Wohnberechtigungsschein (WBS) / Paragraph-5-Schein

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Wohnberechtigungsschein im Alter

Bezahlbarer Wohnraum ist in vielen Städten und Gemeinden in Deutschland knapp – besonders Senioren mit kleiner Rente, Pflegebedürftige oder Menschen, die Grundsicherung im Alter oder Hilfe zur Pflege beziehen, haben deshalb bei der Wohnungssuche wenig Chancen. Deshalb hat der Staat verschiedene Mittel der sozialen Wohnraumförderung geschaffen. Dazu gehört u. a. der Wohnberechtigungsschein, der auch Paragraph-5-Schein genannt wird. Der Wohnberechtigungsschein ermöglicht Mietern, eine Sozialwohnung mit geringen Mietkosten zu bewohnen, deren Bau durch staatliche Mittel subventioniert wurde. pflege.de erklärt, was ein Wohnberechtigungsschein ist, wie man ihn beantragt und was bei der Berechnung des Einkommens für den Paragraph-5-Schein gilt.

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Definition: Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein

Was ist ein Wohnberechtigungsschein bzw. Paragraph-5-Schein?

Unter dem Begriff Wohnberechtigungsschein (WBS), auch „Paragraph-5-Schein“, „Paragraph-8-Schein“ oder „B-Schein“, versteht man eine amtliche Bescheinigung, die es Mietern mit wenig Einkommen erlaubt, in einer mit öffentlichen Fördergeldern geschaffenen Wohnung, also einer Sozialwohnung, zu leben. Diese Wohnungen haben eine sog. Belegungsbindung, d. h. es ist definiert, durch wen die Wohnung „belegt“ werden darf, nämlich durch einkommensschwache Mieter. Die Miete solcher Wohnungen liegt häufig deutlich unterhalb des durchschnittlichen Mietniveaus. Auf welche Art die Höhe dieser Miete festgelegt wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Die gesetzliche Grundlage für den Wohnberechtigungsschein bieten der § 5 des Wohnungsbindungsgesetzes (WoBindG) sowie § 27 Abs. 3 bis 5 des Wohnraumförderungsgesetzes (WoFG).

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Welchen Zweck erfüllt ein Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein?

In Deutschland ist es z. B. für Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Rentner mit geringen Einkünften, Pflegebedürftige oder Geringverdiener oftmals unmöglich, eine Mietwohnung auf dem freien Mietmarkt zu ergattern. Um diese Menschen zu unterstützen, springt der Sozialstaat ein. Das geschieht zum einen durch den Wohnberechtigungsschein, mit dem Mieter einen Anspruch auf staatlich geförderte und damit günstige Mietwohnungen erhalten. Zum anderen schafft der Staat finanzielle Anreize für Vermieter und Investoren, damit diese beim Wohnungsbau auch bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen. Vermieter, die sich verpflichten, Wohnraum für diese Mietergruppe bereitzustellen, erhalten dafür Fördermittel vom Staat. Im Gegenzug dürfen sie ihren Wohnraum nur an Inhaber eines Wohnberechtigungsscheines vermieten.

Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein: Voraussetzungen

Um Anspruch auf den Wohnberechtigungsschein zu haben, müssen Antragssteller bestimmte Anforderungen erfüllen.

  • Wer hat Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein / Paragraf-5-Schein?

Einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben Menschen, die in der Bundesrepublik Deutschland einen dauerhaften Aufenthalt begründen können. Weil der Wohnberechtigungsschein in erster Linie dazu dient, Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen anzubieten, ist deshalb vor allem das Einkommen eines Mieters zum Zeitpunkt der Antragstellung maßgeblich. Leben mehrere Menschen gemeinsam in einem Haushalt, ist das ermittelte Gesamt-Einkommen aller Haushaltsangehörigen wesentlich.

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Weil ein Wohnungsberechtigungsschein bzw. Paragraph-5-Schein von der jeweiligen Stadt oder Gemeinde ausgestellt wird und auch für Wohnungen in diesen Gebieten gilt, fordern die Ämter häufig auch eine Mindestaufenthaltsdauer: Der Wohnungssuchende muss mindestens zwei Jahre oder länger in der Stadt oder Gemeinde gewohnt haben, um Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein zu haben.

Info

Voraussetzung für den Wohnberechtigungsschein

Um überhaupt ein Anrecht auf einen Paragraph-5-Schein zu haben, muss eine Person als wohnungssuchend gelten. Das bedeutet auch, dass die Person den Willen hat und auch tatsächlich dazu in der Lage ist, einen eigenen Haushalt zu führen. Minderjährige haben daher i. d. R. keinen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.

Studenten, die nicht in ihrer Heimatkommune studieren, haben i. d. R. keinen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein bzw. eine Paragraph-5-Schein-Wohnung. Denn der Gesetzgeber ist der Auffassung, dass Studenten nur vorübergehend nicht im elterlichen Haushalt leben. Wer als Student Anspruch auf eine Sozialwohnung erhebt, muss nicht nur über ein geringes Einkommen verfügen, sondern auch nachweisen können, dass er dauerhaft nicht im Haushalt der Eltern wohnt.

  • Wann hat man Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein?

Ein Wohnberechtigungsschein bzw. Paragraph-5-Schein kann erteilt werden, wenn das ermittelte Gesamteinkommen (d. h. sämtliche steuerpflichtige Einkünfte der zurückliegenden zwölf Monate) aller Haushaltsangehörigen pro Jahr die geltende Einkommensgrenze nicht übersteigt, und zwar zum Zeitpunkt der Antragstellung. In §§ 20 bis 24 WoFG ist die Einkommensermittlung und -berechnung definiert.

Die Bundesländer haben jedoch unterschiedliche Einkommensgrenzen für Ein- und Mehr-Personen-Haushalte festgelegt. Eine Übersicht über die Einkommensgrenzen pro Jahr (Nettoeinkommen) je Bundesland:

Haushalt  1 Person  2 Personen  3 Personen  jede weitere Person je Kind zusätzlich
Bundesgesetz 12.000 € 18.000 € 22.600 € 4.100 € 500 €
Berlin 16.800 € 25.200 € 30.940 € 5.740 € 700€
Hamburg* 12.000 € 18.000 € 23.100 € 4.100 € 1.000 €
Nordrhein-Westfalen 18.430 € 22.210 € 27.310 € 5.100 € 660 €
Rheinland-Pfalz 15.000 € 21.500 € 26.500 € 5.000 € 1.000 €
Schleswig-Holstein 19.400 € 26.600 € 31.000 € Sonderregelung Sonderregelung
Stuttgart** 21.730 € 28.885 € 37.270 € 5.740 € 700 €
Thüringen 14.400 € 21.600 € 26.600 € 5.000 € 1.000 €

*In Hamburg dürfen die Einkommensgrenzen teilweise bis zu 30 Prozent überschritten werden.
** Je nach Wohnungstyp bzw. Förderart können teilweise um bis zu 60 Prozent erhöhte Einkommensgrenzen gelten.

Das Instrument des Wohnberechtigungsscheins ist in der Regel noch einmal in zwei Varianten unterteilt:

  • Typ A richtet sich an Mieter, deren Einkommen sich im unteren Bereich des definierten Einkommensbereichs liegt.
  • Typ B an jene, deren Gehalt noch innerhalb der definierten Grenzen liegt, jedoch im oberen Bereich.

Entsprechend gibt es auf dem Wohnungsmarkt Sozialwohnungen, die jeweils für Typ A oder Typ B des Paragraph-5-Scheins vorgesehen sind.

Erhöht sich das Einkommen eines Mieters einer Sozialwohnung in Laufe der Zeit so weit, dass er die für den Wohnungsberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein relevante Einkommensgrenze überschreitet, sieht der Gesetzgeber eine Ausgleichszahlung vor. Diese sog. Fehlbelegungsabgabe variiert je nach Höhe der Abweichung von den Einkommensgrenzen.

  • Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein: Dringlichkeit / besonderer Wohnbedarf

Wohnungssuchende oder auch ganze Familien haben unter bestimmten Umständen Anspruch auf einen Wohnungsberechtigungsschein bzw. Paragraph-5-Schein mit „Dringlichkeit“, in manchen Behörden ist auch die Bezeichnung „besonderer Wohnbedarf“ gängig. Das heißt: Ihr Anspruch wird vorrangig behandelt und ihnen wird relativ kurzfristig eine Wohnung durch das zuständige Amt vermittelt.

Voraussetzung sind:

  • ein Einkommen unterhalb der gesetzlichen Einkommensgrenze und
  • bestimmte Lebensumstände wie etwa eine Krankheit, eine Schwangerschaft, ein Pflegefall oder ein anderer Notfall. Das heißt: Ein Lebensumstand, der es notwendig macht, innerhalb kurzer Zeit eine andere, in vielen Fällen größere Wohnung zu finden.
  • Zudem muss das Amt davon ausgehen, dass ein Antragsteller ohne einen Wohnungsberechtigungsschein mit Dringlichkeit bzw. Paragraph-5-Schein mit Dringlichkeit keine angemessene Wohnung finden würde.

Ein Wohnungsberechtigungsschein mit Dringlichkeit kann in Einzelfällen auch ausgestellt werden, wenn ein Mieter z. B. wegen einer Mieterhöhung die Wohnkosten nicht mehr zahlen kann und ihm deswegen Obdachlosigkeit droht.

Info

Unterschiedliche Regelung je Bundesland

Für die Ausstellung eines Wohnberechtigungsscheins mit Dringlichkeit bzw. mit besonderem Wohnbedarf gilt: Die Bundesländer haben unterschiedliche Regeln, deshalb sollten Betroffene unbedingt bei der Gemeinde oder Stadtverwaltung erfragen, was bei einem Paragraf-5-Schein-Antrag zu beachten ist.

Verschiedene Dringlichkeitsstufen: Weil die Zahl der Wohnungssuchenden weitaus höher ist als die Zahl der zur Verfügung stehenden Paragraph-5-Schein-Wohnungen, wird auf jedem Wohnberechtigungsschein die persönliche Dringlichkeitsstufe vermerkt. Je niedriger die Zahl, desto dringender ist der Bedarf. So erhält etwa in Nordrhein-Westfalen die Dringlichkeitsstufe 1, wer in einem vom Einsturz gefährdeten Gebäude lebt. Rang 4 kann erteilt werden, wenn gesundheitliche Gründe eine andere Wohnung notwendig machen. Alle Übrigen Wohnungssuchenden mit Wohnungsberechtigungsschein bzw. Paragraph-5-Schein, für die keine besonderen Lebensumstände zutreffen, erhalten Dringlichkeitsstufe 13.

Info

Freistellung (§ 30 WoFG) – auch Gutverdienende können in eine Sozialwohnung einziehen

Wohnungssuchende, die eigentlich ein zu hohes Einkommen für einen Wohnungsberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein haben, können u. U. dennoch eine Wohnung mit Belegungsbindung bzw. eine Sozialwohnung beziehen. Das ist dann möglich, wenn der Vermieter einer Sozialwohnung beim zuständigen Amt für Bauverwaltung und Wohnungswesen eine Freistellung von der Belegungsbindung prüfen lässt. Diese Regelung kann greifen, wenn so für eine heterogene – also durchmischte – Bevölkerungsstruktur in Gegenden gesorgt wird, in denen viele Bezugsberechtigte von Sozialleistungen wohnen. Weitere Voraussetzung für eine Bewilligung ist, dass der künftige Mieter sich einverstanden erklärt, zusätzlich zum Mietpreis eine monatliche Ausgleichszahlung zu leisten. Deren Höhe errechnet sich aus verschiedenen Faktoren: Das Einkommen des Mieters sowie das Verhältnis zwischen tatsächlicher Miete der Wohnung und nach dem Mietspiegel möglichen Nettokaltmiete pro Quadratmeter.

Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein für spezielle Wohnformen im Alter

Ein Wohnberechtigungsschein bzw. Paragraph-5-Schein ist für viele Rentner und Senioren häufig die einzige Möglichkeit, eine bezahlbare Mietwohnung zu finden. Das gilt auch für Wohnformen im Alter, die ein barrierefreies Wohnen ermöglichen. So gibt es Angebote des Betreuten Wohnens oder Senioren-WGs, die mit Hilfe von sozialer Wohnraumförderung gebaut wurden und für die Mieter deshalb einen Wohnberechtigungsschein vorweisen müssen. Gleiches gilt für ein Mehrgenerationenhaus: Ist es mit Hilfe staatlicher Fördermitteln aus dem sozialen Wohnungsbau entstanden, stehen die einzelnen Wohnungen ebenfalls für Inhaber eines Wohnungsberechtigungsscheins zur Verfügung.

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Wohnungsberechtigungsschein: Berechnung / Anspruch berechnen

Zunächst gilt es das Brutto-Jahreseinkommen bzw. das Einkommen der letzten 12 Monate für alle zum Haushalt gehörenden Personen festzustellen und diese dann zusammenzurechnen. Folgende Einkünfte (falls vorhanden) müssen dabei zusammengerechnet werden:

  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  • Altersrenten, Renten der Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrenten und sonstige Leistungen aus der Rentenversicherung
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe oder selbstständiger Arbeit
  • Steuerfreie Zuschläge (z. B. Nachtarbeit)
  • Einkünfte aus kurzfristigen und geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Lohnersatzleistungen wie Kranken- oder Schlechtwettergeld
  • Grundsicherungsleistungen wie Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Unterhaltsleistungen sowie Zahlungen von Unterhaltsvorschuss
  • BAföG und Berufsausbildungsbeihilfe (Anteil des Zuschusses)


Info

Pflegegeld als Einkommen aufführen

Wer Pflegegeld für sog. selbst beschaffte Pflegehilfen bezieht (§ 37 SGB XI), also eine private Pflegeperson beschäftigt, muss das Pflegegeld als Einkommen aufführen. Und zwar auf folgende Weise:

  • Das Pflegegeld wird vollständig als Einkommen angerechnet, wenn die private Pflegeperson im Haushalt des Pflegebedürftigen lebt.
  • Erhält die private Pflegeperson das Pflegegeld und lebt nicht im Haushalt des Pflegebedürftigen, wird die Hälfte des Pflegegeldes als Einkommen angerechnet.

Diese Einkünfte müssen nicht zum Einkommen hinzugezählt werden:

  • Wohngeld
  • Kindergeld
  • Steuerrückzahlungen
  • Krankengeld
  • Blindengeld

Die ermittelten Bruttoeinkünfte werden um eine Werbungskostenpauschale (oder ggf. um einen höheren Betrag, der nachzuweisen ist) vermindert.

Von diesem Betrag können folgende Aufwendungen abgezogen werden:

Alle Arbeitnehmer dürfen folgende Abzüge vornehmen:

  • pauschaler Abzug von 10 Prozent des Einkommens gilt jeweils für die Lohn- und Einkommensteuer
  • 10 Prozent vom Einkommen für Pflichtbeiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung
  • 10 Prozent vom Einkommen für Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung

Insgesamt sind also Abzüge von bis zu 30 Prozent möglich, wenn Steuern und Pflichtbeiträge gezahlt werden. Ist das nicht der Fall, sind Abzüge von bis zu 6 Prozent möglich.

Zudem können folgende Aufwendungen und Freibeträge abgezogen werden:

  • tatsächliche (gesetzliche) Unterhaltsverpflichtungen
  • Kinderbetreuungskosten für Kinder unter 14 Jahren von bis zu 4.000 Euro je Kind
  • Freibeträge für Kinder unter 12 Jahren bei Alleinerziehenden von 600 Euro je Kind
  • Freibetrag junge Ehepaare (Ehepartner sind nicht älter als 40 Jahre alt und nicht länger als fünf Jahre verheiratet) von 4.000 Euro
  • Freibeträge für ein Kind im Alter von 16 bis 25 Jahren mit eigenem Einkommen von bis zu 600 Euro
  • Steuern vom Einkommen
  • Freibeträge für Schwerbehinderte und Pflegebedürftige abhängig vom Grad der Behinderung und Schwere der Pflegebedürftigkeit:
  • Für jede zu Hause lebende pflegebedürftige Person des Pflegegrads 1
330 Euro
  • Für jede zu Hause lebende pflegebedürftige Person des Pflegegrads 2 oder
  • für jede schwerbehinderte Person mit einem Grad der Behinderung von 50 bis unter 80
665 Euro
  • Für jede zu Hause lebende pflegebedürftige Person des Pflegegrads 3 oder
  • für jede schwerbehinderte Person mit einem Grad der Behinderung von 80 bis unter 100 oder
  • für jede häuslich pflegebedürftige Person des Pflegegrads 1 mit einem Grad der Behinderung von unter 80
1.330 Euro
  • Für jede zu Hause lebende pflegebedürftige Person des Pflegegrads 2 oder 3 mit einem Grad der Behinderung von unter 80 oder
  • für jede häuslich pflegebedürftige Person des Pflegegrads 1 mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 80
2.100 Euro
  • Für jede häuslich pflegebedürftige Person des Pflegegrads 4 oder
  • für jede schwerbehinderte Person mit einem Grad der Behinderung von 100 oder
  • für jede häuslich pflegebedürftige Person des Pflegegrads 2 oder 3 mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 80
4.500 Euro
  • Für jede häuslich pflegebedürftige Person des Pflegegrads 5 oder
  • für jede häuslich pflegebedürftige Person des Pflegegrads 4 mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 80
5.830 Euro

Nach Abzug der Pauschalbeträge und Freibeträge vom Einkommen ergibt sich der für einen Wohnungsberechtigungsschein relevante Betrag. Dieser ist Basis für die Prüfung des Anspruchs auf einen Paragraph-5-Schein durch die Ämter.

Wohnungsberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein: Wohnungsgrößen

Wer über einen Wohnberechtigungsschein verfügt, muss laut Gesetzgeber in einer angemessen großen Sozialwohnung bzw. Paragraph-5-Schein-Wohnung leben. Dabei gelten folgende Richtwerte:

Anzahl Personen Anspruch auf Wohnfläche
1 Person bis zu 45 Quadratmeter Wohnfläche
2 Personen zwei Räume, bis zu 60 Quadratmeter Wohnfläche
3 Personen drei Räume, bis zu 75 Quadratmeter Wohnfläche
4 Personen vier Räume, bis zu 90 Quadratmeter Wohnfläche

Für jede weitere Person sind ein weiterer Raum und weitere 15 Quadratmeter Wohnfläche zulässig.

Info

Wichtiger Hinweis

Wer als Inhaber eines Wohnberechtigungsscheins / Paragraph-5-Scheins in einer geförderten Sozialwohnung lebt, hat Anspruch auf je einen Wohnraum für jede Person, die zum Haushalt gehört. Unter bestimmten Voraussetzungen erkennen die Behörden zusätzlichen Wohnraum an. Das gilt z. B. für Menschen, die aufgrund einer Behinderung, Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit zusätzlichen Platzbedarf haben. Alleinstehenden Senioren ab 65 Jahren steht in einigen Städten und Gemeinden eine 2-Zimmer-Wohnung zu, wenn sie zuvor eine größere Wohnung bewohnt haben. Auskünfte dazu erteilt die zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Wo und wie beantragt man einen Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein?

Einen Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein erhält man im Wohnungsamt der Kommune, in der man eine Wohnung beziehen möchte. In Ausnahmefällen darf man den Paragraph-5-Schein auch in dem Ort beantragen, in dem sich der Antragsteller für gewöhnlich aufhält. Anträge für einen Wohnberechtigungsschein gibt es in den Bürgerbüros der zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Viele Kommunen bieten ein entsprechendes Formular zum Download auf ihren Webseiten an.

Tipp

Wer Hilfe beim Ausfüllen des Antrags-Formulars des Paragraph-5-Scheins benötigt, kann sich an die zuständigen Bürgerbüros oder Gemeindeverwaltungen wenden. Häufig gibt es eigens Sprechstunden für solche Fälle. Aber auch Sozialverbände oder Seniorentreffpunkte bieten Hilfe an.

Diese Unterlagen sind für den Antrag des Wohnberechtigungsscheins / Paragraph-5-Schein nötig:

  • Einkommenserklärung der vergangenen zwölf Monate bzw.
  • Einkommensnachweis, z. B. Nachweise über Rentenzahlungen
  • Individuelle Nachweise wie Schwerbehindertenausweis oder Einstufung in Pflegegrad
  • Nachweis von etwaigen steuerfreien Einkünften (z. B. Elterngeld, Krankengeld)
  • Nachweise über sämtliche Einkünfte (z. B. aus Kapitalvermögen, Vermietungen oder Unterhaltsleistungen)
  • Nachweise über Bezug etwaiger Sozialhilfeleistungen
  • Jüngster Steuerbescheid
  • Schüler und Studenten: Schüler- bzw. Immatrikulationsnachweis
  • Etwaige weitere Dokumente, je nach Lebenssituation (z. B. Mutterpass, Schwerbehindertenausweis, Pflegegrad-Bescheid)
Info

Wichtiger Hinweis

Der Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein muss immer durch den Antragsteller persönlich vollzogen werden. Ist ihm dies z. B. wegen einer Pflegebedürftigkeit nicht möglich, kann der Antragsteller seinen gesetzlichen Vertreter oder Bevollmächtigten (siehe auch Vollmachten) schicken. Das Antrags-Formular für den Wohnberechtigungsschein ist zwar häufig online verfügbar und kann heruntergeladen werden, die Abgabe muss jedoch persönlich in der zuständigen Kommunalverwaltung erfolgen. Empfehlenswert ist auch eine persönliche Beratung vor der Antragstellung des Paragraph-5-Scheins.

Wohnung mit Wohnungsberechtigungsschein finden

Wer einen Wohnungsberechtigungsschein erhalten hat, steht häufig vor einer noch viel größeren Herausforderung und fragt sich: Wo finde ich eine Wohnung mit Wohnungsberechtigungsschein?

Bei der Suche nach einer Paragraph-5-Schein-Wohnung bzw. deren Vergabe ist zwischen Wohnberechtigungsschein Typ A und Wohnberechtigungsschein Typ B zu unterscheiden:

  • Bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze wird ein Wohnungsberechtigungsschein Typ A ausgestellt –  dabei erfolgt die Wohnungsvergabe direkt über die örtliche Behörde.
  • Liegt das Einkommen im oberen, für den Wohnberechtigungsschein relevanten Bereich, wird Typ B ausgestellt – für Mieter heißt das, sie müssen sich selbst eine Wohnung suchen. Wohnungen für Mieter mit Wohnungsberechtigungsschein werden auf den gängigen Immobilienportalen im Internet angeboten, auf Kleinanzeigen-Portalen oder in den Anzeigen-Teilen von Zeitungen, online und in den gedruckten Ausgaben. Ist eine solche Wohnung gefunden, gilt es Kontakt zum Vermieter aufzunehmen. Stimmt der Vermieter nach einer Besichtigung der Vermietung zu, muss der Wohnungssuchende direkt beim Wohnungsamt einen Antrag auf Bezugsgenehmigung stellen. Das Amt prüft dann den Antrag bzw. das konkrete Angebot des Vermieters und gibt, wenn alle Auflagen erfüllt sind, die Genehmigung.
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Wie lange gilt der Wohnberechtigungsschein / Paragraph-5-Schein?

Der Wohnberechtigungsschein gilt in der Regel für ein Jahr. Wer innerhalb des Zeitraums keine passende Wohnung findet, muss erneute einen Antrag stellen. Und auch wer innerhalb dieser Frist in eine andere Sozialwohnung umziehen möchte, muss erneut zum Amt. Wer jedoch mit Hilfe eines Wohnungsberechtigungsscheins bereits eine Wohnung bezogen hat, muss den Antrag nicht ständig erneuern.

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