Haushaltsauflösung & Entrümpelung – Checklisten, Kosten und Tipps

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Haushaltsauflösung / Entrümpelung

Im Laufe eines Lebens häufen viele Menschen jede Menge Erinnerungen, Möbel und persönliche Habseligkeiten an. Ziehen Senioren im Alter dann in ein Pflegeheim um oder sterben sie, so muss oft die komplette Wohnung aufgelöst bzw. verkleinert werden. Das stellt für alle Beteiligten oft eine große organisatorische und emotionale Herausforderung dar. pflege.de gibt hilfreiche Tipps zur Haushaltsauflösung, den Kosten und gibt Ihnen Checklisten zur Organisation an die Hand.

Inhaltsverzeichnis

Haushaltsauflösung / Entrümpelung

Bei einem Umzug ins Seniorenheim oder in eine Senioren-WG können Senioren oft nur ein paar wenige Lieblingsstücke mit ins neue Zuhause nehmen, so dass der Rest der Wohnung aufgelöst werden muss. Diese Aufgabe kommt häufig auf Angehörige zu, die sich sowohl um die Organisation der Haushaltsauflösung bzw. Haushaltsverkleinerung als auch um die entsprechende Entrümpelung kümmern müssen.

Bonus
Vorbereitung auf den Einzug in eine Pflegeeinrichtung
  • An diese Dinge müssen Sie vor dem Umzug denken
  • Versicherungen kündigen und mehr – so vergessen Sie nichts
  • Einfach ausdrucken und Punkt für Punkt abhaken

Das ist neben dem zeitlichen und körperlichen Aufwand für viele oft auch eine emotionale Belastung. Sei es die Tatsache, dass die Eltern, die immer ein Vorbild waren, plötzlich nicht mehr alleine leben können und ins Pflegeheim ziehen mussten – oder wenn ein Angehöriger verstorben ist und die Familie um ihn trauert. In all diesen Fällen ist eine gute Planung unabdingbar und die Haushaltsauflösung eine hilfreiche Dienstleistung für Senioren und deren Angehörige. Nicht zu unterschätzen ist auch die Belastung, in den persönlichen Gegenständen eines lieben Angehörigen „herumzuwühlen“ und ggf. Entscheidungen zu treffen, was behalten und was entsorgt werden soll.

Info

Vermögenswerte im Haushalt fließen in das Erbe

Im Todesfall gilt bei allen Haushaltsauflösungen: Stellen Sie fest, wer als Erbe eingesetzt wurde (vielleicht gibt es ein Testament) oder besprechen Sie sich mit einem Anwalt, wie Sie vorgehen müssen. Auch in Haushalten sind oft Vermögenswerte zu finden, die in die Erbmasse einfließen. Die Erlöse durch diverse Verkäufe fließen immer in den Nachlass.

Haushaltsauflösung: Kosten & Preise

„Kostenlose Entrümpelung!“ – So werben viele Firmen mit ihrem Service, doch „kostenlos“ ist eine Entrümpelung nur dann, wenn sich Mobiliar und Hausrat gewinnbringend verkaufen lassen und damit den Aufwand der Firma decken. In der Regel verursacht eine Haushaltsauflösung Kosten. Kein Unternehmen wird eine Wohnung oder ein Haus ganz kostenfrei für Sie entrümpeln, wenn sie nichts darin findet, was auf dem Flohmarkt oder auf Verkaufsplattformen im Internet noch gutes Geld bringen könnte. Seriöse Anbieter unterbreiten nach einem Vor-Ort-Termin ein Angebot, das Sie mit anderen Anbietern vergleichen können.

Wenn Sie den Haushalt Ihres Angehörigen privat auflösen, können Sie die Preise für Container und andere Entsorgungsdienste kalkulieren und vergleichen. Eine private Haushaltsauflösung bietet sich an, wenn Ihr Angehöriger, Freund oder Nachbar lediglich ein paar alte Möbel, Matratzen und andere Kleinteile besitzt. Mehr als einen Container brauchen Sie in der Regel dann nicht. Informieren Sie sich im Internet über Containerdienste und vergleichen Sie die Preise. Die variieren je nach Region und Containergröße stark.

Preisbeispiel: Ein 3 Kubikmeter großer Absetzcontainer für Sperrmüll kostet in Berlin rund 220 Euro. Beauftragen Sie hingegen den Sperrmüll-Abholservice, so sind Sie schon mit 50 Euro bis 5 Kubikmeter dabei.

Tipp
Container oder Sperrmüll bestellen?

Ob Sie einen Termin mit der Sperrmüllabfuhr Ihrer Gemeinde vereinbaren oder einen Container bestellen, ist nicht nur eine Preisfrage. Container sind meistens schon innerhalb von 24 Stunden vor Ort. Beim Sperrmüll kann es hingegen durchaus länger dauern, ehe Sie einen Termin bekommen. Außerdem wird Sperrmüll nur an Werktagen abgeholt, einen Container können Sie dagegen in Ruhe auch am Wochenende füllen.

Haushaltsauflösungen durch Entrümpelungsfirma

Gute, professionelle Entrümpelungsfirmen finden Sie in den Gelben Seiten und im Internet. Vorab wird Ihnen eine seriöse Firma keinen Haushaltsauflösungs-Preis nennen können, denn jeder Haushalt ist anders. Mal ist nur eine kleine Seniorenwohnung zu räumen, mal ein komplettes Haus vom Keller bis zum Dachboden, inklusive Garage und Gartenhäuschen. Damit Sie für die Haushaltsauflösung und die Entsorgung des Hausrats einen seriösen Anbieter finden, sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

Checkliste: Die richtige Entrümpelungsfirma finden

  • Kommt die Entrümpelungsfirma aus der Nähe? Das spart Anfahrtskosten.
  • Nimmt ein Gutachter die Wohnung und den Besitz in Augenschein, bevor er ein Angebot erstellt? Falls nicht, lassen Sie die Finger von diesem Anbieter.
  • Ist dieser Vor-Ort-Termin kostenlos? Bei seriösen Anbietern gehört der Erstbesuch zum guten Service.
  • Übernimmt das Unternehmen die komplette Entrümpelung? Kümmert es sich auch um die abschließende Reinigung und den kompletten Abtransport aller Gegenstände?
  • Entsorgt die Entrümpelungsfirma alle Gegenstände ordnungsgemäß?
  • Werden verwertbare Möbel und andere Gegenstände auf die Aufwandspauschale angerechnet? Schlägt Ihnen die Entrümpelungsfirma dafür realistische Preise vor? Ein Blick in den Kleinanzeigenmarkt hilft, um ein Gespür für den Wert der Dinge zu bekommen.
  • Besitzt die Entrümpelungsfirma eine Haftpflichtversicherung?
  • Ist die Firma diskret? Falls sie Auskünfte gegenüber Nachbarn oder Mitbewohnern gibt, spricht das nicht für die Seriosität des Unternehmens.
Info

Ballast ansammeln vermeiden

Wir alle sammeln gerne, doch Hand aufs Herz: Was brauchen Sie wirklich? Welche Gegenstände, welche Kleidungsstücke, welche Urlaubserinnerungen liegen Ihnen am Herzen? Was brauchen Sie nicht mehr? Es gibt viele Sozialkaufhäuser, Läden und soziale Projekte, die gebrauchte Dinge gerne annehmen. Erleichtern Sie doch Ihren Haushalt beim jährlichen Frühjahrsputz um all die Dinge, die Sie längst nicht mehr brauchen. Der Vorteil: Sie haben immer genügend Platz, machen anderen noch eine Freude und können einer Haushaltsauflösung im Alter gelassen entgegenblicken.

Bonus
Checkliste für den Umzug in ein Pflegeheim – diese Dinge müssen Sie bedenken

Tipps & Checkliste für eine Haushaltsauflösung

Der wichtigste Tipp bei einer Haushaltsauflösung ist ganz einfach: Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie gezielt vor.

  1. Machen Sie eine Aufstellung, was Sie alles ab- oder ummelden müssen.
  2. Besprechen Sie in der Familie (mit Freunden oder Nachbarn) rechtzeitig und in Ruhe, ob jemand Gegenstände aus dem Haushalt übernehmen/kaufen möchte.
  3. Klären Sie, welches Mobiliar Sie bzw. Ihr Angehöriger ins neue Zuhause mitnehmen möchten.
  4. Sprechen Sie mit Wohlfahrtswerken, ob sie gut erhaltene Möbel gegen eine kleine Gebühr abholen möchte.
  5. Verkaufen Sie Hausrat über ebay, Kleinanzeigen, auf dem Flohmarkt oder einem Garagenflohmarkt.
  6. Bei wertvollem Mobiliar oder bei Kunstgegenständen sollten Sie Sachverständige um eine Einschätzung bitten.
  7. Ordnen Sie Ihre wichtigen Dokumente (Testament, Vollmachten & Verfügungen, Versicherungen, Bankunterlagen) – und werfen Sie andere Unterlagen, die Sie wirklich nicht mehr brauchen, weg. Sollte keine Vorsorgevollmacht existieren, lassen Sie diese kurzfristig erstellen.
  8. Nehmen Sie die Dinge aus Ihrem Haushalt mit, die Sie noch brauchen. Denken Sie insbesondere auch an Gegenstände, die emotionalen Wert haben könnten.
  9. Melden Sie Sperrmüll an (und organisieren Sie Helfer für den Tag).
  10. Ersparen Sie es sich, am Tag der Entrümpelung dabei zu sein. Auch wenn Sie die Sachen nicht mehr brauchen (können) – es tut trotzdem weh, wenn liebgewordene Gegenstände in einen Container geworfen werden.
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Was kommt auf den Sperrmüll?

Der Sperrmüll nimmt nicht immer alles mit, was Sie gern los wären, z. B. Kühlschränke, große Elektrogeräte (Waschmaschinen, Fernseher) etc. Dafür müssen Sie unter Umständen Recyclinghöfe aufsuchen oder Sondermülldeponien. Erkundigen Sie sich bei der Bestellung des Sperrmülls, was alles mitgenommen wird, ehe Sie es an den Straßenrand stellen.

Checkliste Haushaltsauflösung: Was muss ich wegen Haushaltsauflösung kündigen?

Generell müssen Sie Folgendes ab-/oder ummelden:

  • Gas
  • Wasser
  • Strom
  • Festnetzanschluss (z.B. Telekom)
  • Rundfunkbeitrag
  • Zeitungen/Zeitschriften-Abos
  • Nachsendeantrag bei der Post
  • Ab-/Ummeldung des Autos
  • Versicherungen (z. B. Hausrat-, Wohngebäudeversicherung)

Benachrichtigen Sie auch

… und klären Sie, ob hier noch offene Rechnungen zu bezahlen sind.

Falls Sie Ihren Haushalt auflösen, weil Sie in ein Pflegeheim umziehen, hilft Ihnen die detaillierte Checkliste von pflege.de weiter. Damit behalten Sie alle wichtigen Aufgaben im Blick und vergessen bestimmt nichts!

Tipp
Lagerplatz anmieten

Sollten Sie sich von gewissen Gegenständen nicht trennen können, weil sie bspw. für Kinder und Enkel angedacht sind, können Sie auch schnell und günstig Lagerplätze (sog. Self-Storage Räume) für längere Zeit anmieten.

Vollmacht für Wohnungs-/Haushaltsauflösung

Sie möchten für Ihren Angehörigen alles übernehmen, was sich um die Haushaltsauflösung dreht, weil dieser es selbst nicht mehr kann? Dann sollten Sie genau diesen Fall bereits in einer Vorsorgevollmacht regeln. Nur dann können Sie als Angehöriger alle nötigen Rechtsgeschäfte, die im Rahmen einer Wohnungs- oder Haushaltsauflösung anfallen, übernehmen. Wenn es um Ihren Haushalt geht, sollten Sie z. B. in der Vorsorgevollmacht auch festlegen, in welchem Maße die bevollmächtigte Person Schenkungen vornehmen darf (z. B. kostbares Mobiliar, Bilder, Kunstgegenstände etc.).

Vollmachten und Verfügungen
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Vollmachten & Verfügungen

In der Regel wird auch beim Einzug in eine Pflegeeinrichtung die Vorsorgevollmacht abgefragt, so dass es sich anbietet, diese spätestens dann erstellen zu lassen.

Haushaltsauflösung im Todesfall

Ein häufiger Fall für eine Haushaltsauflösung ist ein Todesfall. Wenn Sie gerade vor dieser schweren Aufgabe stehen, kann Ihnen die folgende ergänzende Checkliste helfen, den Überblick zu bewahren, und zeigt Ihnen alle wichtigen Aufgaben anschaulich auf:

Denken Sie zunächst an die Formalitäten, die Sie nach dem Tod Ihres Angehörigen erledigen müssen:

  • Abmeldung des Verstorbenen bei der Krankenkasse, der Rentenversicherung oder Versorgungsamt
  • Abmeldung bei der Bank (dazu brauchen Sie eine Vollmacht)
  • Benachrichtigung der Lebensversicherung (Police aufbewahren)
  • Organisation eines Nachsendeantrags bei der Post
  • Benachrichtigung des Finanzamtes
  • Abmelden von Accounts im Internet
  • Organisation von Traueranzeige, Danksagungskarten und Bestattung.

Im Anschluss können Sie sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Klären Sie, wer zu den Erben gehört. Gibt es ein Testament? Nehmen die Erben das Erbe an?
  • Begehen Sie die Wohnung/das Haus und sichern Sie es zunächst (Strom, Wasser, Gas abstellen, Lebensmittel entsorgen, Haustiere in Obhut nehmen, Gartenpflege organisieren).
  • Klären Sie, wer welche Gegenstände aus dem Haushalt übernimmt.
  • Lassen Sie wertvolle Gegenstände, Kunstobjekte etc. durch einen Sachverständigen schätzen.
  • Kündigen Sie die Mietwohnung fristgerecht (Bedingungen im Mietvertrag beachten).
  • Gut erhaltene Möbel können Sie durch gemeinnützige Organisationen und Wohlfahrtsgesellschaften gegen Gebühr abholen lassen.
  • Holen Sie Kostenvoranschläge für die Haushaltsauflösung ein. Organisieren Sie für eine private Haushaltsauflösung ggf. einen Container und entrümpeln Sie selbst.
  • Bestellen Sie den Sperrmüll – und vergessen Sie nicht, dass Sie einen Tag vor Abholung genügend Helfer brauchen.
Info

Erbe von Immobilien – Das sollten Sie als Erbe wissen

Wenn Ihre Eltern verstorben sind und Sie deren Erbe sind, so sind Sie unverhofft Mieter, wenn Ihre Eltern in einer Mietwohnung lebten. Das heißt Sie haben als Erbe alle Rechte und Pflichten, die sich aus dem Mietvertrag Ihrer Eltern ergeben: Miet- und Nebenkosten, Kündigungsfristen, Reinigungspflichten. Das gilt übrigens auch, wenn Ihr (Ehe-)Partner der Hauptmieter war und Sie Nebenmieter. Einen Monat haben Sie nach dem Todesfall Zeit, den Vermieter zu informieren. Ansonsten gilt die dreimonatige Kündigungsfrist.

Tipp
Erbe ausschlagen

Sie können das Erbe auch ausschlagen (binnen sechs Wochen nach dem Tod des Erblassers). Dann sind Sie nicht mehr für die Haushaltsauflösung zuständig. Wenn Sie das Erbe nicht innerhalb von sechs Wochen beim Nachlassgericht ausschlagen, gelten Sie automatisch als Erbe.

 

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Erstelldatum: .1.906102|Zuletzt geändert: .1.709102
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Bild 1: © Fiedels / Fotolia.com, Bild 2: © animaflora / Fotolia.com
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