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Hepatitis: von der exotischen Erkrankung zur Wohlstandskrankheit
Kommt der Hausarzt auf Hepatitis zu sprechen, reagieren die meisten Patienten überrascht bis beleidigt: Woher soll ich das denn kriegen? Für viele ist diese tückische Erkrankung die Folge eines zweifelhaften Lebenswandels oder einer Fernreise – oder sogar die Folge von beidem. Was viele nicht wissen: Eine neue Variante ist auf dem Vormarsch, und sie sucht sich ihre Opfer nicht etwa in Randgruppen, sondern in der Mitte der Gesellschaft.
Die so genannte nicht alkoholische Steatohepatitis, kurz NASH, kann jeden treffen, der die Vorzüge unserer Wohlstandsgesellschaft zu sehr genießt. Fakt ist, dass rund dreißig Prozent der Deutschen zu fett essen und zu wenig Sport treiben. Folge der üppigen Kost ist nicht selten eine Fettleber - und damit der Ausgangspunkt für NASH.
NASH macht sich nicht über typische Hepatitis-Symptome (Fieber, Gelbsucht, Übelkeit) bemerkbar, das einzige Anzeichen ist Müdigkeit. Da Müdigkeit als Symptom eine Vielzahl von Ursachen haben kann, bleibt das Fortschreiten der Krankheit meist lange unentdeckt - im schlimmsten Fall so lange, bis das ständige Absterben von Leberzellen eine Leberzirrhose oder Leberkrebs nach sich zieht. Sicher diagnostizieren lässt sich NASH nur über eine wiederholte Überprüfung der Leberwerte.
Auch die Therapie kann nicht mit einer Wunderpille aufwarten, sondern besteht in gesunder Kost, kombiniert mit regelmäßiger Bewegung. Zwar kann man sich gegen einige Hepatitisvarianten impfen lassen, doch gegen NASH ist außer den genannten Therapiemaßnahmen noch kein Kraut gewachsen. Ein Grund mehr also, seinen Körper gut zu behandeln.
11/07
(nm) |