Seniorenumzüge & Umzug ins Pflegeheim

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Seniorenumzüge

„Aus meinem Haus gehe ich nicht raus – es sei denn, mit den Füßen voraus“ – Vielleicht haben Sie diese Aussage auch schon mal von Ihrem Angehörigen gehört oder vertreten sie sogar selbst. Die meisten Menschen möchten am liebsten so lange wie möglich zuhause wohnen bleiben, doch nicht immer ist das möglich. Sei es durch einen Pflegebedarf, der eine größere oder barrierefreie Wohnung erfordert, oder wenn die Pflege zuhause nicht mehr gestemmt werden kann und der Umzug ins Pflegeheim ansteht. Es gibt viele Gründe für Seniorenumzüge und mittlerweile auch viele Firmen, die sich genau auf diesen Bedarf spezialisiert haben. Denn gerade im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit ist ein Umzug eine gewaltige Anstrengung – und bedarf deshalb auch professioneller Unterstützung und minutiöser Vorbereitung. Anbieter, Checklisten und hilfreiche Tipps im Überblick.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Seniorenumzug?

Eigentlich ist ein Seniorenumzug nichts anderes als ein ganz normaler Umzug mit dem Unterschied, dass die Bewohner selbst in der Regel nicht mehr mit anpacken oder das Vorhaben organisieren können. Steht der Umzug ins Pflegeheim bevor, geht es meistens ums Ganze und die Wohnung muss komplett aufgelöst werden (Haushaltsauflösung) bzw. der Hausstand deutlich verkleinert werden. Dabei ist sehr viel zu bedenken und ein Seniorenumzug hat seine Besonderheiten:

Bonus
Vorbereitung auf den Einzug in eine Pflegeeinrichtung
  • An diese Dinge müssen Sie vor dem Umzug denken
  • Versicherungen kündigen und mehr – so vergessen Sie nichts
  • Einfach ausdrucken und Punkt für Punkt abhaken
  • Im Alter lässt sich ein Umzug allein nicht mehr bewerkstelligen.
  • Der Abschied von der gewohnten Umgebung will bewältigt werden. Das bedarf eines sensiblen Umgangs.
  • Manchmal muss der Umzug schnell gehen, weil eine Erkrankung ihn plötzlich notwendig macht.
  • Ein Großteil des Hausrats muss ggf. entsorgt, verschenkt, eingelagert oder verkauft werden.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich bei Bedarf professionelle Hilfe holen. Das gilt auch, wenn Sie als Angehöriger unvermittelt vor dieser Aufgabe stehen und nicht nur den Umzug managen, sondern Ihrem Angehörigen in dieser Veränderungsphase auch beistehen müssen.

Info

Umzugsunternehmen sind auf Seniorenumzüge spezialisiert

Es gibt eine Reihe von Umzugsunternehmen, die sich auf sog. „Seniorenumzüge“ spezialisiert haben und ihre Dienstleistungen für Senioren anbieten. Sie bieten oft ein Komplettpaket für den Umzug an: Von der ausführlichen Beratung übers Einpacken, den Umzug bis hin zur Entsorgung von Sperrmüll. Einige Anbieter übernehmen auch organisatorische Erledigungen wie z. B. einen Nachsendeauftrag bei der Post. Passende Anbieter für Seniorenumzüge vermitteln die Berater von pflege.de oder Sie recherchieren selbst in den Gelben Seiten oder im Internet nach passenden Anbietern in Ihrer Nähe.

Checkliste für den Umzug ins Pflegeheim

Mit einer guten Checkliste fällt Ihnen die Planung für den Umzug ins Pflegeheim leichter, daher hat pflege.de eine sehr ausführliche Checkliste erstellt, die Sie sich hier herunterladen können. Ein paar ausgewählte Aufgaben sind:

  • Beantragen Sie eine Pflegestufe bzw. ab 01.01.2017 einen Pflegegrad, falls noch keine vorliegt und informieren Sie die Pflegekasse über den bevorstehenden Umzug.
  • Sprechen Sie mit den Mitarbeitern des Pflegeheims darüber, wie viel Mobiliar mitgenommen werden kann.
  • Erkundigen Sie sich, welche Arbeiten Sie im Pflegeheim-Zimmer vornehmen dürfen. Oft gibt es einen Hausmeister oder einen entsprechenden Service, der z. B. Lampen anschließt oder Regale aufhängt.
  • Entscheiden Sie sich, ob Sie den Umzug selbst übernehmen wollen (inklusive der anfallenden Haushaltsauflösung), oder ob Sie die Dienste eines spezialisierten Umzugsunternehmens in Anspruch nehmen wollen.
  • Informieren Sie sich genau über die Leistungen des Umzugsunternehmens und lassen Sie sich einen genauen Kostenvoranschlag erstellen.
  • Denken Sie auch an die Um- und Abmeldeformalitäten (Gas, Strom, Wasser, Miete, Abonnements, Telefon, Versicherungen, Behörden etc.)
Bonus
Packliste für den Einzug in ein Pflegeheim – diese Dinge sollten Sie mitnehmen

Kündigungsrecht beim Umzug ins Pflegeheim

Laut Mietrecht gilt für eine Mietwohnung eine dreimonatige Kündigungsfrist, was bei einem akuten Pflegefall lang (und teuer) werden kann. Schließlich tritt ein Pflegefall in den meisten Fällen plötzlich auf (z. B. aufgrund eines Sturzes oder einer akuten Erkrankung) – und dann muss alles ganz schnell gehen.

Ein Sonderkündigungsrecht beim Umzug ins Pflegeheim gibt es im Mietrecht nicht. Daher gilt die dreimonatige Kündigungsfrist in der Regel auch im akuten Pflegefall und dem damit verbundenen Seniorenumzug. Das heißt: Sie kündigen die Wohnung des Pflegebedürftigen zum dritten Werktag des laufenden Monats und das Mietverhältnis endet dann mit dem Ende des übernächsten Monats (§ 573 c Abs. 1 BGB). Schreiben Sie Ihrem Vermieter also bis zum 3. April, dass Sie die Wohnung zum 30. Juni kündigen, haben Sie fristgerecht gekündigt.

Info

Plötzlicher Pflegefall ein Kündigungsgrund?

Ein Mietvertrag kann zwar aus einem wichtigen Grund außerordentlich fristlos gekündigt werden (§ 543 Abs. 1 BGB), aber der wichtige Grund muss so schwerwiegend sein, dass dem Mieter das Mietverhältnis nicht mehr zugemutet werden kann. Und der „wichtige Grund“ muss beim Vermieter liegen, nicht beim Mieter. Deshalb zählt ein plötzlicher Pflegefall nicht zu den „wichtigen Gründen“, die eine fristlose Kündigung des Mietvertrages ermöglichen.

Dennoch gibt es zwei weitere Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, wenn Sie wegen eines plötzlich eintretenden Pflegefalls Ihre Wohnung verlassen und in ein Pflegeheim umziehen müssen:

  1. Schauen Sie in Ihren Mietvertrag: Findet sich dort eine Nachmieterklausel? Können Sie einen Nachmieter stellen und – vorausgesetzt Ihr Vermieter akzeptiert diesen – damit früher aus dem Mietvertrag kommen?
  2. Keine Nachmieterklausel im Vertrag? Dann versuchen Sie, mit Ihrem Vermieter einen Aufhebungsvertrag auszuhandeln: Damit können Sie erreichen, dass Ihr Vermieter Sie früher aus dem Mietvertrag entlässt und einen Nachmieter akzeptiert.
Tipp

Bevor Sie einen Brief an den Vermieter aufsetzen, sollten Sie sich mit ihm abstimmen. Erklären Sie ihm die besondere Situation (etwa, dass Ihre Mutter unvorhergesehen pflegebedürftig wurde und nun plötzlich umziehen muss) und bitten Sie um Entgegenkommen. Seien Sie sich aber der Tatsache bewusst, dass er nicht dazu verpflichtet ist. Die aktuelle Wohnungssituation in Deutschland kommt Ihnen jedoch vielleicht entgegen, so dass Sie Ihr Vermieter aufgrund der großen Nachfrage früher aus dem Vertrag lässt.

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Checkliste für den Umzug in ein Pflegeheim – diese Dinge müssen Sie bedenken

Umzug ins betreute Wohnen oder in die Senioren-WG

Anders als bei einem Umzug ins Pflegeheim, bei dem die Wohnung in der Regel komplett aufgelöst werden muss, können Sie bei einem Umzug ins betreute Wohnen oder in eine Senioren-WG noch ein paar geliebte Gegenstände oder geschätzte Möbel mitnehmen. Dabei können Sie sich an der allgemeinen Umzugs-Checkliste von pflege.de orientieren, damit Sie an alle wichtigen Aufgaben denken.

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Erstelldatum: .2.906102|Zuletzt geändert: .1.709102
Bildquelle© contrastwerkstatt / Fotolia.com
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