Hörgeräte - der richtige Weg zum guten Hören
Hörgeräte dienen dazu, Hörverluste bei Schwerhörigen auszugleichen. Hörgeräte sind als Medizinprodukte definiert und sind wichtige Hilfsmittel zur Alltagsbewältigung und zur sozialen Eingliederung Hörgeschädigter.
Ab wann sind Hörgeräte sinnvoll? - Indikation
Die medizinische Indikation stellt der Facharzt. Bei folgenden Hinweisen auf eine Hörschwäche ist ein professioneller Hörtest bei einem Hals-Nasen-Ohrenarzt empfehlenswert: Man weist Sie häufiger darauf hin, dass Sie das Radio oder den Fernseher zu laut stellen. Am Telefon verstehen Sie Ihren Gesprächspartner nicht mehr richtig, die Menschen mit denen Sie kommunizieren, scheinen undeutlich zu sprechen. Sie hören nicht das, was andere hören. In einer größeren Gesprächsrunde fällt es Ihnen schwer, dieser zu folgen. Sie überhören einiges. Im Straßenverkehr ist Ihre Wahrnehmung eingeschränkt, so dass Sie herannahende Fahrzeuge häufig erst zu spät bemerken.

Unterschiedliche Arten von Hörgeräten und ihre Bauformen
Die üblichen Versorgungsformen für die häufigsten Arten der Schwerhörigkeit sind heute die „Hinter-dem-Ohr“- und die „Im-Ohr-Geräte“. Die „Hinter-dem-Ohr-Geräte“ werden „hinter dem Ohr“ getragen. Sie haben von daher viel Platz für Elektronik und verfügen über eine hohe Verstärkungsleistung. Durch die Einführung einer „offenen Versorgung“ mit Spezialgeräten kann eine unauffällige kosmetische Hörgeräteversorgung gewährleistet werden. Die „Im-Ohr-Geräte“ dagegen werden komplett „im Ohr“ getragen, dabei gibt es seit 2010 eine relativ neue Entwicklung, die es ermöglicht, dass ein Gerät komplett, in den Gehörgang eingeführt werden kann und es dort für die Dauer von mehreren Monaten verbleibt. Es gibt noch eine ganze Menge anderer Hörgeräte, wie die „Ex-Hörer-Geräte“, „Knochenleitungshörgeräte“ und „Tinitusmasker“. Alle Hörgeräte verfügen heute über High-Tech und ein zeitgemäßes Design. Ferner unterscheidet man zwischen analogen, digitalen und digital programmierbaren Analogen-Hörgeräten.
Der Unterschied zwischen analogen und digitalen Hörgeräten
Ein analoges Gerät hat den Nachteil, dass vor allem an den Grenzbereichen der übertragenen Tonsignale die physikalische Charakteristik der verwendeten elektronischen Bauelemente zu Verzerrungen und Überlagerungen von Störungssignalen führt. Dagegen haben analoge Geräte keine merklichen Durchlaufverzögerungen, die bei digitalen Geräten aufgrund der zeitlichen Abläufe der Programmsteuerungsschritte auftreten. Heute können digitale Geräte, bei denen die Signalverarbeitung, als auch die Einstellung ausschließlich digital erfolgen, zum gleichen Preis gekauft werden wie analoge Geräte, deshalb werden zunehmend weniger analoge Geräte angeboten.
Kosten und Kostenübernahme
Die Kosten für ein hochwertiges Hörgerät betragen pro Ohr bis zu 2.500 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich bei einer ärztlichen Verordnung an den anfallenden Kosten mit einem nach § 36 SGB V festgesetzten Festbeitrag. Dieser kann bei „Hinter-dem-Ohr“- und bei „Im-Ohr-Geräten“ 421,28 Euro zzgl. der Kosten für Otoplastiken und ggf. Reparaturpauschalen betragen.
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