Irgendwann kommt der Tag, bei dem man sich eingestehen muss, dass man als Angehöriger die eigenen betagten Eltern nicht mehr allein pflegen und betreuen kann. Dann beginnen die Kinder meist intensiv zu überlegen, wie sie dieses Problem lösen könnten. Ein gute Wahl ist es dabei, professionelles Pflegepersonal zu engagieren. Doch was müssen Angehörige dabei alles beachten?
Möglichkeiten gibt es heute viele: Angehörige können einen Pflegedienst mit Profi-Pflegekräften für die pflegebedürftige Mutter oder den Vater engagieren, bei häuslichem Pflege- und Betreuungsbedarf über 24 Stunden eine Pflegeagentur mit der Vermittlung von Hilfs- und Pflegekräften beauftragen oder einen Heimplatz suchen. Die Pflege und Betreuung zu Hause sollte dabei zuallererst überlegt werden, denn die meisten Pflegebedürftigen wünschen sich das. Ein Heim kommt meist für stärker Pflege- und Hilfsbedürftige in Frage, die sich das ausdrücklich wünschen. Denn wichtig ist bei allem, was sich Angehörige wünschen, dass der oder die Pflegebedürftige diesen Wunsch auch teilt.
Unbedingt Pflegeleistungen beantragen
Gleichgültig für welche Form professioneller Pflege sich Familien entscheiden: Der Pflegebedürftige sollte bei seiner Pflegekasse Antrag auf Pflegeleistungen stellen, um bei Bedarf von der Kasse Zuschüsse zu den Pflegekosten erhalten zu können. Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) prüfen dann den Pflegebedarf und vergeben eine Pflegestufe (I), wenn mindestens 90 Minuten fremde Hilfe am Tag notwendig ist. Positiv: Die Pflegekasse bezahlt dann einen Großteil der Rechnungen für Pflegedienst-Einsätze direkt an den Pflegedienst, was man Sachleistungen nennt, und für die ergänzende Pflege durch Angehörige in Form von Pflegegeld, das dem Versicherten überwiesen wird.
Möglichkeiten Pflegepersonal zu finden
Sucht man gutes Pflegepersonal, so kann man sich an einen Pflegedienst in der Nähe wenden oder schaut im Internet einmal unter der Adresse www.pflegenoten.de nach. Dort hat der MDK alle Pflegedienste in der Region mit Qualitätsnoten bewertet, die Suchende über die Eingabe “Benotete Pflegedienste” und die Eingabe der Postleitzahl des Pflegebedürftigen finden.
Von den Kassen anerkannte Pflegedienste arbeiten in der Regel mit gut geschultem Personal, das pflegebedürftige Eltern für wenige Stunden am Tag unterstützt. Reicht dies jedoch nicht aus, so kann man sie gegen recht hohe Aufpreise für 24 Stunden engagieren oder sich an Pflegeagenturen wenden, die einem günstigere Hilfs- und Pflegekräfte für Einsätze rund um die Uhr vermitteln. Dabei sollten die oft aus Osteuropa stammenden eingesetzten Kräfte unbedingt nachweisen können, dass sie sozialversichert sind und regelmäßig Steuern abführen. Ansonsten droht Familien Ärger mit Steuerbehörden und den Sozialversicherungen, die sie teuer zu stehen kommen können.

