Alle, die einen Pflegeberuf ergreifen und in der Alten-, Kranken- oder Kinderkrankenpflege arbeiten, können mit Optimismus und Gelassenheit in die Zukunft blicken. Insbesondere qualifizierten Pflegefachkräften, aber auch Pflegeassistentinnen und Pflegehelferinnen eröffnen sich für viele Jahre sehr gute Perspektiven. Ihr Engagement wird immer gefragter, denn die Älteren und Pflegebedürftigen in der bundesdeutschen Bevölkerung werden immer mehr. 2050 werden die über 65-jährigen rund 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen gegen über 22 Prozent heute. In der Folge werden auch immer mehr qualifizierte Pflegeleistungen nachgefragt.
Schon 2008 arbeiteten rund 1,1 Millionen Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten, Pflegeheimen und teilstationären Pflegeeinrichtungen. Damit waren in der Pflegebranche bereits mehr Menschen beschäftigt als in der gesamten deutschen Automobilindustrie.
Rund 4,6 Millionen Beschäftigte oder 11,5 Prozent aller Beschäftigten im Lande zählt die gesamte deutsche Gesundheitswirtschaft. Sie erarbeitete 2009 mit 278,3 Milliarden Euro immerhin 11,6 Prozent des deutschen Bruttosozialproduktes, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Pflegekräfte haben sich für eine vergleichsweise krisensichere und zukunftstaugliche Branche entschieden. Absatzprobleme für ihr „Produkt“ wegen billigster Produktionskosten zum Beispiel in Fernost brauchen sie nicht zu fürchten. Weiterer Vorteil: Ihre Arbeitsplätze können nicht einfach in Billiglohnländer verlagert werden, sondern müssen zwingend vor Ort in Deutschland bestehen.
Vergütung
Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen mit ähnlichen Ausbildungszeiten werden Pflegekräfte mäßig bis durchschnittlich bezahlt. Je nach Träger der jeweiligen Pflegeeinrichtung oder des Krankenhauses und nach Einsatzgebiet wird die Arbeit als examinierte Pflegekraft, Pflegeassistenz oder Pflegehelfer/in vergütet. Während zum Beispiel kommunale Krankenhäuser und kommunale Heime die Pflegekräfte nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) vergüten, zahlen etwa kirchliche Träger wie Diakonie oder Caritas nach eigenen Vergütungsregeln (AVR etc.), die meist niedriger liegen.
Zur Orientierung: Examinierte Pflegekräfte verdienten 2009 laut TVöD samt Zulagen zwischen ca. 2.240 und rund 2.400 Euro brutto ab dem 1. bzw. 5. Berufsjahr, weniger qualifizierte zwischen ca. 1.900 und rund 2.100 Euro brutto. Etwa Pflegefachkräfte in der Intensivpflege werden im TVöD höher eingestuft oder erhalten in nicht öffentlichen Unternehmen in der Regel Zulagen.
Die größten Unterschiede bei der Vergütung von Pflegekräften bestehen bei privaten Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Klinikketten, die über Haustarifverträge verfügen oder die Gehälter frei aushandeln. Für die bessere und gerechtere Vergütung aller Pflegenden fehle ein einheitlicher Tarifvertrag, bemängelt die Gewerkschaft Verdi. Doch derzeit sehen Branchenkenner geringe Chancen, dass kommunale, freigemeinnützige und private Träger ihre unterschiedlichen Vergütungssysteme in absehbarer Zeit vereinheitlichen.
Aufstiegsmöglichkeiten
Diverse Aufstiegsmöglichkeiten stehen Pflegenden offen. Pflegefachkräfte können sich über Weiterbildungen zu Wohnbereichsleitungen in der stationären Pflege, zu Qualitätsmanagerinnen und -managern bzw. zu Pflegedienstleitungen (PDL) in allen Bereichen der Pflege weiterqualifizieren. Weiterbildungen u. a. zur Hygienefachkraft, zur Wundmanagerin oder Diabetesfachkraft sind möglich. Zumindest PDL werden in allen Einsatzbereichen besser bezahlt als Pflegefachkräfte. Die anderen genannten Zusatzqualifikationen wirken sich in der Praxis oft nicht auf das Einkommen aus, erhöhen aber den Wert der Arbeitskraft für den Betrieb und deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Abiturienten und Fachabiturienten steht der akademische Ausbildungsweg mit Studium z. B. des Pflegemanagements, der Pflegewissenschaften oder von Public Health offen, der sie für verantwortlichere, besser bezahlte Aufgaben qualifiziert.
Laut Statistischem Bundesamt gaben die gesetzlichen Krankenkassen 2009 160,9 Milliarden (Mrd.) Euro aus, die privaten Krankenversicherer 26 Mrd. Euro und die gesetzlichen Pflegekassen 20,3 Mrd. Euro.
Fakten
Hier noch einige Fakten zur Pflegebranche und zum Krankenhaussektor in Deutschland:
- 23.660 Pflegeeinrichtungen bestanden Ende 2009, darunter 12.026 ambulante Pflegedienste und 11.634 Alten- und Pflegeheime.
- Auf 9,3 Milliarden Euro oder um 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben für die ambulante Pflege 2009 durch Gesetzesänderungen. Mit anderen Worten: Wer in der ambulanten Pflege arbeitet, profitiert von der politisch gewollten Stärkung der ambulanten Pflege.
- Die Ausgaben für stationäre und teilstationäre Pflege lagen 2009 bei 21 Milliarden Euro.
- 2.065 Akut-Krankenhäuser gab es 2010 in Deutschland, für die Kassen 71,0 Mrd. Euro ausgaben.
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