Kosten für Betreutes Wohnen: Was kostet es und wer zahlt?

Betreutes Wohnen Kosten

Eine eigene Wohnung, in der die persönliche Freiheit, aber auch eine Betreuung sichergestellt sind – das wünschen sich viele Senioren. Der Begriff für das Konzept Betreutes Wohnen ist rechtlich allerdings nicht geschützt, was die Auswahl im Einzelfall erschwert und die Standards nicht einheitlich regelt. Auch die Kosten für Betreutes Wohnen variieren stark und lassen sich nicht immer auf den ersten Blick abschätzen. pflege.de informiert Sie darüber, welche Kosten im Betreuten Wohnen auf Sie zukommen und woher Sie Zuschüsse erhalten können.

Inhaltsverzeichnis

Betreutes Wohnen – Kosten im Überblick

Grundsätzlich setzen sich die Kosten für Betreutes Wohnen aus folgenden zwei Anteilen zusammen:

  1. Kosten für das Wohnen: Miete oder Kosten für Eigentumswohnung bei Kauf.
  2. Kosten für Dienstleistungen: Monatliche Pauschale für Grundleistungen sowie zusätzliche Kosten für optionale Leistungen.

Beide Kostenanteile für Betreutes Wohnen variieren sehr stark, die Anbieter der Anlagen sind in ihrer Preisgestaltung frei. Ein Faktor, der die Preise für Betreutes Wohnen maßgeblich mitbestimmt, ist die Lage. Wohnungen für Betreutes Wohnen sind in Großstädten wie Hamburg oder München meist deutlich teurer als in ländlichen Regionen. Überlegen Sie sich daher zusammen mit Ihren Angehörigen, in welcher Region die Einrichtung für Betreutes Wohnen angesiedelt sein sollte.

Zudem ist es sinnvoll, Kriterien festzulegen, die Ihnen oder Ihrem betreuungsbedürftigen Angehörigen in einer Wohnung für Betreutes Wohnen wichtig sind, bevor Sie mit der Suche nach einer passenden Einrichtung beginnen. Denn die Ausstattungskriterien bestimmen maßgeblich die Preise für Betreutes Wohnen. So können Sie Angebote schneller filtern.

Auswahl einer betreuten Wohnanlage: Wichtige Vorüberlegungen

  • Welche Wünsche haben Sie an die neue Wohnung beziehungsweise welche Vorstellungen hat Ihr Angehöriger?
  • Wie groß sollte die Wohnung im Betreuten Wohnen sein?
  • Ist ein Treppenliftsystem in der Wohnanlage unverzichtbar?
  • Wünschen Sie sich beziehungsweise Ihr Angehöriger einen Garten oder Balkon?
  • Was sollte in der unmittelbaren Umgebung sein? (Zum Beispiel Bäcker, Fußpflege, Friseur)
  • Welche Grundleistungen sind für Sie unverzichtbar? (Zum Beispiel Hausnotruf, Hausmeisterservice)
  • Welche Wahlleistungen würden Sie beziehungsweise Ihr Angehöriger gerne ab und zu in Anspruch nehmen?
  • Ist es Ihnen beziehungsweise Ihrem Angehörigen wichtig, bei (steigender) Pflegebedürftigkeit in der Wohnung bleiben zu können?
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Kosten für den Kauf einer Wohnung im Betreuten Wohnen

Wenn Sie eine Wohnung in einer betreuten Wohnanlage für sich oder Ihren Angehörigen direkt kaufen statt mieten möchten, sollten Sie sich vorab gut über den Immobilienmarkt und die regional durchschnittlichen Kosten informieren. Die Kosten für das betreute Wohnen variieren je nach Lage, Baujahr und gebotener Ausstattung stark. Grundsätzlich liegen die Kosten im Schnitt zehn bis zwanzig Prozent über dem ortsüblichen Kaufpreisniveau. Grund dafür ist, dass sowohl die Wohnungen im Betreuten Wohnen selbst als auch das ganze Haus barrierefrei gestaltet und ausgestattet sind. Das lassen sich die Anbieter auch bezahlen. Grob können Sie für ein Apartment im betreuten Wohnen mit einem Kaufpreis von 2.000 Euro bis 3.000 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Info

Bedanken Sie auch die Kaufnebenkosten

Beachten Sie bitte, dass es nicht beim reinen Kaufpreis bleibt. Hinzu kommen – wie bei jeder Eigentumswohnung – noch rund 10 bis 11 Prozent an zusätzlichen Kosten für Grunderwerbsteuer, Notar und eventuell einen Makler sowie ein monatliches Hausgeld.

Kosten für die Miete im Betreuten Wohnen

Auch die Höhe der Mietpreise für Wohnungen im Betreuten Wohnen variieren je nach Lage und Ausstattung. Eine gute Orientierung bietet auch hier der örtliche Mietpreisspiegel. Wohnungen für Betreutes Wohnen liegen durchschnittlich zehn bis zwanzig Prozent über der durchschnittlichen regionalen Netto-Kaltmiete. Anbieter lassen sich so die barrierefreie Gestaltung der Wohnräume sowie die meist gute Infrastruktur in der betreuten Wohnanlage bezahlen. Neben der Netto-Kaltmiete kommen wie bei jeder Mietwohnung noch Mietnebenkosten für Wasser, Heizung, Strom, Müllabfuhr dazu. Beachten Sie außerdem, dass zum monatlichen Mietpreis auch noch eine Einmalzahlung von 4.000 bis 9.000 Euro als Wohndarlehen hinzukommt.

Info

Achten Sie auf die Vertragdetails!

  • Gesonderte Miet- und Serviceleistungen: Schauen Sie ganz genau in den Vertrag: Enthält er neben der reinen Miete für die Wohnung auch eine Auflistung aller Leistungen, die in der monatlichen Service-Pauschale enthalten sind? Nicht jeder Anbieter listet die Preise für die reinen Miet- und Serviceleistungen gesondert auf. Darauf sollten Sie aber bestehen, um verschiedene Angebote miteinander vergleichen zu können. Laut Verbraucherzentrale müssen Sie im Monat mit einer Pauschale für die Grundleistungen in Höhe von 15 bis 150 Euro rechnen.(1)
  • Preisliste der Zusatzleistungen: Sind im Vertrag auch die Preise für die optionalen Zusatzleistungen ausgewiesen?
  • Aufnahmegebühr / Einmalzahlung: Müssen Sie eine Aufnahmegebühr oder eine andere Einmalzahlung leisten?
  • Kündigungsschutz: Wie gut sind Sie gegen eine Kündigung wegen Eigenbedarf geschützt (falls Sie zur Miete wohnen) und wie sind die Kündigungsfristen im Todesfall oder bei einem notwendigen Umzug in eine stationäre Einrichtung geregelt?

Checkliste „Services im Betreuten Wohnen“

Damit Sie die Miet- beziehungsweise Kaufpreise besser beurteilen können, sollten Sie die folgende Checkliste einmal in aller Ruhe durchlesen und diesbezüglich entsprechende Angebote Ihrer Region miteinander vergleichen:

Notwendige Grundleistungen im Betreuten Wohnen

Folgende Basisleistungen sollten in der monatlichen Servicepauschale in jedem Fall enthalten sein:

  • Qualifizierte Betreuungskraft, die regelmäßig anwesend beziehungsweise erreichbar ist
  • Hausnotruf
  • Hausmeisterdienst
  • Gebäudereinigung und Winterdienst
  • Gemeinschaftsraum
  • Regelmäßiges und abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm direkt im Haus
  • Unterstützung bei Behördenangelegenheiten oder bei der Beantragung von Leistungen der Pflegeversicherung

Leistungen im Betreuten Wohnen bei Krankheit und Pflege

Fragen Sie auch konkret beim Betreiber nach, wie die Situation im Falle zunehmender Pflegebedürftigkeit wäre.

  • Können Sie beziehungsweise Ihr Angehöriger auch bei (steigendem) Pflegebedarf in der Wohnung bleiben?
  • Können Sie beziehungsweise Ihr Angehöriger während einer Kurzzeitpflege in der Wohnung bleiben?
  • Kooperiert der Träger des Hauses mit stationären Pflegeheimen?
Tipp
Mobiler Notruf für mehr Sicherheit unterwegs

Sollten Sie sich neben dem Hausnotrufsystem in Ihrer Wohnung auch eine mobile Notruflösung für unterwegs wünschen, die Sie sich gerne selbst leisten, finden Sie im Notruflotsen von pflege.de in einer anschaulichen Übersicht in wenigen Minuten die perfekte Lösung für Ihre individuellen Bedürfnisse.

Optionale Zusatz-Leistungen im Betreuten Wohnen

  • Hilfe beim Einkauf, der Wäsche- und Wohnungsreinigung
  • Essen auf Rädern oder gemeinsamer Mittagstisch im Haus
  • Ambulante Pflegedienste
  • Fahrdienste für Arzt- oder Behördentermine
  • Wellnessangebote (Schwimmbad, Sauna)
  • Reparaturdienste
  • Besuchsdienste, Hospizdienste
Tipp
Kosten für die zusätzliche Betreuung berechnen

Die Kosten für die Miete oder den Kauf einer Wohnung können Sie gut kalkulieren. Die Kosten für die zusätzliche Betreuung sind allerdings immer von Ihrer individuellen Situation abhängig. Kalkulieren Sie also großzügig, ehe Sie umziehen: Können Sie sich die Wohnung auch noch leisten, wenn Sie (fast) alle Zusatzleistungen in Anspruch nehmen müssen?

Finanzierung & Fördermöglichkeiten für Betreutes Wohnen

Sie wissen nun, mit welchen Kosten für betreutes Wohnen Sie in etwa rechnen müssen. Nun stellt sich die Frage, ob und wo man Unterstützung für Betreutes Wohnen erhalten kann.

  • Beim Kauf

Beim Kauf einer Wohnung in einer betreuten Wohnanlage liegen die vollen Kosten beim Käufer der Wohnung.

  • Bei Miete

Bei der Miete sieht es hingegen anders aus: Handelt es sich etwa um eine Wohnung in öffentlichem gefördertem Wohnraum, so können Sie dort mit einem Wohnberechtigungsschein einziehen. Sollte Ihr Einkommen zu gering sein, können Sie auch einen Antrag auf Wohngeld stellen.(2)

  • Kauf oder Miete mit anerkanntem Pflegegrad/ anerkannter Pflegestufe

Ob Eigentum oder Miete: Sofern Sie oder Ihr Angehöriger einen anerkannten Pflegegrad (bis 31.12.2016: Pflegestufe) haben, übernimmt die Pflegekasse anteilige Kosten für ambulante Pflege und Leistungen wie etwa den Hausnotruf oder Maßnahmen zur Wohnraumanpassung.

Info

Vorübergehender Aufenthalt aufgrund von Krankheit

Wenn Sie jedoch aufgrund einer Krankheit oder nach einem Klinikaufenthalt Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen und dazu ins betreute Wohnen ziehen, trägt die Krankenkasse die Kosten für die pflegebedürftigen Anwendungen, die medizinische Behandlungspflege und die soziale Betreuung (bis maximal 1.612 Euro). Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen Sie selbst tragen.

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Erstelldatum: 6102.50.31|Zuletzt geändert: 1202.90.6
(1)
Verbraucherzentrale (2020)
www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-in-wohngemeinschaften/betreutes-wohnen-eine-alternative-fuers-wohnen-im-alter-13905 (letzter Abruf am 01.06.2021)
(2)
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/stadt-wohnen/wohnraumfoerderung/wohngeld/wohngeld-node.html (letzter Abruf am 01.06.2021)
(3)
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© alessandro2802 / Fotolia.com
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