € 901 €
Monatliche Pflegesachleistung (ambulant) 0 € 689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 €
Monatlicher Betrag Tages-/ Nachtpflege 0 € 689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 €
Monatlicher Entlastungsbetrag (ambulant) 125 € 125 € 125 € 125 € 125 €
Monatlicher Leistungsbetrag für vollstationäre Pflege 0 € 770 € 1.626 € 1.775 € 2.005 €
Jährliche Kurzzeitpflege 0 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 €
Jährliche Verhinderungspflege 0 € 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 €

Die folgende Tabelle fasst zusammen, welche Möglichkeiten bei einer ambulanten Versorgung eines Demenzerkrankten infrage kommen können und mit welchen Pflegeleistungen sich diese finanzieren lassen.

Betreuungsform Finanzierungsmöglichkeiten
Ambulanter Demenz-Pflegedienst Pflegesachleistungen bzw. Kombinationsleistung, Entlastungsbetrag
Stundenweise Demenzbetreuung PG 1: Entlastungsbetrag
PG 2-5: Entlastungsbetrag und ggf. Verhinderungspflegegeld
Sogenannte 24-Stunden-Demenzbetreuung PG 1: Entlastungsbetrag
PG 2-5: Pflegegeld, Verhinderungspflegegeld, Kurzzeitpflegegeld, Entlastungsbetrag
Tagespflege / Nachtpflege bei Demenz PG 1: Entlastungsbetrag
PG 2-5: Leistungen für Tages- und Nachtpflege
Kurzzeitpflege PG 1: Entlastungsbetrag
PG2-5: Leistungen für Kurzzeitpflege, Entlastungsbetrag, Aufstocken durch nicht genutzte Leistungen der Verhinderungspflege möglich
Verhinderungspflege PG 1: Entlastungsbetrag
PG2-5: Leistungen für Verhinderungspflege, Aufstocken durch nicht genutzte Leistungen der Kurzzeitpflege möglich

Häufig gestellte Fragen

Welche Möglichkeiten der Betreuung gibt es für Demenzerkrankte?

Pflegen Angehörige einen Demenzerkrankten mit anerkanntem Pflegegrad zuhause, gibt es unter anderem Hilfe von ambulanten Pflegediensten, Tagespflege- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen. Auch stundenweise Betreuung oder sogenannte 24-h-Betreuung können in der häuslichen Pflege entlasten.

Was ist soziale Betreuung bei Demenz?

Bei der sozialen Betreuung bei Demenz geht es darum, die Lebensqualität der Erkrankten zu steigern und die vorhandenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu stärken. Bei der sozialen Demenz-Pflege ist die individuelle Betreuung ganz besonders wichtig. Was tut der oder dem Betroffenen gut? Wie kann ich auf die seelischen und kognitiven Befindlichkeiten eingehen, wenn die Demenz-Betreuung zuhause stattfindet?

Die soziale Demenzbetreuung grenzt sich von der rechtlichen/gesetzlichen Demenzbetreuung ab. Während es bei der sozialen Variante um demenzgerechte Betreuung geht, meint die rechtliche/gesetzliche Betreuung das Betreuungsrecht, also die Unterstützung bei rechtlichen Angelegenheiten durch einen rechtlichen Betreuer.

Wie teuer ist Demenzbetreuung?

Wie teuer die Demenzbetreuung ist, ist einerseits abhängig vom individuellen Betreuungsbedarf und andererseits richten sich die Kosten nach den Stundenlöhnen der Betreuungs- und Pflegekräfte. Je höher der Pflegegrad, desto höher sind in der Regel die Gesamtpflegekosten.

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Erstelldatum: 1202.01.1|Zuletzt geändert: 1202.01.4
(1)
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. (2020): Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen
www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt1_haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf (letzter Abruf am 30.09.2021)
(2)
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. (2020): Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz
www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt13_demenz-wg_dalzg.pdf (letzter Abruf am 30.09.2021)
(3)
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©pikselstock – stock.adobe.com
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