Altersgerecht Umbauen - KfW-Zuschuss

Altersgerecht umbauen KFW-Zuschuss

Sie wollen Ihr Haus, Ihre Wohnung oder die Immobilie eines pflegebedürftigen Angehörigen altersgerecht umbauen und Barrieren reduzieren? Für solche Fälle hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bankengruppe) einige Förderprogramme ins Leben gerufen. pflege.de informiert, welche Förderprogramme es gibt, welche Voraussetzungen für die Bewilligung gelten und wie Sie eine Förderung beantragen.

Inhaltsverzeichnis

KfW-Zuschuss / KfW-Kredit: Definition

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW) vergibt als nationale öffentlich-rechtliche Förderbank Zuschüsse und zinsgünstige Kredite, die an bestimmte förderungswürdige Zwecke gebunden sind. So werden etwa kleine und mittelständische Unternehmen und Existenzgründungen unterstützt sowie Infrastrukturvorhaben, Wohnungsbauvorhaben und Energiesparmaßnahmen von Privatpersonen und Unternehmen gefördert. Je nach Zweck der Investition hat die KfW unterschiedliche Förderprodukte aufgelegt, darunter auch Zuschüsse und Kredite für den altersgerechten und Barrieren-reduzierenden Umbau.

Tipp
Auch die Pflegekasse gewährt Zuschüsse für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Neben der KfW bietet auch die Pflegekasse Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro für Maßnahmen zur Wohnraumanpassung an. Voraussetzung ist, dass ein anerkannter Pflegegrad vorliegt und die Umbau-Maßnahmen der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen dienen und die Pflege im häuslichen Umfeld erleichtern.

Förderprodukte der KfW: Zuschüsse und Kredite für den Abbau von Barrieren und altersgerechtes Umbauen

Die KfW fördert den Barrieren-reduzierenden Umbau von Immobilien sowohl mit Zuschüssen als auch mit Krediten:

KfW Zuschuss (455 B)

Mit dem Förderprodukt KfW 455 B „Barriere-Reduzierung – für den Abbau von Barrieren und mehr Wohnkomfort“ leistet die KfW einen Zuschuss für den Abbau von Barrieren und Umbau-Maßnahmen, die das Leben zuhause im Alter erleichtern beziehungsweise es ermöglichen, zuhause wohnen zu bleiben. (1)

KfW Darlehen/Kredit (159)

Mit dem Förderprodukt KfW 159 „Altersgerecht Umbauen – für den Abbau von Barrieren, mehr Wohnkomfort und besseren Einbruchschutz“ stellt die KfW günstige Darlehen/Kredite bereit, mit denen Sie Barriere-reduzierende Umbaumaßnahmen finanzieren können. (2)

Info
pflege.de-Info: Zuschüsse für 2021 & 2022

Anträge auf den Investitionszuschuss Barrieredeuzierung (455 B) sind seit Juni 2021 nicht mehr möglich. Ob neue Zuschüsse für das Jahr 2022 vorgesehen sind, entscheidet sich voraussichtlich im März 2022, wenn der neue Bundeshhaushalt beschlossen wird. Dies betrifft lediglich die KfW-Zuschüsse 455 B. Darlehen und Kredite (KfW 159) werden weiterhin vergeben.

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KfW-Förderung & KfW-Zuschuss: Was wird gefördert?

Sowohl mit dem Investitionszuschuss 455 B als auch dem Kredit 159 fördert die KfW verschiedene Maßnahmen, die barrierefreies oder teilweise barrierefreies Wohnen und altersgerechte Umbaumaßnahmen ermöglichen. Folgende Maßnahmen werden unter anderem gefördert: (1)(2)

  1. Umbauten nach KfW-Standard „Altersgerechtes Haus“
  2. Einzelmaßnahmen zur Barriere-Reduzierung, zum Beispiel barrierearmes Badezimmer oder Treppenlift
  3. Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz (KfW 455 E)
  4. Umgestaltung von Nicht-Wohnflächen zu barrierearmen Wohnflächen
  5. Kauf von barrierearm sanierten Immobilien
  6. Einbau von altersgerechten Assistenzsystemen („Ambient Assisted Living“, „AL“ oder „intelligente Gebäudesysteme“) oder Smart-Home-Anwendungen
Wichtiger Hinweis
KfW-Förderung für barrierefreies Wohnen

Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, ihr Zuhause barrierefrei umzubauen. Dabei ist der Begriff Barrierefreiheit an strenge baulich-technische Bedingungen geknüpft, die als DIN Norm 18040 festgelegt ist. Die in diesem Beitrag besprochenen Förderprodukte der KfW beziehen sich auf Barriere-reduzierende Maßnahmen, was die Voraussetzungen für eine Förderung weniger streng macht.

KfW-Förderung: Badezimmer-Umbau

Eine KfW-Förderung für die Badezimmersanierung gibt es laut Förderkatalog für:

  • Barriere-Reduzierende Einzelmaßnahmen im Badezimmer
  • Umgestaltung des Badezimmers, zum Beispiel Änderung der Raumaufteilung
  • Anlegen einer bodengleichen Dusche einschließlich fest verbauter Duschstühle beziehungsweise fest verbauter Duschhocker oder die Umgestaltung einer Wanne zur Dusche
  • Modernisierung einzelner Badeinrichtungen wie WC oder Waschbecken
  • Barriere-Reduzierende Einzelmaßnahmen in der Raumgestaltung
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KfW-Förderung „Badezimmer“: Voraussetzungen

Die KfW-Förderung zur Badsanierung ist an bestimmte technische Maßnahmen geknüpft, die bei der Umsetzung beachtet werden müssen. Die Anforderungen förderfähiger Einzelmaßnahmen zur Barriere-Reduzierung beim Badumbau bzw. bei Maßnahmen an Sanitärräumen gelten sowohl für den Kredit KfW 155 als auch für den Investitionszuschuss KfW 455 B. (3)

KfW-Förderung „Badsanierung“: Vorgaben zur Anpassung des Raumzuschnitts

Sanitärräume müssen:

  1. Vorkehrungen zur späteren Nachrüstung mit Sicherheitssystemen vorsehen.
  2. Innentüren haben, die schiebbar sind oder nach außen aufschlagen und von außen entriegelbar sind.
  3. Mindestens 1,80 Meter x 2,20 Meter groß sein. Zusätzlich müssen folgende Bewegungsflächen eingehalten werden:
  • Vor den einzelnen Sanitärobjekten muss jeweils bezogen auf das Sanitärobjekt mittig eine Bewegungsfläche von mindestens 0,90 Meter Breite und 1,20 Meter Tiefe vorhanden sein, wobei sich die Bewegungsflächen überlagern dürfen.
  • Der Abstand zwischen den Sanitärobjekten oder zur seitlichen Wand muss mindestens 0,25 Meter betragen.
KfW-Förderung „Badsanierung“: Vorgaben zur Schaffung bodengleicher Duschplätze

Duschplätze müssen:

  • Bodengleich sein. Ist dies nicht möglich, darf das Niveau zum angrenzenden Bodenbereich um nicht mehr als 20 Millimeter abgesenkt sein. Übergänge sollten eine geneigte Fläche sein.
  • Mit rutschfesten oder rutschhemmenden Bodenbelägen versehen sein.
KfW-Förderung „Badsanierung“: Vorgaben zur Modernisierung von Sanitärobjekten

Waschbecken/-tische müssen:

  • Mindestens 0,48 Meter tief und in der Höhe entsprechend dem Bedarf der Nutzer montiert sein.
  • Kniefreiraum zur Nutzung im Sitzen bieten.

WCs müssen:

  • In ihrer Sitzhöhe entsprechend dem Bedarf der Nutzer angebracht oder in der Höhe flexibel montierbar sein.

Badewannen müssen

Info
Pflegekasse und KfW: Mit Pflegegrad einen KfW-Zuschuss für Badumbau erhalten?

Personen mit einem anerkannten Pflegegrad haben die Möglichkeit, Umbaumaßnahmen im Badezimmer mit bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse zu erhalten. Dabei ist es egal, wie hoch der Pflegegrad ist. Einen Zuschuss für Badumbau gibt es beispielsweise mit Pflegegrad 2 oder mit Pflegegrad 3. Ausschlaggebend ist also der gesundheitliche Zustand, um förderberechtigt zu sein. Eine KfW-Förderung hängt hingegen nicht von dem Gesundheitszustand des Antragstellers ab, sondern von der technischen Umsetzung der Einbaumaßnahme. Die Förderung der Pflegekasse ist nicht mit einer KfW-Förderung kombinierbar. Wenn Sie aber zwei Einzelmaßnahmen zum Barriereabbau umsetzen möchten, können Sie eine Förderung bei der Pflegekasse und die andere bei der KfW beantragen.

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KfW-Förderung: Treppenlift und Rampensysteme

Ein Treppenlift stellt eine große Erleichterung im Alltag von Menschen mit eingeschränkter Mobilität dar. Leider sind die Geräte in der Anschaffung teuer. Mit der KfW-Förderung können die Kosten finanziert beziehungsweise ein Teil der Kosten übernommen werden.

Förderfähig sind folgende Kosten:

KfW-Förderung „Treppenlift und Rampensysteme“: Voraussetzungen

Auch für den Bereich Treppenlift und Rampensysteme gibt es exakte technische Vorgaben, die umgesetzt werden müssen, um eine KfW-Förderung zu erhalten. Die Anforderungen förderfähiger Einzelmaßnahmen gelten sowohl für den Kredit KfW 155 als auch für den Investitionszuschuss KfW 455 B. Die genauen Vorgaben sind im Förderbereich 3 „Überwindung von Treppen und Stufen“ aufgeführt: (3)

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Voraussetzung für Barriere-reduzierende Umgestaltung von bestehenden Treppenanlagen

Treppen müssen:

  • Beidseitige Handläufe ohne Unterbrechung über alle Geschosse aufweisen. Die Enden der Handläufe dürfen nicht frei in den Raum ragen.
  • Mit rutschhemmenden Treppenstufen ausgestattet sein.

Rampen zur Überwindung von Barrieren müssen:

  • Eine nutzbare Breite von mindestens 1,00 Meter aufweisen.
  • Eine maximale Neigung von sechs bis maximal zehn Prozent aufweisen. 
  • Ab sechs Meter Länge Zwischenpodeste aufweisen, die mindestens 1,50 Meter lang sind. Wenn die Podeste im Außenbereich liegen, muss die Entwässerung sichergestellt sein.
  • Mit beidseitigen Handläufen in 0,85 Meter Höhe ausgestattet sein, wobei die Enden der Handläufe nicht frei in den Raum ragen dürfen.
  • An ihren Zu- und Abfahrten jeweils Bewegungsflächen von mindestens 1,50 Meter x 1,50 Meter aufweisen.
Tipp
Prüfen Sie Ausnahmeregelungen

Nicht immer lassen sich die Vorgaben baulich umsetzen. Die KfW empfehlt vor Maßnahmenbeginn zu prüfen, ob Ausnahmen möglich sind und genehmigt werden können.

Zusätzlich förderfähige Nebenarbeiten:

  1. Kontrastierende Stufenmarkierungen und gleichmäßige, blendfreie Stufenausleuchtungen von mindestens 200 Lux sowie Maßnahmen zur Beseitigung von Stufenkantenunterschneidungen
  2. Halbstufen, wenn die jeweilige Landesbauordnung dies zulässt (empfehlenswert für Einfamilienhäuser oder für Treppen in der Wohnung)
  3. Maler-, Putz- oder Estricharbeiten
  4. Für den Umbau erforderliche Abbrucharbeiten

KfW-Standard „Altersgerechtes Haus“

Die KfW hat einen eigenen Standard „Altersgerechtes Haus“ definiert. Bauherren, die ihr gesamtes Haus oder eine Wohnung vollständig gemäß diesem Kriterienkatalog umbauen, werden von der KfW beim Umbau gefördert und dürfen ihrer Immobilie anschließend dieses Qualitätsmerkmal zuschreiben.

Folgende Anforderungen stellt der Standard:

  • Barriere-reduzierter Zugang zum Haus oder zur Wohnung, zum Beispiel durch den Einbau von Aufzügen oder Treppenliften
  • Barriere-reduzierte Gestaltung von Wohn- und Schlafzimmern, zum Beispiel durch die Beseitigung von Türschwellen
  • Barriere-reduzierte Gestaltung von Küche und Bad, zum Beispiel durch eine barrierefreie Küche und den Einbau einer Barriere-reduzierten Dusche
  • Einfache Überwindbarkeit von Niveauunterschieden in allen Wohnbereichen, zum Beispiel durch Rampensysteme
  • Ausstattung des Hauses oder der Wohnung mit bestimmten Bedienelementen, zum Beispiel in Form von Stütz- und Haltegriffen und Kommunikationshilfen

Den Standard „altersgerechtes Haus“ erreichen nur Immobilien, die allen Ansprüchen an ein altersgerechtes Haus nach Vorgaben der KfW genügen. Förderfähig sind jedoch auch Einzelmaßnahmen.

Info
Sachverständigen hinzuziehen

Um eine Förderung für den Umbau zum Standard „Altersgerechtes Haus“ zu erhalten, müssen Bauherren einen unabhängigen Sachverständigen im Bereich Barriereabbau oder Barrierefreiheit hinzuziehen.

Beleuchtung, Überdachung & Sitzplätze: Weitere KfW-Förderungen zur Barriere-Reduzierung

Als Maßnahmen zur Barriere-Reduzierung gelten Umbauten und Hilfsmittel, die Niveauunterschiede beziehungsweise Hürden im Wohnraum abbauen oder überwindbar machen, Bewegungsfreiraum sowie Halt und Orientierung schaffen und so barrierearmes Wohnen ermöglichen. Die KfW-Förderung kann genutzt werden, um unter anderem nachfolgende Maßnahmen umzusetzen: (1)

Barriere-reduzierende Einzelmaßnahmen im Außenbereich und bei Zugängen:

  • Abbau von Barrieren auf Wegen zu Gebäuden, Garagen, Sitz- und Spielplätzen im unmittelbaren Wohnumfeld sowie Entsorgungseinrichtungen
  • Umbau sowie Anlegen von seniorengerechten Autostellplätzen samt Überdachung
  • Umbau sowie Anlegen oder Überdachung von Stellflächen für Fahrräder, RollatorenRollstühle oder Elektromobile
  • Entfernen von Barrieren an Zugängen zum Haus oder Wohnung
  • Anlegen von mehr Freiraum als Bewegungsfläche
  • Einbau sowie Nachrüstung oder Optimierung von Aufzugsanlagen

Barriere-reduzierende Einzelmaßnahmen in der Raumgestaltung:

  • Anschaffung und Modernisierung von Hilfsmitteln zur besseren Orientierung, Kommunikation und Unterstützung im alltäglichen Leben, zum Beispiel Bedienungs- und Antriebssysteme für Rollläden, Fenster und Türen, Beleuchtung oder Heizung sowie Stütz- und Haltesysteme für unterschiedliche Wohnbereiche sowie Einbau von Gegensprechanlagen oder Verbesserung der Beleuchtungssituation
  • Umgestaltung oder Schaffen von Gemeinschaftsräumen und Mehrgenerationenwohnen
Tipp
Mehrere KfW-Förderprodukte können kombiniert werden

Wer sein Zuhause barrierearm umgestalten möchte, sollte überlegen, ob sich im Zuge dessen nicht weitere Umbaumaßnahmen, wie etwa eine energieeffiziente Sanierung, lohnen. Die KfW unterstützt dies, indem sie mehrere KfW-Förder­produkte in Kombination anbietet und damit erhöhte Zuschüsse ermöglicht. So ist etwa die Kombination der Zuschüsse 455 B „Barriere-Reduzierung“ und Zuschuss 433 „Energieeffizient Sanieren“ möglich.

Förderung für Einbruchschutz (KfW 455 E)

Neben Baumaßnahmen, die zum barrierearmen Wohnen beitragen, steht das Kreditprodukt „Altersgerecht Umbauen“ (159) auch für Maßnahmen zum Einbruchschutz zur Verfügung:

  • Einbau von einbruchhemmenden Haus- und Wohnungseingangstüren
  • Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster und Türen sowie einbruchhemmender Gitter und Rollladen

Umgestaltung von Nicht-Wohngebäuden und Kauf von Immobilien

Folgende Maßnahmen werden von der KfW ebenfalls gefördert:

  • Barrierearmer Umbau von Nicht-Wohnflächen mit Heizungssystem zu Wohnflächen.
  • Sind bei einem Ersterwerb einer barrierearm modernisierten Wohnimmobilie die Kosten der barriere-reduzierenden Umbauten explizit im Kaufvertrag ausgewiesen, kann der Zuschuss oder der Kredit eingesetzt werden.

Investitionszuschuss 455 B: Barriere-Reduzierung: Höhe der Zuschüsse

Die Förderung im Programm 455 B „Barriere-Reduzierung“ erfolgt als Zuschuss, dessen Höhe sich durch die Art der Umbaumaßnahmen und die Höhe der Investitionskosten berechnet.(1)

  • Standard Altersgerechtes Haus: 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 6.250 Euro je Wohneinheit
  • Einzelmaßnahmen zum Abbau von Barrieren: 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 5.000 Euro je Wohneinheit

Damit die KfW Umbau-Maßnahmen fördert, müssen Sie als Bauherr bestimmte Mindestsummen investieren:

  • Ein Antrag auf Förderung für Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz kann ab einer Investitionssumme von mindestens 500 Euro bis maximal 15.000 Euro pro Wohneinheit gestellt werden.
  • Maßnahmen zur Barriere-Reduzierung (Einzelmaßnahmen oder Standard Altersgerechtes Haus) werden ab 2.000 Euro bis maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit bezuschusst.
Wichtiger Hinweis
Sie erhalten den Zuschuss erst nach Abschluss der Baumaßnahmen

Den Zuschuss 455 B der KfW erhalten Sie erst nach Abschluss der Baumaßnahmen, wenn Sie die Durchführung des Vorhabens im KfW-Zuschussportal anhand der Fachunternehmer-Rechnungen nachgewiesen haben.

Wer erhält den KfW-Zuschuss 455 B für Barriere-reduziertes Wohnen?

Der Investitionszuschuss 455 B „Barriere-Reduzierung“ richtet sich an Privatpersonen jeden Alters. Förderberechtigt sind: (1)

  • Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten oder einer Wohnung
  • Käufer eines frisch sanierten Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer entsprechenden Wohnung
  • Privatpersonen, die sich zu einer Wohnungseigentümergemeinschaft zusammengeschlossen haben
  • Mieter
Wichtiger Hinweis
Sprechen Sie vor dem Umbau mit Ihrem Vermieter

Wenn Sie Mieter einer Wohnung oder eines Hauses sind, sollten Sie unbedingt im Vorfeld mit Ihrem Vermieter die Konditionen regeln, wann und wie Sie barrierefrei bauen oder umgestalten möchten. Zu empfehlen ist der Abschluss einer Modernisierungsvereinbarung.

So beantragen Sie den KfW-Zuschuss „Barriere-reduziertes Wohnen

Bevor Sie bei der KfW einen Zuschuss-Antrag einreichen, gilt es Folgendes zu beachten beziehungsweise zu tun:

  • Lassen Sie sich durch Unternehmen oder Wohnberatungsstellen über geeignete und mögliche Umbaumaßnahmen in Ihrer Wohnung beraten.
  • Lassen Sie sich ein oder mehrere konkrete Angebote/Kostenvoranschläge durch Fachunternehmen erstellen.
  • Den Zuschuss-Antrag müssen Sie zwingend vor Beginn der Bauarbeiten oder der Unterzeichnung des Kaufvertrages stellen. Sie sollten die Förderzusage abwarten und erst dann die weiteren Schritte unternehmen.
  • Sie müssen ein Fachunternehmen mit der Ausführung der Arbeiten beauftragen.

Schritt 1: Antrag einreichen

Den Zuschuss 455 B können Sie unmittelbar bei der KfW beantragen. Dazu hat die KfW online ein eigenes Zuschussportal eingerichtet.

Notwendige Schritte:

  • Zunächst müssen Sie sich auf dem KfW-Zuschussportal registrieren, dann anmelden, anschließend können Sie den Zuschuss online beantragen. (4)
  • Zuschuss-Empfänger müssen sich eindeutig identifizieren, per POSTIDENT-Verfahren der Deutschen Post oder per Video­identifizierung. Die konkreten Erläuterungen dazu finden Sie im Zuschussportal der KfW. Die Identifizierung für Zuschussempfänger ist wegen des Geldwäsche­gesetzes und des Daten­schutzes in Deutsch­land notwendig.

In einigen Fällen benötigen Sie weitere Unterlagen, die Sie im Portal hochladen können:

  • Kopie der Vollmacht zur Antragstellung: Wenn Sie den Zuschuss für eine andere Person beantragen oder im Namen einer Wohnungseigentümergemeinschaft auftreten.
  • Im Falle einer Vermietung der betreffenden Wohneinheiten: Bescheinigungen über bereits erhaltene sogenannte De-minimis-Beihilfen aus dem aktuellen sowie den beiden vorangegangenen Jahren.
Tipp
Beantragen Sie den Zuschuss 455 B am besten in der ersten Jahreshälfte

Einen Antrag auf den Zuschuss 455 B zur Barriere-Reduzierung sollten Sie möglichst in der ersten Jahreshälfte stellen. Erfahrungsgemäß sind die von der Bundesregierung bereitgestellten Mittel meist ab dem Spätsommer bereits aufgebraucht. Dann werden nur noch bereits bewilligte Maßnahmen gefördert. Die Chancen stehen aber gut, dass der KfW-Zuschuss für den Abbau von Barrieren im Wohnraum im Folgejahr wieder aufgelegt wird.

Schritt 2: Auf Rückmeldung der KfW warten

Nach dem Absenden Ihres Antrags erhalten Sie entweder unmittelbar eine ­Zusage oder die Benach­richtigung, dass der Antrag bearbeitet wird. Über den Status des Antrags können sich Antragsteller im Benutzerkonto informieren.

Sobald eine Zusage der KfW vorliegt, können Sie mit Ihrem Bauvorhaben beginnen.

Info
De-minimis-Beihilfe

Die De-minimis-Beihilfe (de minimis = lat. „kleine Dinge“) ist eine Beihilfe, die ein EU-Mitgliedstaat einem Unternehmen gewähren kann. Weil sie eine gewisse Höhe nicht überschreitet, muss sie nicht durch die Europäische Kommission genehmigt werden. Die Gesamtsumme aller erhaltenen De-minimis-Förderbeträge eines Unternehmens kann allerdings einer Begrenzung unterliegen – deswegen haben Unternehmen bereits erhaltene Förderungen gegenüber der KfW offenzulegen.

Wie geht es nach Abschluss der Bauphase weiter?

Nach der Beendigung der Bauphase müssen Sie folgende Aspekte für den erfolgreichen Abschluss des Zuschuss-Verfahrens beachten:

  • Die Rechnung über die Arbeiten muss per Überweisung beglichen werden.
  • Nach dem Ende der Baumaßnahmen, spätestens aber drei Jahre nach Erteilung der Förderzusage durch die KfW, müssen Sie die Durchführung des Vorhabens im KfW-Zuschussportal nachweisen. Dazu laden Sie die Fachunternehmer-Rechnungen im Zuschussportal hoch. Die KfW prüft alle Unterlagen. Sind alle Vorgaben eingehalten, erhalten Sie den Zuschuss einen Monat nach Anerkennung durch die KfW.

Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“

Alternativ zum Investitionszuschuss gewährt die KfW mit dem Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ eine weitere Förderung für barrierereduziertes Wohnen. Dabei stellt die KfW zu günstigen Konditionen einen Kredit in Höhe von bis zu 50.000 Euro je Wohnung bereit. (2)

Info
Beantragung des Kredits

Der zinsgünstige Kredit wird nicht von der KfW-Bank direkt bereitgestellt, sondern das Verfahren läuft über ein weiteres Kreditinstitut. Dazu wenden Sie sich an eine Bank Ihrer Wahl und diese beantragt dann die Förderung von der KfW.

So beantragen Sie den KfW-Kredit „Altersgerecht Umbauen“

Wenn Sie den Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ der KfW in Anspruch nehmen möchte, sollten Sie nach folgenden Schritten vorgehen:

  1. Nehmen Sie eine gründliche Planung der Baumaßnahmen vor, mit Unterstützung eines Fachunternehmens, einer Wohnungsberatungsstelle oder auf der Grundlage der Empfehlungen der Polizei (gilt bei Einbruchschutzmaßnahmen).
  2. Prüfen Sie, ob über das altersgerechte Umbauen hinaus weitere Maßnahmen sinnvoll sind, zum Beispiel Baumaßnahmen zur Verbesserung der Energiebilanz der Immobilie. Denn dann können unter Umständen verschiedene Förderungen kombiniert werden – und Sie erhalten mehr Fördermittel.
  3. Suchen Sie einen Finanzierungspartner. Vor Beginn der Arbeiten beziehungsweise vor dem Kauf der Immobilie sollten Sie mit der Bank Ihrer Wahl sprechen. Ihr Finanzierungspartner beantragt schließlich die Förderung der KfW für altersgerechtes und Barriere-reduziertes Wohnen.
  4. Schließen Sie den Kreditvertrag mit Ihrer Bank ab.
  5. Warten Sie auf die Fördermittelzusage der KfW für das altersgerechte Umbauen.
  6. Erst dann können Sie mit den Bauarbeiten starten beziehungsweise die Immobilie erwerben.
Info
Warten Sie auf die Zusage, bevor Sie mit dem Umbau beginnen

Ganz gleich, ob Sie sich für einen Investitionszuschuss oder für einen Kredit der KfW für altersgerechtes oder barrierearmes Wohnen interessieren: Warten Sie mit dem Beginn der Baumaßnahme in jedem Fall, bis Sie eine Zusage für die Mittel erhalten. Denn die KfW fördert ausschließlich Baumaßnahmen, die bei Antragstellung noch nicht begonnen wurden.

Mindestmaße und Ausgestaltung

Häufig gestellte Fragen

KfW: Was ist das?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW) ist eine nationale öffentlich-rechtliche Förderbank. Sie vergibt Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen/Kredite, die an bestimmte förderungswürdige Zwecke gebunden sind. Dazu zählen unter anderem energieeffiziente Sanierung, Barriere-Reduzierung oder altersgerechte Umbauten.

Was ist eine KfW-Förderung?

Eine KfW-Förderung kann durch einen Zuschuss oder ein zinsgünstiges Darlehen erfolgen. Dabei ist die Förderung immer zweckgebunden. Das heißt, dass die Mittel nur für bestimmte Zwecke zur Verfügung gestellt werden, wie zum Beispiel dem Abbau von Barrieren. Dabei müssen genaue Vorgaben beachtet werden. Wenn eine Badewanne zur barrierefreien Dusche umgebaut werden soll, müssen beispielsweise bestimmte Mindestmaße beachtet werden.

Wie bekomme ich einen KfW-Zuschuss?

Die KfW hat ein Zuschussportal eingerichtet, über das die Förderung beantragt werden kann. Dort können Daten verwaltet und Nachweise hochgeladen werden.

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Erstelldatum: 7102.01.91|Zuletzt geändert: 2202.40.91
(1)
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Altersgerecht Umbauen - Investitionszuschuss 455 (o. J.)
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-Investitionszuschuss-(455)/ (letzter Abruf am 28.07.2021)
(2)
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Altersgerecht Umbauen - Kredit 159 (o. J.)
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ (letzter Abruf am 28.07.2021)
(3)
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Anlage zum Merkblatt Altersgerecht umbauen (technische Mindestanforderungen) (2021)
https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000003991_M_159_AU_Anlage_TMA_ff_Ma%C3%9Fnahmen.pdf (letzter Abruf am 01.02.2022)
(4)
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Zuschussportal (2021)
https://public.kfw.de/zuschussportal-web/ (letzter Abruf am 28.07.2021)
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