Besonderheiten bei Demenz

Umgang mit Demenzkranken

Diese Tipps helfen Angehörigen, Demenzkranke besser zu verstehen und im Zuge dessen den Umgang mit ihnen zu verbessern.

Der Umgang mit Demenzkranken ist für pflegende Angehörige oft sehr schwierig, da sie die Veränderung eines geliebten Menschen mit ansehen müssen und nicht selten die Zielscheibe von Aggressionen werden. Beim Umgang mit Demenzkranken muss die Pflegeperson sich immer ins Gedächtnis rufen, dass dieses Verhalten auf die Erkrankung zurückzuführen ist. Es ist notwendig, dass der Angehörige sein eigenes Wohlbefinden nicht aus den Augen verliert und Hilfe annimmt, sobald sie benötigt wird. Es kann auch nützlich sein, mit Personen in derselben Situation zu sprechen, um Erfahrungen und Tipps auszutauschen, z.B. in einer Selbsthilfegruppe.

Im direkten Umgang mit dem Demenzkranken gibt es einige Dinge zu beachten:

In Gesprächen sollte auf eine deutliche und ruhige Sprache geachtet werden.

Stellen Sie eindeutige Fragen mit kurzer Antwortmöglichkeit und lassen Sie dem Demenzkranken Zeit bei der Beantwortung:

Richtiges Beispiel:

Möchtest Du Apfelkuchen?

Einfache Antwortmöglichkeit: Ja oder Nein

Falsches Beispiel:

Möchtest Du Apfelkuchen oder Kirschkuchen?

Der Demenzkranke muss eine Entscheidung treffen, die ihn vielleicht überfordert.

Blick- und Körperkontakt sowie unterstreichende Gestik und Mimik machen es für den Demenzkranken leichter, den Ausführungen zu folgen.

Beispiel:

„Wir gehen ins Badezimmer“ – zeigen Sie zum Badezimmer, um die Richtung vorzugeben.

Bei Streitpunkten muss die eigene Meinung zurückgestellt werden, damit kein Widerspruch stattfindet.

Die Umgebung sowie der Tagesablauf sollten strukturiert und bekannt sein, da Veränderungen den Pflegebedürftigen nervös machen. Machen Sie sich einen Tages- und Wochenplan, um tägliche Ablaufe festzulegen. Erinnerungskärtchen mit Symbolen, kündigen dem Demenzkranken an, was erledigt werden muss.

Beispiel:

Eine Erinnerungskarte mit dem Symbol einer Badewanne kündigt an, dass heute Badetag ist.

Beim Umgang mit Demenzkranken ist es sinnvoll, vertraute Beschäftigungen im Alltag unterzubringen. Tisch decken oder Gemüse schneiden machen ihm klar, dass er noch nützliche Aufgaben erledigen kann. Besuche durch Verwandte und Freunde lockern den Tagesablauf auf.

Da Menschen mit Demenz vor allem mit dem Erinnern Probleme haben, können der Person einige nützliche Gedächtnisstützen gegeben werden:

  • Telefonliste neben dem Telefon
  • Mit Symbolen die Schlaf- oder Wohnzimmertüren beschriften
  • Checklisten, was erledigt werden muss
  • Kleidungsstücke zum Anziehen auswählen und in der richtigen Reihenfolge bereitlegen.
  • Besuch mit Namen und Beziehung zum Demenzerkrankten ankündigen
  • Datum im Kalender markieren

Wohnungseinrichtung für Demenzkranke

Bei der Wohnungseinrichtung für Demenzkranke sind einige Besonderheiten zu beachten.

Wenn Angehörige Demenzkranke zu Hause pflegen, sollte die Wohnung an die Bedürfnisse des Betroffenen angepasst werden, damit mögliche Gefahrenzonen beseitigt werden. Oberstes Gebot ist jedoch, dies behutsam und unauffällig umzusetzen, da Demenzkranke sich schwer an neue Situationen gewöhnen.

 

Pflegerin berät ältere Dame

 

 Für die Demenzkrankheit ist räumliche Orientierungslosigkeit eines der Hauptsymptome. Daher sollte die Wohnung mit einigen Orientierungspunkten ausgestattet sein. Diese können aus bestimmter Beleuchtung, Farbgestaltung oder Einrichtungsgegenständen bestehen.

Da auch die Wahrnehmung der Umgebung beeinträchtigt ist, sollten Hindernisse wie Stufen und Schwellen beseitigt werden. Starke Musterungen, spiegelnde Oberflächen und Schatten erschrecken demente Patienten. Um ihnen den notwendigen Raum für Bewegungen zu geben, sollten Stolperfallen wie Kabel und Teppiche und scharfkantige Gegenstände vermieden werden. Die Fluchtgefahr der Pflegebedürftigen, z.B. bei starken Bewegungsdrang kann durch Türalarmmelder eingedämmt werden.

Andere technische Alarmgeräte zur Überwachung des Herds und des Wasserstands sind sinnvoll, da die Person nicht pausenlos im Auge behalten werden kann. Auch die Installation von bewegungsgesteuerten Lichtschaltern, Zeitschaltuhren und Rauchmeldern machen die Wohnung für den Demenzkranken sicherer. Medikamente, Putzmittel und ähnliches sollten sicher verstaut werden, um die versehentliche Verwechslung mit Lebensmitteln auszuschließen. Der Umbau der Wohnung wird im Normalfall von der Pflegekasse finanziell gefördert.

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Bitte beachten Sie, dass diese Ausführungen lediglich einen ersten, abstrakten Überblick bieten sollen. Die Inhalte ersetzen jedoch unter keinen Umständen die erforderliche rechtliche oder medizinische Prüfung Ihres Einzelfalls, die stets durch einen Rechtsanwalt bzw. Arzt erfolgen muss.