Pflegeheim & Seniorenheim
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Pflegeheim?
Ein Pflegeheim ist eine Einrichtung, die Menschen umfassende Pflege und Betreuung bietet, wenn sie aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht mehr allein leben können. Oder, wenn die Versorgung in der Pflege zuhause nicht mehr ausreicht. (1)
Die Bewohner leben dort in privaten Zimmern oder kleinen Wohnungen. Sie erhalten nach Bedarf rund um die Uhr professionelle Unterstützung durch Pflege- und Betreuungskräfte. Auch die Mahlzeiten sowie Freizeit- und Gemeinschaftsangebote gehören zum Angebot im Pflegeheim.
Altenheim, Altersheim, Seniorenheim
Egal ob „Altenheim“ oder „Altersheim“ – beide Begriffe sind veraltet. Man spricht heute von Seniorenheimen. Theoretisch sind das Einrichtungen für selbständige ältere Menschen, die Wert auf Gemeinschaft und Lebensqualität legen, aber weniger auf Pflege und Betreuung.
In der Praxis sind Pflegeheime und Seniorenheime oft das Gleiche. Manche Pflegeheime nennen sich selbst Seniorenheime, weil das etwas freundlicher klingt. Und es gibt kaum noch reine Seniorenheime, die keine Pflege und Betreuung anbieten.
Stationäre Pflege & Betreuung
In einem Pflegeheim stehen Pflegebedürftige unter der „ständigen Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachperson“. (1) Das heißt, dass bei der stationären Pflege rund um die Uhr professionelle Unterstützung verfügbar sein muss. Allerdings nur für pflegefachlich notwendige Maßnahmen.
Was im Einzelfall pflegerisch erforderlich ist, hängt von den Einschränkungen und Bedürfnissen des einzelnen Bewohners ab. Denn auch in der stationären Pflege gilt der Grundsatz, die Selbständigkeit zu fördern und Unterstützung nur da anzubieten, wo sie erforderlich ist.
Darüber hinaus haben alle Bewohner Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung, die über die notwendige Versorgung hinausgeht. Bewohner von Pflegeheimen dürfen also nach der notwendigen Pflege nicht einfach sich selbst überlassen werden. (2)
Freizeit und Gemeinschaft im Pflegeheim
Neben der pflegerischen Routine, den Mahlzeiten und Behandlungen bleibt den Bewohnern noch viel freie Zeit. Damit sie diese Zeit möglichst wertvoll nutzen können, sollten Pflegeheime Möglichkeiten zur selbständigen Gestaltung des Alltags anbieten.
Dazu gehören Gemeinschaftsräume, in denen gemeinsames Fernsehen oder Gesellschaftsspiele möglich sind. Aber auch ansprechende Außenbereiche gehören dazu, die zu kleinen Spaziergängen oder Aufenthalten im Freien einladen. Manche Einrichtungen haben sogar hauseigene Cafés.
In jedem Fall sollte der soziale Austausch mit anderen Bewohnern, aber auch mit Familienmitgliedern und Freunden von außerhalb gefördert werden. Es ist zwar üblich, dass Besuche und das Verlassen des Heims nicht zu jeder Tageszeit erwünscht sind. Aber es sollte dabei möglichst viel Freiraum geben.
Spezialisierte Pflegeheime
Jeder Bewohner hat andere Vorlieben und andere Einschränkungen. Allein deshalb ist eine gute Versorgung und ein gemeinschaftliches Leben im Pflegeheim nicht immer leicht zu organisieren. Wenn die Unterschiede zu groß werden, entstehen dadurch oft Probleme.
Deshalb gibt es für bestimmte Gruppen, Krankheitsbilder oder Lebenssituationen spezialisierte Pflegeheime. Diese Spezialeinrichtungen ermöglichen eine zielgerichtetere Versorgung, passendere Angebote und vermeiden oft auch Interessenskonflikte.
Die wichtigsten Spezialisierungen von Pflegeheimen:
- Pflegeheime für Menschen mit Demenz
- Gerontopsychiatrie im Pflegeheim
- Pflegeheime für jüngere Menschen
- Heime für Menschen mit Behinderung
- Pflegeheime mit Palliativpflege
Pflegeheime für Menschen mit Demenz
Einige Einrichtungen sind auf die Pflege und Unterbringung von Menschen mit Demenz spezialisiert oder haben dafür einen besonderen Bereich. Dort arbeitet besonders geschultes Pflegepersonal und die Gestaltung der Räumlichkeiten ist an die besonderen Erfordernisse der Erkrankung angepasst.
Oft sind die Plätze in Demenz-Pflegeheimen sehr begehrt, denn die Pflege zuhause ist in den späteren Phasen der Erkrankung sehr herausfordernd. Informieren Sie sich deshalb am besten frühzeitig über die in Frage kommenden Einrichtungen in Ihrer Nähe.
Gerontopsychiatrie im Pflegeheim
Oft gehen die Pflegebedürftigkeit und die Behandlung psychischer Erkrankungen im Alter Hand in Hand. Dafür gibt es besondere gerontopsychiatrische Pflegeheime. Oder auch allgemein psychiatrische Pflegeheime.
Ähnlich wie sonst in psychiatrischen Einrichtungen bieten diese spezialisierten Einrichtungen zusätzlich zur Pflege eine psychiatrische und psychotherapeutische Betreuung. Auch das pflegerische Personal ist speziell für den Umgang mit psychischen Krankheitsbildern geschult.
Manche Bewohner in psychiatrischen Pflegeheimen können aufgrund ihrer Erkrankung eine Gefahr für sich selbst oder andere sein. Wie in der Psychiatrie üblich, gibt es zum besonderen Schutz für diese Menschen geschlossene Abteilungen. Man spricht dabei aber von geschützten Abteilungen.
Pflegeheime für jüngere Menschen
Pflegeheime richten sich grundsätzlich an pflegebedürftige Menschen, nicht an Menschen einer bestimmten Altersgruppe. Allerdings werden die meisten erst im hohen Alter pflegebedürftig. Deshalb ist der Altersdurchschnitt in normalen Pflegeheimen meistens sehr hoch.
Für pflegebedürftige Kinder oder jüngere Menschen ist das oft ein Problem, denn sie haben ganz andere Interessen, andere Gewohnheiten und andere Erwartungen an das Leben im Heim. Deshalb gibt es auch Pflegeheime oder zumindest Stationen für jüngere Menschen. Nicht viele – aber es gibt sie.
Pflegeheime für Menschen mit bestimmten Behinderungen
Starke Sehbehinderungen oder starke Hörbehinderungen stellen ganz besondere Anforderungen an Pflegeheime. Und vereinzelt gibt es auch für diese besonderen Arten von Behinderungen spezialisierte Pflegeheime.
In einem Pflegeheim für Menschen mit starken Sehbehinderungen sind die Räumlichkeiten zum Beispiel so aufbereitet, dass man sich über andere Sinne gut zurechtfindet. Das Personal ist entsprechend geschult und die Aktivitäten sind ebenfalls angepasst.
In einem Pflegeheim für Menschen mit starken Hörbehinderungen beherrscht das Personal Gebärdensprache. Und auch hier sind die Aktivitäten und die Räumlichkeiten angepasst, zum Beispiel mit visuellen Alarmsystemen und vielem mehr.
Pflegeheime mit Palliativpflege
Palliativpflege meint die pflegerische und medizinische Versorgung am Lebensende. Grundsätzlich kann Palliativpflege in allen Pflegeheimen und auch ambulant stattfinden. Aber es gibt eben Pflegeheime mit besonderen Palliativkonzepten, die sich darauf spezialisiert haben.
Wenn das Lebensende am Horizont steht und man nicht noch einmal in ein Hospiz umziehen möchte, kann eine gute Palliativversorgung ein wichtiger Faktor sein. Vor allem, wenn eine Krankheit im Spiel ist, die womöglich viele Beschwerden mit sich bringt. Informieren Sie sich rechtzeitig.
Kosten Finanzierung des Pflegeheims
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Pflege im Heim hohe Kosten mit sich bringt. Die Pflegeversicherung übernimmt zwar einen Teil der Kosten, doch ein monatlicher Eigenanteil bleibt trotzdem übrig. (5) Und der ist in der Regel vierstellig.
Wie sich die Kosten zusammensetzen, wie die Zuschüsse der Pflegeversicherung mit der Aufenthaltsdauer steigen und welche Möglichkeiten Sie bei der Finanzierung haben, erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber Pflegeheim-Kosten.
Suche und Auswahl des Pflegeheims
Wenn Sie sich nach einem geeigneten Pflegeheim umsehen möchten, sollten Sie überlegen, welche Punkte Ihnen besonders wichtig sind. Dazu gehören beispielsweise:
- Spezialisierung: Gibt es besondere Krankheitsbilder, Behinderungen oder andere Umstände, sodass ein spezialisiertes Pflegeheim sinnvoll wäre?
- Lage: Soll das Heim im Umfeld des bisherigen Wohnorts liegen oder doch in der Nähe eines Angehörigen, der weiter weg wohnt? Was soll von dort aus gut erreichbar sein?
- Größe: Möchten Sie lieber eine kleinere und persönlichere Einrichtung oder ein größeres Heim, das mehr Leistungen oder Freizeitaktivitäten anbietet? Oder ist Ihnen vor allem die Größe der Zimmer wichtig?
- Träger: Einrichtungen können freie, öffentliche oder private Träger haben. Also beispielsweise von Kirchen, Wohlfahrtsorganisationen, Kommunen oder privaten Trägern betrieben werden. Ist Ihnen wichtig, dass es beispielsweise ein kirchlicher Träger ist?
Haben Sie grundlegende Fragen geklärt, können Sie sich im Internet, bei Pflegestützpunkten oder bei Bekannten über passende Einrichtungen informieren. Vieles können Sie bereits online oder über Flyer in Erfahrung bringen. Doch am Ende führt kein Weg an einer Besichtigung vorbei.
Checkliste für die Pflegeheim-Besichtigung
Wenn Ihnen ein Pflegeheim zusagt, nehmen Sie am besten Kontakt auf und vereinbaren telefonisch einen Besuchstermin vor Ort. Damit Ihnen bei dem Termin nichts entgeht, hat pflege.de für die Besichtigung eine praktische Checkliste erstellt, die Sie ausdrucken und mitnehmen können.
Pflegeheim-Bewertung
Ein wichtiger Entscheidungsfaktor ist natürlich die Qualität der Pflege. Der Medizinische Dienst führt regelmäßig Qualitäts- und Leistungskontrollen bei Pflegeheimen durch. Wo Sie die Ergebnisse finden und was sie konkret bedeuten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Qualitätsprüfung von Pflegeheimen.
Heimvertrag
Beim Eintritt in ein Pflegeheim unterzeichnet der künftige Bewohner einen Heimvertrag. Darin werden die Rechte und Pflichten des Heimbetreibers und der Bewohner festgelegt. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Heim- und Betreuungsverträge.
Umzug ins Pflegeheim
Wie bei jedem Umzug gilt: Gute Vorbereitung ist wichtig. Und wie jeder Umzug wird auch der Einzug in ein Pflegeheim von Papierkram begleitet. Hier ein paar Dinge, die Sie nicht vergessen sollten:
- Mietvertrag kündigen: Beachten Sie die üblichen Kündigungsfristen. Liegt ein Härtegrund vor, kann der Mietvertrag vorzeitig beendet werden.
- Rundfunkbeitrag (GEZ): Im Pflegeheim müssen Sie keinen Rundfunkbeitrag mehr bezahlen, Sie können sich mit dieser Begründung komplett abmelden.
- Laufende Verträge, Telefonanschluss und Versicherungen
- Wohnsitz ummelden
So können Sie Angehörige vom Umzug überzeugen
Es gibt Situationen, da ist ein Umzug ins Pflegeheim einfach für alle Beteiligten das Beste. Oder ganz und gar unausweichlich. Aber trotz aller Argumente ist es für die Betroffenen oft eine unfassbar schwierige und emotionale Entscheidung, in ein Heim zu ziehen.
Gespräche darüber fallen niemandem leicht. Auch mit den besten Tipps und Herangehensweisen nicht. Aber Sie können das Thema für alle erleichtern, indem Sie die Person von Anfang an in den Entscheidungsprozess einbeziehen. Und auch die positiven Aspekte betonen.
Hier sind ein paar Ideen:
- Angehörige, die sich bisher viel mit der Unterstützung und der Pflege befasst haben, werden entlastet. Und finden so auch wieder mehr Zeit für Besuche, Gespräche und gemeinsame Aktivitäten, die nichts mit der Pflege zu tun haben.
- Pflegeheime bieten die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und nicht mehr einsam zu sein. Das ist allerdings kein Muss: Man kann sich natürlich jederzeit zurückziehen.
- In Notfällen, etwa bei einem schweren Sturz, ist zu jeder Zeit schnell Hilfe verfügbar.
Wann ist eine Einweisung ins Pflegeheim möglich?
Im Normalfall erfolgt der Umzug ins Pflegeheim freiwillig. Alles andere wäre nämlich eine freiheitsentziehende Maßnahme. Und das ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich.
Wenn die Person nicht mehr selbst entscheiden kann, trifft eine bevollmächtigte Person oder ein gesetzlicher Betreuer diese Entscheidung. Die Entscheidung über den Umzug ins Pflegeheim ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden und muss immer vom Betreuungsgericht geprüft werden. (6)
Pflegeheim: Vor- und Nachteile
Der Umzug in ein Pflegeheim ist eine weitreichende Entscheidung mit vielen Vorteilen, aber auch Nachteilen. Hier eine kurze Übersicht mit den wichtigsten Punkten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Pflegeheim?
Ein Pflegeheim ist eine Einrichtung, in der Menschen leben, die dauerhaft Unterstützung und Pflege benötigen. Fachkräfte kümmern sich rund um die Uhr um die medizinische Versorgung, Pflege und Betreuung der Bewohner.
Was ist ein Altenheim oder Altersheim?
„Altenheim“ und „Altersheim“ sind veraltete Begriffe für ein Seniorenheim. Also eine Wohnform für ältere Menschen, die auf Gemeinschaft und Lebensqualität ausgelegt ist. Oft ist damit aber auch ein Pflegeheim gemeint, wo der Fokus mehr auf Unterstützung und Pflege liegt.
Was ist ein Seniorenheim?
Seniorenheime sind Einrichtungen für selbständige ältere Menschen, die Wert auf Gemeinschaft und Lebensqualität legen, aber weniger auf Pflege und Betreuung. Im Alltag ist „Seniorenheim“ oft auch gleichbedeutend mit „Pflegeheim“, also einer Einrichtung mit Fokus auf Pflege und Betreuung.
Was macht man im Pflegeheim?
Im Pflegeheim werden die Bewohner pflegerisch und medizinisch versorgt. Außerdem gibt es Betreuung sowie Freizeit- und Gemeinschaftsangebote, die das soziale Leben und das Wohlbefinden fördern. Allerdings können die Bewohner sich jederzeit in ihre Räume zurückziehen.
Sind Besuche im Pflegeheim erlaubt?
Ja, Besuche im Pflegeheim sind erlaubt. Allerdings gibt es oft feste Besuchszeiten, um den Alltag der Bewohner besser zu strukturieren.
Dürfen Bewohner das Pflegeheim verlassen?
Wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegensprechen, dürfen die Bewohner jederzeit das Pflegeheim für einen Spaziergang oder einen Ausflug verlassen. Ausnahmen sind geschützte beziehungsweise geschlossene Einrichtungen, die nur nach Absprache verlassen werden dürfen.
Wie finde ich ein gutes Pflegeheim?
Es lohnt sich, mehrere Einrichtungen zu vergleichen, persönliche Besuche zu vereinbaren und auf Eindrücke wie Atmosphäre, Pflegequalität und Gespräche mit dem Personal zu achten. Auch Erfahrungen anderer Angehöriger oder Bewertungen können eine hilfreiche Orientierung sein.
Wie bekomme ich einen Platz im Pflegeheim?
Im Normalfall rufen Sie einfach bei der Einrichtung an und besprechen die weiteren Schritte. Hilfe können Sie von Beratungsstellen und Pflegestützpunkten bekommen. Und wenn Sie noch im Krankenhaus sind, kann Ihnen auch der dortige Sozialdienst helfen.
Welches Pflegeheim ist bei Demenz geeignet?
Eine dauerhafte Unterbringung für Menschen mit einer Demenzerkrankung ist am besten in spezialisierten Pflegeheimen oder Wohngruppen möglich. Dort ist die Einrichtung an die Erkrankung angepasst, das Personal ist besonders geschult und es gibt besondere Betreuungsangebote.
Kann man jemanden gegen seinen Willen in ein Pflegeheim geben?
Grundsätzlich müssen Menschen selbst entscheiden, ob sie in ein Pflegeheim ziehen oder nicht. Eine Unterbringung ohne Willenserklärung oder gegen den ausdrücklichen Willen ist nur in Ausnahmefällen möglich und muss vom Betreuungsgericht bestätigt werden.
Wie kann ich mich bei dem Personal eines Pflegeheims bedanken?
Viele Angehörige bedanken sich mit persönlichen Worten, einer Karte oder kleinen Aufmerksamkeiten. Es muss auch nicht immer die Pralinenschachtel sein, ein Obstkorb oder ein Kuchen sind genauso gut. Nur Vorsicht bitte: Geschenke mit größerem Geldwert dürfen in der Regel nicht angenommen werden.






