Von Blasenschwäche oder auch Harninkontinenz spricht man, wenn es regelmäßig zu ungewolltem Urinabgang kommt und der Harndrang nicht mehr kontrolliert werden kann. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von neurologischen Störungen, über Belastungsempfindlichkeit bis zu psychischen Problemen. Schätzungen zufolge leiden bis zu 8 Prozent aller Deutschen unter Blasenschwäche, wobei die Dunkelziffer noch höher sein dürfte. Für Betroffene ist diese Erkrankung oft unangenehm, da sie oft mit Scham und Unsauberkeit verknüpft wird und darum als Tabu-Thema gilt. Denn nicht nur die eigentliche Erkrankung wird zum Problem: Nicht selten kapseln sich Betroffene ab, meiden soziale Kontakte und versuchen isoliert mit ihrem „Problem“ klarzukommen. Betroffen sind meist ältere Menschen, jedoch kommt Blasenschwäche über alle Altersgruppen hinweg, sowohl bei Männern, als auch bei Frauen vor.
Welche Arten von Blasenschwäche gibt es?
Mediziner unterscheiden verschiedene Arten von Blasenschwäche, wobei die drei häufigsten die Belastungsinkontinenz, die Reflexinkontinenz und die Überlaufinkontinenz sind. Des Weiteren kommt es nicht selten zu Mischformen der Inkontinenz.
Belastungsinkontinenz: Durch einen erhöhten Bauchinnendruck, welcher durch mechanische Reize wie Belastung (Treppensteigen, Heben, Niesen) ausgelöst wird, entsteht ungewollter Harnabgang. Ursachen hierfür sind meist Probleme des Blasenschließmuskels, welche bei Frauen u.a. auch durch mehrfache Geburten entstehen können. Der Grad der Belastungsinkontinenz reicht von 1 (leicht) bis 3 (schwer).
Reflexinkontinenz: Durch erkrankte Nervenbahnen, oder Verletzungen in Gehirn und Rückenmark kommt es zu Steuerungsfehlverhalten bei der Harnkontrolle und der Blasenschließmuskel lässt sich nicht mehr kontrollieren.
Überlaufinkontinenz: Die Überlaufinkontinenz betrifft hauptsächlich Männer. Durch eine vergrößerte Prostata oder einer neurologischen Erkrankung der Harnwege kann der Urin nicht ablaufen – die Blase läuft über. Dies äußert sich in ständigem Harndrang, bei dem jedoch meist nur wenige Tropfen Urin beim Wasserlassen austreten.
Hilfe für Blasenschwäche-Patienten
Auch wenn es einiges an Überwindung kostet ist es unumgänglich, mit seinen Inkontinenzproblemen zum Arzt zu gehen. Ein erfahrener Urologe wird die Art der Blasenschwäche bestimmen und angemessen behandeln können. Die Behandlungsaussichten mithilfe von Medikamenten, Physiotherapie oder eines operativen Eingriffs sind sehr gut. In weniger starken Fällen helfen oft schon pflanzliche Mittel, wie Arzneikürbis oder Cranberry Produkte zur Förderung der Blasengesundheit. Fragen Sie hierfür in Ihrer Apotheke nach.

