Das ist Schwindel im Alter
Schwindel im Alter ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom.(1) Gemeint ist damit ein Gefühl von Unsicherheit oder gestörter Orientierung im Raum, das mit zunehmendem Alter häufiger auftritt.
Wie sich Schwindel genau anfühlt, kann sehr unterschiedlich sein.
Symptome: So äußert sich Schwindel im Alter
Schwindel kann als Symptom verschiedener Erkrankungen auftreten. Die Beschwerden können sich dabei ganz unterschiedlich zeigen: (1)
- Zeitlicher Verlauf: Schwindel kann nur Sekunden bis wenige Minuten oder mehrere Stunden anhalten. In manchen Fällen bestehen die Beschwerden über Tage, Wochen oder sogar Monate bis Jahre.
- Auslöser: Schwindel kann bereits in Ruhe bestehen oder beim Gehen und Bewegen auftreten. Manchmal wird er durch bestimmte Bewegungen ausgelöst, zum Beispiel durch eine Kopfbewegung.
- Begleitsymptome: Je nach Ursache können beispielsweise Doppelbilder, Sprechstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Herzrasen hinzukommen.
Je nachdem, wie sich der Schwindel anfühlt, unterscheidet die Leitlinie „Schwindel in der Hausarztpraxis“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin drei Formen:
- Schwankschwindel: Fühlt sich eher wie Schwanken oder Bootfahren an.
- Benommenheitsschwindel: Betroffene empfinden Benommenheit, je nach Ursache kann auch ein „Schwarzwerden vor Augen“ auftreten.
- Drehschwindel: Betroffene haben das Gefühl, alles würde sich drehen – ähnlich wie beim Karussellfahren. Eine mögliche Ursache ist der sogenannte Lagerungsschwindel.
So kann sich Schwindel anfühlen
Ursachen: Woher kommt Schwindel im Alter?
Schwindel im Alter hat häufig nicht nur eine Ursache: Mehrere Erkrankungen, Medikamente und altersbedingte Veränderungen können zusammenspielen.(3)
Mögliche Einflussfaktoren beziehungsweise Ursachen für Schwindel im Alter sind:(1)
- Kreislauf- und Blutdruckstörungen
- Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr
- Neurologische Erkrankungen, beispielsweise Polyneuropathien
- Flüssigkeitsmangel, beispielsweise bei Hitze(4)
- Psychische Faktoren
- Medikamente
Schwindel und Gangunsicherheit: Was steckt dahinter?
Schwindel kann mit einer Gangunsicherheit, also einer Unsicherheit beim Gehen, einhergehen.(1)
Die Kombination von Schwindel und Gangunsicherheit kann den Alltag ganz besonders beeinträchtigen.
Dahinter können unterschiedliche Ursachen stecken, beispielsweise Kreislauf- und Blutdruckstörungen oder auch neurologische Erkrankungen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Gangunsicherheit.
Wann ist Schwindel im Alter gefährlich?
Schwindel ist nicht automatisch gefährlich. Ärztlich abgeklärt werden sollte er, wenn er plötzlich neu auftritt oder weitere Beschwerden hinzukommen.(1)
Besonders ernst nehmen sollten Sie plötzlich auftretenden Schwindel, wenn gleichzeitig beispielsweise:
- eine starke Gang- oder Standunsicherheit,
- Seh- oder Sprachstörungen,
- Lähmungen oder Taubheitsgefühle oder
- plötzliche und ungewohnt starke Kopfschmerzen auftreten.
Treten solche Beschwerden plötzlich auf, kann ein Schlaganfall dahinterstecken. Wählen Sie dann sofort den Notruf 112. Auch wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder verschwinden, sollten Sie nicht abwarten.(5)
Wie wird Schwindel im Alter untersucht?
Bei Schwindel ist die hausärztliche Praxis meist die erste Anlaufstelle.
Um herauszufinden, woher die Beschwerden kommen, schaut sich der Arzt Schritt für Schritt verschiedene Punkte an:(1)
- Wie fühlt sich der Schwindel an? Der Arzt fragt Sie zunächst, wie sich der Schwindel anfühlt, wann er auftritt, wie lange er anhält und ob bestimmte Auslöser oder Begleitsymptome bestehen.
- Welche Erkrankungen sind bereits bekannt? Auch bestehende Erkrankungen können wichtige Hinweise geben, zum Beispiel Erkrankungen des Herz-Kreislauf- oder Nervensystems.
- Welche Medikamente nehmen Sie ein? Denn auch Medikamente können Schwindel begünstigen.
- Was zeigt die körperliche Untersuchung? Je nach Beschwerden prüft der Arzt zum Beispiel das Gleichgewicht oder bestimmte neurologische Funktionen.
- Sind weitere Tests notwendig? Das hängt davon ab, welche Ursache vermutet wird.
Kann der Arzt die Ursache nicht ausreichend klären, kann er Ihnen eine Überweisung ausstellen, etwa in die Hals-Nasen-Ohrenkunde, die Neurologie oder Kardiologie.
Was tun bei Schwindel im Alter?
Die eine alleinige Maßnahme gegen Schwindel gibt es leider nicht.
Tritt Schwindel neu, wiederholt oder anhaltend auf, sollten Sie:(1)
- gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt die Ursache des Schwindels klären und behandeln,
- Medikamente überprüfen lassen,
- je nach Ursache gezielte Maßnahmen ergreifen
- und bei akutem Schwindel darauf achten, einen Sturz zu vermeiden.
Medikamente gegen Schwindel
Auch wenn es verständlich ist, dass Betroffene nach einer Tablette suchen: Leider gibt es nicht das eine Medikament gegen den Schwindel. Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, wodurch der Schwindel verursacht wird.
Bei bestimmten Schwindelformen können Medikamente Teil der Behandlung sein. Gleichzeitig können manche Medikamente selbst Schwindel auslösen oder verstärken. Auch Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Arzneimitteln können Schwindel begünstigen.
Lassen Sie deshalb bei Schwindel auch Ihre Medikamente ärztlich überprüfen und nehmen Sie nicht auf eigene Faust Medikamente gegen Schwindel ein.(1)
Übungen bei Schwindel und Unsicherheit
Welche Übungen bei Schwindel im Alter sinnvoll sind, hängt von der Ursache und Ihren individuellen Beschwerden ab.
Bei bestimmten Schwindelformen kann eine sogenannte vestibuläre Rehabilitation infrage kommen. Sie umfasst je nach Beschwerden Blickstabilisierungs- und Blickfolgebewegungen, Kopf- und Körperbewegungen sowie Balanceübungen im Stehen und Gehen. Ziel ist es, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen zu verringern und die Balance zu verbessern.(1)
Bestimmte Übungen können also gezielt bei Schwindel eingesetzt werden.
Gleichzeitig haben Bewegungs- und Gleichgewichtsübungen noch einen weiteren Vorteil: Sie können dazu beitragen, Beweglichkeit und Gleichgewicht zu erhalten und somit Stürzen vorbeugen.(7)
Schwindel im Alter vorbeugen: Was Sie selbst tun können
Manchmal lassen sich Beschwerden oder typische Auslöser gezielt verringern. Andere Maßnahmen tragen vor allem dazu bei, das Sturzrisiko zu senken, wenn Schwindel auftritt.
Das können Sie selbst tun:
Häufig gestellte Fragen
Ist Schwindel im Alter normal?
Schwindel tritt im Alter zwar häufiger auf, ist aber nicht automatisch „normal“. Dahinter können zum Beispiel Kreislaufprobleme, Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans, neurologische Erkrankungen oder Medikamente stecken. Tritt Schwindel neu, wiederholt oder länger anhaltend auf, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen.
Was sind häufige Ursachen für Schwindel im Alter?
Verschiedene Ursachen und Einflussfaktoren können Schwindel im Alter begünstigen. Dazu gehören Kreislauf- und Blutdruckstörungen, Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, neurologische Erkrankungen, Flüssigkeitsmangel, psychische Faktoren und Medikamente. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen.
Welche Symptome können bei Schwindel im Alter auftreten?
Schwindel kann sich unterschiedlich anfühlen, zum Beispiel als Drehschwindel, Schwankschwindel oder Benommenheitsschwindel. Je nach Ursache können zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Herzrasen sowie Seh- oder Sprachstörungen auftreten.
Was hilft gegen Schwindel im Alter?
Was gegen Schwindel im Alter hilft, hängt von der Ursache ab. Deshalb sollten Sie wiederkehrenden oder anhaltenden Schwindel ärztlich abklären lassen. Je nach Ursache können zum Beispiel eine Anpassung der Medikamente, gezielte Übungen oder Maßnahmen bei Kreislaufproblemen helfen.
Wann ist Schwindel im Alter gefährlich?
Schwindel kann gefährlich sein, wenn er plötzlich auftritt und gleichzeitig starke Gang- oder Standunsicherheit, Seh- oder Sprachstörungen, Lähmungen, Taubheitsgefühle oder plötzlich ungewöhnlich starke Kopfschmerzen auftreten. Das können Anzeichen für einen Schlaganfall sein. Wählen Sie dann sofort den Notruf 112.
Können Medikamente Schwindel verursachen?
Verschiedene Medikamente können Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen verursachen oder verstärken. Deshalb sollte bei Schwindel immer auch geprüft werden, welche Medikamente Sie einnehmen und ob Neben- oder Wechselwirkungen eine Rolle spielen. Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab.
Was hilft bei Schwindel und Gangunsicherheit?
Was bei Schwindel und Gangunsicherheit hilft, richtet sich nach der Ursache. Eine ärztliche Abklärung ist deshalb wichtig. Je nach Ursache können gezielte physiotherapeutische Übungen helfen. Zusätzlich sollten Sie auf Sicherheit beim Gehen achten und Stolperfallen im Wohnumfeld reduzieren.
Was ist Schwankschwindel?
Bei Schwankschwindel haben Betroffene das Gefühl zu schwanken – ähnlich wie auf einem Boot. Hinter Schwankschwindel können unterschiedliche Ursachen stecken.
Was tun bei plötzlichem Schwindel?
Wenn Ihnen plötzlich schwindelig wird und Sie unsicher stehen oder gehen, laufen Sie nicht einfach weiter und suchen Sie sicheren Halt. Treten zusätzlich Seh- oder Sprachstörungen, Lähmungen, Taubheitsgefühle, starke Gangunsicherheit oder plötzliche und ungewohnt starke Kopfschmerzen auf, wählen Sie sofort die 112.
Kann Stress Schwindel auslösen?
Psychische Belastungen können bei bestimmten Schwindelformen eine Rolle spielen und Beschwerden verstärken. Auch Angst oder Panik können mit Schwindel einhergehen. Neu auftretender oder wiederkehrender Schwindel sollte trotzdem ärztlich abgeklärt werden, damit andere Ursachen nicht übersehen werden.




