Psychologische Pflege

Brauche ich psychologische Hilfe?

Diese Ausführungen geben Aufschluss darüber, ob Sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

Psychologin berät Angehörigen

Menschen, die Familienangehörige oder Bekannte pflegen, sehen sich einer großen psychologischen Verantwortung ausgesetzt. Der Verfall eines geliebten Menschen, die körperliche Belastung und die nervliche Anspannung, rund um die Uhr für den Pflegebedürftigen da sein zu müssen, können sich auf den psychologischen Zustand auswirken. Wenn zum Beispiel folgende Situationen auftreten, kann psychologische Hilfe für Angehörige sinnvoll sein:

  • Ständige Grübeleien und negative Gedanken
  • Gefühl, keinen Ausweg zu finden
  • Gereiztheit, Verstimmung oder Ängstlichkeit über einen längeren Zeitraum hinweg
  • Depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen
  • Körperliche Störungen, für die kein biologischer Grund festgestellt werden kann
  • Gesteigertes Verlangen nach Alkohol, Essen oder Medikamenten

Hilfe für Angehörige gibt es zunächst beim Hausarzt,  der die Betroffenen wiederum an Beratungsstellen oder Psychotherapeuten weiterleiten kann. Die psychologische Erstberatung bei Familienhilfen, Gesundheitsämtern oder Krisenzentren ist meist kostenlos.

Wie bereits erwähnt, bedarf die Bewertung Ihres Einzelfalls unbedingt der ärztlichen Beratung.

Selbsthilfegruppen für Angehörige

Bei psychischer Belastung können Gespräche mit anderen Betroffenen weiterhelfen. Anmerkungen dazu finden Sie hier.

Gruppe sitzt im Kreis

Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung sieht vor, dass das Fördervolumen der Pflegeversicherung für das Wachstum von Versorgungsstrukturen und –konzepten genutzt werden soll. Dies umfasst vor allem ehrenamtliches Engagement und Selbsthilfegruppen für Angehörige. 

Die Pflegeversicherungen sollen Selbsthilfegruppen, -organisationen und –kontaktstellen, die sich auf die Unterstützung Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger spezialisiert haben, fördern und aufbauen. Nach Definition sind Selbsthilfegruppen für Angehörige Zusammenkünfte von Personen, die auf den Prinzipien Freiwilligkeit, Neutralität und Unabhängigkeit basieren und nicht gewinnorientiert Austausch über die individuelle Pflegesituation betreiben.  

Passende lokale Selbsthilfegruppen für Angehörige können Sie bei der nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (www.nakos.de) finden.

Burnout Syndrom

Das Burnout Syndrom ist eine häufig auftretende Krankheit bei pflegenden Angehörigen.

Krankheitsbild

Bildbeschreibung

Burnout Syndrom ist die Bezeichnung für das sehr starke Erschöpfungsgefühl auf psychischer und physischer Ebene. Das Gefühl, ausgebrannt zu sein, gab den Namen Burnout. Neben der permanenten Erschöpfung zählen auch Aggression und Depression zu den Symptomen des Burnout-Syndroms. Dauerbelastung durch fehlenden Urlaub, körperliche Schwerarbeit und mangelnde Anerkennung können Ursache von Burnout bei pflegenden Angehörigen sein.

Behandlung

Bei Erkrankung am Burnout-Syndrom ist professionelle Hilfe notwendig. Ob eine Burnout-Erkrankung vorliegt, kann nur ein Arzt prüfen. Genauso sollten Sie zur medizinische Behandlung zwingend einen Arzt aufsuchen.

Für die pflegerische Tätigkeit bietet sich pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, durch Einbeziehen eines ambulanten Pflegedienst die notwendige Auszeit zu erlangen.

Prävention

Pflegende Angehörige sollten in Gedanken nicht immer nur beim Pflegebedürftigen sein, sondern auch auf Warnsignale des eigenen Körpers und der Seele achten. Dabei können unte Umständen folgende Tipps helfen, die Wahrscheinlichkeit für ein Burnout-Syndrom zu verringern:

  • Suchen nach Personenen, mit denen man sich bei der Pflege abwechseln kann.
  • Andere Personen über die Pflegemaßnahmen in Kenntnis, setzen damit diese bei Ausfall einspringen können.
  • Unterstützung bei einem Pflegedienst suchen.
  • Freizeit für eigene Hobbys nehmen.
  • Pflegen sozialer Kontakte und des Kontakts mit anderen Betroffenen.
  • Sport zur Unterstützung der körperlichen Anstrengung.
  • Entspannungsmethoden wie z.B. Yoga.
  • Urlaub mit Hilfe der Verhinderungspflege in Betracht ziehen.

Wie bereits erwähnt, bedarf die Bewertung Ihres Einzelfalls unbedingt der ärztlichen Beratung. Für weitere Informationen stehen Ihnen unsere Beraterinnen jederzeit zur Verfügung!

Quellen:
Klaus-Peter-Kolbatz:"Burn-out Syndrom" (2008, Books On Demand),
www.bvkm.de

alte Dame sitzt im Rollstuhl und schaut aus dem Fenster

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Keine Rechts-/Medizinberatung

Bitte beachten Sie, dass diese Ausführungen lediglich einen ersten, abstrakten Überblick bieten sollen. Die Inhalte ersetzen jedoch unter keinen Umständen die erforderliche rechtliche oder medizinische Prüfung Ihres Einzelfalls, die stets durch einen Rechtsanwalt bzw. Arzt erfolgen muss.