Mehrgenerationenhaus und Mehrgenerationenwohnen

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Mehrgenerationenhaus

Ein Mehrgenerationenhaus ist die moderne Interpretation der Großfamilie: Menschen aus allen Generationen begegnen sich, verbringen ihre Freizeit miteinander und helfen einander. Rund 500 Mehrgenerationenhäuser gibt es inzwischen in Deutschland. Was ist Sinn und Zweck dieses nachbarschaftlichen Miteinanders? pflege.de stellt das Konzept von Mehrgenerationenhaus und Mehrgenerationenwohnen vor und beschreibt den Unterschied zwischen beiden Betreuungsformen.

Inhaltsverzeichnis

Definition „Mehrgenerationenhaus“

Vielleicht haben auch Sie schon irritiert zur Kenntnis genommen, dass es bei einem Mehrgenerationenhaus gar nicht ums gemeinsame Wohnen geht, sondern um eine Begegnungsstätte. Tatsächlich hält das Bundesfamilienministerium eine klare Definition für ein „Mehrgenerationenhaus“ bereit:

Ein Mehrgenerationenhaus ist ein offener Treffpunkt (oft von Trägern der freien Wohlfahrtspflege unterhalten) für alle Menschen in der Nachbarschaft.

Das Angebot ist daher auch sehr umfassend und besteht z. B. aus:

  • Mittagstisch
  • Betreuungs- und Unterstützungsangebote für Pflegebedürftige
  • Krabbelgruppen
  • Kinder- und Hausaufgabenbetreuung
  • Weiterbildungskurse für den (Wieder-)einstieg in den Beruf und
  • Sprachkurse für Migranten.

Ein solches „Mehrgenerationenhaus“ soll das Leben in der Nachbarschaft nachhaltig und generationenübergreifend bereichern. Fast 20.000 Freiwillige sorgen deutschlandweit dafür, dass die Idee des „Miteinanders der Generationen“ funktioniert.

Tipp
Engagement im Mehrgenerationenhaus

Wenn Sie gerade Ihren Ruhestand planen, sollten Sie das Mehrgenerationenhaus in Ihrer Nachbarschaft einmal genauer in Augenschein nehmen. Hier können Sie sich engagieren, Sie knüpfen neue Kontakte, helfen anderen mit Ihrem Know-how und Ihrer Lebenserfahrung weiter. Zugleich finden auch Sie Unterstützung, Hilfe und Rat in (fast) allen Dingen des Lebens. Auch dann, wenn Sie z. B. einen Pflegebedürftigen unterstützen und vielleicht ein wenig Hilfe im Alltag brauchen.

Definition „Mehrgenerationenwohnen“

Wenn Sie mit Ihren Kindern und Enkeln oder guten Freunden aus mehreren Generationen unter einem Dach wohnen, ist das zwar auch ein Mehrgenerationenhaus, aber eben nicht im Sinne der Politik. Die würde hier vom „Mehrgenerationenwohnen“ sprechen.

Das Mehrgenerationenwohnen verfolgt dabei wie das Mehrgenerationenhaus dasselbe Prinzip: Die gegenseitige Unterstützung von Jung und Alt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch das Konzept des Mehrgenerationenwohnens mit dem Begriff „Mehrgenerationenhaus“ gleichgesetzt.

Das Konzept Mehrgenerationenwohnen

Beim Mehrgenerationenwohnen leben Paare, Familien und Singles jeweils in ihrer eigenen Wohnung, sind aber doch (fast) jederzeit ansprechbar und unterstützen sich gegenseitig. Tatsächlich haben viele Menschen diese Idee und es gibt auch eine ganze Reihe erfolgreicher Wohnprojekte. Die Umsetzung ist dabei gar nicht so einfach, schließlich müssen viele unterschiedliche Interessen unter einen Hut gebracht werden.

Die sechs wichtigsten Punkte beim Mehrgenerationenwohnen sind:

  1. Bewohner – Wer macht mit?
  2. Wohnobjekt – Wie groß ist das Haus/die Wohnanlage?
  3. Lage – Wo liegt das Haus/die Wohnanlage? Müssen Sie evtl. in eine andere Stadt ziehen?
  4. Besitz – Mieten oder kaufen Sie die Immobilie?
  5. Kosten – Welche Kosten kommen auf Sie zu?
  6. Spielregeln – Sind Pflichten und Verantwortungen klar geregelt?

Wenn Sie mit gleichaltrigen Freunden und deren Kindern und Enkeln den Kauf eines Miethauses erwägen, können Sie Ihre Wohngemeinschaft frei gestalten. Aber Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass alle Dinge des täglichen Lebens – und vor allem die Kosten – klar geregelt sein müssen. Dazu zählen auch alltägliche Dinge wie

  • Wer zahlt welche Reparaturen, Nebenkosten usw.?
  • Was passiert, wenn jemand auszieht?
  • Was tun bei Konflikten?
  • Sind Aufgaben wie Treppenhausreinigung, Gartenpflege und Winterdienst klar geregelt?
  • Wenn Autos gemeinsam genutzt werden: Wer kümmert sich darum und wer trägt die Kosten für Versicherung, Wartung, Reparatur usw.?
  • Gibt es gemeinsame Räume und Nutzflächen?
  • Wie viel Privatsphäre räumen sich die Parteien ein und wie kann diese durch Raumaufteilung und Verhaltensregeln garantiert werden?
Tipp
Was geschieht, wenn ich pflegebedürftig werde?

Bevor Sie mit mehreren Generationen unter einem Dach wohnen, sollten Sie klären, was geschieht, wenn Sie pflegebedürftig werden. Können Sie dann noch in der Wohnung bleiben? Das ist nicht unbedingt eine Kostenfrage, sondern eine Frage der gegenseitigen Hilfe. Ein Mitbewohner mit Demenz stellt eine ganze Hausgemeinschaft vor ganz neue Anforderungen. Das sollten Sie im Vorfeld mit allen Beteiligten diskutieren.

Tipp
Notruflotse: Passendes Notrufsystem in 4 Minuten finden
Manchmal fragen sich alleinlebende, ältere Menschen: Was ist, wenn ich stürze und keiner kriegt es mit? Auch Angehörige treibt oft die Angst um, dass ein geliebter Mensch unbemerkt zu Schaden kommt. Abhilfe schaffen können Notrufsysteme, die es als mobile Version gibt, mit App für Angehörige oder als klassischen Hausnotruf inkl. Verbindung zu einer 24h-Notrufzentrale. Welches das für Sie passende Modell ist, können Sie in nur vier Minuten über den kostenlosen Notruflotsen von pflege.de herausfinden.

Die Vor- und Nachteile von Mehrgenerationenhäusern

  • alle Parteien bewahren sich ihre Unabhängigkeit
  • Altenpflege kann effizient organisiert werden
  • Senioren können länger zuhause wohnen bleiben
  • kostengünstiger als die Unterbringung in einer Einrichtung
  • die Generation der berufstätigen Eltern wird teilweise von der Kinderbetreuung entlastet
  • Konfliktpotential durch die räumliche Nähe
  • Belastung für die „Sandwich-Generation“, v. a. die Frauen, die es allen Recht machen wollen und dabei ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen
  • Hinauszögern der Inanspruchnahme professioneller ambulanter Pflege

Ihr eigenes Mehrgenerationenhaus – Kosten

Vielleicht überlegen Sie, ob Sie Ihre Eltern in Ihr Haus aufnehmen oder gemeinsam ein Haus kaufen, in dem die Generationen zusammenleben. Das kann sich auch steuerlich lohnen. Wenn Kinder z. B. eine Immobilie kaufen und die Eltern darin eine abgeschlossene Wohnung mieten, hat das steuerliche Vorteile. Sie können dann einen Teil der Anschaffungs- und Renovierungskosten der Immobilie von der Steuer absetzen.

Info

Erwerb einer Immobilie innerhalb der Familie

In vielen Familien ist es eher die ältere Generation, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, um eine Immobilie zu erwerben. So können auch Eltern erwägen, ihren Kindern den Kaufbetrag für die Immobilie vorzuschießen. Mal als Darlehen, sodass die Kinder die Zinsen steuerlich geltend machen können, mal als zinslosen Kreditvertrag.

So oder so kann es sich für Familien lohnen, gemeinsam eine Immobilie zu erwerben und darin zusammen zu wohnen. Zwar müssen die Mieteinnahmen versteuert werden, aber die Kinder können als Eigentümer auch alle Aufwendungen, die mit Erwerb und Instandhaltung der vermieteten Wohnung anfallen, als Werbungskosten absetzen. Übersteigen diese Werbungskosten die eingenommene Miete, können diese Kosten als Verluste bei der Steuer geltend machen.

Folgende Kosten sind abzugsfähig:

  • Kreditzinsen
  • Renovierungsmaßnahmen
  • Betriebskosten
  • Abschreibung des Objekts: Je nach Alter 2 bis 2,5 Prozent der Anschaffungskosten (ohne Grundstück) pro Jahr

Mehrgenerationenhaus – Kosten

In vielen Städten gibt es inzwischen Häuser und Wohnanlagen, in denen mehrere Generationen gemeinsam wohnen. Vielleicht kommt diese Art des gemeinschaftlichen Wohnens auch für Sie in Frage? Oft steht hinter solchen Wohnprojekten eine Genossenschaft, die den Bau oder Umbau plant und sich auch um die gemeinsame Verwaltung kümmert. Diese Häuser oder Wohnanlagen bieten einige Vorteile, die für Sie vielleicht interessant sind:

Bedenken müssen Sie allerdings, dass die Kosten für eine Wohnung beim Mehrgenerationenwohnen etwas höher sind als die ortsübliche Miete, denn einige Posten kommen hier hinzu:

  • Wenn Sie Mitglied in einer Genossenschaft werden, kann eine einmalige Einlage durchaus mehre tausend Euro betragen. Damit erwerben Sie Anteile an der Wohnanlage, die Sie im Regelfall vererben oder verkaufen können.
  • Bei einem Neubauvorhaben müssen Sie bedenken, dass Sie anteilig auch für alle Bau- und Baunebenkosten verantwortlich sind.
  • Sie tragen später neben den Nebenkosten Ihrer eigenen Wohnung auch anteilig jene für Gemeinschaftsräume, Gartenarbeiten und Dienstleistungen wie Reinigung, Hausmeisterdienste, etc.
Tipp
Steuervorteile nutzen

Wenn Ihre Eltern und Sie miteinander im selben Haus, aber in abgeschlossenen Wohnungen wohnen, brauchen Sie beide ein ordentliches Mietverhältnis, damit Sie Steuervorteile nutzen können. Dazu gehören ein Mietvertrag und die regelmäßige Überweisung der Miete.

Senioreneinrichtungen in Deutschland

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Erstelldatum: .5.206102|Zuletzt geändert: .8.809102
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