Unter dem Begriff Thrombose versteht man den Verschluss eines Blutgefäßes (meist einer Vene) durch ein Blutgerinnsel (Thrombus).
Thrombosen sind häufige und schwerwiegende Komplikationen bei klinischen Behandlungen von Patienten. Ohne Vorbeugung (Prophylaxe oder Prävention) treten venöse Thrombosenembolien in der Chirurgie bei einem Viertel bis der Hälfte von Krankenhauspatienten auf und führen unbehandelt häufig zum Tod des Patienten oder langfristigen schwerwiegenden Komplikationen wie Bluthochdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie).
Bei älteren Menschen, die sich wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit nicht mehr (Immobilität) oder kaum noch bewegen können, steigt das Risiko, sich eine Thrombose zuzuziehen. Doch auch bei jüngeren Menschen treten Thrombosen verstärkt bei Übergewicht, während der Schwangerschaft, Infektionen des Blutes durch Bakterien, Viren, Gifte oder Pilze (Sepsis), bei der Einnahme von schwangerschaftsverhütenden Mitteln, bei Nikotin- und Alkoholmissbrauch, Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder nach Operationen auf.

Der krankhafte Verlauf der Thrombose wurde erstmals 1856 von dem Berliner Arzt und Pathologen Rudolf Virchow (1821 bis 1902) beschrieben. Er erkannte drei Thrombose begünstigende Faktoren:
- Verlangsamte oder gestörte Blutströmungsgeschwindigkeit, zum Beispiel bei Herzinsuffizienz, Lähmung, Schock Gips- und Schienenverbänden, venöser Stase bei Schwangerschaft, Stehberufe wie Verkäufer.
- Gefäßwandschäden zum Beispiel bei Quetschungen, Verletzungen, Operationen (traumatisch) sowie bei Krampfadern (Varikosis), Arteriosklerose, Veränderung der Beinvenen (degenerativ), durch Venenentzündungen (entzündlich).
- Erhöhte Blutgerinnungsneigung durch veränderte Blutzusammensetzung z. B. bei Flüssigkeitsmangel, Medikamenteneinnahme (Ovulationshemmer etc.), vermehrte Gerinnungsfaktoren nach großen Operationen oder Verbrennungen, Thrombozytenaggregation.
Doch wie erkennen Sie eine Thrombose? Als Frühsymptome gelten Müdigkeit, Muskelkrämpfe und Sensibilitätsstörungen. Als Symptome einer entstandenen Thrombose nennen Fachleute Rötung bei oberflächlichen Venen, Schwellungen, Wärmeentwicklung an der betroffenen Extremität, allgemein erhöhte Körpertemperatur, Pulsanstieg, zunehmende Druckempfindlichkeit der befallenen Gefäße und an Venen. Schmerzen bei leichter Stauung des Gefäßes, starke Schmerzen, Zyanose des Beines durch verlangsamte Blutzirkulation sowie Fußsohlendruckschmerz gehören ebenso dazu.
Zwei Hauptformen von Thrombosen sind bekannt – artielle Thrombosen mit akutem Arterienverschluss (z. B. bei Lungenembolie) sowie venöse Form mit Thrombose an oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis) oder tiefen Beinvenen (Phlebothrombose).
Zur Vorbeugung von Thrombosen (Thromboseprophylaxe) werden sechs Schritte empfohlen: Frühmobilisierung von frisch Operierten, Kranken oder Pflegebedürftigen, entstauende Lagerung der betroffenen Gliedmaßen, den Blutrückstrom zum Herzen fördernde Gymnastik, Gefäßkompression durch Kompressionsverbände oder -strümpfe, Vorbeugung durch Medikamente (Heparin, Aspirin etc.) und Ausstreichen der Venen, was aber nur bei Thrombosen an oberflächlichen Gefäßen wirkt.
Ergänzend beugen regelmäßige Flüssigkeitszufuhr (Faustregel: zwei Liter Wasser oder Säfte am Tag; kein Kaffee, schwarzer Tee oder Alkohol), eine ausgewogene Ernährung und Wechselbäder Thrombosen vor.
Bei der Thromboseprophylaxe sind Pflegefachkräfte im stationären Bereich besonders gefordert: In Deutschland kursieren einige von Pflegenden durchführbare Skalen zur Einschätzung des Thromboserisikos, wobei die Skalen nach M. Frowein (1997) und nach Peter Kümpel (1995) am häufigsten eingesetzt werden. Alle Thromboseskalen fragen bekannte Risikofaktoren ab wie Mobilität, Alter, Operationen des Patienten usw..
Doch noch sind die bekannten Thromboserisiko-Skalen nicht so ausgereift und zur Erkennung wirklich aller bekannten Symptome geeignet, dass Wissenschaftler zu einer Verpflichtung Pflegender zu einem systematischen Thromboserisiko-Assessment raten. Sinnvoller sei es, die Erkennung von Thromboserisiken in der Aus- und Fortbildung Pflegender regelmäßig zu schulen und zu trainieren.
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